Copyright-Reform - Upload-Filter und Leistungsschutzrecht §13

Dieses Thema im Forum "Media" wurde erstellt von khz, 2. Juni 2018.

  1. Strelokk

    Strelokk Klimperwichtel

    Wenn ich nun ein Bild poste an dem ich die Rechte habe

    Strelokknu.jpg

    und irgendwer quotet das, kann ich den dann drankriegen?
     
  2. haebbmaster

    haebbmaster Lötknecht

    linken oder einbetten nicht, kopieren ja

    Verwendung als eigenes künstlerisches Werk mit Schöpfungshöhe ist erlaubt

    upload_2019-2-17_21-54-10.png
     
  3. khz

    khz D@AU ~/Opportunist/Orwell # ./.cris/pr.run

    Was meinst du mir "drankriegen"? An bzw. in das Bild Kriegen oder willst du Krieg?
     
  4. haebbmaster

    haebbmaster Lötknecht

    Disclaimer: Ich bin kein Rechtsanwalt, deshalb ist das auch keine Rechtsauskunft. Vielleicht lüge ich dich auch einfach nur an.
     
  5. Strelokk

    Strelokk Klimperwichtel

    Naja, Schadensersatzklagen in Millionenhöhe. Unsere Anwälte einigen sich dann außergerichtlich auf 5000€ (pro Pixel).
     
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  6. khz

    khz D@AU ~/Opportunist/Orwell # ./.cris/pr.run

    Ich bin obere Unterschicht, kann mir keinen Anwalt leisten. :sad:
     
  7. Kokain

    Kokain Guest


    Danke für den konstruktiven Text dem ich in vielen Punkten ausnahmslos zustimme.

    Ich bin auch kein Freund von Google und würd mich auch eher als altmodisch Links ansehen, das am Rande. :D


    Wir leben in komplexen Zeiten wo man kaum noch den Durchblick hat, aber gerade deshalb ist es wichtig alles fein säuberlich offen zu thematisieren.
    Denkeverbote helfen da auch nicht weiter und eine kleingeistige Einfaltigkeit schon garnicht.

    Ich versuche halt immer die Dinge vorausschauend zu analysieren und unabhängig zu der Thematik was das Forum hier gerade betrifft würde ich sagen das der Uploadfilter ein mächtiges Tool ist um das Internet grundsätzlich zu kontrollieren.

    Weil ein Uploadfilter theoretisch und wohl auch praktisch die Möglichkeit bietet, wenn man zb ein Schlagwort eingibt, und somit alle Texte in denen dieses Schlagwort vorkommt den Weg ins Internet garnicht erst finden werden und somit auch die Zensur selbst nicht mehr als solches erkannt wird weil wir das alles garnicht mehr mitbekommen werden.
    Also mal so als extreme Entwicklung, Machtmissbrauch, usw.

    Das Von mir angenommene theoretische Szenario ist durchaus denkbar und mich würde erstmal interessieren welche staatliche Stellen diesen Uploadfilter kontrollieren oder ob man das der Wirtschaft/Provider/Hosts usw überlässt.


    Google?
    YT?
    Facebook?
    Amazon?
    Apple?
    Maas?
    Die EU?


    Wer also? Diese neoliberalen Kapitalen wie oben aufgezählt etwa? Itunes , ja?

    Google? Amazon, Apple?





    Darüber solllte man sich mal Gedanken machen.


    Aber bei der ganzen Komplexität blickt ja keiner mehr durch (ich auch nicht wirklich, aber ich gebe mir mühe) und viele haben auf sowas auch kein Bock weil anstrengend und nervig sich damit rumzuörgern, vor allem im Diskurs weil es immer kontroverser wird und tausend Gegenmeinungen auf einen einprasseln. Manche überfordert das sicherlich.

    Am einfältigsten sind die erzkonservativen Gesetzestreuen oder jene die dir gleich eine FlacherdlerGesinnung oder VT, am besten Rechts, unterstellen.
    Solche Leute machen es sich echt bequem.


    Das ist das Ergebnis der Demokratisierung der Informationsmittel, jetzt haben wir den Salat.


    Über kurz oder lang werde ich die Reisleine ziehn und dem Internet komplett entsagen, ich kuck mir das aber mal noch eine Weile an wohin die Reise geht mit dem Uploadfilter.

