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Effektkanäle heute noch sinnvoll?

Hallo zusammen,

ich bin gerade von Logic auf Bitwig umgestiegen und bastle mir gerade meine Projektvorlage. Dabei habe ich mir die Frage gestellt, ob die klassischen Effektkanäle (i.d.R. kurzes und langes Reverb bzw. Delay) heutzutage noch sinnvoll sind. Früher konnte man natürlich wichtige Rechenleistung einsparen. Heute habe ich davon jedoch mehr als genug.
Viele Hardware-Synth und VST-Instrumente kommen ja schon mit guten Delay und Reverb daher. In der DAW hat man zudem oft auch schon ganze und brauchbare Effektketten in den Presets der Instrumente. Es liegt daher auf der Hand, vieles direkt auf den Einzel- oder auch Gruppenspuren zu machen anstatt über Sends auf Effektkanäle.
Oder bekommt man am Ende ein fürchterliches Gemisch durch viele verschiedene Hallräume? Wie seht Ihr das?

Viele Grüße

Tanja
 
Hi Tanja,

natürlich machen die heute noch Sinn, bspw. wenn du das Effektsignal anders bearbeiten möchtest oder es nicht mit dem Quellsignal zusammen bearbeitet werden soll.

Bei mir landen alle Sendeffekte auf einem Bus ODER sie landen mit dem Quellsignal in einer Gruppe, je nachdem
 
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M.i.a.u.: Tanja und deeptune
Viel hilft nicht immer viel. Schon die Möglichkeit nur einen kurzen Moment etwas zum Delay oder Hall zu senden ist über einen Send einfacher zu realisieren.
 
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M.i.a.u.: Tanja, Scenturio und deeptune
Es klingt dann halt, als ob jeder Part in seiner eigenen Einzelzelle musiziert anstatt alle in einem Raum…kann ja auch mal gewünscht sein…
 
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M.i.a.u.: Tanja
Genau. Der Master-Hall und Delay im Bus "klebt" die räumliche Orientierung zusammen. Das braucht man nach wie vor.
 
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M.i.a.u.: Tanja
Ich kenne sehr viele Bitwig und auch Ableton Tracks aus diversen Tut und Track Breakdowns wo nicht einer der klassischen SendFX gemacht wird. Da wird meist alles in der Spur oder im Plugin selbst eingestellt. Ich habe da ehrlich gesagt auch nie einen Unterschied gehört, also ich fand nicht dass der klassische Weg besser oder schlechter klingt.

Ich würde vorschlagen, probiere beides aus. So wie alle machen ist eh langweilig und erzeugt am Ende nur "Einheitsbrei". Kann aber auch sein dass man das so mag. Wenn man klingen möchte wie alle anderen, dann muss man das genau so machen wie alle anderen. Und klingen wie alle anderen, naja dafür haben wir ja jetzt die KI.

Für mich gibt es nur eine Regel, es muss mir gefallen.
 
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M.i.a.u.: treponema und Tanja
Hallo zusammen,

ich bin gerade von Logic auf Bitwig umgestiegen und bastle mir gerade meine Projektvorlage. Dabei habe ich mir die Frage gestellt, ob die klassischen Effektkanäle (i.d.R. kurzes und langes Reverb bzw. Delay) heutzutage noch sinnvoll sind. Früher konnte man natürlich wichtige Rechenleistung einsparen. Heute habe ich davon jedoch mehr als genug.
Viele Hardware-Synth und VST-Instrumente kommen ja schon mit guten Delay und Reverb daher. In der DAW hat man zudem oft auch schon ganze und brauchbare Effektketten in den Presets der Instrumente. Es liegt daher auf der Hand, vieles direkt auf den Einzel- oder auch Gruppenspuren zu machen anstatt über Sends auf Effektkanäle.
Oder bekommt man am Ende ein fürchterliches Gemisch durch viele verschiedene Hallräume? Wie seht Ihr das?

