Frage zu Midi-Kabel

Dieses Thema im Forum "Studio" wurde erstellt von Saschaaa, 30. August 2011.

  1. Saschaaa

    Saschaaa Tach

    Macht es einen unterschied, ob ich ein billiges Midi-Kabel verwende, oder ein teureres?

    Hab bald daheim den Rm1x, die Jomox Mbase 11, und eine x0xb0x.
    Will die natürlich per Midi verbinden, deswegen frage ich ;-)

    Welche würdet ihr empfehlen? Sind die SSSNAKE von Thomann ausreichend??


    Danke
     
  2. serge

    serge ||

    Ich benutze die Cordial-MIDI-Kabel von Thomann: https://www.thomann.de/de/cordial_cfd_18_aa.htm
    Zum einen sind die Steckergehäuse aus Metall, ich kann sie also mit einem CD-Permanent-Marker beschriften und mit Alkohol die Beschriftung wieder problemlos entfernen,
    zum anderen sind die Metallgehäuse deutlich schmaler als Plastikgehäuse anderer Kabel, daher passen die Dinger auch ohne Schnitzarbeiten durch etwas engere Gehäuseöffnungen.

    Falls Dir das nicht wichtig ist, solltest Du zumindest drauf achten, dass nur 3 der 5 Pole des DIN-Steckers verbunden sind.
    Das ist bei den Cordial-Kabeln der Fall, bei den Sssnake-Kabeln sind dagegen alle 5 Pole belegt, was zu Brummproblemen führen kann.
     
  3. Ich benutze seit Jahren die billigsten Kabel des jeweiligen Anbieters und bis dato war immer alles ok ;-)
     
  4. Bernie

    Bernie Anfänger

    Wie kann das Brummen? Sind doch alles Digitalsignale.
     
  5. serge

    serge ||

    Vollbelegte MIDI-Kabel können – je nach angeschlossenem Gerät – eine weitere Masseverbindung bilden, schon kann es im Audiosignal brummen.

    Was die Preise betrifft: Cordial-MIDI-Kabel sind rund ein Drittel teurer als vergleichbare Sssnake-MIDI-Kabel.

    [EDIT: Satzteil fehlte]
     
  6. snowcrash

    snowcrash Tach

    Naja, bei aktuellen Geraeten ist mir das noch nie passiert, also Brummschleife ueber Midi... zudem hat ja auch ein 3 Poliges Midi-Kabel eine Masseverbindung. Denke dass das eher ein spezielles Problem der Geraetekombination war, aber gut zu wissen wenn mal so ein Problem auftritt.
     
  7. Summa

    Summa wibbly wobbly timey wimey

  8. serge

    serge ||

    Das Schlüsselwort ist "vernünftig": Wenn man MIDI-Geräte verbindet, bei denen unvernünftigerweise Pin 1 oder 3 einer MIDI-Buchse auf Masse liegen, hat man mit fünfpoligen Kabeln ein Brummproblem.

    Übrigens wird auch in der von Dir verlinkten (danke dafür) Spezifikation der MIDI Manufacturer Association darauf hingewiesen, dass geschirmte, zweiadrig verdrillte Kabel verwendet werden sollen, wie sie für eine dreipolige Verbindung notwendig sind.

    Warum Sssnake trotzdem fünfpolige Kabel (vier Adern plus Schirm) anbietet, vermag ich nicht zu sagen.
     
  9. snowcrash

    snowcrash Tach

    Aja, ein Freund von mir hat mir vor zig jahren mal eine Midithru-Box gebaut, ebenfalls mit Optokopplern, er meinte alles andere wuerde Probleme machen.
     
  10. Was für ein Gerät wäre das denn? Mir ist offengestanden noch nie ein Gerät unter die Finger gekommen, das die Hardwareanforderungen der MIDI-Norm nicht korrekt befolgt hätte.

    Weil die millionenfach produziert werden. Ssssnake produziert ja nicht selbst, sondern vergibt labeling-Aufträge an "Weissware"-Hersteller.
     
  11. serge

    serge ||

    Wenn mich meine Erinnerung nicht trügt, hatte ich in einem Verbund aus Atari 1040, Waldorf MicroWave 1, Oberheim Xpander, Waldorf MIDIBay, Roland R-8, Yamaha SPX-900 und Yamaha KX5 mit Brummproblemen aufgrund fünfpoliger Kabel zu tun. Welches Gerät da nun die Hardware-Anforderungen nicht befolgt haben mag, kann ich allerdings nicht mehr sagen.

    Aufgrund dieser Erfahrung möchte ich meine Hand nicht dafür in's Feuer legen wollen, dass jedes jemals produzierte MIDI-kompatible Gerät in allen Revisionen die MIDI-Hardware-Anforderungen erfüllt hat.

    Wie aus den MIDI-Spezifikationen hervorgeht, sind dreipolige Kabel spezifikationsgerecht. Sssnake könnte auch dreipolige Kabel millionenfach produzieren, warum man stattdessen millionenfach nicht-spezifikationsgerechte fünfpolige Kabel produziert, weiss ich nicht.

