Haken Fingerboard

Dieses Thema im Forum "Controller & MIDI" wurde erstellt von Bernie, 19. Dezember 2009.

  1. Bernie

    Bernie Anfänger

    Hat jemand Erfahrung damit?
     
  2. Moogulator

    Moogulator Admin

    Drauf gespielt. Nicht übel, braucht aber Übung. Kollege Serge weiß sicher mehr.
     
  3. Wiggum

    Wiggum -

    Ein geiles Ding!

    Hab' zwar nur kurz drauf rumgedrückt aber macht auf jeden Fall auf Anhieb Spaß und lässt sich echt mal gut bedienen. (Das sagt hier jemand der z.B. KaossPad und diese ganzen Wisch-Rubbelgeschichten gar nicht mag...)
     
  4. serge

    serge ||

    Ja, ich habe mir im Frühling die kleine Version gekauft – nach langem Hadern, Sparen und Verkauf anderer Instrumente, u.a. eines Serge TKB.
    Die Spielweise hat mir dann derart Spaß gemacht, dass ich die kleine Version verkauft habe und seitdem mit der großen unterwegs bin. Den CV-Wandler habe ich auch.
    Was möchtest Du wissen?
     
  5. Bernie

    Bernie Anfänger

    Was steuerst du damit an oder nutzt du die interne Klangerzeugung?
    Hast du auch den Ständer?
    Wieviel kostet der?
     
  6. serge

    serge ||

    Korg MS-20, Cwejman S1 MkII, 2 Serge Panels. Alles per CVC (dem Haken-CV-Interface). Macht Spaß. Mit meinem AKS habe ich es noch nicht probiert, wird aber noch passieren.

    Mittlerweile hauptsächlich. Anstatt mit obigen Synthesizern eigene Klänge zu machen, mache ich mir mittlerweile lieber die eingebauten Klänge zu eigen. Ausgerechnet den 2-Operatoren-FM-Sound habe ich besonders ins Herz geschlossen. Habe ich so nicht erwartet, aber er lässt sich so wunderbar spielen, dass ich bei dem hängen geblieben bin. Aber auch die zwei Physical-Modeling-Sounds (Plucked String, Brass) und sogar der simple Sägezahn/Rechteck-Oszillator machen eine Riesenspaß.

    Nein.

    Ich hätte aber gerne einen ähnlichen Ständer, der im Stehen gespielt werden kann.
    Zur Zeit steht das Continuum auf einem K&M 18950,
    http://www.k-m.de/Keyboard-Klapptisch.3+M59cf4959d9a.0.html
    da sich der auch auf Stehhöhe ausfahren lässt. Zufrieden bin ich damit aber nicht, da er Seitwärtsbewegungen (wie sie beim Vibrato vorkommen) relativ stark mitmacht. Habe mir selber Verstrebungen angebaut, aber das hilft nur begrenzt. Da muss über kurz oder lang etwas stabileres her.

    Das Ding war eine Spezialanfertigung und als Einzelstück mitsamt Design exorbitant teuer. Man überlegt noch, ob und wie ein vernünftiger Ständer zu annehmbaren Kosten produziert werden kann.
     
  7. Bernie

    Bernie Anfänger

    Vielen Dank für die ausführlichen Infos.
    Bin früher immer davon ausgegangen, das dies nur ein reiner Midi-Controller ist, ohne jede eigene Klangerzeugung. Da ich es hauptsächlich live einsetzen möchte, ist jeder zusätzliche Synthie Ballast für mich, hab eauch so schon genug zu schleppen.
    Reicht das kleine Halfsize aus oder sind die Unterschiede so groß, das man unbedingt das Fullsize nehmen sollte?
    Einen coolen Ständer werde ich mir dann selber anfertigen, der sich optisch vielleicht etwas am Original anlehnt. Bin ja Schlossermeister. Muß auch nicht so aufwändig gefertigt sein, denn ich spiele live ausschließlich im Stehen und benötige nur eine einzige Höhe und einen festen Winkel.
     
