Fette/verzerrte Bass und Lead Sounds mit KORG Radias?

Dieses Thema im Forum "Sound / Tutorials" wurde erstellt von Leibregime, 10. Mai 2010.

  1. Bin in meiner verzweifelten Suche über dieses schöne Forum hier gestoßen und muss sagen: Hier gefällts mir ! :supi:

    Ich spiele jetzt schon seit geraumer Zeit mit elektronischen Musikinstrumenten rum. Angefangen von ner Roland MC-909 (ja, das Ding gibts immer noch) bis hin zu ner KORG Triton Extreme waren das aber (großteils) ROMpler. Zwar ist die Triton mit nem MOSS Board upgegradet und n MicroKORG hat sich auch hier verloren, aber so richtig mit analog modelling fing ich erst an als ich mir vor Kurzem meinen KORG Radias gekauft hab.

    Prinzipiell bin ich ja sehr zufrieden mit dem Gerät und da meine Richtung in Industrial/Noize geht ist von Waveshaping bis Bitcrushing eigentlich alles an Bord.
    Allerdings kommt mir vor, dass sich die Radias sehr schwer mit fetten/verzerrten/dreckigen Sounds tut. Ich war riesen Fan des Stereo Decimator Effekts auf der Triton Extreme, aber selbst dieser Effekt kommt mir bei der Radias etwas dünn vor.

    Zu meiner Frage: Hat jemand Erfahrung mit dem Gerät und kann mir vielleicht ein paar Tipps geben wie ich aus dem Gerät mehr Power quetschen kann?
    Mal zum Anfangen wollte ich etwas Richtung "Justice" Bassline ausprobieren, aber irgendwie kommt alles insgesamt immer zu brav aus den Monitoren.
    Vielleicht hat ja jemand n Beispiel in die Richtung und kann mir die ungefähren Einstellungen dazu verraten damit ich versuchen kann den nachzuprogrammieren und mein Problem mit dem Synthesizer zu erkennen und evtl. zu umgehen.

    Ich würds sehr schade finden wenn der Synthesizer hier im Studio verstaubt da ich ihn in der kurzen Zeit schon sehr lieb gewonnen habe.

    Wäre toll, wenn mir hier jemand aus der Ecke helfen könnte ;-)

    Greetz Leibregime
     
  2. Moogulator

    Moogulator Admin

    Verwende die EQs, Vorsättigung, Amp Saturation ähnliche Dinge, Vorfütterung und Pegel. Der kann sehr gut auch wuchtig bis DnB'ig oder EBMig.
     
  3. Anonymous

    Anonymous Guest

    :hallo:

    Verzerrer mögen nicht unbedingt viele Frequenzen gleichzeitig am Eingang, das gibt gerne Brei.
    Da kann man vorher etwas ausdünnen und eventuellen dann eine Resonanz reindrehen, die die Frequenz bestimmt, bei der gezerrt werden soll. Und nicht schon mit Brei reingehen - eher nur ein Oszillator, kein Chorus, kein Unsiono.

    Und hinter dem Verzerrer klingt es gerne mal etwas unspezifisch Breitbandig. Dem gemeinem Katzendämler ( :katzendarm: ) hat der Händler dafür einen Verstärker verkauft, dessen Lautsprecher alles andere als linear ist. Wir schrauben ja lieber selber: Ein bis zwei kräftige Peaks reingedreht (im Bereich knapp 1 bis 3kHz) verpasst dem Klangbild schon mehr Farbe.
    Die Höhen (Gitarre hat nix über 8kHz) sind gerne mal ziemlich zerlegt, das kann man gut entsorgen, und eventuell auch insgesamt etwas runterpegeln.

    Wenn es dann zu hart und irgendwie "selbstgebastelt" klingt, dann ist eine kleine Prise Chorus *dahinter* hilfreich.
     
  4. Moogulator

    Moogulator Admin

    Vielleicht muss man dazu noch sagen, dass der Radias und noch viel viel mehr sein Vorgänger ihre Lebendigkeit aus dem Verzerrdings im Amp-Bereich ziehen und dem allgemein recht frechen Grundklang des MS2000. Der Radias ist da etwas cleaner, aber man kann da nachhelfen. Das besondere ist hier einfach, dass man hier an anderen Stellen ansetzen kann und sollte.
     
  5. Erstmal danke für die schnellen Antworten! :D

    Nur einen Oscillator verwenden ist auf jeden Fall schon mal ein sehr guter Tipp! Filterresonanz reindrehen...das müsste ich mal ausprobieren. Kann mir aber vorstellen, dass das Endergebniss dann recht quitschig wird?

