Völlig unterschätzt: Raumresonanz im Proberaum

Tonerzeuger

Noerd Elektro
Hallo zusammen,

bei der gestrigen Probe mit meiner Blues/Rockband bin ich auf den krassen Effekt einer Raumresonanz gestoßen (worden).

Ich habe auf meinem -durchaus guten- Stagepiano eine Melodie gespielt, und unser Sänger hat gemeckert, der Rhodes-Sound sei "irgendwie viel zu dominant", und nein, es sei nicht die Lautstärke.

Also mal flugs ein DX7-E-Piano aus dem FS1R genommen - das gleiche Geschimpfe - und da fiel mir auf, dass beim E5 (ca 660 HZ) der Ton regelrecht rausknallte, also penetrant lauter war als die Nachbartöne. Offenbar unabhängig von der Tonquelle.

Ich habe dann mit dem Parametrischen EQ, den unser Mischpult zum Glück für jeden Kanal besitzt, genau diese Frequenz um bestimmt 6 dB leiser gemacht - und das hats gebracht!

Danach war der Klang über die Tastatur hinweg viel ausgewogener. Vor allem bin ich glücklich, dass ich mir jetzt keine Vorhaltungen mehr anhören muss, mein Equipment würde irgendwie unpassende Klänge von sich geben!

Also: Falls mal jemand das selbe Problem haben sollte :)

Gruß:
Tonerzeuger
 
Als Bassist kenne ich das live von Gewölbekellern und irgendwelchen rumresonierenden Bühnen. Das geht so weit, dass man abhängig von der Tonart des Stückes denkt man spielt komplett falsch, weil die Raumresonanz einfach gar nicht zur Tonart passt. Eine Wohltat ist hier funktionierendes InEar.

Ergänzung: Der totale Knieschuss ist das billigst Ride-Becken vom (gottseidank z.Z. abgebauten) Proberaum Schlagzeug von meinem einen Drummer. Das hat so einen penentranten Eigenton der zu garnichts passt, das ist aber auch wieder abhängig von der Tonart.
 
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Ich kenne das...bei mir zu Hause ist es das Bb, das ordentlich rumdrückt.
Da ich leider meinen Kram in einer Ecke stehen habe, und die Boxen zudem
sehr nah an der Wand, bekomme ich das auch nicht weg, selbst mit eqing
nur sehr sehr subtil.
Mir bleiben da nur Kopfhörer :dunno:
 
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räume bestehen aus wänden, und wände aus festen stoffen.

feste stoffe reflektieren den schall.

guten schaumstoff zum dämmen gibt es in jedem gut sortierten mülleimer.
 
guten schaumstoff zum dämmen gibt es in jedem gut sortierten mülleimer.

Das ist leider ziemlicher Humbug - die oben beschriebenen Effekte kennzeichnen die sog. Raummoden und diese werden nach unten hin ab den tiefen Mitten zum ernsten Problem in nicht aktustisch korrekt aufbereiteten Räumen. Ein bisschen "guter" Schaumstoff aus dem "Mülleimer" bringt da überhaupt nichts (maximal für den oberen Mitten bis Höhnenbereich). Helfen können da nur auf den jeweils kritischen Frequenzbereich abgestimmte Tieftonabsorber und/oder Bassfallen. Sind relativ aufwändig und teuer und nehmen uU. auch mal Platz weg.
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die oben beschriebenen Effekte kennzeichnen die sog. Raummoden
und da fiel mir auf, dass beim E5 (ca 660 HZ) der Ton regelrecht rausknallte

Bei 660 Hz sind das kaum Raumeigenmoden.(Stichwort Schroederfrequenz)

Ein bisschen "guter" Schaumstoff aus dem "Mülleimer" bringt da überhaupt nichts
660Hz hat eine Wellenlänge von 52cm -ein poröser Absorber müsste theoretisch 13 cm praktisch besser 15 cm dick sein (oder entsprechend Wandabstand haben) um in der Schallschnelle bei λ/4 zu wirken.

Wenn Kollege Tonerzeuger mit dem EQ Einsatz zufrieden ist, ist er zufrieden, ist er zufrieden ...
Er hat einen Tip gegeben - kein ungelöstes Problem beschrieben.
 
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jetzt verwirrt doch den kollegen nicht gleich so.
Hast schon recht, aber nach der Wand mit den tuchverhängten Matratzen - irgendwie klingt das ja für mich wie ein orientalischer Puff - haben sich irgendwie meine Finger verselbständigt.
Den Report des TE's fand ich gut und hilfreich. Für die einen mag es selbstverständlich sein, mir wird es in der ein oder anderen Situation weiterhelfen.... daher :nihao::nihao::nihao:
Und natürlich auch :kiffa:
 
Sinnloser Beitrag: Ich drehe immer die Lautstärke auf "11!" auf, dann funkt ES.
600px-Mot%C3%B6rhead_-_Rock_am_Ring_2015-0343.jpg

*SdS*
 
Das ist leider ziemlicher Humbug - die oben beschriebenen Effekte kennzeichnen die sog. Raummoden und diese werden nach unten hin ab den tiefen Mitten zum ernsten Problem in nicht aktustisch korrekt aufbereiteten Räumen. Ein bisschen "guter" Schaumstoff aus dem "Mülleimer" bringt da überhaupt nichts (maximal für den oberen Mitten bis Höhnenbereich)

wo auch immer du das her hast, aber nach dem was du sagst könnte man ja räume überhaupt nicht effektiv dämpfen, denn im brillianzbereich ist dämpfung relativ unwichtig. das hiesige beispiel, wo ein problem genau beim mittenton auftritt ist der klassiker schlechthin.

jegliches dämmungsmaterial für die akustische dämfpung wird zur klassifizierung des durchschnittlichen absorbtionsgrades nach irgendwelchen ISO normen im bereich zwischen 125 - 4000 Hz getestet.
das würde man nicht so machen, wenn schon bei 660 Hz keinerlei effekt mehr zu erwarten wäre.

recht nützlich ist darüberhinus die mit einer rauhen oberfläche verbundene streuung - und möglichst viel asymetrie.

ob es hilft, wenn die matratze besonderes versifft ist weiß ich jetzt aber auch nicht, das müsste man mal probieren.
 
also die total versifften hab ich abgelehnt...

warum das? es ist doch naheliegend, erst mal die eigenen einzusetzen. :D

auf jeden falll sollte sie mindestens 15 centimeter dick sein, damit der bereich um 660 Hz herum sein energiemaximum vor der wand noch "in" dem dämmstoff hat.

(du kannst ja die pissflecken nach hinten drehen)
 
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Ich denke, ein paar Sportflecken auf der Matratze sind nicht schlimm. Die Art der Matratze bringt da größere Unterschiede mit sich. Ich denke, Schaumstoff dämmt besser als Federkern.
 
oder du schneidest mit einer nagelschere 16537 kleine pyramiden rein und tränkst das ding dann in epoxidharzschaum.

dann is ganz professionell.

und dann wirds auch beim sport leiser, falls die sängerin gerne viel schreit.
 


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