ARP Odyssey vs. Doepfer MCV4 - Part II

Dieses Thema im Forum "Analog" wurde erstellt von monozelle, 26. Oktober 2008.

  1. Sorry Folks, ich muss nochmal nerven. Ich steh hier wie ein Ochse, wenn's donnert und komme nicht weiter.

    Ich möchte den Filter Cutoff des ARP Odyssey über Pedal-Eingang steuern, dies allerdings mit der CV3 (Velocity) des Doepfer MCV4. Dazu muss das Doepfer in den Learn-Mode versetzt werden und einen entsprechenden Programmwechselbefehl per MIDI bekommen, damit es entsprechend so programmiert wird. Laut Liste ist es bei Doepfer "Prog.Change Nr. 2".

    In Logic geht die Prog.Change-Liste bei 0 los, also muss man 1 subtrahieren. Ergo: Man sendet "Prog.Change Nr. 1".

    Der Schalter am ARP Audiomixer steht auf "Filter soll vom Pedal moduliert werden", der Fader ist auf 3/4 des oberen Anschlags. Zum Überprüfen habe ich ein Pattern mit 8 x Note C1 mit aufsteigender Velocity erstellt. Mir dröhnt schon die Rübe von dem monotonen Notengehämmer...

    Funktioniert aber ums Verrecken nicht - statt dessen scheint ein konstanter Maximalwert ausgegeben zu werden, als ob alle Noten mit maximaler Velocity gespielt würden. Kabel getauscht - keine Veränderung. Ich habe versucht, alternativ CV4 zu benutzen (und auch den entsprechenden Prog.Change geschickt) - dasselbe Ergebnis. Sobald ich das Kabel in den Pedaleingang stecke, schnellt der Filter-Cutoff nach oben und bleibt da.

    Aber: Der Pedal-Eingang funktioniert. Ich habe den LFO des Moogerfooger zur Probe angeschlossen, da funktioniert das prima.

    Hab ich hier irgendwo einen Denkfehler drin oder ist das MCV4 kapott?
     
  2. Vielleicht erwartet der Pedaleingang keine CV sondern ein Poti?
     
  3. Anonymous

    Anonymous Guest

    Schon mal Program Change 2 aus Logic gesendet? 0-127 ist doch lt. Midiprotokoll korrekt, ich verstehe nicht wieso Du da 1 subtrahierst?
     
  4. Mr. Roboto

    Mr. Roboto positiv eingestellt

    Steht der Ochse nicht vor dem Berg?

    Egal, was Du da erwähnst ist recht interessant, da ich irgendwie auch Probleme mit den CV3 und CV4 Ausgängen meines MCV4 habe. Auch ich habe Probleme aus dem beiden Ausgängen wirklich wechselnde Steuerspannungen zu bekommen.

    Eins könntest Du jedoch noch einmal überprüfen. Standardmäßig liegt auf dem CV3 ja der Volume Controller #7. Stell diesen in Logic doch mal auf den Wert Null. Die Velocity wird ja nur BEIGEMISCHT. Der eigentlich Controller ist das Volume.
    Außerdem sollte der CV3 Velocity Mode auf 127 Stufen stehen (Prog. Change +11).
     
  5. Mr. Roboto

    Mr. Roboto positiv eingestellt

    Nein, Monozelle hat recht. Das steht auch so in der MCV4 Anleitung.
     
  6. Anonymous

    Anonymous Guest

    Ah okay, das wusste ich nicht. Ist sehr ungewöhnlich ...
     
  7. Dann hätte aber der LFO auch nicht funktioniert.

    Weil Doepfer von 1-128 zählt. Ist schon richtig so, in Logic muss man 1 abziehen.

