Für was Analoges Mischpult trotz Audio Interface?

Dieses Thema im Forum "Studio" wurde erstellt von Anonymous, 19. November 2016.

  1. Anonymous

    Anonymous Guest

    Für was braucht man heutzutage noch ein Analoges Mischpult,
    wenn man doch ein Audio Interface hat?

    Nehmen wir mal an ich habe ein Interface mit 8 Line Inputs
    und ein Analoges Mischpult mit 8 Line Inputs.
    Ich gehe mit 8 mono Synths in die 8 Line Inputs vom Analogen Mischpult und dann von den 8 Analogen Outputs in die 8 Line Inputs vom Interface.

    Warum geht man dann nicht gleich einfach mit seinen 8 Mono Synths in die 8 Line inputs vom Interface und fertig?
    Da hat man doch weniger Quellen im Signal die verfälschen.
    Warum machen sowas trotzdem manche Heute?

    Würde mich mal interessieren.
    Nur wegen dem direkten Zugriff der Regler? Oder steckt da mehr dahinter?
     
  2. -.-.

    -.-. Guest

    in meinem Fall, genau, wegen der Regler. Die Audiointerfaces sind unterm Tisch eingebaut und haben winzige Regler. Am Mixer kann ich das bequemer aussteuern und muten.

    Ich hatte mir vorher mal ne Mackie Control bestellt, die aber beim besten Willen nicht mit Logic zusammen zum Laufen bekommen und entnervt zurück geschickt.

    ich find's aber auch irgendwie redundant..
     
  3. Anonymous

    Anonymous Guest

    Beim Interface gibt es doch eine Mixsoftware!
    Oder brauchst du was zum richtig Anfassen?
     
  4. Dark Walter

    Dark Walter ||||||||||

    Es gibt bei Mischpulten unterschiedliche Qualitätsklassen. In den hochwertigen Pulten sind sehr gute Preamps und Equalizer verbaut die einzeln bereits mehr als die meisten Audiointerfaces kosten und den Klang enorm bereichern können.

    Was für viele an Mischpulten praktisch ist:
    - Analoge Summierung
    - Routingmöglichkeiten
    - Einbindung von externem Outboard
    - Zumischen von Effekte über die Effektwege
    - Erstellen mehrere Monitormixes
    - Hands on Workflow

    Ausserdem ist es aus Imagegründen für kommerzielle Studios noch immer sehr wichtig ein richtiges Pult in der Regie zu haben.
     
  5. -.-.

    -.-. Guest

    Die Mixsoftware regelt aber für gewöhnlich, bzw. meiner Erfahrung nach nicht die Eingangslautstärke sondern mischt nur die Kanäle zu einem Stereobild zusammen. Das mache ich dann aber ja im Rechner. Einige Interfaces haben darüber hinaus noch ein ausgefeiltes Routing der Ein- und Ausgänge, das über die Software gesteuert wird aber auch das nutze ich kaum.

    Ich fürchte ich brauche einfach was zum Anfassen weil mir das in der DAW oft zu tüdelig ist. Ich habe da alles so ausgesteuert wie es im Mix sein soll und wenn ich meine Ruhe haben will oder mich auf eine Spur konzentrieren ziehe ich einfach am Mischpult Fader runter oder mute da Kanäle.

    Dafür komme ich dann aber auch manchmal durcheinander damit ob ich am Mischpult oder in der DAW EQ's benutze.

    Letztlich ist das bei mir auch historisch so gewachsen, ich hatte zuerst einen Kleinmixer mit Stereo-USB-Interface zum Aufnehmen in den Rechner und brauchte dann mehr Kanäle und wollte aber auch gleichzeitig (wg. Kontrollwahn) alles auch in Mehrspur aufnehmen. Außerdem hatte ich als ich mit dem Modularsystem angefangen habe die Sorge, dass das Eingangssignal für Audiointerfaces zu stark ist und ich über das Mischpult abschwächen muss. Übersteuerung klingt auf jeden Fall am Mackie besser als am Interface... :D

    Aber ich frage mich letztlich auch immer mal wieder ob ich nicht entweder auf die Interfaces (16 Kanäle) oder das Mischpult verzichten könnte oder sollte. Steht ja alles im Wohnzimmer...
     
  6. mysputnik

    mysputnik relaxed!

    Ich stehe gerade auch vor dieser Entscheidung und werde mein Mischpult, ein Allen & Heath GL2 abschaffen. Es ist zwar schön, mit den Fader zu arbeiten, aber ich will deutlich weniger Zeug rumstehen haben. Ich habe auch nur ein 2kanaliges Interface (Metric Halo) und schicke das Signal zum recorden über die Subgruppe zum Interface.