    Vorsättigung und Amp Saturation sind mir jetzt aber gerade n Fremdbegriff. Ist damit das gezielte übersteuern vom Audiosignal mit einem Compressor o.Ä. gemeint?
    Könnte vielleicht eine blöde Frage sein, aber wer nicht fragt der lernt nichts. :roll:
     
  6. Moogulator

    Moogulator Admin

    Naja, der Radias ist digital und simuliert eher nicht so viel davon. Aber generell kannst du mit hohen Pegeln einen anderen Sound bekommen als mit niedrigeren. Beim Radias gibt es in der Amp-Sektion aber so Sättigungs und Amp-Simulationen, die ein bisschen helfen, die andere Ecke ist der EQ, der schon im Microkorg ein Geheimtipp ist. Schau mal da nach.
     
  7. Werd ich gleich mal n Bisschen herumexperimentieren! THX :supi:
     
  8. Anonymous

    Anonymous Guest

    Wenn du alles richtig machst nennt man das dann Acid :wegrenn:


    play / link
    (Witze erklären ist doof, aber hier sei mal der Hinweis gestattet, das mal als Persiflage gemacht wurde. Das Gequietsche kommt aus dem Korg Z1, dem Filter (mit Resonanz) und dem Verzerrer in dessen Effektsektion und dessen Filter. )
     
  9. Summa

    Summa wibbly wobbly timey wimey

    Hast du da mal 'nen Link zu? Beispiel, Youtube etc.?

    Ueblicherweise wuerd' ich's mit 2 parallen geschalteten gestimmten (Keyfollow) Bandpaessen (ein BP fuer den Bass Bereich einen fuer die Hoehen) bei hoher Resonanz auf Shaper/Saturator probieren, der Radias soll da ja diverse Kurven besitzen. Funktioniert auf jeden Fall recht gut mit Massive, dessen Oszillatoren sicher ein klein wenig obertonreicher als die vom Radias sind...
     
  10. @ Summa

    Also der Basssound hinter dem ich gerade her bin ist der von dem Justice Song Waters of Nazareth.

    Habe mit meinem Bandprojekt ja schon ähnliche Sounds gemacht (auf http://www.myspace.com/coldfleshcolony bei den Songs Into the Abyss und Noizecore Zombies ist das der Bass Sound den ich bis jetzt angesteuert habe) nur kamen die eben aus der MC-909 und der Triton. Da ich auf der Radias aber mehr Möglichkeiten habe direkt in den Sound einzugreifen wollte ich mir dort einen Preset erstellen um mir ein Bisschen mehr "kreativen Freiraum" zu schaffen.

    Massive habe ich auch hier am Rechner, allerdings sind Softsynths immer meine allerletzte Ausweichmöglichkeit wenns auch mit der Hardware funktioniert. ;-)
    Aber thx auf alle Fälle für den Vorschlag mit den Bandpassfiltern. Klingt einleuchtend :P
     
  11. Moogulator

    Moogulator Admin

    Tipp: Videos von YT? Einfach YoutubeURL drücken und die URL pasten. ;-)
     
  12. thx :supi:
     

    Anhänge:

  13. Summa

    Summa wibbly wobbly timey wimey

    Die Distortion klingt stark nach 'ner etwas aufwendigerem, aus dem Grund haben sie wohl den groessten Teil des Tracks damit bearbeitet ;-) Mit 'nem einfachen Sine Shaper oder Saturation Algorithmus geht das eher nicht, zumindest nicht ohne zusaetzlichem Feedback etc. Vielleicht findet sich ja was passendes im Summen FX-Bereich des Radias, klingt ein wenig nach AMP Emulation...
     
  14. Da wird sich schon was finden lassen! ;-)
    Die Effektsektion des Radias ist ja recht reichlich bestückt und mit den Tipps die ich so aufgeschnappt habe bin ich der Lösung auf jeden Fall schon ein ganzes Stück näher.
    Wenn alle Stricke reissen schleif ich das Audiosignal einfach in die MC-909 ein und benutz die Distortion Kette die ich dort eingerichtet habe...das Gerät bietet was das betrifft etwas deftigere Kost :mrgreen:

    Danke euch Jungs auf alle Fälle für die Hilfe
     
  15. Moogulator

    Moogulator Admin

    Es ist nur ratsam zuerst mit Synthesemethoden zu arbeiten, dann mit Tricks und dann erst mit FX, damit man die frei hat. Allerdings hat der Radias ja für jeden Sound FX, deshalb ist das schon ok.
     