    Die Velocity wird nicht beigemischt, sondern mit dem Controller-Wert multipliziert.
    Der normale (mathematische) Menschenverstand sagt einem dann, "also stelle ich den Volume auf 1 und die Velocity wird mit 1 multipliziert, bei einem Vel-Wert von 0-127 ergibt das Ergebnis dann auch 0-127.
    Dem ist aber nicht so.
    Doepfer hat sich da etwas blöde ausgedrückt.
    Man muss davon ausgehen, daß bei der Multiplikation der Controller-Wert 127 der 1 entspricht.
    D.h. nur bei enem Controller-Wert von 127 erreicht man mit der Velocity den kompletten Bereich.
    Verringert man den Controller-Wert, dann wird die Velocity entsprechend eingeschränkt.
    Will man also den kompletten Velocity-Bereich nutzen, so sollten die Controller ("7=Volume" bei CV3 und "1=Modulation" bei CV4 defaultmäßig) voll aufgedreht sein.
    Oder anders gesagt: stehen VOL und Modulation(~srad) auf 0, kommen auch keine VEL-Daten durch.Das ist auch ganz sinnvoll so, weil man mit dem Volume bzw. Modulationsregler den Range der Velocity dann einstellen kann.

    Bei mir klappt das jedenfalls einwandfrei.
    .
     
  8. Morsche Jungs,

    erstmal danke an alle für mannigfaltiges Feedback!

    Hatte ich bisher eigentlich nicht. Beim Pro-One gehts und auch bei meinem Ex-Dotcom funktionierte das prima.

    Ich glaube, das ist sogar die Werkseinstellung. Man kann es auf 2 Stufen schalten, wenn man Wert auf eine simple "Accent"-Funktion legt, so à la Roland TR-Oldie-Drummer...

    Also darf ich dem entnehmen, dass Du ebenfalls den Ody-Filter mit einem MCV4 über den Pedaleingang steuerst - und es funktioniert?

    *hoffnung*
     
  9. Sorry, nein, der Spruch bezog sich nur auf das MCV4 und eher auf den Satz
    Ich habe keinen Odyssey.

    Trotzdem, gib' die Hoffnung nicht auf, wenn das mit dem LFO klappte, sollte das mit dem MCV auch funktionieren. Es geht schließlich nur um eine simple Gleichspannung.
    .
     
  10. Hi Jungens. Also, ich bin leider kein Stück weiter.

    Hier ein Screenshot von meiner Versuchsanordnung ---> Click

    Zwei Regionen, zuerst kommt die eine, die die Controller schickt (obere Event-Liste) und danach die Region, die die Test-Noten spielt (untere Event-Liste). Wie man sieht, habe ich nun auch Modulation- und Volume-Controller auf 127 (max) gestellt.

    Es tut sich nichts. Sobald der Stecker in die Pedal-Buchse kommt, schnellt der Filter-Cutoff nach oben und bleibt da, egal welche Programmer-, Controller- oder Velocity-Werte ich schicke.

    Dasselbe übrigens, wenn Modulation und Volume-Controller auf 0, 12, 36, 81 oder 95 stehen. Ist dem ARP völlig wurscht.

    Der Moogerfooger-LFO am Pedal-Eingang geht wunderbar, CV aus dem Doepfer geht nicht.

    Nebendran steht der Pro-One (auch mit MCV4), bei dem derselbe Vorgang (also Filter-CV) wunderbar klappt. Also, war ich mal ganz schlau und habe die CV3 vom Interface des Pro-One rübergelegt zum ARP und in Logic eine Parallel-Spur erzeugt: Also sollten Tonhöhe und Gate von der ARP-Spur kommen, und die Velocity von der Pro-One-Spur... von wegen. Dasselbe frustrierende Ergebnis.

    Aber, ganz witzig: Wenn ich das Kabel blind in die Pedal-Buchse stecke (also nix am anderen Ende), verhält sich der ARP genauso wie mit dem MCV4 am anderen Ende! Es ist also, als ob überhaupt gar keine Spannung auf der CV3/CV4-Buchse des Doepfer-Teils anliegen würde!

    Ich steh vor einem absoluten Rätsel. :shock:

    Edit: Ich schreib jetzt mal an Doepfer. Vielleicht fällt denen ja was ein.
     
  11. Das kann ja auch nicht sein, dann würde das mit dem ProOne Filter ja nicht funktionieren.

    Benutzt Du das gleiche Kabel (Stereo- oder Mono-Stecker und so?)
    .
     
  12. Recht hast Du.

    Ja, ich hab sogar zwischendurch dasselbe Kabel (ebendas vom Pro-One) genommen, weil ich hier schon langsam an Voodoo glaube. Beim Pro-One nehme ich ein simples Mono-Kabel, da wird halt nur die Spitze, also CV3, abgegriffen. Reicht ja. Und funktioniert.