    Ich will wieder alle Synths direkt am Interface haben. Habe mir jetzt das Fireface UFX plus ausgeguckt. Ich denke ich werde das Mischpult nicht vermissen.


    mobil gesendet
     
  7. sbur

    sbur |

    Möchtest Du die Frage für Dein kleines 8-Kanal-Szenario beantwortet haben oder stellst Du allgemein die Sinnfrage im Bezug auf analoge Mischpulte?

    Die Beantwortung der Frage hängt auch von Deiner Arbeitsweise ab. Ein Mischpult zum Tracken von 8 Kanälen einzusetzen, um dann direkt auf die 8 Kanäle des Interfaces zu gehen erscheint wenig sinnvoll. Es sei denn Du brauchst genau die Eigenschaften der Preamps des Pultes und das auch noch gleichzeitig. Interessanter wird der Einsatz von guten analogen Pulten schon beim Mixing oder Summing. Wenn Du ohnehin alles im Rechner machst und das auch gut findest, dann brauchst Du wohl kein Mischpult.
    Ein anderes Szenario wäre Live-Recording von Performances. Das geht sicherlich auch mit Controllern, aber vielleicht möchte man ja auch mal etwas ohne Rechner machen.
    Wie oben schon erwähnt kann man mit Mischpulten Outboard sehr gut einbinden. Vor allem im Hinblick auf modulares Equipment, siehe API 500, SSL X-Rack etc. Was genau für solche Hybridstudios entwickelt wurde.

    Auf jeden Fall wirst Du beim 9 Audiosignal anfangen umzustecken oder eine Patchbay anschaffen. Oder Du hast ein Mischpult, das ein vernünftiges Routing ermöglicht, ob analog oder digital. Oder aber Dein Interface hat 16 Eingänge. Da kommt man dann aber langsam in die Region wo DSUB25 Stecker und Buchsen verwendet werden. Da steigen dann die Folgekosten für die Kabel etc.

    Warum macht man das heute noch? Wahrscheinlich aus ähnlichen Gründen warum man sich einen Minimoog Model D Reissue kauft, Vinyl hört oder bei Manufactum und auf dem Markt einkauft.

    Noch ein Edit, ich persönlich möchte so wenig wie möglich am Rechner machen, also mehr oder weniger den Rechner nur als Recording-Tool verwenden. Tracken je nach Signal möglichst direkt oder über entsprechende Preamps, Mixing und/oder Summing analog über das Pult.
     
  8. psicolor

    psicolor Busfahrer und Bademeister

    Damit man einfach loslegen kann, auch wenn der Computer grad nid geht oder noch bootet oder sowas.
    Außerdem hat man gleich einen passenden Controller eingebaut.
     
  9. ESQ

    ESQ ..

    Für was braucht man einen Ferrari? Kaufe was dir Spaß macht, denn das Leben ist kurz und das Geld ist bald nichts mehr wert. Wenn GAS da ist und Kohle - hau sie raus :mrgreen:
     
  10. hairmetal_81

    hairmetal_81 Mitglied in Capt. Obvious' Lambada-Testlabor


    Kann die DAW bzw. der DSP im Interface.




    Kann die digitale DSP-Patchbay im Interface ...oder die klassisch-analoge Patchbay.




    Ist bei Billigpulten leider kaum klangverbessernd... :dunno:




    Mischpult-Controller! :adore:






    ...die Image-Gründe kehren wir mal sanft und ganz unbemerkt unter'n Teppich, in Ordnung? :mrgreen: :warichnich:


    ;-) [​IMG]
     
  11. mnb

    mnb -

    hab ich mich am anfang des jahrtausends auch gefragt, und das fuer mich damit beantwortet den dicken behringer-mixer aus dem rack raus-, und eine kleine patchbay reinzuschrauben.
    mehr als 1 instrument spielt man eher nicht zur zeit, und nach dem spielen liegt es als audiospur im rechner. (und ein paar jahre spaeter kam dann das ganze rack in die abstellkammer...)

    kommt natuerlich auf die anwendung/arbeitsweise an, wenn man live, mit sequenzer(n) oder band mehrere spuren gleichzeitig braucht, ist
    ein mixer schon sehr sinnvoll, und bei sehr vielen kanaelen auch preiswerter als ein rechner mit entsprechendem audiointerface und controller. (und laeuft ggf. auch stabiler...)

    fuer den genannten 8-spur fall sehe ich auch keinen sinn in einem analogmixer. (erst wenn man die 9. spur braucht)
     
  12. Dark Walter

    Dark Walter ||||||||||

    Ich hatte die Frage im generellen verstanden und beantwortet, schliesslich würde die Frage sonst keinen Sinn machen.

