nox70 hat geschrieben:oben tanzen sie und unten wird gestorben.
Naja, also da stimmt der Maßstab aber nicht ganz, denn erstens gehört das Sterben ja nicht zum angesagten Programm, zweitens sind es 10 zu 1,4 Millionen und drittens machen wir das doch eh im weltweiten Rahmen dauernd. 10 Tote ? Klingt wie ein durchschnittlicher Vormittag im Krisengebiet Deiner Wahl. Natürlich ist das IMMER schlimm für die Betroffenen und ihre Angehörigen, denen an der Stelle auch mein Mitgefühl gilt. Trotzdem, auch wenn Duisburg näher ist als Bangladesh oder Baghdad - es ist für die meisten genausowenig "direkt nebenan". Wären die Kameras nicht grad eh schon vor Ort, würd das doch kaum einer wahrnehmen, nur weil jetzt grad zufällig drüber berichtet wird soll man plötzlich betroffen sein ?
Ich erinnere mich düster an eine Statistik, wonach Fliegen das sicherste Verkehrsmittel sei - nur wenn´s da kracht, gibt´s gleich zig Tote auf einmal und Medieninteresse gratis dazu - im Vergleich dazu sind die Verkehrstoten auf den Straßen prozentual wesentlich mehr, aber abgesehen von ein paar Schockernachrichten wird da kaum dran gedacht. Einen fetten Flugzeugabsturz haben wir aber irgendwie alle im Hinterkopf.
Mal kurz nach "Tote pro Tag" googeln, dann kriegt man solche Zahlen zu lesen:
WHO: Statistik veröffentlicht - 3.300 Tote pro Tag durch Verkehrsunfälle
http://www.shortnews.de/id/664439/WHO-S ... rsunfaelle17 Tote pro Tag sind hier normal (Drogenkrieg, es geht um 1 mexikanische Stadt von 1,2 Millionen Einwohnern)
http://www.stern.de/panorama/ciudad-jua ... 57137.html1000 Tote pro Tag - Aids frisst Südafrika
http://www.handelsblatt.com/technologie ... ag;2211986 Zahl der Verkehrsopfer auf Rekordtief - Elf Tote pro Tag
http://www.n-tv.de/panorama/Elf-Tote-pr ... 34018.html Hundert Tote pro Tag (Irak 2007)
usw usf.
Kein Trost für die Angehörigen, Sterben ist keine schöne Sache. Aber von den Medien sollte man nun wirklich nicht auch noch seine Trauer steuern lassen.