Ermittlungen gegen Korg und Roland

Horn

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Lohnt sich ja garnicht sich aufzuregen. Geht im Kern nur darum, was im gesetzlichen Rahmen erlaubt ist und was nicht. Trotzdem darf selbstverständlich jeder eine Meinung dazu haben und es OK oder nicht OK finden.

Zwei paar Schuhe.
Ich glaube nicht, dass das, um das es hier geht, bei uns verboten ist, denn sonst müssten die von mir genannten Autohersteller, oder im Musikbereich eben auch Fender oder Yamaha usw. längst mit Klagen überzogen worden sein. Ich habe mich da mal mit einem kleineren Händler in Aachen drüber unterhalten, der mir ganz klar sagte: Ein Vertrag mit Fender schützt uns in unserer Existenz, weil er verhindert, dass die großen T und M und B uns ständig preislich unterbieten.
 

N.E.one

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Nennt sich Markt...
Grundsätzlich richtig. Wir reden hier allerdings über Produkte, die nur einen sehr kleinen Nischenmarkt bedienen (auch wenn die Filterblase des Forums einem manchmal suggeriert, dass in jedem Haushalt inzwischen eine Behringer TD-3 steht...).
Es ist doch in D schon lange so, dass Thomann durch seinen florierenden Onlinehandel allen kleineren Anbietern die Preise quasi aufdrückt, Justmusic z.B. passt die Preise immer an Thomann an, um konkurrenzfähig zu sein. Vorgegebene Mindestpreise von den Herstellern sind von daher einerseits existenzsichernd für die Hersteller, andererseits genauso für die kleineren Anbieter der Produkte.
Und gerade bei den Synthies von Korg korrigiert sich der Straßenpreis doch immer recht schnell nach unten im Vergleich zur ursprünglichen UVP, das sind ja schon Rabatte, die dem Kunden entgegenkommen. Vor Release Vorbesteller nehme ich hier explizit aus ;-)

Eine komplett freie Preisgestaltung würde jedenfalls Händlern wie Thomann einen derart großen Vorteil verschaffen, dass das Antesten im Laden um die Ecke wegen Schließung der Läden bald nicht mehr möglich wäre.
 
Ich glaube nicht, dass das, um das es hier geht, bei uns verboten ist, denn sonst müssten die von mir genannten Autohersteller, oder im Musikbereich eben auch Fender oder Yamaha usw. längst mit Klagen überzogen worden sein. Ich habe mich da mal mit einem kleineren Händler in Aachen drüber unterhalten, der mir ganz klar sagte: Ein Vertrag mit Fender schützt uns in unserer Existenz, weil er verhindert, dass die großen T und M und B uns ständig preislich unterbieten.
Der Handel hat auf jeden Fall weitreichende Autonomie was das Bestimmen von Preisen im Markt anbelangt. Dennoch ist es klar und nachvollziehbar, dass es hier Interessenkonflikte mit den Herstellern gibt und diese nach Mitteln und Wegen suchen ihren Einfluss geltend zu machen.

Hast du den verlinkten Artikel gelesen? Der fasst die rechtlichen Rahmenbedingungen eigentlich ganz gut zusammen. Neben diesen Grundsätzen (also was erlaubt und verboten ist, Stichwort „unverbindliche Preisempfehlung vs. Mindestpreis) gibt es selbstverständlich eine große Vielfalt an Regeln, Ausnahmen, etc. Hinzu kommen sicher auch unausgesprochene Übereinkünfte zwischen Geschäftspartnern (ich tu dir nichts wenn du mir nichts tust).

Vielleicht möchte hier ein Jurist Stellung nehmen.
 
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Kevinside

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Leider nicht mehr in meinem Kopf, aber gab es da nicht auch was mit Apple?... Eins ist sicher... Appler Reseller haben die Arschkarte gezogen...überspitzt formuliert...
 

Horn

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Leider nicht mehr in meinem Kopf, aber gab es da nicht auch was mit Apple?... Eins ist sicher... Appler Reseller haben die Arschkarte gezogen...überspitzt formuliert...
Apple erlaubt den Vertragshändler - und es gibt nur Vertragshändler - nur sehr kleine Gewinnmargen. Illegal ist das offensichtlich nicht, aber unangenehm für die Händler mit Sicherheit doch. Meines Wissens leben die hauptsächlich vom Service. Ist aber bei den von mir schon mehrfach zitierten Autoherstellern auch nicht anders.

