Boehm Soundlab - Preisanfrage....

Dieses Thema im Forum "SyntheTisch!" wurde erstellt von derStefan, 30. August 2007.

  1. derStefan

    derStefan Tach

    Hallo liebe Gemeinde,

    ich habe von einem Bekannten ein Boehm Soundlab angeboten bekommen und möchte eine realistische Schätzung des Gebrauchtmarktwertes haben. Am besten ohne "Habenwillsammleraufschlag" ;-).
    Was ist es noch wert? Zustand soweit ich beurteilen kann - gut. Alles funktioniert (noch). Sind ja doch sehr anfällig was ich gehört habe.

    Kann mir jemand eine Tendenz geben?

    Grüße,

    Stefan
     
  2. Jörg

    Jörg |

    Ich hab das mal in eine andere Abteilung verschoben, in der "Biete"-Rubrik können die Leute nämlich nicht antworten. ;-)
     
  3. Puhh...Böhm Soundlabs sind so selten, dass ein Richtpreis schwierig zu nennen ist. Wieviele oder/und welche Module besitzt denn das System?
     
  4. derStefan

    derStefan Tach

    @Jörg: Danke!

    Also bezüglich der Module muss ich nochmals genau nachfragen. Ich habs mir nicht gemerkt da ich den Aufbau ziemlich strange fand. Hier ein VCA1 dort ein VCA2...

    Grüße,

    Stefan
     
  5. inVrs

    inVrs Tach

    Das letzte (allerdings komplett überholte) Soundlab, das ich gesehen hab, wurde für 1600 euro verkauft. kann mich nicht mehr erinnern, welche module es hatte.
     
  6. Besonders beim Soundlab ist eine gute Modul-Ausstattung wichtig, weil fehlende Module kaum zu finden sind.
    Falls Du noch nicht so viel Ahnung über eine sinnvolle Zusammenstellung eines Modularsystems hast, kannst Du die Forumsteilnehmer gerne fragen.
     
  7. Ilanode

    Ilanode Tach

    Genau und das macht den Soundlab vor allem für Sammler interessant. Zumal der Sound wg. derselben CEM Chips sich wenig von einem Doepfer-Teil unterscheiden wird.

    Er sieht putzig aus, aber ob das ein Kaufgrund sein sollte...
     
  8. derStefan

    derStefan Tach

    1600Euro???? Herjeh. Da würde ich mir allerdings doch ein ein kleines "modernes" Modularsystem zusammenstellen.

    Also das Modular System ist in der Minimalstausstattung.
    1VCO, DoppelVCA, VCF, ADSR, LFO

    Kein Sampling Modul oder dieser eingebaute Lautsprecher :) oder weitere Module. Zustand ist technisch gut. Optisch sieht man ihm die Jahre an - aber nichts schlimmes.


    Grüße,

    Stefan
     
  9. 1600 Euro würde ich in ein aktuelles Modularsystem investieren. Echt. So berauschend ist das Soundlab auch wieder nicht.
     
  10. intercorni

    intercorni aktiv

    Wenn ich richtig "heiß" auf das Soundlab währe, würde ich vielleicht 800,- Euro dafür ausgeben. Mehr aber nicht.
     
  11. herw

    herw Tach

    Nun ja das ist nicht so viel aber ganz so begrenzt ist es auch nicht, einige interesante Features lassen sich ohne Ausbau (keine Module mehr verfügbar) durch ein anderes System nicht nutzen. Interessant an diesem Synth sind zum einen die spannungsgesteuerten Hüllkurven (alle Parameter und zusätzlich ein Delay) und die Tatsache, dass alle Eingänge durch mehrere Quellen gleichzeitig steuerbar sind (dazu benötigt man die im Physik-Unterricht üblichen Steckkabel). Das LFO-Modul besitzt zudem noch einen Rauschgenerator, einen Zufallsgenerator, ein S/H-Modul, einen Ringmodulator und einen kleinen Mixer.
    Das hat allerdings nicht viel Wert ohne einen zweiten VCO und einen zweiten Hüllkurvengenerator.
    Es gibt nur noch wenige Exemlare (5 an der Uni Osnabrück beim Erfinder Dr. Enders) und manchmal sieht man welche im Netz angeboten (amerikanische Website). Die meisten wurden bei einem Brand vernichtet. Der Preis ist realistisch (Angebot-Sammler-Nachfrage). Ein entsprechendes Doepfersystem ist ähnlich mit Mixern aufzubauen, kostet aber sicherlich weniger (aber Gehäuse nicht vergessen), hat zudem aber den Vorteil, dass man das System so ausbauen kann, dass man alle Features auch wirklich nutzen kann.
     