Viele Grüße

Tanja


Also Einzel oder Gruppenspuren hat man ja schon immer gemacht. Die Antwort darauf ist nicht leicht. Ja, du kannst mehrere Hallräume nehmen. Hintereinander sowieso, parallel geht auch. Natürlich nimmst du den Gesamtbild dann die Direktheit, Lautheit zugunsten von Räumlichen Finessen, wenn du mehrere Räume parallel nimmst. Viele gehen auch hin, machen links und rechts unterschiedliche Räume und Pannen dann dort hinein. Das ist jetzt eine Technik, da braucht es eh Busse um das vorzubereiten. Noch eine Variante ist, die Effekte auf eine getrennte Spur zu legen und mit aufzunehmen, man kann das dann getrennt bearbeiten.

Eigentlich gibt es keine Regel. Je nach Set gibt es Staffelung. Und ob bei Track X, die Triangel trocken und Mono in der Mitte hämmert, oder links in einem 5 Sekunden Raum mit 30 sec Predelay ? Das ist am Ende die Frage. Also man kann es dann runterbrechen und die Frage wäre, was muss ich tun um Ziel X zu erreichen. Denn es geht halt einfach alles. Kick mit Hall bei Ambient. Trockene Kick bei Metallica . Usw.. ich denke , man muss auch etwas seine eigene Handschrift finden- oder , es soll klingen wie XY, dann gibt es da Rezepte.. Alles drinnen
 
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M.i.a.u.: Tanja und Scenturio
ich bin gerade von Logic auf Bitwig umgestiegen und bastle mir gerade meine Projektvorlage. Dabei habe ich mir die Frage gestellt, ob die klassischen Effektkanäle (i.d.R. kurzes und langes Reverb bzw. Delay) heutzutage noch sinnvoll sind. Früher konnte man natürlich wichtige Rechenleistung einsparen. Heute habe ich davon jedoch mehr als genug.

Früher aus der Not heraus, weil die Leistung nicht da war. Aber heutzutage kann wunderbar differenziert werden.

Wie hier schon beschrieben, machen z.B. Hallräume über einen AUX Kanal sehr viel Sinn, wenn es um den GLUE Faktor, als die "Verschweißung" von Sounds miteinander geht, sodass alles wie aus einem Guss klingt.
Daher würde ich immer mit folgender Überlegung herangehen: Soll es dem Sounddesign (Insert) dienen, oder dem Track/Drums (Aux) insgesamt.

Und generell, aber das ist meine ganz persönliche Art, würde ich trotz massiver Power dennoch immer schauen, so optimiert wie möglich zu arbeiten. Denn je mehr Power Maschinen haben, desto mehr wollen zukünftig Plugins diese Power auch ordentlich ausreizen. Mit einem Blick auf einen optimierten Workflow kommt man viel später zum Punkt noch mehr Power haben zu müssen.
 
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M.i.a.u.: TimotheusVanDieren und Tanja
  • #10
Hallo!
Mach doch 2 Templates. Eines mit der klassischen Vorgehensweise und eins ohne.
Grundsätzlich finde ich auch: weniger ist mehr.
 
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M.i.a.u.: Tanja
  • #11
Gerade Räume und teilweise auch Delays habe ich gerne auf Sends. Signallautstärke, Filter, Pan und Effektanteile sind für mich die wichtigsten Komponenten für die Tiefenstaffelung. Das macht es für mich einfacher und übersichtlicher in der Mixeransicht die Effektanteile in einer Ansicht mit Send- und Returnspuren anpassen zu können ohne daß ich mich von Spur zu Spur klicken muß.
 
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M.i.a.u.: Speak Frank, Tanja und sllk
  • #12
Danke für Eure Beiträge! Dann bleibe ich mal grundsätzlich bei der bisherigen Vorgehensweise mit den Effektkanälen, werde aber experimentierfreudiger 🙂 .
 
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M.i.a.u.: Horn, Speak Frank, andreas2 und 3 andere
  • #13
Danke für Eure Beiträge! Dann bleibe ich mal grundsätzlich bei der bisherigen Vorgehensweise mit den Effektkanälen, werde aber experimentierfreudiger 🙂 .

