Endlosschleife ohne Langeweile?

Dieses Thema im Forum "Sound / Tutorials" wurde erstellt von LowFreq, 4. Juni 2015.

  1. LowFreq

    LowFreq aktiviert

    Hallo Leute

    Ich suche ein paar interessante Ideen zum Thema "Endlosschleife ohne Langeweile" zum Bsp. bei Drums oder Perc's, wie geht ihr dabei vor dass sich ein Loop immer wieder wiederholen kann ohne dabei langweilig zu werden? Unterschiedliche Velocity's und Variationen sind sicherlich schon mal ein Anfang :)
     
  2. SvenSyn

    SvenSyn aktiviert

    Mit nur einem Loop / Spur wird es schwierig, imo

    Ich finde man muss das gut staffeln/schachteln.. d.h. zB vier versch. Loops, die sich in einem festen Muster (also quasi auch loop-artig) wiederholen.

    Nimm zB mal Brian Eno's Music For Airports, das sind auch loop-ähnliche Konstrukte, die sich ineinem festen Muster wiederholen.
     
  3. mixmaster m

    mixmaster m なんでもない

    Die Wahrscheinlichkeitsoption beim Sonic Potions LXR ist echt nützlich. Ansonsten muss die Schleife was monotones nichts zu dramatisches besitzen, sonst wirds schnell nervig wie bei manchen HipHop Beats, am besten was Grooviges.Naja, wenn das weiter hilft. Man hörts ja schnell, obs langweilig wird...
     
  4. psicolor

    psicolor Busfahrer und Bademeister

    Ein Loop der ewig laufen soll müüste interessant und gleichzeitig unaufdringlich sein. Das is nid leicht.
     
  5. øsic

    øsic aktiviert

    Wenn ein Loop durchlaufen soll, lasse ich eigentlich gerne mal einen Kick oder ne Snare ausfallen. Meistens am Anfang und am Ende des Pattern, in der DAW.
    Im Modular macht Trigger Riot´s Probability seine Arbeit gut...Aber konsequent damit Beschäftigt habe ich mich eigtl. nicht...ich bin sehr intuitiv.
    Ich denke auch das ein 4/4 Takt langweiliger ist als ein Amen-Break.
     
  6. Anonymous

    Anonymous Guest

    feine modulationen machen es aus... s/h, lfo, random, von hand... wichtig, die modulationen dürfen sich nicht im takt loopen und es sollte sich die ganze zeit gut anhören.
    wenn man das geschafft hat,entsteht etwas organisches, natürliches und hynotisches.
    interessantes beispiel ist da sogar die tr-808, die moduliert sich von "natur" aus.
     
  7. escii

    escii -

    Dafür brauchste nix. Sinuston auf A 4 und dann einen Flanger oder Phaser drauf....Voilà!
     
  8. ich kombiniere Schleifen unterschiedlicher Länge zu einer Gesamtschleife. Sehr beliebt: 4 Trigger aus einem Beat steuern eine Sequenz aus fünf Tönen. Oder ein dreiviertel Takt und ein vierviertel Takt aufeinander: http://soundcloud.com/fanwander/three-four (Da spielt die 808 einen 3/4, die Xbase09 einen 4/4)
     
  9. TRF

    TRF -

    Ich selbst arbeite gerne mit Loopsequencen an meiner Microbrute, da ich sowas auch sehr gerne höre. Ich lasse eine aus Höhen und Tiefen bestehende Sequenz durchlaufen und decke mit Filter und LFOs diverse Teile dieser Sequenz ab, während andere hervorgehoben werden. Dazu dann noch die anderen Regler und schon hat man einen Track, der trotz geloopter Monophonie durchaus auch Abwechslung bietet und mit genügend Geschick auch einen polyphonen Eindruck erweckt. Hier als Beispiel drei meiner Kreationen:

    http://soundcloud.com/techno-research-f ... brute-acid
    http://soundcloud.com/techno-research-f ... ltivoice-3
    http://soundcloud.com/techno-research-f ... ltivoice-2
     
  10. lifelike

    lifelike sir

    für mich ist wichtig, daß es möglichst kurz gehalten ist wenn es monoton sein soll - max. 16 steps
     
  11. LowFreq

    LowFreq aktiviert

    Super, danke für die tollen Inputs, ist schon ziemlich ne Herausforderung so ein Loop zu konstruieren :)
    Das Thema mit den verschiedenen Taktarten und den Schichten finde ich ganz interessant, ich werde dies auf jedenF weiter verfolgen.
     
  12. Vielleicht mal bischen (alten) Hip Hop hören!? Denk da gibt es brauchbares..

    Ansonsten schwierige Frage.. denke gibt da mehrere Möglichkeiten. Fängt halt schon an wie dominant der Loop ist. Falls sehr im Vordergrund muss der Loop halt schon was hergeben.

    Also bei Beats arbeite ich eigentlich (wenn nicht gerade zu faul oder auf anderes konzentriert) immer mit unterschiedlichen Velocitywerten, Releaselängen, unterschiedlichen Samples für ein Element (was ich meist von Hand direkt in der DAW mache) & Timing (vor allem der 1. und dann 2. & 4. Schlag sollten schon sitzen - ansonsten gern mal etwas daneben, für Hats fast schon Pflicht). Gern da eh schon in der DAW diverse Cuts*, Timestretching, Reverse und Überlagerung & Crossfades.

