22.10.2011 – Bernd-Michael Land live

Dieses Thema im Forum "Termine" wurde erstellt von Bernie, 28. September 2011.

  1. Bernie

    Bernie Anfänger

    "Das Lächeln der Bäume" - Quadrophonisches Konzert

    RUK - Rumpenheimer Kulturverein e.V., 63075 Offenbach, Schloßgartenstraße 1
    Beginn: 20.00h

    [​IMG]





    Die Musik.
    Im Gegensatz zu meinen anderen Projekten, möchte ich hier gerne die leiseren Töne anschlagen.
    Auch wenn die Klänge „dazwischen“ von den meisten Menschen überhört und ignoriert werden, so sind sie doch vorhanden.

    Mein erklärtes Ziel ist es dabei, die unauffälligen Geräusche des Hintergrundes aus dem urbanen Leben, mit all seiner Hektik und seinen Konflikten, aus der Tektronik einer Großstadt, einzufangen.
    Es gilt aber auch, natürlich gewachsene Konstruktionen und Formen aus der Natur, makro oder mikroskopische Organismen, sowie absurde Utopien, klanglich darzustellen und auf elektronischem Weg neu zu definieren.

    Der Mensch sollte nicht nur das dominante Zwitschern eines Vogels auditiv wahrnehmen, sondern auch die Reduktion, also das leichte Säuseln der Blätter und das leise Knarzen der Äste zweier starker Bäume im Abendwind.
    Das Lächeln der Bäume…

    Die wichtigste Eigenschaft dieser Musik ist der Inhalt, jedoch ohne eine zu hohe Authentizität zu schaffen, das ist nicht gewollt. Es soll die eigenen Ideen und Gedanken nur anreißen, die eigene Phantasie anregen und zum Träumen animieren.

    Mein Arbeitswerkzeug und Medium ist hierbei stets der elektronische Synthesizer, als äquivalent zur menschlichen Sprache. Nur er bietet mir die enge Verknüpfung von Kreation, Kommunikation und Ausführung in klaren Strukturen.

    Ein elementarer Bezugspunkt, bei der auditiven Wahrnehmung, ist die Beziehung von Klang und imaginärem Raum. Eine Bewegung des Klanges innerhalb dieses Raumes, kann hier sehr interessante Möglichkeiten im Raum- und Zeitkontext schaffen.

    Der Zuschauer / Zuhörer erlebt die Klänge aus einem quadrophonischen Lautsprechersystem als etwas musikalisch Unbekanntes, da sie nicht der alltäglichen Hörpraxis entsprechen und durch zeitliche Aspekte eine fremde Umgebung definieren.
     
  2. lacroix

    lacroix Tach

    Schöne Um-/Beschreibung Deines Projektes. Gefällt mir.
     
  3. Cyborg

    Cyborg bin angekommen

    Hört sich sehr spannend an, leider für mich zu der Zeit unerreichbare Ferne.
    Viel Erfolg / Spaß dabei
     
  4. Bernie

    Bernie Anfänger

    Jou, ist mal was anderes.
    Echte Quadrophonie gibts ja heute kaum noch bei Livekonzerten, ist einfach zu viel Aufwand.
     
  5. bugler

    bugler Tach

    Deshalb strebe ich es an, zu kommen. Auch wenn die Anfahrt weit ist.
     
  6. Bernie

    Bernie Anfänger

    Lohnt sich immer, denn bei mir isses am schönsten.
    ;-)
     
  7. Cyborg

    Cyborg bin angekommen

    jetzt riecht es aber schon ziemlich ;-)
     
  8. Bernie

    Bernie Anfänger

    :phat:
    Du kennst mich doch. Da wo ich gerade bin, scheint immer die Sonne. Immerhin bin ich außerirdisch und lebe im Paradies.
    :opa:
     
  9. Cyborg

    Cyborg bin angekommen

    :phat:
     
  10. Hi Bernie,

    wäre gerne gekommen - aber leider muss ich am Samstag nach München zu einer Synthie Messe bei Just Music! Ich wünsche Dir und deinen Gästen aber einen tollen quadrophonischen Abend!
     
  11. Anonymous

    Anonymous Guest

    Was ist dabei der hohe Aufwand, dass man vier identische Lautsprecher/Monitore mitschleppen muss, vielleicht noch inklusive vier Ständer passend dazu?
     
  12. Zotterl

    Zotterl Guest

    Z. B. muß man sich Gedanken machen, wie man die einzelnen Kanäle/Spuren im
    Raum verteilt. Also keine einfache L/R-Zuordnung mehr.
    Mischpultarbeit ist anspruchsvoller.

    Die Raumaufteilung hat auch Auswirkungen auf das Stück an sich, wenn man die
    Sache ernsthaft betreiben will.
     