    2 Stereo Reverbs und 2 weitere Effekten belegen bereits ein komplettes 8 Kanal Interface
    4 Separate Kopfhörer Mixes ebenso


    Latenz durch Roundtripping?
    Zusätzliche Wandlung?

    Je nach Outboard-Vorrat benötigst Du gleich mehrere zusätzliche Interfaces


    Ich beziehe mich hier auf oben genannte hochwertigen Pulte, die Billigteile machen auch für mich in Ausnahme von Live- oder Probesituationen keinen Sinn.

    Hatte ich auch mal (01X), war neben anderen Controllern mit einer der größten Fehlkäufe meines Lebens.





    Mir geht es hier nicht nur um Hobbystudios:

    Ich komme aus dem kommerziellen Bereich und arbeite viel mit Leuten die keine Ahnung doch dafür genug Geld haben und in deren Wahrnehmung hat ein professionelles Studio ein großes Desk und jede Menge blinkendes Outboard. Ich weiß mittlerweile auch von Studios die sich für den Zweck wieder ein altes Riesenpult reingestellt haben um damit dem Kunden dann auf zwei Kanälen den ITB Mix vorspielen zu können.

    Diese Imageding war früher (OT) auch bei Grafikdesign und Filmproduktionen weit verbreitet. Ohne einen Mac zu besitzen war man für den Kunden kein Profi und nicht das volle Geld wert. (Ausserdem hat dieser einen Neffen der am Computer ebenfalls ein bisschen was macht - Same old Story). Mit der Filmerei ist es so ähnlich. Mittlerweile hat jedes Rich Kid ne Canon Eos und dreht Hip Hop Videos, um sich davon abzugrenzen bedarf es dann etwas besseres. Für viele die hier nicht den Absrpung geschafft haben liegt der damalige Stundensatz beim heutigen Tagessatz (!!!)
     
  13. -.-.

    -.-. Guest

    Ich hab damals keine Mischpult-Controller-Lösung gefunden, die bei mir gut funktioniert hat und nicht fünfmal so viel gekostet hätte wie ein Analogmixer.

    Externe Effekte über's Interface einbinden habe ich auch mal gemacht aber nur weil ich wegen Expert Sleepers/Silent Way noch 8 Eingänge übrig hatte. Die braucht man dann auch schon bei nur vier Strymon Pedalen...

    Was das in diesem Bereich (Wohnzimmer, 8 - 16 Spuren mit Image zu tun hat versteh' ich nicht? Sieht doch keiner und Motorfader am Rechner mit zwei Monitoren beeindruckt zumindest meine Bekannten mehr als ein alter Analogmixer mit Notebook hinterm Interface.
     
  14. CR

    CR |

    Benutze auch mein Audio Interface als Mischpult.
    Die Interfaces, die ich bislang hatte (MOTU 828 und UAD Apollo) funktionieren auch ohne Computer als Mixer - direktes Loslegen kein Problem.
     
  15. hairmetal_81

    hairmetal_81 Mitglied in Capt. Obvious' Lambada-Testlabor

    Mittlerweile gibt es Audio-Interfaces in jeder Grössenordnung und für beinahe jeden Zweck...



    * 2 bis 4 Kanäle, ohne ADAT (Steinberg UR, Focusite Scarlett)

    * 6 bis 8 Kanäle, ohne ADAT (Steinberg UR, M-Audio M-Track)

    * 6 bis 8 Kanäle, mit ADAT (RME Fireface, Focusrite Scarlett)

    * 12 bis 16 Kanäle, ohne ADAT (Tascam, Allen & Heath)

    * 12 bis 16 Kanäle, mit ADAT (RME Fireface, Motu 16A, Roland UA)

    * 16 bis 24 Kanäle, mit ADAT (Antelope Zen, Motu 24AI)

    * 24 bis 32 Kanäle, mit ADAT (Antelope Orion, RME Fireface)

    * 32 Kanäle, rein ADAT (DirectOut ExBox, RME HDSP)



    HTH
    :nihao:
     
  16. psicolor

    psicolor Busfahrer und Bademeister

    Ja, wenn du da noch nen Controller anschließen kannst, hast du wahrscheinlich den gleichen Komfort wie bei nem Pult.
     
  17. Horn

    Horn ||||||||||

    Das gibt es schon auch anders. Die Zoom TAC-Interfaces z. B. kann man voll und ganz über die Software steuern.

    Geht mir ähnlich. Habe eine Patchbay, ein analoges 16-Kanal-Pult und das Zoom TAC-8 als Interface und denke manchmal, das Mischpult wäre ja eigentlich entbehrlich. Aber auf die AUX-Wege für Effekte verzichten? Das würde alles viel komplizierter machen, irgendwie. Also bleibt das Pult.