  8. Das Kleine bringt knapp 4 Oktaven Tonumfang, das Große fast 8 Oktaven. Ich schätze mal, es hängt also stark davon ab, was und wie man spielen möchte. Das Kleine ist außerdem leichter (ja, logisch). Ich würde evtl. mal Kontakt zu Herrn J.-H. Helms aufnehmen - vielleicht ließe sich ein Test oder eine Vorführung arrangieren.
     
  9. Anonymous

    Anonymous Guest

    hab mich gerade bei YT umgesehen..das ist ein cooles teil!

    wie fühlt sich das an?
    ist das panel aus stoff,wirds sehr warmam finger beim schnellen sliden??

    druckwiderstand,spielgefühl??
     
  10. Anonymous

    Anonymous Guest

    ok,das half panel für 3390 $... :lol: :?
     
  11. serge

    serge ||

    Das war es bis zum Februar dieses Jahres auch, erst ab dann wurde die DSP-Klangerzeugung eingebaut.

    Wenn Du hauptsächlich beidhändig im Sinne von "unten Bass, oben Melodie" spielen möchtest, kommst Du um das Fullsize nicht herum. Prinzipiell geht das zwar auch mit dem Halfsize, aber da sich die beiden Splithälften meines Wissens nicht unabhängig voneinander transponieren lassen, kommst Du mit der internen Klangerzeugung beim Halfsize entweder im Bass nicht tief oder in der Melodie nicht hoch genug. Das Problem hast Du nicht, wenn Du externe Synthesizer über MIDI oder CVC an, bei denen Du deren Tonhöhe ja einstellen kannst.

    Für beidhändiges Spiel von Akkorden ist das Halfsize aber prima, für's Solospiel natürlich ohnehin.

    Aber da Du hauptsächlich live spielen möchtest, ist der Transportaufwand vielleicht das entscheidende Kriterium. Und da ist das Halfsize schon ungleich handlicher, denn das Flightcase für das Fullsize ist 152 cm lang. Zwar hat es Rollen und ist von der Konstruktion ein gelungener Kompromiss zwischen Gewicht und Stabilität, aber es ist nichts, was man mal eben so mitnimmt.

    Ich habe mein Halfsize damals an einen Freund hier in der Gegend verkauft, wenn Dich Dein Weg also einmal nach Hamburg führen sollte, könntest Du hier beide Varianten vergleichen. Schneidersbüro hat zur Zeit nur das Fullsize, das Halfsize wurde meines Wissens gerade verkauft.

    Du könntest sowas selber bauen? Respekt! Seufz… ich habe leider zwei linke Hände, und weder das passende Werkzeug noch entsprechende Kenntnisse.
     
  12. serge

    serge ||

    Die Oberfläche ist aus mit Stoff beschichtetem Neopren, rund 1 cm dick. Darunter liegen, dicht an dicht und von links nach rechts, 256 (Fullsize) bzw. 128 (Halfsize) Stahlstangen. Jede Stahlstange ist an ihren Enden auf Federn gelagert und hat an beiden Enden Magnete. Darunter liegen entsprechende Sensoren (sog. Hall-Effekt-Sensoren). Darüber kann man für jede Stange messen, wie tief jedes ihrer Enden herunter gedrückt ist. Daraus lassen Positionen und Drucktiefe jedes Fingers berechnen.

    Die auf den Stoff gedruckte Markierung der "schwarzen" Tasten ist auch fühlbar, was bei ungünstigen Lichtbedingungen hilfreich ist. Gleichzeitig ist diese "Fühlbarkeit" dezent genug gewählt, dass sie fließende Bewegungen nicht behindert. Damit die Fingerkuppe warm wird, muss man diese schon ganz schön schnell mit stärkerem Druck über die Oberfläche bewegen. Bleibt aber alles sehr angenehm.

    Das Instrument reagiert bereits auf geringe Druckunterschiede sehr sensibel, feinfühliger Kontakt wird also belohnt.

    Kurz: Es fühlt sich sehr, sehr gut an.
     