  12. herw

    herw Tach

    ok ja sorry ich habe noch in DM gedacht. Ich würde es mir als normaler Modularbesitzer nicht kaufen; aber man weiß ja nie wozu Sammler im Stande sind ;-)
     
  13. serenadi

    serenadi Tach

    Wenn in dem Modular wirklich alles mit CEM-Chips gebaut ist, dann kann man es klanglich eigentlich empfehlen.

    Spannungsgesteuerte Hüllkurve hört sich zumindest danach an.
    Ich liebe die CEM Hüllkurven - bei richtiger Beschaltung können die richtig schön knackig sein und durch die CV-Eingänge lassen sich die Kurven-Charakteristiken noch herrlich verbiegen.

    In den alten Polysynths, wo die Dinger stecken, sind sie jedoch eher auf "etwas behäbig" ausgelegt (z.B. Polysix).

    Die VCOs finde ich sehr gut, das VCF ist für ein OnChip-VCF auch nicht schlecht (man höre z.B. ProOne), imho klingt ein SSM-VCF Chip etwas charaktervoller.

    Die Tatsache, daß die Eingänge mehrfach belegt werden können deutet jedoch auf ein Schaltungskonzept hin, was nicht ohne weiteres kompatibel zu anderen Modulsystemen sein dürfte.
    Das sollte man evtl beachten, oder zumindestens ausprobieren, vor allem weil diese Minimalausstattung geradezu nach Erweiterung schreit.

    800 Euro halte ich noch für zuviel für die paar Module.
    Da bekommt man von Dotcom ja schon mehr.
     
  14. Ilanode

    Ilanode Tach

    So weit ich weiß: VCO = CEM3340, VCA = CEM3330 VCF = CEM3320, EG CEM3310.
     
  15. serenadi

    serenadi Tach

    Das sind die gleichen Chips wie im Sequential ProOne.

    Dort ist sogar der LFO ein CEM3340.

    P.S. Wobei ich mich nicht mehr erinnern kann, ob dort ein 3330 VCA oder ein 3360 steckt, die Unterschiede sind jedoch marginal. Der 3330 macht 10dB mehr Dynamik.
     
  16. Ilanode

    Ilanode Tach

    Ohne Frage sind Curtis Chips in vielen legendären Vintage Synths, desw. ist der Soundlab auch als Ersatzteillager interesssant, doch stelle ich zunehmend fest, dass mir Analog Devices bspw. SSM2040 und SSM2164 besser gefallen.

    Ich böser Mensch würde ein Soundlab nur nehmen (wenn ich Keyboards benutzen würde), um den Modulrahmen mit DIY-Modulen zu bestücken.

    Als Einstieg in die modulare Synthese war das Soundlab sicherlich sehr cool (oder hieß es damals noch knorke?), aber heute - ohne richtige Ausbaumöglichkeit?
     
  17. herw

    herw Tach

    also:
    1V/Okt; 0-5VGate (Midischnittstelle dabei?)
    Fremdspannungsabstand des Filters mindestens -76dB, VCA noch besser
    Temperaturstabilität des VCO (typ. 50ppm), Frequenzsteuerbereich typ. 1:500000
    VCO Frequenzbereich ca. 0,5Hz bis 42kHz Puls, Sägezahn, Dreieck, Sinus an getrennten Ausgängen, hard- und soft-Synchronisation, log. und lin Frequenzmodulation, Keyboardspannung intern angeschlossen (abschaltbar).
    VCF mit getrennten Ausgängen für Tief- (18dB), Hoch (12dB), Band- und Sperrpassfunktion (6dB), Eckfrequenz und resonanz spannungssteuerbar bis zur Oszillation (10Hz bis 10Khz) auf Volt/Oktave justierbar. Steuerspannungen können auch verarbeitet werden, also als slew limiter benutzbar.
    VCAs mit linearer und logarithmischer Steuercharakteristik