    Wenn der Kampf verloren ist und die Neoliebalen das Internet für sich gewonnen haben und umfassende Deutungshoheit besitzt, dann werd ich lieber anfangen Brieftauben zu züchten als mich noch weiter daran zu partizipieren.
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 18. Februar 2019
  8. einseinsnull

    einseinsnull ich weiß eh alles besser.

    der nächste irrtum :)
     
  9. einseinsnull

    einseinsnull ich weiß eh alles besser.

    schadenersatz bekommt man wenn schaden entstanden ist.

    also z.b. eine rufschädigung oder wirtschaftliche nachteile.

    die bloße verletzung abzumahnen oder auf unterlassung zu klagen bringt nur dem anwalt geld.

    außerdem ist das bild von mir, ich hab 18 zeugen dafür.
     
  10. Strelokk

    Strelokk Klimperwichtel

    Und wie komm ich nun an meine Kohle? Selbst Jura studieren?
     
  11. einseinsnull

    einseinsnull ich weiß eh alles besser.

    nicht der ermessensspielraum. sondern die tatsache, dass es "public domain" in europa so nicht gibt (genauso wenig wie euer "copyright")
     
  12. einseinsnull

    einseinsnull ich weiß eh alles besser.

    kohle kann man klauen oder dafür arbeiten oder man kann sich welche schenken lassen. heirate doch eine reiche frau.
     
  13. einseinsnull

    einseinsnull ich weiß eh alles besser.

    die menschen werden lernen müssen sich vom legalismus frei zu machen. der ist nämlich eine waffe der konzerne und des staates.

    das zauberwort im hiesigen zusammenhang lautet "fair use":

    wenn du bock hast dir musik zu ziehen und sie weiter zu verbreiten, dann mach gleichzeitig ein bischen werbung für die tonträger der urheber.

    wenn du deine software nicht bezahlst, dann nutze sie nur privat und nicht zum erwerbszwecke, und verbreite sie nicht öffentlich sondern nur unter freunden.

    wenn du fotos oder texte verwendest ohne die nutzungsrechte eingeholt zu haben, dann schreib wenigstens drunter, wer der fotograph ist oder verlinke zum originalartikel.

    verhalte dich fair und respektvoll und handle rational - und gehe dann erst mal davon aus, dass die urheber das dann okay finden bzw sich ggf dir gegenüber auch so verhalten.

    recht hin oder her.
     
  14. khz

    khz D@AU ~/Opportunist/Orwell # ./.cris/pr.run

    "Uploadfilter" ist das Unwort 2019?
    Gibt es diesen "Uploadfilter" schon?
    Warum ist der "Uploadfilter" nicht fest in jedem Betriebssystem integriert, dann gäbe es keine Probleme für alle.
    ;-)
     
  15. Strelokk

    Strelokk Klimperwichtel

    Ich wette, das kommt noch.
     
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  17. ikonoklast

    ikonoklast .....

  18. Arneb

    Arneb Alpha Leporis

    Würde ich so nicht unterschreiben - Facebook hat ja als Reaktion auf FOSTA/SESTA auch Flirten verboten anstatt den US-Markt aufzugeben, und der EU-Markt ist vergleichbar groß.

    Es gibt erst mal a priori keinen Zwang zu Uploadfiltern, die stehen in der derzeit diskutierten Fassung von Artikel 13 so nicht drin. Was drinsteht, ist Folgendes:
    Hervorhebung von mir. Wie die Anbieter diese Anforderung erfüllen, ist erst mal ihre Sache. Es gibt also auf keinen Fall einen staatlichen oder EU-weiten Uploadfilter. Die Uploadfilter kommen erst an dem Punkt ins Spiel, an dem die Tech-Monopolisten sich fragen, wie sie die Anforderungen von Artikel 13 erfüllen sollen. Die Erfahrungen mit FOSTA/SESTA zeigen, dass das vermutlich auf selbst geschriebene und ziemlich lausige Uploadfilter hinauslaufen wird.

    Also, um deine Frage zu beantworten: Definitiv die Tech-Monopolisten selbst.

    Was das für uns heißt, ist nicht ganz so klar. Bei YT ist aus meiner Sicht ein Uploadfilter zu befürchten, der einfach alles abweist, was wie Musik klingt und wofür YT nicht explizit die Rechte hat, also alles abseits des Mainstreams. Mir als Noise-Fan kann's natürlich egal sein, der YT-Uploadfilter wird Merzbow oder Winterkälte sowieso nicht als Musik erkennen :mrgreen:

    Fraglich wäre auch, wie Bandcamp und Soundcloud damit umzugehen gedenken. Die sind ja definitiv "online content sharing service providers" und groß genug, um betroffen zu sein, aber die Mittel von YouTube haben sie nun auch nicht. Dass es den Unterartikel 4a gibt, ist zwar nett, aber er ist schwammig und so, wie ich die deutsche Justiz in Internetfragen kenne, werden die den einfach möglichst restriktiv auslegen.