Ich würde da unterscheiden zwischen Experimentierfreude und konkret technische Probleme die entstehen können.

Da gibts kein richtig oder falsch.

Aber so als geundsätzlichen Workflow gehören Reverbs, Delays, aber auch Modulationseffekte, also alles was nur beigemischt wird, in den Sendweg.

Ich würde sogar Parallelkompression oder so als extra Effektweg bearbeiten, da man so gezielter Einfluss auf das Effektsignal hat.
 
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M.i.a.u.: Tanja und Speak Frank
  • #15
Im Allgemeinen müsste ich auch zuerst an den Punkt kommen in dem solche Entscheidungen die Entscheidung bringen, ob mein Stück gut oder schlecht ist. Ich scheitere schon lange vorher, also bei den 95% die wichtig sind wie Trackidee, Arrangement und Souddesign, Wäre schön wenn ich irgendwann an dem Punkt komme wo nur noch Gearwahl, SendFX oder nicht, Mixing und Mastering den Unterschied machen würden.
 
  • #19
Es gibt neben der Glue-Funktion zwei Argumente, die für klassische Effektsends sprechen:
1.) Wenn Du einen Effekt der auf mehreren Eingangskanälen (zB Hall/Delay auf mehreren Backingvocal-Tracks) liegt, sidechainen willst, dann musst Du das im Effektreturnweg machen. Beispiel Ducking-Delay. Das geht mit Insert-Effekt im Kanal nicht oder nur sehr umständlich.
2.) Wenn Du feststellst, dass in einem Mix insgesamt zu viel Hall ist, dann ist das Reduzieren des Halls aller Spuren bei Insert-Effekt in den Kanälen die reine Hölle.

Unabhängig davon kann man ja weiterhin Insert-Effekte nutzen.
 
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M.i.a.u.: claudio und Tanja
  • #20
PS: wenn ich Sidechain-Kompression im Master-Insert mache, dann benutze ich für das Bereitstellen des Sidechainsignals einen Auxweg. Ich kann also pro Kanal bestimmen wie groß dessen Auswirkung auf die Kompression ist. Das ist extrem hilfreich, wenn man Signale im gleichen Frequenzbereich hat, die aber die Kompression unterschiedlich beeinflussen sollen (klassisch: Bassdrum soll mehr Summenkompression machen als der Bass - aber auch Leadvocal vs Backingvocal bei einer Subgruppen-Kompression). Alleine dafür möchte ich schon Auxwege haben
 
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M.i.a.u.: claudio und Tanja
  • #21
1.) Wenn Du einen Effekt der auf mehreren Eingangskanälen (zB Hall/Delay auf mehreren Backingvocal-Tracks) liegt, sidechainen willst, dann musst Du das im Effektreturnweg machen. Beispiel Ducking-Delay. Das geht mit Insert-Effekt im Kanal nicht oder nur sehr umständlich.
Hängt stark vom Plugin ab, ich habe so einige die so einen Ducking Regler haben, da ist das dann kein Problem. Aber ja wenn man Sachen hat die das nicht unterstützen kann es komplizierter werden. Hängt aber auch von der DAW ab. In Bitwig kann man FX Ducking oder EQing auch ohne SendFX mit jedem Drittanbieter FX Plugin sehr schnell realisieren. Ich glaube Abletons Echo hat auch da was schon fest eingebaut.

Zudem hat man in Bitwig jederzeit Zugriff auf Audio oder MIDI Daten jedes anderen Tracks und jeder Stelle der Devicekette da drin, habe ich sonst selten in einer anderen DAW so einfach zu realisieren gesehen.
 
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M.i.a.u.: Tanja
  • #22
Oder bekommt man am Ende ein fürchterliches Gemisch durch viele verschiedene Hallräume? Wie seht Ihr das?

Man hätte jedenfalls ohne Sends viel mehr Arbeit damit, auf 10 Spuren das immer gleiche Hallprogramm in einem Inserteffekt einzustellen.