  13. Anonymous

    Anonymous Guest

    Naja, ich vermute, das wird dann "irgendwie kreativ" gemacht, ohne genauere Definitionen, stattdessen "nur" mit groben Konzepten. In neuen Räumen darf man sich ja sowas erlauben, da es kaum Vergleichsmöglichkeiten in diesem neuen Raum gibt. Kurz gesagt wäre ein grosser Unterschied, aus meiner Sicht, die DYNAMIK der Soundquellenpositionen, im Gegensatz zur STATIK bei Stereo, naja Panorama wird ja in der Regel nicht dynamisch ausgereizt. Wie nun diese Dynamik sein soll, kann schwer als gut oder schlecht bewertet werden, höchstens immer als "anders". Ich denke dabei eher an Begriffe wie parallel, gegenläufig, zirkulär, Drehung im/gegen Uhrzeigersinn, Drehung um Punkt (x,y) mit Radius r. Zusätzlich zu den Klangobjekten kommt also noch die "Quellenort-Choreographie" hinzu. Jetzt fragt sich nur noch, welche Hard-/Softwaretools es schon zu diesem Zweck gibt?

    Eine Idee wäre: "Bernd-Michael Land live" wird im 2D Raum mit Klängen geschrieben. Jeder Buchstabe ist ein Klang, alle Buchstaben werden gleichzeitig langsam "geschrieben", d.h. die Klänge bewegen sich im Raum langsam, je nach Buchstabenform.
     
  14. Zotterl

    Zotterl Guest

    Ausgereizt wurde und wird (!) das tatsächlich eher im Bereich der Neuen Musik.

    Über Stockhausen brauch ich wohl nichts mehr zu sagen; da haben wir Spezialisten.

    Interessanterweise auch vor einiger Zeit in Donaueschingen erlebt, bei einem
    Konzert mit Liveelektronik (Strobelstiftung Freiburg). Aber das nur nebenbei.

    Andererseits: wenn ich daran denke, dass sich im Bereich Film 5.1-Sound immer
    mehr etabliert, warum sollte dann nicht auch die Quadrophonie zurückkehren?
     
  15. Anonymous

    Anonymous Guest

    das ding am ganzen, mischpulte und pas sind doch alle auf stereo ausgelegt.
    und wenn man ein spezielles quadraphonisches mischpult mit 4 ausgängen hat und joysticks um die sounds im raum zu bewegen, braucht es immer noch 2 pas dahinter, da 4 kanäle.
     
  16. Cyborg

    Cyborg bin angekommen

    alles machbar.... schon in den späten 70gern hatte ich das Vergnügen, 8-Kanal "Tonbandkonzerte" in der Akademie der Künste, Berlin zu geniessen. Mit aktueller Technik sollte es dann erst recht möglich sein. Spezielle Effekte, so es dann solche geben soll, könnte man vorproduziert ablaufen lassen während ansonsten das Konzert live dazu läuft. Außerdem muss 4-Kanal ja nicht heißen, dass es solche speziellen Effekte gibt wie sie z.B. auch Pink Floyd anwendete. Dort hörte man Schritte die das Publikum im Saal umkreisten und dabei langsam näher kamen. (Mehrkanal, mindestens 4 Kanäle + dynamischer Raumsimulation, Anfang der 80ger..
     
  17. Cyborg

    Cyborg bin angekommen

    alles machbar.... schon in den späten 70gern hatte ich das Vergnügen, 8-Kanal "Tonbandkonzerte" in der Akademie der Künste, Berlin zu geniessen. Mit aktueller Technik sollte es dann erst recht möglich sein. Spezielle Effekte, so es dann solche geben soll, könnte man vorproduziert ablaufen lassen während ansonsten das Konzert live dazu läuft. Außerdem muss 4-Kanal ja nicht heißen, dass es solche speziellen Effekte gibt wie sie z.B. auch Pink Floyd anwendete. Dort hörte man Schritte die das Publikum im Saal umkreisten und dabei langsam näher kamen. (Mehrkanal, mindestens 4 Kanäle + dynamischer Raumsimulation, Anfang der 80ger..
     
  18. Anonymous

    Anonymous Guest

    klar ist es machbar, aber es ist eben ein schon noch ein bisschen mehr wie wie 4 boxen mitschleppen...
    das quadraphonie mischpult könnte wahrscheinlich auch mit max/msp, einer soundkarte mit 4 ausgängen und midijoysticks realisiert werden.

    trotzdem, muss zuerst alles realisiert werden.
     
  19. Bernie

    Bernie Anfänger

    Stimmt. Man braucht auch wesentlich mehr Kanäle für das Routing.
    Ich mag keine Rechner auf der Bühne, nehme nur Hardware mit.
     
