Boss DR-55 zu MIDI synchronisieren - So gehts!

Dieses Thema im Forum "mit Sequencer" wurde erstellt von thomas004, 3. November 2006.

  1. thomas004

    thomas004 Tach

    Hallo Forum!

    Ich hoffe, ich bin hier im "Analog"-Bereich richtig. Bei Bedarf bitte in den "Drummachine"-Bereich schieben... :roll:

    Vor Jahren habe ich 'ne Möglichkeit gefunden, meinen alten analogen BOSS DR-55 Drumcomputer passiv zu MIDI zu synchronisieren, und zwar OHNE Änderungen bzw. Modifikationen am DR-55! Im Netz gibt es ja einige Hinweise, wie man den DR-55 synchronisieren oder die Sounds ansteuern kann, aber alle nur mit Modifikationen/Lötarbeiten am Gerät.

    Da ich meine kleine Entdeckung immer noch toll finde und oft anwende, möchte ich diese mit der Fachwelt (Euch) teilen! :D Vor allem interessiert mich aber, ob es so bei anderen auch funktioniert.

    Hier mal die Beschreibung. Vielleicht kann es ja mal einer von Euch ausprobieren (interessiert mich SEHR):

    Ich habe einen Doepfer MS-404 Analogsynthi, der ja ein eingebautes MIDI-To-Gate-Interface hat. Hinten am Gerät gibt der also ein Gate-Signal ab, solange ich ne Taste drücke. Es ist also als Basis ein zu MIDI synchronisierbares Gate-Signal erforderlich.

    Dann habe ich für Experimente das Gate-To-S-Trigger-Kabel gelötet, dass auf www.doepfer.de unter FAQ "Converting Gate to Switched Trigger" beschrieben ist (2 Klinkenstecker, Kabel, 1 Widerstand, 1 Transistor). Und das habe ich mal so nebenbei in die DR-55-Fußschalter-Buchse reingesteckt, allerdings andersrum (S-Trigger-Seite im MS-404-Gate-Out). Die Signalkette ist also:

    MIDI-Sequenzer (MIDI Out) --> MIDI-Kabel --> (MIDI In) MIDI-To-Gate-Interface (Gate Out) --> Spezialkabel --> Fußschalter-In am DR-55

    Es ergeben sich folgende Funktionsweisen:

    1. Programmiere ich im Sequenzer ein 16tel-Muster mit 32er-Notenlänge, lässt sich der DR-55 im WRITE-Modus synchronisieren. Das ist die weit bekannte Vorgehensweise, und es klappt gut. Leider klingen die Sounds durch die Trigger-Methode völlig anders, in meinen Augen unbrauchbar. Soweit nix neues...

    2a. Die Sensation entsteht im normalen PLAY-Mode: Drücke ich ne Taste am MIDI-Keyboard (oder im MIDI-Sequenzer), startet der DR-55 und läuft genau solange, wie ich die Taste halte! Beim Loslassen stoppt er sofort! Programmiere ich nun im MIDI-Sequenzer EINE Note, die fast den ganzen Takt läuft und stelle das Tempo am DR-55 UNGEFÄHR (nach Gehör) richtig ein, wird dieser bei jedem neuen Takt neu getriggert und läuft exakt einen Takt und stoppt dann ganz kurz. Das bedeutet, dass er stundenlang exakt zum Sequenzer läuft, da dieser in pro Takt neu triggert. Toll, wie ich finde! Aber es geht noch besser:

    2b) Wenn ich im Sequenzer meine Noten (z.B. die Bassdrum) einzeln programmiere, die Notenlänge auf 32el einstelle, am DR-55 ein Pattern erstelle, dass NUR EINE Note auf dem ERSTEN SCHLAG beinhaltet, und das Tempo am DR-55 SEHR schnell einstelle, dann startet der DR-55 pro Note neu, spielt diese ab und stoppt dann wieder sofort. Das alles funktioniert wahnsinnig schnell und vom Timing her absolut sauber! Somit wird der DR-55 zum MIDI-Soundmodul, da ich JEDE MIDI-Notenspur dazu verwenden kann, die Einzelsounds des DR-55 abzuspielen. Ich muss natürlich per Multitrack-Recording jeden DR-55-Sound (Bassdrum, Snare, Rimshot, Hihat) EINZELN aufnehmen. Es ist praktisch ein monophones Soundmodul. Drückt man zusätzlich beim Abspielen der Noten den STOP-Taster, wird jede gespielte Note mehrfach kurz hintereinander getriggert; es entstehen tolle Wirbel und rhytmische Variationen!

    Also ich finde diese Methode(n) supersimpel zu realisieren; bei mir funzt es wie beschrieben. Die Möglichkeiten des kleinen Boss werden dadurch ungemein erweitert.

    Vielleicht kann das mal jemand nachbauen und mit Erfahrungen mitteilen...

    Gruß, Thomas
     

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