    Literatur: Enders, Die Klangwelt des Musiksynthesizers, Franzis ISBN 3-7723-7761-0 (17,00 €)

    online: onlinescript

    Ich würde ihn nur bei Vollauabau nehmen: (2 VCO, 2 ADSR, Filter, LFO, Filterbank, Digital sound memory, 2 VCLFO, Mixer, VC-RFM, Joystick, PreAmp, Env Follower, Schmitt Trigger, Slew Limiter)
     
  18. derStefan

    derStefan Tach

    Danke für die vieleninteressanten Antworten. Ein klasse Forum. Ich muss gestehen, das ich ausser einen MS10 nichts habe was in Richtung modular geht. Das Soundlab wäre sozusagen mein Einstieg in die (richtige) modulare Welt. Über die Erweiterkeit habe ich mir schon auch Gedanken gemacht weil es ja ein sehr eigenes System ist. Ich würde sofern es denn von der Technik her passt externe Module in eigenem Gehäuse dazu stellen.

    Ich denke ich werde ihn nehmen, da ich ihn wohl recht preiswert bekomme.

    Ich bereichte mal und poste Fotos.

    Vielen Dank euch Allen!

    Stefan
     
  19. Anonymous

    Anonymous Guest

    "bereichte" ist ein Mittelding zwischen berichten und beichten... :)
    Beichten tut man Sünden (Fehlkauf) -- Berichten tut man gerne :P
    Da bin ich mal gespannt... ;-)

    Hatte selbst mal ein Soundlab - zur Hälfte aufgebaut - war aber irgendwie nicht ganz technisch auf der Höhe - hab´s dann wieder verkauft - hatte irgendwie einen eigenen Soundcharakter das Ding. Das Gehäuse machte keinen stabilen Eindruck / ziemlich instabil, wohl wegen der fehlenden Module. Die Module und Platinenaufbau waren aber qulitativ sehr gut. Das Teil wurde auch in der Serie "Synthesizer von Gestern" vorgestellt. Tja, - lang ist´s her...
     
  20. intercorni

    intercorni aktiv

    Ich habe die Soundlab Oszillatoren und VCA in meinem Modularsystem - klingen def. sehr gut!!!
    Den ADSR habe ich auch, ist mir jedoch mal abgeraucht, müsste ich mal wieder reaktivieren.
    Auf den Platinen sitzt die komplette Curtis Serie CEM 3310 (ADSR), CEM 3320 (Filter), CEM 3330 (VCA) und CEM 3340 (Osci).
    Das Multifunktionmodul ist sehr eingeschränkt, der LFO läßt sich nicht syncen, usw.
    Trotzdem lassen sich damit gute Sounds machen, keine Frage.
     
  21. Ilanode

    Ilanode Tach

    Klanglich passt das doch, da sie sehr unterschiedlich klingen. Da Bananenstecker m.W. kein Ground haben, "normale" Patchkabel schon, bin mir nicht sicher, wie man die 2 untereinander patchen kann. Aber da wird Dir hier im Forum sicher jemand einen Tipp geben können. Ggf. im Unterforum "Lötkunst".
     
  22. ppg360

    ppg360 fummdich-fummdich-ratata

    Es gibt Leute, die kaufen so ein Teil auf dem Flohmarkt an der Trabrennbahn Gelsenkirchen für 150 Maak... ja, das waren noch Zeiten.

    Ich würde nicht mehr als 1.250 bis 1.500 Euro für ein gut ausgebautes SoundLab auf den Tisch legen. Es klingt zwar sehr nett, aber mittlerweile gibt es ja Gottseidank genügend modulare Alternativen, sodaß man nicht mehr astronomische Beträge auf den Tisch legen muß, nur weil es "modular" ist.

    Pro Modul 100 bis 150 Euro vielleicht?

    Stephen
     
  23. derStefan

    derStefan Tach

    Ja denn werd ich mal fragen ob das löttechnisch gehen würde da Kabel für den Fall zu konstruiren.

    Würd mich denn ja auch mal interessieren wie ich das Gerät an einen Sequencer bekomme. (Da sinds ja auch die dicken Mono Klinken)

    Und dann auch mal der Aufruf an alle die vielleicht noch ein Soundlab Modul irgendwo verbaut oder noch im Keller liegen haben.

    Ich mache euch einen guten Preis! :)


    Grüße,

    Stefan
     
  24. serenadi

    serenadi Tach

    Das mit Klinke / Banane ist eigentlich kein Problem.

