Behringer RD-808 (TR808 Clone)

Dieses Thema im Forum "Drums" wurde erstellt von Leichenschmaus, 3. Mai 2018.

  1. CR

    CR |

    Bei mir ist kein Groschen gefallen ... erklär mal, was du meinst! :)
     
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  2. dest4b

    dest4b neu hier

    wei das tema analoge VCO als taktgeber mit einer CPU zusammenspielt erschliesst sich mir nicht ganz .. Die CPU bekommt einen gedrifteten rechteckimpuls als Clock ?
     
  3. verstaerker

    verstaerker |||||||||

    bei mir ist da auch kein Groschen gefallen und ganz ehrlich, wegen genau solcher Behauptungen wie "nur mit einer echten 808 groovt es richtig" kaufen viele Leute Gear um Gear anstatt sich mal damit zu beschäftigen mit man ordentlich Musik macht.
     
    Summa gefällt das.
  4. lilak

    lilak |||

    hier ist der 808 meister am gerät, hör mal auf die snare am anfang. die wird ganz klar mal schneller und mal langsamer und das ding klingt in keinster weise "mechanisch".

    ich mach hier eine offene wette auf dass man das ganz klar beweisen kann. dazu brauchts nur eine software die drift und jitter auseinanderhalten kann. am fraunhoferinstitut gibts jemand der macht solche messungen an echten drummern, der hat sicher sowas. damit mess ich meine 606 durch, das interessiert mich selbst. timo, bist du dabei? einsatz: ein gerät deiner wahl ;-) ich nehm den serge gerne.

     
  5. fanwander

    fanwander ||||||||||

    Das kannst Du selber nachweisen, wenn Du willst:
    Rippe das Audio aus dem Video. Gib das Audio in einen Audioeditor und mache Screenshots von der Signaldarstellung von jeweils zwei Beats (also 1-2, 2-3, 3-4, etc....). Die Screenshots hängst Du in Photoshop in Ebenen so übereinander, dass der erste Schlag immer an der gleichen Stelle hängt. Dann prüfst Du ob der zweite Schlag abweicht.

    Das ist leider oft sehr ernüchternd
     
  6. lilak

    lilak |||

    ja danke, so oder ähnlich kann man das sicher sehen. mir ist das mal aufgefallen als ich ein 606 pattern über einen DAW track legen wollte und die bpm nicht einjustieren konnte. wissenschaftlich gesehen brauchts da einen stochastischen mittelwert als grid. die schwankungen im grid sind der drift und der rest ist jitter. das ist aber nicht trivial und in software besser als pi mal daumen. kennt jemand sowas?
     
  7. verstaerker

    verstaerker |||||||||

    ich hab den sound mal geripped ...
    anfangs sitz es aufm Grid
    [​IMG]

    dann verrutscht es

    [​IMG]
    [​IMG]


    dann plötzlich bei 2:28 sitzt es wieder aufm grid
    [​IMG]
     
  8. lilak

    lilak |||

    ok, da hast du es schwarz auf weiss ... grid drift! das müsste man jetzt viel genauer messen aber das machen eben echte drummer ähnlich. random jitter klingt falsch aber drift klingt organisch. ableton kann das nicht.
     
    Zuletzt bearbeitet: 18. September 2018 um 14:37 Uhr
  9. dbra

    dbra Ehrenpräsident des Technofreunde Ohlenburg e.V.

    puuuuh... das ist gleich auf so vielen ebenen falsch, da weiß man garnicht, wo man anfangen soll...
     
  10. lilak

    lilak |||

    ich warte jetzt eigentlich auf tom f ;-)
     
  11. verstaerker

    verstaerker |||||||||

    versuchs mal
     
  12. verstaerker

    verstaerker |||||||||

    ein richtiger test direkt aus der Maschine aufgenommen wäre mir lieber
     
  13. lilak

    lilak |||

    wie gesagt am fraunhoferinstitut haben die profidrummer eingemessen und die besten hatten 0,5 ms jitter und 5 ms drift pro viertel, beides mit gaussverteilung. wenn du die abstände in deiner grafik misst müsstest du beim drift auf ein paar ms pro viertel kommen. so ca. 3-5 ms hört man ganz klar.
     
  14. dbra

    dbra Ehrenpräsident des Technofreunde Ohlenburg e.V.

    was da oben als drift bezeichnet wird, ist eigentlich eine art quantisierter interferenz zwischen taktgeber und sequencercode.

    das dann als magie in der kiste zu bezeichnen, weil die phasenweise immer daneben hängt... weiß nicht. wenn man sich den Effekt wirklich wünscht, kann man das ja auch ganz einfach über einen midi-delay-filter programmieren.
     
  15. lilak

    lilak |||

    > quantisierter interferenz zwischen taktgeber und sequencercode

    ja gut möglich. das gehirn, zumindest meins nimmt das als schneller/langsamer wahr. echte drummer werden tatsächlich in einem feedback loop schneller/langsamer und das passiert in jeder manuellen musik.

    du meinst da verrutscht das raster kurzzeitig und springt dann wieder zurück? wenns interferenzen sind müsste das periodisch gleichmässig passieren, das hör ich aber nicht. erklär das mal genauer bitte ...

    jeff mills hat eine release "drummer 26". das sind 26 x 808 patterns. die sind direkt aus der maschine, nimm das audio davon. da hör ich das schneller/langsam deutlich:

     
    Zuletzt bearbeitet: 18. September 2018 um 15:09 Uhr
  16. Summa

    Summa hate is always foolish…and love, is always wise...