Oder mit anderen Worten: Ich denke nicht, dass die damals in der Steinzeit Send/Return nur erfunden haben damit sie weniger Geräte kaufen müssen. Sondern es macht schlichtweg keinen Sinn zwei Geräte parallel zu betreiben und ihnen dann die gleichen Einstellungen zu verpassen.

Und, wie oben schon erwähnt wurde, ist Das Einschleifen eines Effektes auch nicht die einzige Anwendung von Sends. Du willst manchmal auch einfach den Send auf enen anderen Kanal legen, brauchst das Signal als Steuersignal für einen Kompressor oder FM Synthesizer oder willst etwas daran messen und monitoren, auch in der Beschallung kann man theoretisch mal einen Send benutzen.
 
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M.i.a.u.: Tanja
  • #23
Hängt stark vom Plugin ab, ich habe so einige die so einen Ducking Regler haben, da ist das dann kein Problem.
Du hast mein Prinzip nicht verstanden. Die Signalsumme mehrerer Kanäle dient als Sidechainsignal für das Ducking / die Kompression eines anderen Kanals.

Beispiel: Drei Backing-Vocal-Stimmen, die unterschiedliche Phrasen singen, "ducken" das Echosignal der Lead-Vocal.
Oder bei der Summenkompression: Die Bass und Bassdrum komprimieren beide das Summensignal. Der Einfluss der Bassdrum auf die Kompression ist aber größer als der Einfluss des Basses.

Das sind grundlegende Arbeitsweisen einer guten Mischung, die einfach nur mit Aux-Wegen realisierbar sind.
 
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M.i.a.u.: Tanja, sllk, claudio und eine weitere Person
  • #24
Sondern es macht schlichtweg keinen Sinn zwei Geräte parallel zu betreiben und ihnen dann die gleichen Einstellungen zu verpassen.
Naja, da speichert man die Konfiguration als Preset ab, das man dann bei den anderen Kanälen nutzt. Ändert man was an der Einstellung, so refreshed man nur das Preset bei den anderen Kanälen.
 
  • #25
Du willst manchmal auch einfach...
Naja, die Sends sind ja nicht aus der Welt. @Tanja fragt ja nur, ob es sinnvoll ist, ihr Standard-Template mit Sends auszustatten.

Ich würde zwei Sends konfigurieren. Einen der einfach als konventioneller Send für einen "Glue"-Reverb genutzt wird, und ein zweiter, der für Side-Chain-Funktionen des Summenkompressors genutzt wird.

Ich weiß ja nicht, wie aufwändig das Einrichten eines neuen Sends in Bitwig ist, aber zB in Logic ist das ein simpler Klick. Da macht man sich halt einen dazu, wenn man noch einen braucht.
 
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M.i.a.u.: Tanja
  • #26
Du hast mein Prinzip nicht verstanden. Die Signalsumme mehrerer Kanäle dient als Sidechainsignal für das Ducking / die Kompression eines anderen Kanals.
Ja, das ist doch alles kein Ding in Bitwig, dann holt man sich das Audio von X Kanälen summiert das und macht damit was immer man möchte.

Wahrscheinlich hast du aber echt, anscheinend verstehe ich das nicht.
 
  • #27
Ja, das ist doch alles kein Ding in Bitwig, dann holt man sich das Audio von X Kanälen summiert das und macht damit was immer man möchte.
Das ist schon richtig. Irgendwie kann sowas immer zurechtbasteln. Wir reden hier aber von einer Projektvorlage, die eine Basis-Konfiguration liefert, die einer Standard Anforderung in jeglicher Konstellation ohne weitere Anpassung gerecht wird.

Bitte bleib doch bei der Ausgangsfrage des Threads. Da geht es um Projektvorlagen. Und gebastelte Sonderlocken sind so ziemlich das Gegenteil der Idee einer Projektvorlage!
 
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M.i.a.u.: sllk und ModernerPurist

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