    Ausgangspunkt dieses Threads war ja die Frage, ob Sssnake-MIDI-Kabel empfehlenswert seien. Ich halte sie nicht für empfehlenswert, da sie nicht der Spezifikation entsprechen.
     
  12. Aaah, da haben wir es. Das waren diese grausamen hintenreinsteckfreinhandgelötet-MIDI-Portextender. Ja, die konnten sowas.


    Weil es da auch nach 40 Jahren Cinch in der Hifi-Industrie immer noch um Millionen Stereo Hifi-Kabel geht, und nicht um MIDI-Kabel. Die Anwendung für MIDI ist nur ein lustiger Sondereinsatz.


    Ich kann dazu nur sagen: ich verwende NUR 5polige HiFi-Kabel vom "elektronikfachmarkt des tiefsten Preises". Ich verwende diese mit einer Länge bis zu 15 Metern. Wenn ich mal auf eines drauftrete, dann geht ein 2,40Euro Kabel kaputt und und kein Cordial-Kabel mti Rean-Steckern für 6 Euro. Ganz davon abgesehen, dass ich die Cordialkabel aus einem einfachen Grund für anfälliger halte:
    1.) die Rean-Stecker muss man mit der Hand löten -> Fehlerquelle Mensch.
    2.) die Zugentlastung bei den Reansteckern ist deutlich schlechter als bei den vergossenen kabeln
    3.) Bei Querbelastung, bricht der Reanstecker die Buchse aus der Platine -> Gerät kaputt (ich hatte erst vor zwei Wochen so einen Fall auf der Werkbank). Beim vergossenen Massenwarekabel knickt das Kabel ein. Ist dann zwar kaputt, aber das Gerät ist noch heil.

    Grund 4: bei 5-poligen Kabeln muss ich mir keine Gedanken machen, ob ich das Kabel auch für DIN-Sync verwenden kann, oder nicht.
     
  13. Heinz Schnackensiel

    Heinz Schnackensiel ACCOUNT INAKTIV

    Die übliche Brummschleife wird *nicht* durch 5 polige Kabel verursacht, sondern dadurch, das Pin 2 in der Midi In Buchse normwidrig mit Masse Verbunden ist.
    In den Kabeln ist Pin 2 (normgerecht) beidseitig an den Schirm angeschlossen. (Und zwar bei allen Kabeln)

    Als Midi für PCs gerade aufkam und über den 15 poligen Game-Port und einen Adapter gemacht wurde, waren viele dieser Adapter fehlerhaft: die hatten die Masse auch an Pin 2 von Midi in. Ich halte es für völlig denkbar, das seinerzeit speziellen Midi-Kabel verkauft wurden, die Pin 2 gar nicht oder nur einseitig aufgelegt hatten. *Die* können dann ohne weiteres Brumm eliminieren.

    Der Atari ST hatte eine nicht normgerechte Midi-Out Buchse, da lag auf den eigentlich unbeschalteten Pins 1 und 3 der Midi-Thru an. Die würden mit einem 5 poligen Kabel, auf die (normgerecht unbeschalteten) Pins des Midi-In vom angesteuerten Gerät gehen. *Wenn* dieses Gerät diese Eingänge dann auch normwidrig belegt, dann kann das komische Effekte geben.
    Allerdings wüsste ich nicht, wie man es da (ohne Boshaftigkeit) zu Brumm bringen kann.
     
  14. serge

    serge ||

    Danke, dann hat sich dieses Rätsel aufgeklärt.

    Sicher ist der Markt für MIDI-Kabel im Vergleich zu dem der HiFi-Kabel eine kuschlige kleine Nische, aber dass im HiFi-Bereich immer noch in der Mehrzahl vieradrige geschirmte Kabel (geschweige denn mit fünfpoligen DIN-Steckern) zum Einsatz kommen sollen, würde mich überraschen. Reden wir da nicht eher über aparte Dinosaurier wie Grundig-HiFi-Anlagen aus den frühen 80er Jahren?

    Dafür kann man sie reparieren.

    Das ist in der Tat eklig. Aber was meinst Du mit "Kabel knickt ein"? Reisst Dir denn bei genügend hoher Querbelastung (Stolperfalle auf der Bühne) nicht auch ein vergossenes Kabel mit seiner besseren Zugentlastung die Buchse aus?

    Isch abe gar kein DIN-Sünk.
     
  15. serge

    serge ||

    Ich war nie boshaft zu meinen Instrumenten. Trotzdem gab es damals Brummen, das durch normgerechte dreipolige Kabel verschwand.
     
  16. Heinz Schnackensiel

    Heinz Schnackensiel ACCOUNT INAKTIV

    Hattest du die selber gelötet oder mal nachgemessen?
    Das zwei Geräte die - eigentlich unbeschalteten - Pins 1 und 3 auf Masse legen halte ich für seltsam, während "aufgetrennte Masse" im speziell verkauften Midi-Kabel einfach eher plausibel ist. (Wie gesagt, eine Menge der PC-Adapter waren da fehlerhaft, da wären die echte Problemlöser gewesen. )


    Die Boshaftigkeit bezog sich auf die Gerätekonstruktion - der Midi-Thru hat 220 Ohm in jeder Leitung, damit bekommt man keinen Brumm hin, wenn man nicht gerade einen Audio-Eingang (oder etwas ähnlich dusseliges) auf die Pins legt.
     