    Na ja, und bei sequencer.de ist die Frage, ob das Forum ein "online content sharing service provider" ist. Ich als juristischer Laie würde das verneinen, aber wie gesagt, die deutsche Justiz und das Onlinerecht...
    (Beruhigend ist, dass es in Art.13 Absatz 5 eine Ausnahme für "quotation, criticism, review" gibt. Roland, Yamaha, Behringer etc. können also nicht dagegen klagen, dass einer ihrer Synths besprochen wird und da ein Bild davon bei ist.)
     
    Zuletzt bearbeitet: 18. Februar 2019
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  19. Moogulator

    Moogulator Admin

    Mal erklärt bekommen


    View: https://www.youtube.com/watch?v=Ql9xCDJXnJc

    Hochladen bei Youtube ist schon "hochladen" wie auf eine eigene Website. ist für die wie wenn YT das selbst gemacht hätten. Wer was hochlädt muss also Rechte einholen. Ob und wie das für Foren gilt…
     
  20. khz

    khz D@AU ~/Opportunist/Orwell # ./.cris/pr.run

  21. Arneb

    Arneb Alpha Leporis

    Nicht ganz. Artikel 11 ist Leistungsschutzrecht; das ist bei Foren dann einschlägig, wenn beim Diskutieren aus Quellen zitiert wird, aber das sollte unter "private or non-commercial uses of press publications carried out by individual users" fallen und damit erlaubt sein, hier gibt es keine Störerhaftung (glaube ich) und die einzelnen User haben keine kommerziellen Interessen. Artikel 13 ist Copyright und (implizit) Uploadfilter; hier gibt es Störerhaftung, das macht es für Forenbetreiber deutlich problematischer.
     
  22. Moogulator

    Moogulator Admin

    Ja, dessen bin ich mir bewusst, weshalb ja noch konkrete Dinge fehlen - die in dem Video, was ich 2 Posts vor diesem gepostet habe.

    Auch daran wird klar, dass die Demos absolut notwendig sind! Die 4,7Mio Unterschriften auch. Das Gesetz ist noch nicht klar genug zu dem Thema Foren und einigem anderen auch.
     
  23. khz

    khz D@AU ~/Opportunist/Orwell # ./.cris/pr.run

    Zuletzt bearbeitet: 19. Februar 2019
  24. haebbmaster

    haebbmaster Lötknecht

    Wie klar soll es denn noch sein? Foren stehen da nicht drin, weil es Foren nicht betrifft.
     
  25. Kokain

    Kokain Guest

    das Internet wandelt sich zum digitalen Binnenmarkt.



    Das Internet wie wir es kennen, eine Ära geht zu Ende.



    Alle mal schön salutieren, 20 Kanonenschüsse.
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 19. Februar 2019
  26. Arneb

    Arneb Alpha Leporis

    So, wie ich das verstehe, ist der von dir zitierte Teil eine rechtlich nicht bindende Anmerkung der Gesetzesautoren, juristisch relevant ist ausschließlich die Definition von "online content sharing service provider" in Art.2(5). Ich kann mich aber irren.

    Wie dem auch sein mag, ich denke schon, dass ein Forum unter Art.13 fallen kann. Wir haben hier ein Unterforum mit eigenen Tracks der Leute, und etwas, das ein ganzes Unterforum kriegt, ist ziemlich sicher "one of the main purposes" eines Forums. Die Tracks sind urheberrechtlich geschütztes Material, ich sehe in Art.2(5) nirgends eine Ausnahme fürs Hochladen eigenen Materials, und soweit mein Laienverständnis reicht bietet das deutsche und/oder europäische Recht auch keine Möglichkeit für die Hochladenden, ihr Copyright mit der Veröffentlichung hier aufzugeben (unter amerikanischem oder britischem Recht ginge das, einfach Hochladen nur unter CC0 erlauben und ab dafür).
     
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  27. haebbmaster

    haebbmaster Lötknecht

    Wenn ich eigenes Material hochlade an dem ich das Copyright halte, dann habe ich mein Einverständnis durch das Hochladen und die Anerkennung der Forenregeln bereits erteilt. Ich bin ja selber der, der die Aktion ausführt. Das muss nicht im Gesetz stehen.
    Außerdem steht in dem von mir zitierten Text noch mehr drin, als nur einen Hochladebereich zu haben.
     
