Alpha Juno Resonanz "tunen"?

Dieses Thema im Forum "Analog" wurde erstellt von nilspupils, 13. Dezember 2011.

  1. Hallo Forum,

    als kleines Nebenprojekt hat sich gestern bei mir ein Alpha Juno-2 eingefunden, vom Klang bin ich nach dem ersten Antesten schon sehr angetan.
    Als Controller für die Parameter soll ein BCR2000 dienen, den ich grade dafür vorbereite. Schade ist, dass die Filter des Alpha nicht selbstoszillieren können.
    Gibt es vielleicht eine Möglichkeit die Resonanz durch eine Modifikation zu erhöhen? Laut Schaltplan gibt es zumindest keinen Trimmer für die Resonanz.
    Hat damit schon jemand experimentiert?

    Danke und Grüße,
    Nils
     
  2. Ok,

    ich bin etwas weitergekommen:
    Laut Schaltplan:

    [​IMG]

    liegt an Pin 15 von IC12 die CV für die Resonanz. Ich gehe davon aus, dass ich die Spannung irgendwie vergrößern muss (OPAMP?) um die Resonanz zu erhöhen.
    Stimmt das?

    [...]The MKS80 schematics detail the signal levels that are used for the chip:

    Signal Input 10 mV
    Frequency control -200 mV to +10 mV
    Resonance control 0 mV to + 60 mV
    Linear control 0 mV to +900 mV
    Exponential control +110 mV to +10 mV
    [...]
     
  3. Theoretisch ja. Ich kenn aber kein Datenblatt vom IR3R05, daher würde ich erstmal die Spannung messen, die derzeit maximal beim pin2 des IR3R305 ankommt. Wenn die schon nahe an der Versorgungsspannung ist, wäre ich vorsichtig.
     
  4. Cool! Wo hast Du die info her? Da scheint ja jemand schon eine ganze Menge untersucht zu haben.
     
  5. Oh ja, ich hab ein bisschen gestöbert. Google ist mein Freund. Hier kommt die Info her:

    http://www.amsynths.co.uk/Filter_Bank2/ ... m8105.html

    Dort steht auch noch folgendes:
    "The chip replaced two IR3109 in the MKS80, which were configured as state variable filters, but both running as 2-pole Low Pass filters. The change to the IR3R05 chip was to eliminate the waveform clipping when the IR3109 filters were used in Unison mode. The IR3R05 does not go into self oscillation at high Resonance levels, this is a deliberate design by Roland to stop distortion and to provide a smoother sound."

    Ich werde nächste Woche mal messen, wie die Spannung ist, dann mal gucken wie es weitergeht.

    Vielen Dank schonmal Florian!
     
  6. Xpander-Kumpel

    Xpander-Kumpel engagiert

    ...hmmm, passt das zusammen???
    Gerade der Alpha Juno/MKS-50 hat ein Riesenproblem mit Verzerrungen bei hohen Resonanzwerten!
    Die reichen zwar nicht zur Selbstoszillation, aber er zerrt sehr oft echt ätzend!
     
  7. microbug

    microbug |||

    Ernsthaft? Ok, dann streich ich die Dinger wohl wieder von meiner "nice to have"-Liste :)
     
  8. Nоrdcore

    Nоrdcore deaktiviert

    Die Resonanz wird über Pin 3 von IC4 gesteuert. Ob da "Spannung messen" sinnvoll ist, ist anhand des Schaltplanausschnittes nicht entscheidbar. Typischerweise könnte das ein OTA-Steuer-Eingang sein und der würde über den Strom gesteuert. Da müsste man sehen, was sich hinter dem "RAI EXB - GB10860S" Kasten verbirgt.
     
  9. Das habe ich allerdings auch noch nicht verstanden...
     
  10. Xpander-Kumpel

    Xpander-Kumpel engagiert

    Mir ist das bei Pads mit Resonanz und zurückgedrehter Cutoff aufgefallen, nichtsdestotrotz ist alles andere was er liefert sehr schön und vielseitig und definitiv anders als das vergleichbare Geräte.
     
  11. Murano

    Murano -

    [quote
    Mir ist das bei Pads mit Resonanz und zurückgedrehter Cutoff aufgefallen, nichtsdestotrotz ist alles andere was er liefert sehr schön und vielseitig und definitiv anders als das vergleichbare Geräte.[/quote]

    Stimmt - der Alpha-Juno ist ein wirklich schön klingendes Instrument. Kein Universal-Analoger für alle Fälle, aber mit nettem Klang und coolen PWM-Möglichkeiten (meiner Meinung nach übrigens das grösste Manko der JX-Reihe).