  17. serge

    serge ||

    Nein, ich habe damals wirklich nur per Zufall herausgefunden, dass ich mit den "Überspielkabeln" aus der Schublade mir den Brumm hole, mit den – damals sündteuren – "richtigen" MIDI-Kabeln dagegen nicht.
     
  18. Nur, weil sie 5polige Stecker haben? Hier wird die ganze Zeit von 5poligen Kabeln geredet - Seid ihr denn sicher, daß da auch wirklich 5 pole beschaltet sind und nicht nur 3 davon?

    Ich hab mir alle meine MIDI-Kabel vor 20 Jahren aus einem Restposten Projektorsteuerkabel (2adrig abgeschirmt) gebaut, und die tun noch heute, während ich meine Eigenbau-Audiokabel inzwischen alle gegen Cordials ausgetauscht habe.
     
  19. Summa

    Summa wibbly wobbly timey wimey

    Die ersten MIDI Adapter fuer den PC Joystickport verwendeten keine Opto Koppler, funktionierten an neueren Soundkarten dann auch nur noch in eine Richtung. Ich duerfte irgendwo auch noch so ein Teil rumliegen haben.
     
  20. Bernie

    Bernie Anfänger

    Ich hatte nie ein Brummproblem via MIDI, aber gut zu wissen, das es sowas geben kann, hilft vielleicht mal bei der Fehlersuche.
    Früher hab ich manchmal aus der Not heraus alte Hi-Fi Kabel für Midikram genutzt, das funktionierte auch nicht immer richtig. Seit Jahren setze ich Multicores ein und spezielle Midi-Kabel, allerdings auch immer nur die billigen. Bin so immer gut gefahren.
     
  21. serge

    serge ||

    Ja. Fünfpolige Stecker haben alle MIDI-Kabel, bei den Sssnake-Kabeln ist auf der Thomann-Produktseite ausdrücklich von fünfpoliger Belegung die Rede, bei den Cordial-Kabeln dagegen von dreipoliger Belegung.
     
  22. serge

    serge ||

    Kannst Du Dich noch erinnern, was damals nicht funktionierte?
     
  23. Heinz Schnackensiel

    Heinz Schnackensiel ACCOUNT INAKTIV

    Bei langen Kabeln kann(!) es relevant werden, das echte Midi-Kabel ein verdrilltes Adern-Paar (twistet Pair) für das Signal auf Pin 4 und 5 haben müssen.
    Sind die Aus- und Eingänge korrekt aufgebaut (... insbesondere keine CNY17 (o.ä.) Billig-Optokopller in den Eingängen), dann sind die zulässigen 15m Kabellänge auch mit "normalen" Kabeln machbar.
    Im kritischen Fall wird die Übertragung unzuverlässig - was dann in den Geräten beliebige Reaktionen hervorrufen kann, da so etwas doch eher rudimentär bis gar nicht getestet wurde. (Zum Teil kann sich da sogar die (Hardware-)Empfänger-Logik aufhängen. )

    Dabei sind lange Thru-Ketten kritisch, denn das Signal wird zwar elektrisch regeneriert, bekommt aber zunehmend verschobene Schaltflanken. Je nach verbauter Technik ist das unterschiedlich ausgeprägt, das meiste macht der Eingangs-Optokoppler aus. (CNY17=schlecht; PC900=ok; 6N138=gut; 6N137=schnell, geht, schaltet aber mit dem offiziellen Midi-Strom zu knapp)
    Mit der Midi-Latenz hat das übrigens nichts zu tun.
    Es gibt Geräte, die Midi-Thru per Software machen - die verschleifen dann die Flanken gar nicht, sondern stellen sie vollständig wieder her, haben aber zwangsläufig mindestens eine Byte-Länge Latenz.
     
  24. Nur der korrektheit halber: Pin 4 und 5.
    [​IMG]
    Quelle: http://www.midi.org/techspecs/electrispec.php
     
  25. Heinz Schnackensiel

    Heinz Schnackensiel ACCOUNT INAKTIV

    :nihao:
    Fipptehler - habs mal korrigiert.
     
  26. tomcat

    tomcat Tach

    Wenn wir grad beim Thema sind ... irgendwelche Empfehlungen für gute DIN Stecker (zum löten)? Bevorzugt Metallgehäuse. Muss endlich mal mein Midi Multicore fertigbauen....
     
  27. Dann schon die Neutrik/Rean, die auch Cordial verwendet-
    http://www.conrad.de/ce/de/product/742260/
     
  28. tomcat

    tomcat Tach

    Die schauen gut aus. Merci!
     
  29. Ludwig van Wirsch

    Ludwig van Wirsch bin angekommen

    Wie ? mit teuren Midi Kabeln hat man keine 32 Midi Channels ?
     
  30. tomcat

    tomcat Tach

    Nein, aber es klingt viel satter und edler :mrgreen:
     

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