Bodo Staiger (Rheingold) gestorben

Wellenstrom

Prophet of the Juno Wave
Argh, das ist wirklich ein Schlag in die Magengrube. Er hat in Rheingold quasi die ganze Düsseldorfer Elektronik und Krautrockmukke vereint. Ein bisschen NEU!, La Düsseldort, Kraftwerk.... von allem etwas. Sehr traurig! Meine, er hat vor gar nicht allzu langer Zeit wieder was neues aufgenommen. Hat Impulse für die NDW beigesteuert, die fernab dieser Kinderliedchen waren.

Sehr schade.

Bleibt zumindest noch ein bissken die Hoffnung, dass es eine Falschmeldung sein könnte? Offiziell ist da wohl noch nichts verlautbart worden.
 
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virtualant

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Argh, das ist wirklich ein Schlag in die Magengrube. Er hat in Rheingold quasi die ganze Düsseldorfer Elektronik und Krautrockmukke vereint. Ein bisschen NEU!, La Düsseldort, Kraftwerk.... von allem etwas.
sehr gut, sehe ich genauso. Das war ne modernere Version von Neu! und anderem Krautrock, gemischt mit NDW und POP. Sehr gut und hat mich immer begleitet, seine Dreiklangsdimensionen....

https://www.youtube.com/watch?v=UvABkrzvqQs
 

pyrolator

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Bodo hatte die letzten Jahren viel High Life - Musik in seinem Studio produziert und war über Deutschland hinaus besonders in Ghana bekannt:

Er war sehr nett und ich bin traurig.
 

virtualant

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wundert mich dass Rheingold so wenig Resonanz findet. Somit meine subjektive Sicht: ich halte ihn und Rheingold für unterbewertet.
 

Wellenstrom

Prophet of the Juno Wave
wundert mich dass Rheingold so wenig Resonanz findet. Somit meine subjektive Sicht: ich halte ihn und Rheingold für unterbewertet.
Jo, eines der stärksten Bindeglieder zwischen elektronischem Krautrock (doofes Wort) und NDW. Ja, die Mehrheit der Leute nahm Rheingold als One Hit Wonder Band der NDW wahr. Schade! Aber machen wir uns nix vor. Die Masse folgt nie der Klasse, den Pionieren, den Visionären oder einfach denen, die alternative Wege einschlagen. War so, isso - und daran wird sich nix ändern.
 
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Phil999

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ich frage mich immer wieder, warum es traurig sein soll, wenn ein Mensch stirbt. Ist doch völlig normal, völlig in Ordnung. Und warum es besonders traurig sein soll, wenn ein Mensch stirbt, den man zwar nicht gekannt hat, aber der irgend was irgendwann mal gut gemacht hat. Ich sehe da keinen Unterschied. Ein R.I.P. finde ich in Ordnung, so wie eine letzte Würdigung und Erinnerung. Aber traurig? Dann wäre ja die ganze Existenz traurig, da jede Sekunde Menschen sterben. Es wäre ja auch absurd, jede Sekunde ein Freudenfest zu veranstalten, weil gerade jetzt ein Kind irgendwo auf der Erde geboren worden ist. Denn das ist auch völlig normal, völlig in Ordnung.
 

pyrolator

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ich frage mich immer wieder, warum es traurig sein soll, wenn ein Mensch stirbt.
Da ich als einziger in diesem Thread meine Trauer geäussert habe, fühle ich mich von Deinem Post angesprochen.
Hast Du schon einmal Angehörige, Familie zu Grabe getragen? Es gibt Zeiten der Freude im Leben und Zeiten der Trauer, das ist zutiefst menschlich und wenn ein Mensch stirbt, mit dem ich auf die eine oder andere Weise etwas zu tun hatte, bin ich traurig. Das kann vielerlei Gründe haben: unwiederbringbare Erinnerungen, eine Reminiszenz an die Vergänglichkeit des Lebens, eine Achtung vor der Lebensleistung, wenn man einen "Guten" verloren hat. Ich denke in einem solchen Moment nicht an die "Traurigkeit der gesamten Existenz". Ich finde Deinen Beitrag ehrlichgesagt ziemlich pietätlos (was mag Bodos Frau Brigitte wohl denken, wenn sie das liest?) und gefühllos.
 

nox70

System konformer Querdenker...
Eigentlich mag ich es nicht in solchen Threads zu diskutieren, hier würde ich mich aber auch mal äußern wollen. Erstmal gehe ich davon aus, dass Künstler aus dem Düsseldorfer Umfeld sich überwiegend persönlich kennen und gehen Weggefährten (allgemein betrachet) oder Bekannte ist man persönlich betroffen.

Der reine Hörer ist nun vielleicht nicht traurig in Bezug zu einer persönlichen Beziehung, stirbt aber ein Künstler den man mag ist das trotzdem ein seltsames Gefühl, auf jeden Fall ist es dann Anteilnahme und Bedauern. Denn oft ist es so, dass die Musik die einen über Jahre begleitet oder gerade Künstler die einen in prägenden Jahren begleitet haben, einen besonderen Stellenwert besitzen. Darüberhinaus sind diese Künstler oft nur 10-15 Jahre älter, was bei einem Weggang einem den Spiegel vorhält wo man steht.
 

ppg360

fummdich-fummdich-ratata
Für mich war Bodo Staiger immer mehr Lilac Angels und Studiomensch in D'dorf. Rheingold war in meiner Wahrnehmung nur eine Unternehmung von vielen eines umtriebigen und gut vernetzten Musikers, der den Trend der Zeit (NDW in diesem Falle) zu nutzen verstand:


Hier eine schöne Coverversion meines Rheingold-Favoriten vom Onkel Andi.