    Falls hier drin Leute mit dem Erwerb eines Alpha-Juno liebäugeln (noch ist er günstig!) würde ich dringend empfehlen, sich den Juno2 und nicht den Juno1 zu suchen. Die Anschlagsdynamik wertet das Instrument enorm auf - und übrigens auch Aftertouch (dass dieses in den meisten Fällen kaum merkbar ist bzw. nicht funktioniert kann ich nicht bestätigen, bei meinem geht es fast so gut wie bei den moderneren D-50 und D-70).
     
  12. Check Mate

    Check Mate Aquatic Beta Particle

    Ich mag den Alpha auch wahnsinnig gern!! Ich hab mir aber bewusst den 1er gekauft. Für Velocity und AT nehme ich die Tastatur vom G2, die ist in der Hinsicht eh besser ;-)
     
  13. Stimmt - der Alpha-Juno ist ein wirklich schön klingendes Instrument. Kein Universal-Analoger für alle Fälle, aber mit nettem Klang und coolen PWM-Möglichkeiten (meiner Meinung nach übrigens das grösste Manko der JX-Reihe).

    Falls hier drin Leute mit dem Erwerb eines Alpha-Juno liebäugeln (noch ist er günstig!) würde ich dringend empfehlen, sich den Juno2 und nicht den Juno1 zu suchen. Die Anschlagsdynamik wertet das Instrument enorm auf - und übrigens auch Aftertouch (dass dieses in den meisten Fällen kaum merkbar ist bzw. nicht funktioniert kann ich nicht bestätigen, bei meinem geht es fast so gut wie bei den moderneren D-50 und D-70).[/quote]
    Das Preis-Leistungsverhältnis ist unschlagbar! Hab für meinen 45 Euro bezahlt (über Kleinanzeige). Allerdings gehen 2 Tasten nicht, aber das ist zu reparieren. Und dann noch mit Alu-Case...
     
  14. microbug

    microbug |||

    Was ist denn beim Alpha da besser als bei den JX-Modellen? Ich hatte lange einen JX-10 als Universal-Analogen, was für meine Art Musik recht gut funktionierte.

    Die Tasten-Alphas sind für mich uninteressant, kein Platz dafür (und keine Lust mehr auf diese Sorte Roland-Tastaturen). Wenn, dann MKS-50. Muß aber dann auch knackige Synthbässe liefern können, Flächenleger hab ich schon 2 Stück :)
     
  15. RetroSound

    RetroSound ●--~√V√V√V~--●

    Für tiefe, wummernde Bässe ist der Juno ungleich besser geeignet als ein JX. Wenn der Sub-Oszi zugeschaltet wird, dann pass auf deinen Subwoofer auf. Ohne Scheiß. :lol:

    Hab den Alpha 2 hier und bin immer wieder überrascht wie eigen der doch klingt. Der Klang ist absolut anders als den der ersten Junos.
     
  16. Xpander-Kumpel

    Xpander-Kumpel engagiert

    ...knackige Synthbässe(schnelle Hüllkurven) a' la SH-101 oder Juno gehören meiner Meinung nach nicht zu seinem Metier, oder andere Meinungen?
     
  17. Aber von IC 12 wird doch "Resonance CV" ausgegeben. Das heisst doch Control-Voltage und damit Spannung, oder verstehe ich da was nicht??

    EXB-G810860S ist ein Resistor-Array:

    [​IMG]
     
  18. kl~ak

    kl~ak -

    offtopic

    wie erkennt man denn an den racks (mks50) ob es die juno1 oder juno2 version ist _ oder ist das rack sowieso die 2er ???
     
  19. Xpander-Kumpel

    Xpander-Kumpel engagiert

    Klangerzeugung ist bei allen drei gleich.
    Nur die Tastatur des 2ers sendet Velo und Aftertouch.
     
  20. Murano

    Murano -

    Was ist denn beim Alpha da besser als bei den JX-Modellen? Ich hatte lange einen JX-10 als Universal-Analogen, was für meine Art Musik recht gut funktionierte.

    [/quote]

    JX-10 habe ich leider nie ausprobieren können, ich nehm' einfach mal meinen (auch sehr geschätzten JX-3P) zum Vergleich:

    1. JU hat dank Suboszillator viel mehr Druck im Bassbereich.
    2. Hüllkurven sind schnell genug, um Bässe ordentlich ploppen zu lassen
    3. Richtige PWM gibt es bei den JXen leider keine - bei den Junos hingegen schon (wie auch bei 6, 60 und 106er), das ermöglicht u.a. so schön fiebrig-wabbrige Flächen.
     
  21. Ok, zurück zum Thema :D
     
  22. kl~ak

    kl~ak -

    was ist denn nicht "richtig" _ ich dachte die haben einfach keine ! ?
     
  23. Stimmt auch, man kann aber über Sync PWM-artiges erzeugen. "Richtige" PWM mit beiden Oszillatoren wäre aber natürlich schöner...
     
