Aluminium selbst bedrucken?

Dieses Thema im Forum "Lötkunst" wurde erstellt von Bodo, 18. August 2015.

  1. Bodo

    Bodo Gnörz!

    Hallo,

    bin ganz neu hier angemeldet (mindestens einer hier kennt mich aber auch aus dem VSE ;-)) und habe gleich mal eine Bastelfrage:

    Bei mir steht der Bau des MFOS Mini Synth Plus an. Platinen sind unterwegs, Netzteile (2 Stück, s.u.) sind schon fertig.

    Der Synth bekommt eine eigene Tastatur, sprich: da wird eine MIDI-Tastatur nackich gemacht, fest ins Gehäuse integriert und per MIDI-CV-Konverter mit dem eigentlichen Synth verbunden.

    2 Netzteile, weil: Ein symmetrisches mit +/- 12 V speist den eigentlichen Synth, und eins mit 9 V die Tastatur und den MIDI-CV-Konverter. Deren Aufbau in 2 getrennten Baugruppen empfand ich da als 'sauberere' Lösung.

    Dementsprechend wird das fertige Instrument ca. 75 cm breit werden und ein Frontpanel von 700 mm * 180 mm bekommen. Als Material wird es auf eloxiertes Alu (2 mm) herauslaufen.

    So, und jetzt kommt endlich die Frage mit Threadtitelbezug ;-) :

    Wenn ich das Paneldesign (also Potiskalen, Beschriftungen etc.) auf transparente Selbstklebe- oder Decalfolie drucke, kann ich das zwar aufkleben. Wegen der Größenverhältnisse bräuchte ich bei DIN A4 aber 3 Blätter dafür. Und die Stoßkanten sieht man hinterher. Kein Weltuntergang, aber stören würde es mich schon.

    Jetzt bin ich auf die Idee gekommen, den Ausdruck auf Transferfolie wie zum Bedrucken von T-Shirts zu machen (wird seitenverkehrt gedruckt und dann durch Bügeln auf den Stoff übertragen). Hat jemand Erfahrungen damit, ob das auch auf (eloxiertem) Alu funktioniert? Oder verschmiert das alles nur? Dass hinterher Klarlack darüber kommt, ist klar ;-).

    Natürlich kann und werde ich Testdrucke machen, bevor ich das eigentliche Panel verhunze, aber falls schon bekannt ist, dass ich mit dieser Methode eh keine Chance habe, könnte ich mir das dann auch gleich sparen und mir was anderes ausdenken ;-).
     
  2. tichoid

    tichoid Maschinist

    :hallo:
    Willkommen!!
    Beim Lesen ist mir eingefallen, frag doch mal in einer Firma die InkJet-Drucke anbietet ob die das nicht bedrucken können. Manche können Folien bis 1,50m Breite oder mehr bedrucken. Machste die Grafik mit Inkscape fertig, exportierst das in der benötigten Auflösung und lässt Dir das auf Klebe- oder Transferfolie ausdrucken.. Oder vielleicht haben die noch ne bessere Idee weil sie die ganzen Materialien kennen.
    Ansonsten viel Glück mit Deinem Projekt, klingt gut...
     
  3. Bodo

    Bodo Gnörz!

    Klar, über einen Druckservice sollte das machbar sein - ich wollte halt als Bastler (Denglischalarm: DIYer ;-)) soviel wie irgend möglich selbst machen.

    Das Layout habe ich übrigens mit Scribus erstellt - GIMP war da nicht die erste Wahl, und Inkscape habe ich zwar auf dem Rechner, das kam aber hier nicht zur Anwendung :).

    Und danke für das nette Willkommenheißen! :D
     
  4. tichoid

    tichoid Maschinist

    die Platinen haste auch fertig bestellt und nicht selbst geätzt ;-) Auf das Panel kuckt man doch ständig, da ärgerst Du Dich vielleicht nur wenn sich an den Kleberändern der erste Staub einfindet..

    Ja, Skribus kenne ich noch vom Atari ST.. lang ists her. Hatte dann nur noch mit Quark/Photoshop/Illustrator zu tun und Skribus völlig aus den Augen verloren.
     
  5. PeterPesl

    PeterPesl Tach

  6. PeterPesl

    PeterPesl Tach

    *edit
    ups, doppelpost
     
  7. Bodo

    Bodo Gnörz!

    Die für die Netzteile schon :cool: , aber Du hast natürlich grundsätzlich schon Recht!

    Nicht nur das, schon die Stoßkanten bei mehreren Einzelblättern wären unschön - deswegen war ich ja auf die Idee mit dem Transferdruck gekommen. Da werden nur die Grafik- und Textelemente übertragen, so dass Aufteilung auf mehrere Seiten kein Problem wäre, sofern man das sauber ausrichtet.

    Auch eine sehr schöne Sache, danke! Entwickeln wäre kein Problem (als Chemiker, der ich bin, panscht man ja eh gerne rum ;-)), muss nur mal sehen, wie das mit der Belichtung zu bewerkstelligen ist. Einen Film von der Vorlage zu erzeugen könnte mit einem Ausdruck auf Klarsichtfolie möglich sein... hm.
     