  28. Kokain

    Kokain Guest

    Gesetze unterliegen ja auch einem Ermessenspielraum, der Auslegung und Interpretation eines Richters. Und ein Forum kann man durchaus als eine Plattform ansehen das " Uploaded User Content" zb durch Links auf YT, SC und Co bereitstellt.
    Auch das zitieren von Textpassagen fällt darunter. Usw.

    Es könnte sein das in Zukunft Forenbetrieber dazu angehalten Urheberrechtsverletzungen zu verhindern und das Leistungsschutzrecht ist ein Druckmittel der Lobbyisten und Industrie genau in diese Richtung und ermöglicht ihnen weitergehenden Handlungsspielraum.

    Es ist auch die Rede davon das es Ausnahmeregelungen geben soll für Kleinstunternhemen, Blogs usw die nicht mehr als 10 Millionen Euro Jahresumsatz erzielen. Auch das ist evtl hier für das Forum fraglich, warum hab ich bereits mehrfach ausgeführt.

    Es bleibt spannend.

    Denkbar ist das Zb YT Lizenzgebühren von Forenbetrieber verlangt die Links auf ihren Content ermöglichen. Wenn Forenbetreiber das evtl aus Kostengründen nicht wollen dann werden diese Funktionen halt abgeschaltet.
    Nix mehr YT und nix mehr Soundcloud.


    Sind natürlich alles nur theoretische Szenarien meinerseits, aber im Bereich des Denkbaren.


    Ganz zu schweigen von der Fehlerquote solcher Uploadfilter.


    Da Internet stirbt und wandelt sich zu einem digitalen Binnenmarkt.
     
  29. Arneb

    Arneb Alpha Leporis

    Von Einverständnis steht in Art.2(5) nichts. Nur in Art.13(4) selbst. Das ist also irrelevant für die Frage, ob Art.13 für das Forum hier einschlägig ist. Relevant ist Art.13(4) nur für die Frage, ob das Forum unter der Annahme der Einschlägigkeit von Art.13 gegen selbigen verstößt.

    Ich sehe im von dir zitierten Abschnitt nichts, was das Forum hier ausschließen würde.
    Klar, laut gesundem Menschenverstand spielt es keine "important role", aber das sehe ich so nicht im Gesetzestext; Art.2(5) definiert "important role" überhaupt nicht, und wenn Art.13(4aa) ein Gradmesser ist, dann ist sequencer.de einfach deswegen relevant, weil es länger als 3 Jahre online ist.
    Den For-Profit-Aspekt kann ich von außen schwer einschätzen, aber wenn Thomann schon am Forum beteiligt ist, sieht es m.E. nicht gut aus. Dass das Forum selbst, aus dem geschäftlichen Kontext gelöst, keinen Profit macht, hilft nichts - mit dem Argument ist Google schon nicht durchgekommen, als es um LSR und Google News ging.
    Man kann sich auch über "organising and promoting content" streiten, aber offenbar reicht es dafür, dass es hier Signaturen, Künstlerprofile und ein Unterforum für eigene Tracks gibt.
     
    Zuletzt bearbeitet: 19. Februar 2019
  30. Moogulator

    Moogulator Admin

    Es ist schon jetzt bekannt, dass die EU-Vorlage schwammig ist und daher gerade in den Punkten die uns interessieren unklar. Siehe auch Video von weiter oben aus juristischer Sicht.
    Jemand der Anwalt ist, hat sich das mal angesehen.

    Solche Formulierungen in Gesetzestexten sind gefährlich, und damit sind die Demos absolut berechtigt - ich bin jedenfalls klar mehr auf deren Seite. Warnung vor Freiheitsverlust ist hier gegeben und dringend geboten.

    Mit solchen Texten erweckt man auch nicht gerade vertrauen und die Politik, die das bekommt wird dann als Youtube-Sklaven beschimpft, wer so arrogant argumentiert, darf mit Shitstorm rechnen.

    Macht klare Formulierungen und wenn sie nicht ok sind, gibt es noch mehr Druck!
    Die Warn-Demos könnten auch erst der Anfang sein. am 23. gibt es die Hauptdemo in Berlin dazu. Auch zu Recht!
    Da können sich die Parteien profilieren..

    Im Mai ist Wahl!
     
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