Zappanale Ankündigung 2013 + 2012 Fotoeindrücke / George Duke †

Die Zappanale  2013 rückt näher, daher hier eine kleine Voreinstimmung darauf.. Text: (von Guido Möller) http://www.guidomoeller.de

EDIT: George Duke starb heute 5.8.2013 †

Molli is not dead but still smells funny   Vielleicht nicht unbedingt ein Synthesizer lastiges Festival, auf jeden Fall aber eins mit einer hohen Klangdichte und besonderen Klängen, die man mit einem Synthesizer nicht unbedingt nachahmen kann. Synthetische Klangerzeuger kommen aber auch hier in den Besteckkasten. Ohnehin treten auf der Zappanale Klanggebilde in Erscheinung, wie man sie sonst nicht sehr oft zu hören bekommt und dies in einem fabelhaften Ambiente. In diesem Jahr wird es mit Studio Dan ein 17 köpfiges Ensemble auf der Bühne zu erleben geben. Mit dieser Aufstellung lässt sich auf jeden Fall ein großes Frequenz-Spektrum abdecken. Ohnehin schaffen es Zappas Kompositionen mit einem geringen Einsatz an Instrumenten eine hohe Klangbreite zu erzeugen. Wer meint von Festivals bereits genug zu haben, dem sei die Zappanale als Wiedereinstieg zu empfehlen. Familientauglich, Camping inklusive, Auto in Zeltnähe abstellbar und dazu die Möglichkeit eines Badeurlaubs in Deutschlands erstem Seebad Heiligendamm. Die Nähe zur Ostsee ist verführerisch. Keine 30 min Fussmarsch durch den Wald und schon kann man sich am Tage in der Ostsee abkühlen. Natürlich geht dies auch mit der Eisenbahn, welche während der Zappanale an der Rennbahn hält.   Semi Meter Sausage Finals   Mecklenburgisches Wolkenspiel, der Duft verbrannter Kohle der Dampflokeisenbahn und eine frische Brise Meeresluft machen die Zappanale zu einem einzigartigen Festival. Noch vor dem Mauerfall wurden in Bad Doberan Zappas Kompositionen zum Besten gegeben. Seit nunmehr 24 Jahren. Das einzige Zappa-Tribute-Festival dieser Art und Güte auf der Welt. Jahr für Jahr freuen sich alte Weggefährten Frank Zappas hier aufzutreten und das Publikum – alte wie neue Fans – freuen sich die Originalstimmen der legendären Schallplattenaufnahmen live erleben zu dürfen. Insgesamt ein sehr familiäres Fest, bei dem Künstler aus aller Welt, die eben noch auf der Bühne standen plötzlich im Bereich vor der Bühne auftauchen während man einen halben Meter Bratwurst bestellt.   Mit dem Gaslötkolben unter freiem Himmel auf dem Zeltplatz eine Platine verlöten macht großen Spaß. Eisenbahnromantik trifft auf Lötkunst. Allerdings geht es hier nicht um Modelleisenbahnen sondern um die Dampflock Molli mit der zu fahren einfach großen Spass macht. Der ICE bekommt auf einmal eine ganz andere Bedeutung.   Der Zeltplatz auf dem Gelände vor der Galopprennbahn ist schon früh benutzbar, teilweise schon ein bis zwei Tage vor Eröffnung des Festivals und auch am Montag nach dem Festival kann man in der früh noch duschen wenn man zuvor am Sonntag Abend mit dem freundlichen Personal Rücksprache hält.   Im vergangenen Jahr gab es George Duke als großen Virtuosen an den Tasten zu hören und dies obwohl seine Frau wenige Tage zuvor verstarb. Diesem Ereignis mag es wohl geschuldet sein, dass das ursprünglich angekündigte Stück „King Kong“ nicht aufgeführt wurde und eine alternative Setlist zu hören war. Dies sollte das Konzerterlebnis allerdings nicht schmälern. Das Zusammenspiel mit Jean-Luc Ponty war ein sehr eindrucksvolles Erlebnis. Das geplante Interview mit George Duke konnte im letzten Sommer leider nicht stattfinden – die Umstände erklären sich von selbst.   Ein großartiges Umhängekeyboard – Solo welches eine Querflöte als Klang zu Gehör brachte, war eines der Highlights des Konzerts. Die Spielart und der Sound war von einem Querflötisten nicht zu unterscheiden – außer dem optischen Eindruck und der Andersartigkeit der Bewegungen des Musikers.   Die Ankündigung auf der vorangegangenen Zappanale, dass die folgende in dieser Art vielleicht die letzte sein könnte stieß beim Publikum auf wenig Gegenliebe. Das Konzept am Sonntag mit einem Heavy Metal Day die Kosten zu verteilen wird zumindest nicht fortgeführt.   Mit Banned from Utopia ( u.a. Robert Martin, Ray White, Ed Mann, Tom Fowler) sind auf jeden Fall wieder viele hochkarätige ehemalige Bühnenkollegen Frank Zappas zu hören, was die Festivalbesucher sehr freuen wird. Der stimmgewaltige Ike Willis wird ebenfalls wieder zu hören sein.   Die Zappanale ist sicher kein Festival wie man es im herkömmlichen Sinn kennt. Die letzten Meter auf der Reise auf den Schienen mit der Dampflockbahn „Molly“ zu bestreiten hat schon seinen ganz eigenen Reiz.   Das Festivalgelände an der Galopprennbahn ist weitläufig, man hat angenehm viel Platz, mal zum tanzen oder auch zum sitzen. Unweit der Bühne ist ein Zelt aufgebaut, von welchem aus man vor Regen geschützt auf die Bühne sehen kann. Duschen und Toiletten lassen keinen Grund zur Beanstandung. Die Stimmung auf dem Fest ist harmonisch und relaxed.   Selten trifft man auf so viel Spielkunst und Virtuosität versammelt an drei Tagen an einem Ort.   Unbedingt zu empfehlen ist auch das Münster in Bad Doberan. Hochinteressant und in jedem Fall einen Besuch wert.   Nicht zu vergessen: In Hamburg in der Kirche St. Katharien findet am 31.7.2013 als Eröffnung wieder ein Konzert zugunsten der Zappanale in Bad Doberan statt. Bildeindrücke: Der freundliche Parkhinweis zeigt wie freundlich das Festival Personal dort ist. Magma war ein Highlight mit ihrem verrückten Tier am Schlagzeug Scott Thunes am Bass George Duke ist auch oft zu sehen…

Music is the best!   www.Zappanale.de

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