  8. PeterPesl

    PeterPesl Tach

    ich hab mir aus einem gesichtsbräuner und einem flachbrettscanner einen belichter gebastelt. hat so 10 euros gekostet. geht aber wohl auch mit z.b. einem halogenstrahler oder einer hellen glühbirne. sonnenlicht sollte auch funktionieren(uv strahlen) ist aber nicht einfach zu dosieren. rumprobieren.
     
  9. Cyborg

    Cyborg bin angekommen

    Bei den Online-Druckern habe ich neben Visitenkarten, Postkarten, Leinwand, Tassen usw. immer wieder auch gesehen, dass sie auf Alu-Dibond drucken. Ob sie auf Roh-Alu drucken glaube ich eher nicht aber frage doch einfach mal an. Ein Anruf, dann "weisse Bescheid" ;-)
     
  10. otto auch

    otto auch Tach

    Ne Herausforderung:

    Zeichenschablone & nen gebrauchten Tuschestift, Tusche bzw. Alchemie. Hoher DIY Wert im Ideal Industrylike oder halt kreativer.. Phosphor in die Tusche oder so.

    Ansonsten wäre wohl schnell MacGyver gefragt..

    Aber neben dem thermotransfer (eher wohl nicht zu empfehlen) gibt es ja Transferfolie die klebt, mit Schneitplotter erstellen lassen - bis zu ner gewissen Schriftgrösse möglich, will das dann auch kaum noch einer herstellen bzw. übertragen, aber ist ja dann auch wieder DIY. Weiterer Nachteil/Schwierigkeit ist das ausrichten - Vorteile: sauber (Vektoren) und hält auch ohne Klarlack, Sonderfarben sind möglich.

    Viel Erfolg.

    Ach so interessant ist vielleicht noch wieviel von dem Alu noch erkennbar sein soll!?


    Gruss
    Otto
     
  11. Cyborg

    Cyborg bin angekommen

    Das wird vermutlich nicht klappen weil das Metall die Wärme zu schnell ableitet, der aufgebügelte "Druck" wird wahrscheinlich schnell verkratzen. Das ist aber nur so eine Vermutung.
    Ich weiß nicht mehr genaueres darüber aber es gab mal in einem Heft wie Funkschau oder Elektor einen Artikel über selbst gestaltete Frontplatten aus Alu. Da wurde mit Chemie gearbeitet. Das Problem war aber, dass da sehr giftige Substanzen gebraucht wurden die man nur mit großen Umständen über Apotheken erhalten kann, über deren Einsatz man sogar Buch führen und die Reste wieder bei der Apotheke abgeben muss die das alles streng kontrolliert. Höchst aufwändig. Da würde ich mich dann doch eher an Druckereien oder an Copy-Shops wenden.
     
  12. Bodo

    Bodo Gnörz!

    Moin!

    OK, die Wärmeableitung könnte man mit einem Probedruck bzw. Probebügeln testen (oder die Aluplatte vorher bis zu einem gewissen Grad erwärmen, das wäre wohl machbar). Gegen das Verkratzen sollte Klarlack eigentlich ausreichend schützen.

    Hach, jetzt kommt gerade Nostalgie auf :) . Vor 20+ Jahren an der Uni wäre das kein Problem gewesen :cool: . Aber heute stellen die sich in der Apotheke dermaßen an - man hat mir ernsthaft mal den Kauf von 15 (fünfzehn!) Gramm Kaliumhydroxid verweigert, obwohl ich darauf hinwies, dass ich a) als Chemiker für den Umgang mit solchen Substanzen ausgebildet bin und b) mit einer Flasche Rohrfrei oder Domestos aus dem Supermarkt erheblich mehr Schaden anrichten könne *kopf -> tischplatte*.

    Und zugegebenermaßen: Mangels Abzugsanlage in meinem Haus möchte ich da auch nicht wirklich mit Sachen hantieren, deren Emissionen in die Luft über Salzsäure oder (in Maßen) Lackausdünstungen hinausgehen (-> Keller bei geöffnetem Fenster und so wenig wie irgend möglich, und wo immer möglich mit wenig/keinen organischen Lösungsmitteln).

    Ja, ich denke, darauf wird es schlussendlich wohl hinauslaufen.

    Da müsste ich erstmal aus meiner Scribus-Datei bzw. dem daraus exportierten PDF eine Schablone erstellen (lassen) - dann kann ich die Aluplatte auch gleich professionell bedrucken lassen ;-).

    Ich glaube, wenn ich das mache (bei den Potiskalen müsste dann ja z.B. jeder einzelne Skalenstrich und bei den Beschriftungen jeder einzelne Buchstabe ausgerichtet werden, oder?), habe ich nix mehr von meinem Synth - weil man mir den wegen Verletzungsgefahr bei der Unterbringung in der Gummizelle wegnimmt :selfhammer: :mrgreen: !