Übrigens haben Hersteller ein Interesse daran, dass ein weit verzweigtes Händlernetz weniger mit den Gewinnmargen an den Produkten verdient als einen guten Service für die Kunden bietet.
 
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N.E.one

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Hast du den verlinkten Artikel gelesen? Der fasst die rechtlichen Rahmenbedingungen eigentlich ganz gut zusammen.
Der Artikel suggeriert aber auch, das der Kunde (insbesondere im Onlinehandel) ein Recht auf regelmäßige Rabatte hätte. Dafür gibt es meiner „nicht-juristisch-ausgebildeten“ Meinung nach keine rechtliche Grundlage.
Aber einfach mal abwarten...
 
Der Artikel suggeriert aber auch, das der Kunde (insbesondere im Onlinehandel) ein Recht auf regelmäßige Rabatte hätte. Dafür gibt es meiner „nicht-juristisch-ausgebildeten“ Meinung nach keine rechtliche Grundlage.
Aber einfach mal abwarten...
Er hat natürlich kein Recht auf Rabatt per se. Aber wenn ein Händler ihm Rabatt gewähren möchte, muss er das grundsätzlich auch dürfen.
 
Ja, führt dann aber in so einem kleinem Marktsegment leider fast zwangsläufig zur Verdrängung der „Kleinen„, wie oben schon geschrieben. Fände ich persönlich traurig
Hier geht es glaube ich wirklich in die juristischen Details. Stichwort „Vertriebsbeschränkungen“... diese können im einzelnen zulässig (bestimmte selektive Vertriebssysteme) oder unzulässig sein.

Im Zweifel entscheiden eben Gerichte.
 

Kevinside

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Oder Greta selbst hat das Zepter geschwungen, weil ihr Korg Kronos zu teuer war... Aber eigentlich riecht es gerade zu nach AFD... Die haben nämlich grundsätzlich was gegen ausländische Hersteller, vorallem wenn sie nicht blond und blauäugig sind...sowie der Uli :)
Ich möchte hier klarstellen... der erwähnte Name Uli hat nichts mit der Firma Behringer zu tun, sondern wurde von mir gewählt, weil ein Freund Uli heißt und dem zuvor genannten Profil entspricht...
Jegliche Verbindung verneine ich hiermit und möchte betonen, daß es eine private Meinung ist, die durch das deutsche Grundegesetz geschützt ist...Danke

Was mich interessiert... Sowohl Korg Produkte als auch Roland Synths werden doch schon weit unter UVP verkauft... (Beim Prologue 16 ist das 1999 Euro UVP, verkauft wird er aber mittlerweile für 1439 Euro beil allen großen Händlern) Ist das dann kein Rabatt und würde bedeuten, ein Rabatt würde noch einen niedrigeren Preis ermöglichen...
 
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Was mich interessiert... Sowohl Korg Produkte als auch Roland Synths werden doch schon weit unter UVP verkauft... (Beim Prologue 16 ist das 1999 Euro UVP, verkauft wird er aber mittlerweile für 1439 Euro beil allen großen Händlern) Ist das dann kein Rabatt und würde bedeuten, ein Rabatt würde noch einen niedrigeren Preis ermöglichen...
Das ist ein Rabatt. In diesem Fall wird er von allen großen Händlern in ähnlicher Höhe gewährt. Zu welchem Preis sie beim Großhändler oder Hersteller einkaufen ist dafür erstmal egal. Übrigens... Der UVP ist genau das: unverbindlich.
 

Horn

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Was mich interessiert... Sowohl Korg Produkte als auch Roland Synths werden doch schon weit unter UVP verkauft... (Beim Prologue 16 ist das 1999 Euro UVP, verkauft wird er aber mittlerweile für 1439 Euro beil allen großen Händlern) Ist das dann kein Rabatt und würde bedeuten, ein Rabatt würde noch einen niedrigeren Preis ermöglichen...
Doch, das sind eben solche Rabatte. Ob jetzt mit Einverständnis von Korg oder nicht, wer soll das beurteilen - außer Insidern?
 