Stärke seinen Lieben.

Stephen
 

micromoog

Rhabarber Barbara
RIP Bodo

Eine für mich sehr mit Rheingold verbundene Erkenntnis der frühen 80er war wie er mit Delay auf Instrumenten eine hypnotische Wirkung erzeugte.
Das machten Pink Floyd und viele andere zwar davor schon, aber gerade das minimalistische und fast schon technoide hat mir gefallen.
 

Phil999

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Da ich als einziger in diesem Thread meine Trauer geäussert habe, fühle ich mich von Deinem Post angesprochen.
Hast Du schon einmal Angehörige, Familie zu Grabe getragen? Es gibt Zeiten der Freude im Leben und Zeiten der Trauer, das ist zutiefst menschlich und wenn ein Mensch stirbt, mit dem ich auf die eine oder andere Weise etwas zu tun hatte, bin ich traurig. Das kann vielerlei Gründe haben: unwiederbringbare Erinnerungen, eine Reminiszenz an die Vergänglichkeit des Lebens, eine Achtung vor der Lebensleistung, wenn man einen "Guten" verloren hat. Ich denke in einem solchen Moment nicht an die "Traurigkeit der gesamten Existenz". Ich finde Deinen Beitrag ehrlichgesagt ziemlich pietätlos (was mag Bodos Frau Brigitte wohl denken, wenn sie das liest?) und gefühllos.
das stimmt was Du sagst. Ich möchte, wenn es geht, mich für meinen Kommentar entschuldigen. Ich wollte auf etwas hinweisen was mir nicht gelungen ist. Ich könnte mich da besser erklären, aber meine Worte fehlten jeglichem Respekt oder Würde gegenüber den Anbetroffenen und Bekannten. Es tut mir leid.

Was nun folgt ist eigentlich auch unpassend, und nicht was ich schreiben möchte, aber irgendwie drängt es sich auf:

Ich habe eine etwas seltsam anmutende Auffassung zu Leben und Tod, die stets mit der gewöhnlichen Auffassung kollidiert. Leben ist Leben. Leben kann nicht sterben. Leben ist. Und so weiter. Aber das ist nicht wichtig hier, und auch keine persönliche Auffassung. Das ist eine sehr verbreitete Ansichtsweise. Bodo's Tod ist natürlich traurig. Ich bin auch in Trauer. Einfach nicht in der Form wie es üblich ist. Ich nehme es einfach zur Kenntnis, "kalt" oder "gefühllos", doch ich bin mir gewahr, schon seit längerer Zeit, dass nichts verloren geht. Es ist alles gut. Es ist alles in Ordnung.

Die Musik bleibt in Erinnerung, persönlich hat mich die Arbeit von Rheingold enorm weitergebracht und bereichert. Was natürlich auch auf Der Plan zutrifft, noch einiges mehr. Ist extrem exotisch und surreal mit dem Pyrolator zu sprechen; gerne hätte ich einen anderen Moment gewählt.

Trauer ist eine natürliche Sache, über die man lange Jahre durchgehen muss. Da hilft nichts. Aber wenn man sich gewahr wird, dass es immer noch eine Verbindung gibt, dann wird die Trauerarbeit relativiert. Ich hatte über Jahre eine intime Verbindung mit Verstorbenen im Traumleben während der Trauer und seitdem. Ich weiss das solche Sachen real sind. Man trauert nach wie vor, hat jedoch einen Schein von Glückseligkeit. Die Verbindung ist immer noch da, und bleibt. Für immer. Man bekommt sogar Zuhilfe aus dem "Jenseits", mehr als man glauben mag oder sich zugestehen würde.

Ich müsste mich für das auch wieder entschuldigen müssen, aber dann müsste ich mich so wie im Kreis drehen. Das ist eigentlich nur "altes Wissen", bekannt seit Äonen (Ahnenkult), und nur in heutiger Zeit ferfemt. Je nach Betrachtungsweise macht es Sinn, oder keinen Sinn.
 
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pyrolator

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Danke für Deine Erklärung, Phil. Das macht es verständlicher. Ich mache leider immer wieder die Erfahrung, dass Imternet-Foren nicht der richtige Ort sind komplexe Gedanken und Gefühle mitzuteilen und halte mich sonst aus diesem Grund auch aus philosophischen (und politischen) Diskussionen raus. Vielleicht finden wir ja einen Zeitpunkt zu persönlichem Austausch....
 

AcidDiver

Maximalminimalist
R.I.P.

durch das elektronische-Neu-LaDüsseldorferische bei Rheingold fand ich die immer prima & interessant im vergleich zu vielen NDWlern
und tanzbaaaar!!!
 

Phil999

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Text, auch handgeschriebene Briefe, sind eigentlich nicht die richtigen Wege um profunde Gedanken zu übermitteln. Man muss sich gegenübersitzen. Vielen Dank für Dein Verständnis, Pyrolator. Wollte Dir eine persönliche Nachricht schicken, auch im Zusammenhang für einem Austausch. Aber das ist jetzt nicht wichtig.

Hatte einen Text geschrieben, den meinen ursprünglichen Gedanken zum Ausdruck bringen sollte, doch das ist wiederum gescheitert. Gelöscht.
 

virtualant

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habe das Gefühl das ist voller eigener Zitate, auch wenn ich das nicht klar zuordnen kann, dafür müsste ich mich in alle möglichen alten Stücke bewusst reinhören. Struktur, Sounds, Gesang, Text, eigentlich alles ;-)
ha, gleich als die Gitarre einsetzt, voll das "Dreiklangsdimensionen" Zitat. Komisch dass ich das nicht gleich bemerkt habe.
ok, der Track greift einiges auf von Dreiklangsdimensionen.
 
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