    Alles außer den Beschriftungselementen :D !
     
  13. Cyborg

    Cyborg bin angekommen

    Ich weiß es nicht mehr sicher, es ging wohl um Cyanide, da ist die Vorsicht dann eher verständlich. Ich bin schon froh, dass ich Alc. abs (96%) und Aceton bekomme ohne mich rechtferigen zu müssen ;-)
     
  14. otto auch

    otto auch Tach

    @Bodo: Also mit Schablonen meinte ich in dem Fall sowas:

    [​IMG]

    Und wegen Transferfolie: nun eigentlich müsstest Du es nur einmal! ausrichten, aber bleibt u.U. trotzdem ne nervenaufreibende Arbeit. :mrgreen:

    Bei beiden Methoden hättest nur die Beschriftung auf dem Panel..

    Aber obwohl ich sogar mit beidem Erfahrung habe, würde ich das ein Profi machen lassen allerdings mit anderer Technik - also Gravur, Laser oder halt Belichtung - evtl. auch Siebdruck, wenn das Raster es hergibt. Und demnach würde ich eher nicht bei ner Druckerei suchen, sondern Schildermacher etc.


    Gruss
    Otto
     
  15. Bodo

    Bodo Gnörz!

    Ah... ich hatte eine selbstgebastelte Schablone vor dem inneren Auge :lol: .

    Ich war jetzt wegen des 'die klebt' irritiert und glaube, wir haben da was Verschiedenes gemeint bzw. einfach aneinander vorbeigeredet :? .

    Bei beiden Methoden hättest nur die Beschriftung auf dem Panel..

    Ich denke mal, darauf läuft's dann auch raus. Soll ja ordentlich aussehen :) .
     
  16. MrAdmiral

    MrAdmiral bin angekommen

    So mal die billige Variante habs gleich ausprobiert....
    Laserdrucker , Reicheltkatalogpapier, Bügeleisen.... hält ganz gut auch ohne Klarlack. :mrgreen:
    [​IMG][​IMG][​IMG]
    Zum Platineätzen soll die Methode wohl auch gehn.
     
  17. Bodo

    Bodo Gnörz!

    Genau diese Methode hatte ich im Hinterkopf, als ich von der T-Shirt-Transferfolie schrieb :D . Einen Tintenstrahler habe ich halt hier stehen, aber ein Laserdruck auf nicht saugendem Papier ließe sich schon bewerkstelligen... Naja, ich schlaf da noch ein paar Nächte drüber - und ich mache keine Eigenversuche am Panel ohne vorherige Tests ;-).
     
  18. MrAdmiral

    MrAdmiral bin angekommen

  19. Bernie

    Bernie Anfänger

    Einzelstücke lassen sich super gravieren, kostet zwar etwas mehr, das ist dann aber auch unkapputbar und schaut sauber aus.
    Frag doch mal bei diesen Frontplattenherstellern, Fa. Schäffer oder so, nach
     
  20. Bodo

    Bodo Gnörz!

    Hi Bernie,

    danke für die Rückmeldung. Bei Schaeffer hatte ich seinerzeit mal nachgesehen, aber da wäre die Frontplatte teurer geworden als der gesamte restliche Synth :? . So edel muss es dann für mein kleines Hobby-Heimstudio nicht sein.

    Es hat sich zwischenzeitlich eh erledigt - nach einigen Tests und Versuchen habe ich dann schlussendlich mt dem Tintenstrahldrucker bedruckbare Klarsichtfolie genommen. Die auf dem Bild noch fehlenden Knöpfe sind inzwischen drauf.

    Und wenn ich endlich mal den "Arsch hochbekäme" :sad: , um das restliche Troubleshooting zu machen (AR-Hüllkurvengenerator funzt noch nicht), wäre der längst fertig :roll: .
     

    Anhänge:

  21. Bernie

    Bernie Anfänger

    schaut aber gut aus! Das Holzgehäuse und so ist alles selber gemacht?
     
  22. Bodo

    Bodo Gnörz!

    Danke :nihao: !

    Ja. Komplett selbst entworfen und gebaut (Afrikulu, das Zeug ist sauschwer, sauhart und sauzäh :cool: ). Ohne meine Bandsäge und die Oberfräse wäre da nix gegangen. Die Aluplatte habe ich auch selbst zugeschnitten und gebohrt, Frontplattendesign ist natürlich dann auch von mir.

    Die Tastatur ist aus einem MIDI-Keyboard, das über den "MINICV"-Konverter von Roman Sowa (midihardware.com) mit dem "eigentlichen" Synth verbunden ist.
     
  23. Bernie

    Bernie Anfänger

  24. muelb

    muelb wexelwirkend

    Sehr, sehr, sehr schön!

    Da kannst Du wohl auch "schwere" Bässe machen damit :phat:
     
  25. Bernie

    Bernie Anfänger

    der ist eher für harte knackige Sounds, wegen dem Hartholz.
     

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