  20. Bernie

    Bernie Anfänger

    Es müssen auch identische Lautsprecher sein. Ich nehme dafür einfach 4 kleinere Aktivboxen, da kann man direkt die Lautstärke einzeln nachjustieren, ist je nach Raum etwas anders (wird eingemessen)
     
  21. Bernie

    Bernie Anfänger

    Es gibt da schon ein kalres Konzept. Es ist auch festgelegt, welche Klänge doch eher statisch im Raum verbleiben, als Monosignal oder diagonal in Stereo und welche Signale gezielt auf einer bestimmten Position stehen oder im Raum wandern.
    Verschaltet wird das über einen Quadrophonie-Prozessor mit 4 VCAs und einem LFO, der auch in der Tiefe regelbar ist. Somit lassen sich auch Signale von links nach rechts oder von vorn nach hinten pannen, im Raum drehen lassen, subtil oder hart. Die VCAs laufen über 4 Mixerkanäle und sind auf die Sub geroutet:
    Kanal 1 -Gruppe 1-2 links
    Kanal 2 -Gruppe 1-2 rechts
    Kanal 3 -Gruppe 3-4 links
    Kanal 4 -Gruppe 3-4 rechts
    Somit kann ich jedes Signal Stereo in durchschicken (über den Master) und den Anteil im Quadprozessor über den Subgruppenregler stufenlos beimischen oder gezielt durch Anwahl der Routingskanäle und mit dem Panning einen Sound z. B. ganz gezielt auf Lautsprecher 3 schicken.
    Viele Naturklänge und Pads sind extra dafür optimiert worden, um im quadrophonischen Gesamtbild die beste Wirkung zu erreichen. Gemischt wird das dann mit Sounds aus monophonen kleinen Analog-Maschinchen. Dazu spiele ich live noch den Micro-X und das Haken Continuum.
    Hab dann wirklich alle Hände voll zu tun.
     
  22. Bernie

    Bernie Anfänger

    Stockhausen hatte die Mehrkanaltechnik sogar noch viel früher eingesetzt. Inspiriert wurde ich im Frühjahr beim Besuch bei Herrn Müller im alten WDR Studio für elektronische Musik. Ich habe dort einige Sachen anhören dürfen und bin bald vom Stuhl gefallen, wie faszinierend doch Mehrkanaltechnik ist.
     
  23. Zotterl

    Zotterl Guest

    Hi Bernie, einfach machen :supi:

    Dabei fällt mir ein weiterer Vorteil der alten LP ein: Quadrophonie ließ sich darauf pressen -
    mit CD geht das nicht (oder gibts da auch schon Entwicklungen?)
     
  24. Bernie

    Bernie Anfänger

    Naja, man könnte ja in 5.1 oder 7.1 auf DVD aufnehmen, das würde dann aber auf einer Surroundanlage völlig anders klingen.

    In unserer modernen Welt, wo man bei 300 Sachen im Intercity-Klo im Internet surfen kann, werden die Leute einfach immer bequemer und fauler.
    Das Essen wird heute nach Hause gebracht, die Musik und Filme gibts gratis im Netz, statt anstrengenden Sex mit der Freundin, onaniert man am PC, es gibt eigentlich kaum einen Grund (außer der Arbeit vielleicht...), heute nochmal vor die Tür zu gehen.
    Da ist es doch schön, das es noch ein paar Dinge gibt, die einen dazu zwingen, abends mal wegzugehen.
    :piano: :musikmach: :welle: :hupfdrone: :alien: :alien: :massen: :ultrafrolic: :banane: :party:
     
  25. Bernie

    Bernie Anfänger

    Echt? Da bräuchte man aber einen speziellen Plattenspieler oder wie funktioniert das?
     
  26. Google hilft:

    http://www.dual-plattenspieler.de/galer ... ahren.html

    Ich erinnere mich, dass es in den 70ern die "Darkside of the moon" von Pink-Floyd auch als quadrophonische Schallplatte gab. Wie so viele andere schöne Dinge hat sich auch die Quadrophonie bei der Masse nicht durchsetzen können.
     
  27. Zotterl

    Zotterl Guest

    Soweit ich weiß, waren zumindest die Tonabnehmersysteme der Plattenspieler
    quadrophoniefähig.

    War nicht Schulzes Irrlicht in Quadro?
     
  28. Cyborg

    Cyborg bin angekommen

    Richtig, es gab auch quadrophone Schallplatten. Wie das funktionierte ist z.B. dort nachzulesen:

    http://www.hifimuseum.de/quadrophonie-artikel.html
     
  29. Zotterl

    Zotterl Guest

    Dann war meine TEAC 3440, mit der ich 4-Spur-Playback machte, sozusagen
    nur ein "Abfallprodukt" der Quadrophonie :shock:
     
  30. Bernie

    Bernie Anfänger

    Aaah, danke für den Link. Mir war die Funktionsweise bei Vinyl irgendwie nicht klar.
     

Diese Seite empfehlen