    Du musst nur eine gute Masseverbindung unter den verschiedenen Geräten herstellen.
    Wo Du die beim Soundlab abgreifst, mußt Du sehen. Vielleicht der Audio-Ausgang, der sollte ja auf jeden Fall eine Masse haben.

    Dann ist es einfach, Du lötest für die Signalkabel einfach den "Tip" (die Spitze) der Klinke an den Bananenstecker.

    Von den Pegeln der Audio- und Steuersignale dürfte es auch nicht so dramatisch sein. Etwas komisch kommen mir, wie gesagt, diese stackbaren Eingänge vor.

    Für einen Sequenzer wäre es das gleiche - eine unabhängige Masse herstellen und dann nur noch die heißen Enden der Klinken auf die Bananen.
     
  25. serenadi

    serenadi Tach

    Noch etwas, was Du beim Kauf beachten solltest.

    Die Curtis Chips leben nicht unbedingt unendlich lange.
    Das soll aber auch nicht heißen, daß sie schnell kaputt gehen. Meine (sind die gleichen) halten seit Anfang der 80'er, der Letzte, der mir hops gegangen ist, war meine eigene Schuld (beim Basteln).

    Aber Ersatz wird grundsätzlich immer schwieriger zu besorgen - und teuer.
    Paul Schreiber will doch satte 60$ für einen 3330 VCA haben.
    Die Hüllkurven (3310) sind äußerst rar.

    Aber das ist natürlich immer das Problem beim Kauf von Vintage-Synths mit Curtis oder SSM Chips.
     
  26. serenadi

    serenadi Tach

    Ilanode, mich würde mal interessieren, in welchen Modulen / Synths Du einen SSM2040 hast, oder gehört hast.
    Der ist ja eigentlich gar nicht mehr zu bekommen und wurde auch sehr selten eingesetzt.
    Der Nachfolger ist zwar uninteressanter (nicht soundlich, aber ist halt nur LP möglich), dafür aber wesentlich verbreiteter und heute noch ganz gut zu bekommen.

    Und VCAs mit 2164 hast Du auch ?

    Ich stimme Dir übrigens bei be den Chips zu (zumindest beim Vergleich SSM2044 / CEM3320 und SSM2164 / CEM3330/60).
     
  27. Ilanode

    Ilanode Tach

    War ein Schnellschuss von mir, da das MOTM-440 den 2040 nur nachbaut und der Doepfer VCF, an den ich dachte, tatsächl. den 2044 benutzt. :floet:

    Das MOTM VCf kenne ich allerdings nur vom Hören, habe es selber nicht unter den Fingern gehabt. Ich habe übrigens einen Link zu Deinem 440er im i-net gefunden. Wow! Das will ich auch haben! Aber schön mit Minikinke!

    Ja, beide von Blacet! Übrigens mein absoluter Lieblingsanbieter bezügl. seines Bemühens preiswerte aber qualitativ hochwertige Module anzubieten!
     
  28. serenadi

    serenadi Tach

    Du meinst das Bild, welches ich im EM gepostet hatte ?
    Eigentlich habe ich ja gar nichts im Internet, weil ich gar keine Zeit habe, eine Webseite zu machen. Halt nur ein paar Bilder, die auf'm Server liegen.

    Das 440 bildet zwar von der Schaltungstechnik den SSM2040 nach (imho ist da der Unterschied zum 2044 aber nicht groß), von der Topologie her ist es aber dem 2044 viel näher, da es ja auch nur Lowpass zur Verfügung stellt. Das 440 klingt aber dennoch besser als der SSM2044. Wahrscheinlich, weil es mit hochwertigen, dikreten Bauteilen aufgebaut ist.
    Die hohe Integration in einem Chip hat halt auch ihren Preis.

    Bin gerade dabei VCA und PAN mit dem SSM2164 zu designen, auf dem Breadboard laufen sie schon. Ich finde auch, es ist wirklich eine neue Qualität von VCAs, die mit herkömmlichen OTAs einfach nicht erreicht wird. Bin absolut begeistert.
     
  29. Ilanode

    Ilanode Tach

    Ja!

    Der Blacet Dual Lin. VCA gefällt mir nicht nur wegen des Klangs, sondern auch wg. des Designs. Wirkt sehr unscheinbar, ist aber sehr clever durchdacht:
    http://www.blacet.com/VCA2410.html
     

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