  24. Die Syncfunktion moduliert doch die PW. In Echt. Wieso wird immer so getan, als ob da was nicht richtig ist oder schummel-PWM?
    Das ist im technisch und im Ohr identisch (wenn Oz1 der schnellere ist). Geht halt nur mit einem Osz, aber das ist beim Juno nicht anders ;-)
     
  25. Ok, es gibt Neues:

    Ich hatte mich an Rob Keeble von AMSynths gewendet. Er hat aus dem Filterbaustein des Roland Alphas ein Filtermodul gebaut, kennt sich also mit dem IR3R05
    sehr gut aus. Seine (ernüchternde) Antwort lautete so:

    "Hi Nils,
    Correct the IR3R05 is designed to ensure it does not go into self
    oscillation but will provide high resonance. Every Roland synth that
    uses it does not self osc. The only control voltage you can play with is
    the Cutoff trimmer and this won't do anything to create oscillation.
    High resonance CV signals are unlikey to create more oscillation and may
    damage the chip. However if you replace RA3 and put a lower value
    resistor (33K) between the CV and Pin 3 of the IR3R05 this would give
    you a higher resonance CV. You would have to measure all the resistor
    values in RA3 to ensure you replaced them accurately. Or inject a higher
    CV into RA3 by an Op Amp increasing the resonance CV. The chip may well
    be self limiting and this won't work.

    However all is not lost, you could also create resonance from feeding
    back the signal from the output to the input with a VCA inline to
    control resonance of each channel and with the internal resonance
    disconnected. Given the IR3R05 output is via a VCA I would suggest
    tapping into the caps of each filter stage, either the 2nd or 4th.

    Hope that helps and good luck!"

    Das heisst, dass eine Veränderung (falls überhaupt möglich) nur an jeder einzelnen Stimme durchgeführt werden könnte. Für alle 6 Stimmen ist das wahrscheinlich zu viel Aufwand, außerdem wäre die Veränderung nicht über einen Schalter rückgängig zu machen, wie ich es gerne habe würde....
    Irgendwelche Ideen dazu??
     
  26. Das mit sechs Stimme gemeinsam schalten und so kann man über CMOS-Schalter erschlagen (CD4016/CD4066).
    Ausserdem musst Du nicht das Widerstands array ersetzen, sondern meines Erachtens müsste es genügen einen Widerstand parallel zur Verbindung pin11-pin2 zu setzen. Wenn der interne Widerstand zB 10k hat, dann würde ich "aussen" mal bei einer Stimme ein 100k Trimmer parallel da zu setzen. Dann Resonanz voll aufdrehen, spielen, bis man zu der Stimme kommt (ggf mit Oszi checken), Note halten, und dann an dem Trimmer den Widerstand runterdrehen, und kucken ob die Resonanz sich noch erhöht.
     
  27. Hallo Florian,

    klingt nach einem guten Plan, das werde ich versuchen!
    Danke und Grüße!
    Nils
     
  28. microbug

    microbug |||

    Die Steuerspannung ließe sich auch zentral "klemmen", wenn man weiß wie, und wenn die Schaltung es zuläßt. Ist aber unter Umständen mehr Aufwand, vor allem bei der Analyse.

    Wenn sie eine eigene Leitung hat, dann geht das einfach, aber wenn sie gemeinsam mit anderen Steuerspannungen per Zeitmultiplexverfahren ans Ziel übertragen wird, was bei den meisten Geräten der Fall ist, mußt Du eine Logik bauen, die genau im richtigen Zeitpunkt einen enstprechenden Widerstand an die CV-Leitung anlegt, um sie zu "klemmen". Das ließe sich dann auch einfach wieder abschalten.

    Die Einzelstimmen-Modifikation ließe sich auch schaltbar ausführen, braucht nur etlichen Aufwand mit entsprechenden Analogschaltern (4053), die dann zentral angesteuert umgeschaltet werden. Pro Widerstand ist 1 Schalter erforderlich, in einem 4053 sind 3 davon enthalten. Beispielschaltungen gibts zB hier:

    http://www.geofex.com/article_folders/cd4053/cd4053.htm
     
  29. @microbug:
    Vielen Dank für den Hinweis, ich werd mir die Resonanz-CV mal anschauen, wenn ich etwas mehr Zeit habe. Der Juni ist grade offen, aber ich bin mit dem Aftertouch beschäftigt. Falls die veränderte CV keine erhöhte Resonanz erzeugt, bleibt wohl nur eine Art Rückkopplung, wie sie von Rob Keeble beschrieben wurde. Wahrscheinlich wäre das dann aber doch zuviel Aufwand, denn das müsste ja auch für jede Stimme durchgeführt werden...
    Ich melde mich mal, wenn ich mehr rausgefunden habe...
    Grüße,
    Nils
     
  30. microbug

    microbug |||

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