    Entweder man spürt den Rhythmus selbst oder brauch 'ne Maschine dafür?
     
  17. fanwander

    fanwander ||||||||||

    Sorry, aber das ist einfache leicht unsauberes Tempo. Das kann schon das Fine-Poti der 808 mit thermisch bedingter Ungenauigkeit auslösen. Wenn wir von Groove sprechen, dann geht es darum, dass der Abstand zwischen der 1 und der 2 eines Taktes anders ist, als der Abstand zwischen der 2 und der 3 des gleichen Taktes. Und danach sehen mir Deine Screenshots nicht aus.
     
  18. dbra

    dbra Ehrenpräsident des Technofreunde Ohlenburg e.V.

    je nachdem, wo sich der Prozessor grad im Programmcode befindet, dauert es unterschiedlich lang, wann das nächste clocksignal ausgewertet werden kann. mal ganz grob. kenn da nun auch die interna nicht.

    und das ist technisch gesehen auch jitter.
     
  19. verstaerker

    verstaerker |||||||||

    nein das ist definitiv nicht der Fall ... aber das Tempo stiftet immer mal ein wenig vor und zurück ... eher so über die Länge von 30s
     
  20. verstaerker

    verstaerker |||||||||

    könntest du das bitte erklären.. entweder bin ich zu doof oder das ist nur Geschwafel
     
  21. lilak

    lilak |||

    nein, einen regelmässigen groove oder swing gibts bei der 808 ja nicht. die beste beschreibung des mechanismus hab ich hier gefunden:

    Ansehen:https://www.reddit.com/r/synthesizers/comments/2jibow/the_myth_of_the_roland_tr808_groove_a_long_and/

     
  22. dbra

    dbra Ehrenpräsident des Technofreunde Ohlenburg e.V.

    es könnten auch quantisierungseffekte eines internen festkommazählers sein, o.ä.
     
  23. fanwander

    fanwander ||||||||||

    Mach da mal den Code weg und setze den zitierten Text kursiv. So mit der Endloszeile ist das unlesbar.
     
  24. lilak

    lilak |||

    der begriff masterclock macht aber nicht wirklich sinn weil entweder es gibt eine masterclock die unabängig von der cpu ist dann verrutscht das grid aber landet irgendwann wieder an der richtigen stelle ... oder der "master" wird von der überlasteten cpu berechnet dann gibts kein fixes grid sondern nur gleiche abstände die ab und zu länger/kürzer werden. für meine ohren klingt das nach B.

    sowas ist viel wichtiger als die sounds selbst und ich glaube keine der 808 kopien macht das genauso. oder?
     
    Zuletzt bearbeitet: 18. September 2018 um 16:19 Uhr
  25. fanwander

    fanwander ||||||||||

    Die CPU einer 808 ist nach meiner Einschätzung nicht überlastet. Ich behaupte die langweilt sich.
     
  26. intercorni

    intercorni |||||

    Die 808 hat keinen Groove, die ist absolut präzise!
     
  27. lilak

    lilak |||

    guggst du weiter oben die grafik von verstärker und erklärst das bitte, danke!

    :) sapperlot ... dann gibts noch die möglichkeit dass die cpu von einer clock getaktet wird die schwankt. wie wird die cpu getaktet, florian?

    .
     
    Zuletzt bearbeitet: 18. September 2018 um 17:06 Uhr
  28. lilak

    lilak |||

    das kann ich inzwischen selbst beantworten, steht alles im detail für die 303 hier und die 808 hat die gleichen timing mechanismen und hardware:

    http://sonic-potions.com/Documentation/Analysis_of_the_D650C-133_CPU_timing.pdf

    fazit: die tempo clock kommt von einem externen oszi und die cpu wird mit interrupts alle 1.8 ms auch durch einen externen oszi getaktet. aus der überlagerung von mehreren clocks entstehen dadurch erhebliche timingschwankungen, also der grund sind tatsächlich komplexe interferenzen.

    vermutung: die oszis sind analog also sicher nicht absolut timingstabil und deshalb sind die interferenzpatterns auch nicht periodisch sondern "organisch". cool! muss ich mal nachprogrammieren.

    "The interaction of different clock sources and processing times in the interrupt routine in the digital section of the TB-303 brings a noticeable amount of fluctuations to the timing of the TB-303 sequencer. Even if the nuances are small, an emulation of the original TB-303 can not claim to be complete without taking these variations into consideration." (replace 303 with 808 )


    .
     
    Zuletzt bearbeitet: 18. September 2018 um 18:11 Uhr
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  29. lilak

    lilak |||

    zu den rasterüberlagerung kommen noch die interrupts während denen die cpu das interface abarbeitet, dabei kommt es je nach pattern zu delays, dh. die cpu arbeitet NICHT in einem fixen raster. das ganze ist übrigens tempoabhängig, je schneller das tempo desto mehr schwankungen. ziemlich komplex!

    ich höre gerade jeff mills "drummer 26" die drum patterns laufen unverändert ca. 6 minuten ohne dass es einem langweilig wird. das ist genau die magie der kisten!
     
    Zuletzt bearbeitet: 18. September 2018 um 18:26 Uhr
  30. Lauflicht

    Lauflicht x0x forever