  16. klingt irgendwie lustig :lol:
     
  17. snowcrash

    snowcrash aktiviert

    beim radias finde ich in der effektsektion die distortion recht gelungen. trick dabei sind die EQs die bei den distortioneinstellung selbst vor und nach der verzerrung eingestellt werden koennen. muss man etwas herumprobieren, aber so justice-maessiges geht auch in verbindung mit bitcrusher sehr gut. ein trick um "feedback" zu simulieren waere zB mit dem zweiten filter in parallel einen selbstresonierenden filter "reinzumischen". wenn dann die obertoene in der verzerrung zu kippen anfangen kann man schon sehr bewegte und interessante zerrsounds rausbekommen.

    ein tipp noch: eher triangle oder sinus shapes in verzerrung schicken, bei saw oder pulse tut sich sonst gleich mal zuviel in den obertoenen und es wird schnell matschig.
     
  18. Nur zum Verständnis, möchte mal schaun, ob ich das überhaupt kapiert habe ;-) : Mit "Keyfollow-Bandpässen" meinst du zwei Frequenzen im EQ, die ich mit schmaler Resonanz anhebe und per Automation den Bassnoten folgen lasse? Und danach schalte ich einen Saturator in die Gerätekette?
     
  19. Summa

    Summa wibbly wobbly timey wimey

    Schon richtige Filter keine EQ Baender, Keyfollow bedeutet dass die Frequenz der beiden Filter der Tonhoehe der gespielten automatisch folgt (der Parameter nennt sich bei deinem TI genauso), was ein EQ nur bei den wenigsten Synths macht. Der Effekt kann natuerlich auch ein Summeneffekt sein, dann laesst sich der Sound halt nur monofon spielen, was bei 'nem Bass nicht so tragisch ist...
     
  20. Ah, danke, wieder was dazugelernt. Noch eine Frage: Ist es deiner Meinung nach generell sinnvoll, die Key Follow - Funktion beim Bass einzuschalten, oder beschränkt sich das auf bestimmte Genres / Styles?
     
  21. snowcrash

    snowcrash aktiviert

    keyfollow ist eine wesentliche grundfunktion von filtereinstellungen bei jeglicher art von sounds. wichtig fuer den anfang ist zu erkennen was fuer auswirkung das tracking hat. bei radias wirkt der regler im bereich von +-2 oktaven was am anfang etwas irritieren kann. auf halber einstellung nach rechts trackt die filter-cutoff frequenz ueber eine oktave, was meist die standardeinstellung fuer synthetische klaenge sein kann. anonsten halt einfach nach gefuehl einstellten: sollen hoehere basstoene eher dumpfer klingen, dafuer tiefere schoen britzeln kann mach auch mal in den negativen bereich gehen. aber immer in relation zur gesamt-cutoff frequenz justieren und nachregeln, dann kommt man eher auf brauchbare ergebnisse.
     
  22. Summa

    Summa wibbly wobbly timey wimey

    Keyfollow bzw. gestimmte Filter (was ja nur eine der vielen Funktionen des Keyfollow-Parameters ist) sind in diesem Fall sinnvoll, weil die Bandpassfilter aehnlich zwei Oszillatoren/Operatoren eines FM-Synths verwendet werden und Waveshaper/Saturator 'nen Traeger (bei 0Hz, was aber erst mal nicht so wichtig ist) ersetzt, da erzeugen kleine Abweichungen der Verhaeltnisse zwischen Filter- und Oszillatorfrequenzen schon groessere Veraenderungen im Klang. Die Nutzung des Keyfollow-Parameters haengt individuell von der Funktion des Filters und praktisch gar nicht von Genre oder Soundtyp ab...
     
  23. kannst ja auch mal bei Jexus in den Youtube channel reinhören. Der hat just ne Radias Demo eingestellt. Ich finde, dass der Typ immer wieder klasse Sounds abliefert.

     
  24. lol Genau so haben meine Träume ausgesehn...so ein paar Tage bevor der Radias endlich bei mir angekommen ist :mrgreen:

    Der Basssound bei 4:02 is Hammer. RIchtig schön catchy! Gleich mal ne Klangfrage: Wie bekomm ich den hin? :D
     
  25. Inwiefern wirkt sich dann eigentlich das Verhältnis von Keyfollow und vorheriger Cutoff-Einstellung aufeinander aus? Ich hab gestern mal mit einer Bassline herumgespielt, die eigentlich schon fix fertig war, und Keyfollow draufgelegt... schräge Action, schräger Klang
     
  26. Anonymous

    Anonymous Guest

    Der Keyfollow addiert sich zum Cutoff - daher verschiebt sich der (fast) immer, wenn man den hinzugibt. (Je nach dem wo der "Nullpunkt" ist, bleibt es nur bei genau dem Ton gleich. Das ist entweder der tiefste oder einer in der Mitte der Tastatur. )
     

  27. Wow, finde das ist das Beste, was ich vom Radias bisher im Netz gehört habe. Cooler Typ! :supi:
     

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