    * Bei den Cuts also z.B. nur die Attackphase ist mir aufgefallen wie kurz das Sample doch sein darf! :mrgreen:

    Aber der Loop kann dann noch immer nicht rocken, grooven whatever.

    Denke am wichtigsten ist wohl das Zusammenspiel mit den anderen Elementen. Nur ein guter Loop (allein) bringts auch nicht.


    Gruss
    Otto
     
  13. xenosapien

    xenosapien hochgradig unprofessionell

    schöne Tipps hier, besonders das von Fanwander wollt ich auch vorschlagen!

    wenn es allerdings 4 on the floor sein soll, aber nicht zu langweilig/repetitiv werden darf, mach ich gern ne Art "Noisefloor" in den Hintergrund... also irgend ne Art Drone, Vinylknistern, Rauschen, oder manchmal schlicht n Fieldrecording irgend einer Art (z.B. Hintergrundgeräusche aus ner Bar, nem Museum, o.ä.).

    das Ganze dann so filtern und sehr niedrig im Pegel in den Mix dass man es kaum wahrnimmt - sorgt aber dadurch dass das (idealerweise) selbst NICHT geloopt ist für genügend Abwechslung im Loop!

    schön dafür sind z.B. die Geräuschgeneratoren aus Reaktor... vergessen wie das Ensemble heisst, aber da gibt es mehrere.
     
  14. LowFreq

    LowFreq aktiviert

    guter Tip, werde ich gleich mal versuchen mit dem Background Noise :lol:
     
  15. starling

    starling Guest

    Blöd nur daß ein Sinus dabei eigentlich nur lauter und leiser werden kann




    :kaffee:
     
  16. Pedant :)
     
  17. maffyn

    maffyn -

    steve reich hat die antwort darauf in "clapping music" gegeben. mal in die noten schauen;-) das prinzip sollte sehr einfach übertragbar sein, obs klingt und funktioniert ist dann etwas trickreicher;-).

    gaaaaanz früher (im mittelalter), als musik zur mathematik gehörte und als wissenschaft betrieben wurde, hat man sowas mit der "isometrischen motette" gelöst. klingt jetzt furhctbar gequirlt, ist aber imho ein ziemlich geiles kompositionsprinzip, was ich gerne mal mit einem sequencer umsetzen würde. hab leider keinen, aber vielleicht macht ja hier jemand mal sowas? kurzerklärung: es gibt mindestens 2 phrasen (taktart kann gleich sein) die sich loopen, aber die looplänge ist unterschiedlich.

    brian eno arbeitet in "bloom" mit ultralangen delays-quasi jeder ton wird für sich geloopt und klingt irgendwann aus, aber durch die lange delayzeit bildet sich erstmal so etwas wie ein loop über eine phrase heraus. hier entsteht keine langeweile, da nicht wirklich gleiche loops existieren.
     
  18. oli

    oli aktiviert

  19. Anonymous

    Anonymous Guest

    Man kann Drums aus verschiedenen Quellen/Geräten benutzen. Bassdrum hier, Snare da, ect.
    Dementsprechend jeweils anders effektieren und/oder Filtern. Da können dann auch ganz dröge Loops sehr lebendig gehalten werden.
     
  20. LowFreq

    LowFreq aktiviert

    Ganz interessantes Thema wirft Du da auf maffyn, ich habe eben das "clapping music" Video angeschaut, die Theorie passt sehr gut zu Drums meiner Meinung nach.
    Einfach mal einen 3/4 Loop basteln und den Rest der Drums auf 4/4 legen, natürlich auch die Velocity beachten, denn das macht viel aus wenn die Elemente nicht immer gleich anschlagen.
     
  21. Nick Name

    Nick Name engagiert

    Hat das nicht Steve Reich in einem seiner frühen "Violine Phrases" gemacht!? Ich denke schon...
     
  22. maffyn

    maffyn -

    steve reich kennt natürlich diese ganzen techniken! der hat ja auch studiert;-))

    ab 1899 kannte man in europa dann hier auch übrigens die gamelanmusik (debussy hat sich damit auseinandergesetzt und klavierstücke adäquat geschrieben). auch da wird sich ja mit dem phänomen patternenetwicklung auseinandergesetzt. wäre ein weiterer hinweis auf möglichkeiten der umsetzung und arbeit mit pattern. phillip glass dann gleich noch mit erwähnt.
     
  23. PySeq

    PySeq eingearbeitet

    Das war auch die interessanteste Passage in der Arte Jarre-Doku. Ich hab' das gerade mal 'rausgeschrieben:
    Meine Idee dazu: Was, wenn man Parameter wie Filter-Cutoff und Resonanz von einem Apfelmännchen-Algorithmus steuern lassen würde, so daß es organisch wird? Dann müßte man das nicht (wie noch in den '70ern) von Hand machen.
     
  24. maffyn

    maffyn -

    es wäre schon viel gewonnen, überhaupt alghorhythmen statt wellenformen für die modulation zu nehmen...
    analoge technik hat das eben manchmal schon eingebaut;-)
     

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