Doepfer Dark Energy USB = Sample genaues Timing?

Dieses Thema im Forum "Analog" wurde erstellt von Rainer Wein, 29. Dezember 2009.

  1. Hallo, ermöglicht das USB-Interface des Doepfer Dark Energy Sample genaues Timing, oder "wackelt" es trotzdem MIDI-typisch?
     
  2. midi wackelt?
     

  3. Ich sage ja und Vince Clark auch! Noch nie einen alten Roland Sampler mit voller Stimmauslastung gehört?
     
  4. Summa

    Summa wibbly wobbly timey wimey

    Wie soll Sample genau bei 'nem Analog Synth funktionieren?
     
  5. Summa

    Summa wibbly wobbly timey wimey

    Das sind die Geraete (z.B. bei Auslastung) und Sequencer die wackeln, MIDI laeuft statisch bei ~31kbits pro Sekunde..
     
  6. Mr. Roboto

    Mr. Roboto positiv eingestellt

    Sample genaues Timing? Das läßt ja die MIDI spezifikation bzw. die Hardware der MIDI-Interfaces schon gar nicht zu.
    Ob MIDI nun über ein vorgeschaltetes USB-Interface oder direkt über ein MIDI Interface geht ist gleich. MIDI bleibt MIDI und das wird durch USB auch nicht schneller.
     
  7. Das hat in diesem Fall nichts mit dem speziellen Klangerzeuger zu tun. MIDI ist eine serielle Schnittstelle. Das bedeutetet, alle MIDI-Events müssen hintereinander durch die Leitung, nicht parallel (gleichzeitig). Da die Geschwindigkeit in der Leitung immer gleich ist, kann es passieren, dass Events erst einige Zeit warten müssen, bis sie an der Reihe sind. Der potentielle Stau passiert also beim Sender (sprich bei Deinem Cubase oder Logic) und nicht beim Empfänger. Da kann es schon mal sein, dass ein Note-On-Event mal warten muss, wenn irgend ein Idiot vor dem Bildschirm :) beschlossen hat jede Menge CC-Events Pitchbends und Aftertouch ebenfalls über die Leitung zu schicken. Im Klartext: ob ein MIDI-System (also alles vom Sequencer bis zum Synth) ein kontrollierbares Timingverhalten aufweist oder nicht, hängt hauptsächlich davon ab, wie die MIDI-Events vom Benutzer gesetzt werden (Tip: Controller vor dem zugehörigen Event losschicken). Das bedeutet, dass man sich gründlichst mit dem MIDI event handling seines Sequencer und im Grideditor seiner Software auskennen sollte.
    Und noch ein gemeiner Hinweis: die einzige Software in der man das wirklich final kontrollieren kann ist nachweislich Creator/Notator für Atari von Ex-"C-Lab" (vorläufer von Logic).

    Theoretisch könnte es sein, dass es beim Empfänger auch zu einer Verzögerung kommt, nämlich dann, wenn die Klangerzeugung digital ist, und die Berechnung der Klangdaten zu lange dauert. Bei einem MIDI-CV-Interface vor einer analogen Klangerzeugung langweilen sich aber die beteiligten CPUs selbst bei Vollauslastung.

    Im übrigen wackelt Audio genauso (nicht innerhalb eines Samples - aber was den Samplestart angeht). Man muss nur mal eine beliebige Audioworkstation als MIDI-Clock-Slave laufen lassen - da kann man ganz bittere Erfahrungen machen.

    Gruss, Florian
     

  8. Und wieso wirbt dann Access-Music mit seinem Virus TI mit sample genauem Timing wenn er über USB gesteuert wird? Auch MOTU wirbt mit seinem Produkt "VOLTA" mit sample genauem Timing, allerdings erfolgt hier die Steuerung über einen Wandler und nicht per USB.
     
  9. Ich kann mich noch genau an einen großen Sampler Vergleichstest der KEYBORDS erinnern, in dem auch das MIDI-Timing jedes Samplers getestet wurde. Die AKAI-Kisten waren meist am schnellsten und die Geräte von Roland am schlechtesten. Bei meinem alten Ensoniq EPS konnte ich das schlechte Timing direkt hören, das war grausam, deswegen bin ich in solchen Angelegenheiten auch etwas sensibel!

    Das höre ich gerne, wage diese Behauptung allerdings leicht anzuzweifeln da meine analogen Klangerzeuger, wenn ich sie über den Sequenzer meiner MC202 ansteuere, spürbar genauer spielen als wenn ich sie über das MIDI to CV Interface steuere. Das ist wohl auch der Grund warum Analog-Sequenzer so beliebt sind und warum Vince Clark lieber einen Roland MC4 Sequenzer benutzt hat als einen ATARI ST.
     
  10. Mr. Roboto

    Mr. Roboto positiv eingestellt

    Nochmal: samplegenaues Timing über MIDI ist nicht möglich. Das kann man auch nicht herbeidiskutieren.
    Was Du bei Access ansprichst ist die Datenübertragung über USB. Die nutzen ein USB Interface, was aber erst einmal so NICHTS mit MIDI zu tun hat. Es wird zwar nebenbei noch ein MIDI-Interface emuliert, aber diese Emulation ist genauso lahm, wie von all meinen Vorrednern schon beschrieben. Die samplegenauen Daten die vom/zum Virus TI gehen, gehen jedoch nur über die USB Schnittstelle.
    Der Dark Energy wiederum hat aber ein USB-to-MIDI Interface eingebaut. Es ist und bleibt das gleiche, alte lahme MIDI-System.