    Ich habe beim ARP insgesamt 4-mal das Kabel getauscht. Im Moment hängt ein Y-Kabel dran (1x Stereo ---> 2x Mono), Klinke 6,3mm, damit ich sowohl CV3 als auch CV4 abgreifen kann. Funzt beides nicht.

    Und: Dasselbe Mono-Kabel, das mit dem LFO beim ARP funktioniert, geht mit dem MCV4 nicht.

    *nach dem Tippen Zwangsjacke wieder anzieh und sich von den Pflegern wegschleifen lass...*
     
  13. Ganz ruhig! :D

    Tja, hört sich wirklich komisch an.
    Wegen des Steckers hatte ich gefragt, da der ARP zwangsweise eine Stereoklinkenbuchse haben muss - ein Pedal muss ja auch mit einer Spannung versorgt werden.
    Und die Buchse verfügt über einen Schaltkontakt, der den Filtercutoff beim Einstecken eines Kabels hochgehen läßt.

    Wenn Du mit dem Moogerfooger auch ein Monokabel benutzt, dann muss der Tip des Stereosteckers (und eines Monosteckers entsprechend auch) also der Eingang für die Spannung sein.

    Die Tatsache, daß der Cutoff hochgeht beim Einstecken, weist eigentlich darauf hin, daß der CV-Eingang des ARP mit einer negativen Spannung gefüttert werden will.

    Es kann sein, daß der LFO vom Moogerfooger eine symetrische Spannung liefert - also sowohl ins positive, als auch ins negative geht.
    Das MCV liefert hingegen nur eine positive Spannung.

    (Bei Verwendung eines Pedals spielt das letztlich keine Rolle).

    WENN der Eingang des ARP nur negative Spannungen verarbeitet, könntest Du das feststellen, indem Du den LFO auf Dreieck oder Sinus stellst und genau hinhörst, ob das Filter wirklich den kompletten Kurvenverlauf mitmacht, oder ob es nur den negativen Teil des LFOs benutzt (dann hättest Du einen Filterverlauf, der über die Hälfte der LFO-Wellenform konstant bleibt).

    Wenn dem so ist, dann hättest Du Pech mit dem MCV.
    Das Signal des MCV müsste dann invertiert werden, um beim ARP-Filter etwas zu bewirken.
    .
     
  14. Hm. Das könnte zumindest ein Teil des Problems sein, da hast Du recht.

    Eben nochmal probiert: Mono-Klinkenkabel, LFO vom Moogerfooger, Pedal-Eingang, Filter auf mittleren Cutoff gestellt, dann langsam den ARP-Fader für die Filtermod hochgeschoben.

    Sie hören das legendäre ARP-Filter:
    http://www.monozelle.de/transport/ARP_Filter.mp3

    Das Filter moduliert um die Mitte herum, sowohl in den Negativ- als auch Positiv-Bereich. Also verarbeitet er auch positive CV-Spannungen... oder?
     
  15. Ja, das hört sich so an.
    Da bin ich jetzt aus der Ferne mit meinem Latein auch erst mal am Ende.
    Als nächstes würde ich da mit 'nem Messgerät dran gehen, um zu sehen, was da wirklich passiert.
    .
     
  16. Ui. Und schon hab ich Antwort von höchster Stelle...

    Tja, dann liegt es wohl tatsächlich an der Architektur des Ody. Ich glaube, es ist müßig, da noch weiter zu hinterher zu sein, warum nun ein LFO funktioniert und das MCV4 nicht. Ohne Modifikation am ARP (oder am MCV4) kommt man vermutlich nicht weiter.

    Aber danke für Eure Geduld!
     
  17. Anonymous

    Anonymous Guest

    Auf der Site arpodyssey.com findet sich was ... die ist zwar offline, aber im cache von google noch vorhanden:

    [​IMG]
     
  18. Mr. Roboto

    Mr. Roboto positiv eingestellt

    Ja, ich wußte, daß da in der Anleitung "multiplizieren" steht. Hatte ich aber leider nie so richtig kapiert.
    Dank Deiner Erklärung verstehe ich das jetzt erst einmal. Ich glaube, daß könnte meine MCV4 Probleme jetzt auch lösen, Danke.
     
