Alte analoge Drummies - Trig Out nachrüsten?

Dieses Thema im Forum "Lötkunst" wurde erstellt von Spantax, 25. Januar 2017.

  1. Spantax

    Spantax Er bekommt ständig Botschaften

    Hallo in die Runde,

    ich habe ein paar ältere Rhythmusgeräte, die ich mit einem Trigger Out versehen möchte, um damit einen Korg SQ-1 anzusteuern. Im Einzelnen:


    Korg Minipops 7

    Korg PSS-50

    Roland TR-33

    Ace Tone Rhythm Ace FR-2L

    Ace Tone Rhythm Ace FR-8L

    Hohner Rhythm 80

    Vermona ER-9



    Hat schon mal jemand bei einem dieser Geräte einen Trigger-Ausgang nachgerüstet und kann mir dazu Tipps geben?
     
  2. Spantax

    Spantax Er bekommt ständig Botschaften

    Ja, das hatte ich auch schon mal gesehen. Find ich klasse, dass jemand so etwas entwickelt, für meinen Bedarf wäre es aber Overkill, nicht zuletzt wegen der Kosten.

    Mein Gedanke ist, dass bei den o.g. Drummies irgendwo ein Taktsignal abgreifbar sein müsste, das man mit ein bisschen Gelöte nach draussen in eine Klinkenbuchse leiten könnte. Diese würde man dann mit dem Sync In des SQ-1 verbinden, der dann schön MIDI, CV/Gate und Sync Out rausgibt. Das funktioniert fantastisch z.B. mit meiner KR-55, CR-68 und Oberheim DX, die alle serienmässig einen Triggerausgang haben.

    Die Frage ist nur, wo man jeweils auf den Platinen zu suchen anfangen soll, besonders bei den Geräten, zu denen sich kein Schaltplan auftreiben lässt (z.B. Korg PSS-50). Deshalb die Frage, ob schon mal jemand einen dieser Drummies mit Trig Out modifiziert hat.

    Ansonsten müsste ich mich halt bei jedem Gerät auf die interne Suche machen. :connect:
     
  3. swissdoc

    swissdoc back on duty

    Beispiel Vermona ER-9:

    Service Manual suchen und finden. Die Tanya hat es. Studieren. Nach Tempo-Regler suchen. P7 auf Seite 27. Der Abgriff geht zu 12, 29. Das ist Anschluss 29 auf Board 12. Seite 13. Anschluss 29 geht über R1 und R2 in 4 Kreuzweise verschaltete NAND Gatter. Der Takt wird dort erzeugt und geht via R6 an die links im Plan folgenden Teiler, jeweils aus 2 NAND gebaut.

    Man sollte das Taktsignal also an R6 mit einem Treiber abgreifen und im SQ-1 verwenden können. Polarität und Pegel muss man einfach messen.

    Beispiel Minipops:
    http://www.jeanmicheljarre.pl/radek/sam ... nipops.jpg

    Unten links mit MOSC bezeichnet ist der Masteroscillator. Hier geht der Takt nach rechts weg über einen 0.01 Cap in die Teiler FF1 und so weiter. Dort kann man also wieder mit einem Treiber den Takt abgreifen.
     
  4. fanwander

    fanwander ||||||||||

    Bei fast all diesen Geräten gilt das gleiche Prinzip wie von swissdoc anhand der Minipops erläutert

    Guck einfach zB die TR-77 (Identisch mit Deiner ACE-Tone):
    http://www.synfo.nl/servicemanuals/Rola ... _NOTES.pdf Seite 10
    Das ist quasi die Kopie der Schaltung der Minipops.

    Letztlich musst Du nur immer vom Mittelabgriff des Temporeglers zum Transistor-Multivibrator gehen und da dessen Ausgang suchen. Mit einem Scope ein Kinderspiel. Mit einem Audio-Tastkabel vermutlich auch kein großes Problem.
     
  5. Spantax

    Spantax Er bekommt ständig Botschaften

    Danke Jungs, das ist sehr guter Input! Oszilloskop ist vorhanden, ich werde mir die Sache am WE mal an ein oder zwei Geräten genauer ansehen.

    Eine Frage noch, swissdoc - was bedeutet "mit einem Treiber abgreifen"? Stehe gerade auf dem Schlauch :selfhammer:
     
  6. swissdoc

    swissdoc back on duty

    Ich meine, dass es schlau wäre, eine aktive Schaltung einzubauen, die den Ausgang ohne dessen Belastung abgreift und im Falle eines Falles als Sicherung dient. Eine Variante ist ein Spannungsfolger oder Impedanzwandler:
    https://de.wikipedia.org/wiki/Spannungsfolger

    Im Bereich der TTL Technik wie bei der Vermona ER-9 kannst Du auch einfach ein paar Gatter eines 74xx passend verschalten, z.B. 2 Inverter hintereinander. Je nachdem, was in der Grabbelkiste liegt.
    https://de.wikipedia.org/wiki/74xx