Wer es genauer wissen will (das Thema ist durchaus komplex), dem kann ich den folgenden Überblick zum Thema Kartellrecht empfehlen. Dort wird anhand verschiedener Beispiele erklärt, auf welche Arten (legal oder illegal) man den Wettbewerb oder die freie Preisbildung beschränken kann:

Überblick Kartellrecht

Hier werden die folgenden Themen / Beispiele behandelt:
 
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Bei VW wäre ich vorsichtig, da ist Gate sicher 6,3 statt die angegeben 5V! Dafür sind alle Modelle Monoxid-kompatibel!
VW nur weil es Up-Sprachen waren, oder vielleicht E-Up-Sprachen.
Das sind diese subtilen Behringer vs K.Org & Roland Sachen, die uns total bewegen - gerade jetzt. Also ich schick immer an die Mods raus, wie unsere Gedanken da sind und die haben immer meine Ansichten, nach dem Briefing. Das klappt schon und es winkt ein ID3 für alle. Was will man mehr.

Sie haben uns 10 Rollen Klopapier versprochen.
Ich bin ja sowieso bekennender Roland Feindboy, und Korg ... ja, würd ich natürlich auch live niieee benutzen, Pinzettensache.

Aber mal im Ernst - es ist schon so, dass Synthfirmen auch keine Retter sind. Das sind alle Firmen und Firmen sind wie Kirchen - irgendwann wird da anders gearbeitet als das eigentlich mal geplant war, da ist dann auch Gott, der Boss oder das Geld halt .. ach, was weiss ich schon.

Aber - sicher ist - Synthesizerhersteller sind auch keine besseren Menschen - egal wo sie herstellen und so weiter.
Man kann insgesamt mal nachdenken, wie viel man abgibt, wenn man alles sehr woanders herstellen lässt, in D ist man da ja sehr wenig bedacht, selbst Trump denkt da mehr drüber nach, wie abhängig das macht und vorallem - wie das läuft. Mundschutz, Synthesizer, DSL-Router - alles Waren. Kann man drüber nachdenken und fänd das nicht so falsch, wenn man überlegt, was vielleicht idealer wäre und so. Das wäre am Ende dann Markt/Kapitalismuskritik oder auch Soziale Marktwirtschaft II oder Gemeinwohl oder was auch immer. Naja, aktuell ist es Ziel den Gewinn zu maximieren - erstes und oberstes Ziel.

Also - da sollte man nicht denken, dass einige da heiliger sind als andere.
"Wir tun nichts böses."
Virtunell mit Licht hinten vom Zug der entgegenkommt.

Hätt auch hier passieren können? Oder niemals?


*Ja, einige werden das nicht lesen können, die bitte ich einfach nichts zu sagen. Fehlt dann halt der Converter im Hirn, biete ich für 102909€ dann an. *G*

Industrie ist lieb.
 

micromoog

Rhabarber Barbara
Ich „predige“ ja des Öfteren, dass an allen elektronischen Geräten die wir verwenden Blut klebt - selbst da wo „Bio“ draufsteht, daher verstehe ich oft den (Schein)-Heiligenschein nicht, den sich manche hier gerne aufsetzen.
 
Habe mir mal durchgelesen wie es bei Casio und Fender war.. Schon heftig, was so alles im Hintergrund passiert und noch heftiger, dass es so lange braucht um ans Licht zu kommen.
So sieht’s aus. Es geht um Wettbewerbs- und Kartellrechtsverstöße. Das kann eine Weile lang gutgehen, bis es eben mal einen Benachteiligten gibt, der von der Sache Wind bekommt und bereit ist, die betreffenden Behörden einzuschalten oder selbst ein Gerichtsverfahren anzustrengen.

Ich kann es mir nicht verkeifen, aber das Musikervölkchen ist schon manchmal etwas naiv was solche Dinge anbelangt :) Wenn ich hier so Sachen lese wie "die brauchen doch die Mindestpreise, weil es denen sonst so schlecht geht" und ähnliches...
 
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