  19. Ja, witzisch, was? Vor ein paar Tagen war ich noch drauf, da wollte ich heute auch nach einem Schaltplan fischen gehen. ;-)
     
  20. Ich habe mir eben mal den Schaltplan angeschaut.
    Auch wenn es eine schlechte Kopie ist, auf der einige Beschriftungen kaum zu erkennen sind, kann ich doch soviel sagen:

    Eine Modifikation dürfte sehr einfach ausfallen.

    Die Pedalbuchse ist eine Stereoklinke, mit jeweils einem Schaltkontakt für Ring und Tip.

    Über den Tip-Schaltkontakt wird das interne S&H-MIX Signal (eine sehr eigenartige Mischung aus den Ausgangssignalen der VCOs sowie dem Noise *[1]) auf den CV-Eingang geschaltet, solange kein Stecker eingesteckt ist. (Dieser Kontakt interessiert uns nicht).

    Über den Ring-Schaltkontakt wird eine Vorspannung von ca 12V auf den CV-Eingang gelegt.
    Das Pedal braucht nur mit einem Monostecker angeschlossen werden, über das Poti des Pedals wird dabei nur diese Vorspannung gegen Masse gezogen.
    Der Ring der Stereobuchse wird also nur als Schaltkontakt mißbraucht.

    Da die Vorspannung recht hoch gegenüber der Ausgangsspannung des MCV (5V) ist, wird auch klar, warum sich mit dem MCV nichts tut. (Ich vermute der LFO des Moogerfooger liefert eine wesentlich höhere Spannung und geht zudem auch ins negative).

    Die Vorspannung wird vom Board auf den Schaltkontakt geführt und von dort aus nochmal über einen 10k Widerstand auf den Tip der Buchse.
    (Der Schaltkontakt liegt mit dem anderen Ende an Masse und zieht - ähnlich wie das Pedal - diese Vorspannung auf Masse, wenn kein Pedal eingesteckt ist. Deshalb springt der Cutoff auf hoch, sobald dieser Kontakt duch Einstecken des Kabels unterbrochen wird. Die Vorspannung gelangt dann einfach auf den CV-Eingang.)

    Man könnte das einfach so modifizieren, indem man auf die Vorspannung ganz verzichtet.
    Das kann dadurch geschehen, indem man diesen 10k Widerstand einfach ablötet. Laut dem Schaltbild müsste der direkt an die Buchse gelötet sein.

    Das hätte den einzigen Nachteil, daß ein Pedal nicht mehr funktionieren würde.
    Über einen Schalter kann man diesen Widerstand natürlich schaltbar entfernen, um zwischen Pedal und reinem CV-Eingang zu wählen.
    Was natürlich eine Bohrung im Gehäuse für den Schalter nötig machen würde.

    Insgesamt eine Modifikation, die wahrscheinlich nur 10 Minuten dauert.


    P.S.
    *[1] Bei näherer Betrachtung sehe ich, daß der S&H Mixer über Schalter und Regler auf der Front verfügt, jetzt macht das auch für mich Sinn. :D
    .
     
  21. serenadi, Mr. Roboto und die anderen,

    tausend Dank für Eure Tipps und die Geduld, ich weiß gar nicht, was ich sagen soll.

    Ich drucke Eure Hinweise einfach mal aus und lege das zu gegebener Zeit mal dem Niko Riehm vor, vielleicht kann er mir ja mit ein paar flott gesetzten Lötpunkten helfen.

    Scheint, als hätten wir die Ursache des Problems und zumindest ein paar Lösungsansätze gefunden. Danke Euch, Jungs!

    @serenadi: Ja, der S/H-Mixer ist ein hochinteressantes Feature beim Ody, denn sein Output kann sowohl vor, als auch nach der S/H-Schaltung abgegriffen werden. Beispielsweise kannst Du das Filter von einem Mix aus beiden OSCs und gleichzeitig (!) von einem klassischen Sample&Hold modulieren lassen, stufenlos regelbar... und das bei einem festverdrahteten Synth aus so früher Zeit. :D
     

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