    Desweiteren frag ich mich natürlich, was man denn auf einem Analogsynth samplegenau syncen will. Den Startzeitpunkt von Noten, samplegenau zu dem Signal in Deiner DAW? O.K., das ist natürlich ein Anspruch den man haben kann, geht aber nicht. Selbst Steinbergs LTB Technology war da "nur" im Bereich knapp unter einer Millisekunde. Für samplegenau reicht das immer noch nicht.
     
  11. Ja sicher, aber das ist DER MIDI-ERZEUGER!!!!! Also der Sequencer. Nicht das Interface auf der Synthi-Seite.
     
  12. Wenn du dir da absolut sicher bist dann ist das doch genau die Information, die ich haben wollte. Ich verstehe nur nicht warum es noch kein Interface gibt, das über USB direkt in CV/Gate Signale wandelt, also ohne das dabei MIDI mit im Spiel wäre. Motu Volta kann das zwar schon, allerdings benötigt man dazu meist einen relativ teuren Motu Wandler wie den 828 MkII.

    Vielen dank!
     
  13. Mr. Roboto

    Mr. Roboto positiv eingestellt

    Ja, mag ja sein. Selbst wenn da nun ein USB-to-CV im DE Konverter drin wäre, würde Dir das nichts nützen. Der Döpfer Treiber muß ja wiederum im PC ein MIDI-Interface emulieren. Das ist dann genauso lahm und kann nur genauso langsam angesprochen werden wie ein Hardware MIDI-Interface, welches direkt in den PC eingebaut ist.
    Was passieren müßte, wäre also, daß jeder Hersteller (hier also Döpfer) ein neues USB-to-CV Interface entwirft, einen eigenen Treiber, ein neues (VST) Modul für Deine DAW und dann... ach halt, nein. Die Ausgabe der MIDI-Spuren in der DAW ist ja dann immer noch langsam .. ;-)
    Du siehst also, so einfach ist es leider nicht.
    Nichtsdestotrotz kann hier ja mal ein Anwender über das Timingverhalten des USB-to-Midi-to-CV Interfaces im DE berichten...
     
  14. Im Grunde genommen müsste es ja nur einen Hersteller geben, der einen Low Budget-Wandler baut, der keinen Wert auf Klang legt, sondern nur die notwendigen Spannungen erzeugt. Das nötige Plugin gibt es ja bereits günstig und universell einsetzbar von den Expert Sleepers.
     
  15. Summa

    Summa wibbly wobbly timey wimey

    Weil der Virus TI ein Dgitalsynth ist und nicht nur MIDI (vielleicht sogar in einem proprietaeren Format) sondern auch Audio per USB uebertraegt und das per Plugin im Rechner synchronisieren kann
     
  16. serge

    serge ||

    Glaube ich auch, nachfolgend mein laienhaftes Verständnis von http://www.usb.org/developers/devclass_docs/midi10.pdf

    Die ursprüngliche MIDI-Spezifikation schreibt sowohl das Datenformat als auch das Hardware-Format vor.
    Da das Hardware-Format von MIDI und USB unterschiedlich ist, musste das USB-MIDI-System eingeführt werden.
    Die MIDI-Datenstruktur selbst ist davon nicht betroffen und hat sich nicht geändert: Es ist nach wie vor MIDI mit allen Vor- und Nachteilen.

    Sowohl MIDI als auch USB sind serielle Schnittstellen, Noten bzw. Ereignisse werden also immer nacheinander übertragen. Allerdings bietet USB eine erheblich höhere Bandbreite, die aber "nur" dazu genutzt wird, mehrere unabhängige MIDI-Kabel zu realisieren: Man kann also über eine USB-Verbindung nicht nur eine MIDI-Verbindung mit 16 Kanälen realisieren, sondern 16 MIDI-Verbindungen mit jeweils 16 Kanälen.

    Access verwendet im TI wohl mehr bzw. etwas anderes als nur USB-MIDI, da die Ansprache wie auch das Audio-Streaming über VST/Audio Unit/RTAS Plug-ins erfolgt und eigene Treiber installiert werden müssen.

    Volta umgeht USB-MIDI vollkommen, das Volta-Plug-In ist meinem Verständnis nach ein Software-Synthesizer, der statt hochfrequenten Audio-Signalen niederfrequente Steuerspannungen wie Hüllkurven, LFOs usw. bis hin zu Gleichspannungen erzeugt. Die Frequenz dieser Steuerspannungen sind sowohl dem verwendeten Audio-Datenprotokoll, dem verwendeten Bus (USB/FW) als auch dem ausgebenden Audio-Interface weitestgehend egal. Entscheidend ist aber, ob nach den D/A-Wandlern des Audio-Interface Gleichspannungen durchgelassen werden oder nicht.

    Meines Wissens sind Hersteller von Audio-Interfaces eher darauf bedacht, die Ausgabe von Gleichspannungen zu verhindern, da diese ein Audio-System beschädigen könnten.

    Deswegen funktioniert nicht jedes Audio-Interface mit Volta. Der Vorteil dieser Strategie ist aber, dass keine neue Steuerspannungs-Interfaces produziert werden müssen, deren Markterfolg nicht sicher ist.

    Insofern liesse sich trefflich spekulieren (ist sicher geschehen und im Archiv nachzulesen, ich war jetzt aber zu faul, dort nachzuschauen), ob Volta nicht ein Testballon für MotU ist: Dass nämlich, wenn genügend Voltas verkauft werden, sich die Produktion eines auf CVs spezialisierten FW- oder USB-Audio-Interfaces ohne Audio-Spezialfunktionen wie DSPs und Display lohnen würde.
     

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