  13. Anonymous

    Anonymous Guest

    danke für die erläuterung! das klingt alles sehr sehr gut ...
    leider sprengt der preis mein budget. :?
     
  14. serge

    serge ||

    Bei Schneidersbüro kommst Du auf 3650.00 € inkl. MWSt.

    Ich habe meins im Frühjahr, als es noch keinen deutschen europäischen Vertrieb gab, noch selbst importiert, das lag preislich nach Transport, Zoll und Einfuhrumsatzsteuer ungefähr gleichauf. Und Fedex hat es damals tatsächlich geschafft, das gute Stück trotz wirklich grundsolider doppelter Verpackung (Innen- und Aussenkarton mit dazwischenliegender Polsterung) so zu beschädigen, dass es zurückgeschickt werden musste. Den bürokratischen Aufwand für den sog. Damage Claim mit Fedex konnte ich mir bis dahin nicht vorstellen. Hätte damals schon Schneider den Vertrieb gehabt, häten die das für mich geregelt und ich hätte jetzt ein paar graue Haare weniger.

    Aber Du hast natürlich Recht, das ist eine Stange Geld. Ich habe lange dafür gespart und alles verkauft, was ich nicht brauchte. Als ich dann das Halfsize hatte und mich in die Spielweise verliebt hatte, musste ich noch mehr verkaufen (inkl. des Halfsize), um das Fullsize erwerben zu können.

    Getröstet habe ich mich zum einen damit, dass Synthesizer mit reichlich Hardware-Aufwand (also ein CS-80 oder ein Memorymoog) zu damaligen Neupreisen ungleich teurer waren als ein Fullsize-Continuum heute. Zum anderen kostet ein gutes akustisches, neues Klavier auch soviel oder sogar noch mehr. Zudem wird das Continuum in Handarbeit von einer Person nebenberuflich hergestellt. Schließlich ist es enorm unwahrscheinlich, dass die Industrie (also Yamaha, Roland, Korg etc.) ein Instrument vergleichbarer Qualität zu einem deutlich geringeren Preis anbieten wird. Der Zahl der Interessenten, die diese Spieltechnik erlernen wollen, ist für diese Hersteller einfach zu klein.

    Ich dachte also: "Günstiger wird es nicht, Du träumst schon lange davon, Du hast alles verkauft, was Du nicht brauchst…und Du wirst nur einmal 40…"
     
  15. Bernie

    Bernie Anfänger

    Ich denke schon, das es jeden Cent wert ist, alleine schon aufgrund des hohen Fertigungsaufwandes. Ich hab aber noch andere Synthies hier, von denen ich mich eigentlich nicht trennen möchte und mein angedachtes Weihnachtsbudget ist auch schon überschritten, denn ich hab mir ja für über € 6000 schon Module bei Moonmodular und Club of the Knobs gekauft. Ach, dann war da ja noch die Wavedrum...
    Ein Halfsize würde ich spontan sofort kaufen, das Fullsize -hmmm, ich muß mich noch etwas dazu überreden.
    Schaunmermal telefonisch am Montag bei Herrn Schneider rein, möchte nicht unbedingt Kunde des Jahres werden. :D
     
  16. Pah, das kannste vergessen - den Titel macht mir bei Schneiders in diesem Jahr KEINER mehr streitig :fawk:
     
  17. Bernie

    Bernie Anfänger

    Ich hab auch an dich gedacht, als ich das geschrieben habe. Dir gehört ja schon der halbe Laden. :mrgreen: :mrgreen: :mrgreen:
     
  18. Bernie

    Bernie Anfänger

    So, dieses Haken Fingerboard hab ich jetzt abgehakt.

    Oh Mann, der Flightkäse ist ja riesig, der paßt ja garnicht unter meinen Tannenbaum.

    :mrgreen: :mrgreen: :mrgreen:


    gibts denn hier nirgendwo einen Smilie mit b r e i t e r e m Grinsen?
     
  19. Bernie

    Bernie Anfänger

    Nachtrag:

    ist das geil - ist das geil - ist das geil
     
  20. ...wie!?! - Du hast schon ausgepackt!!? - ist den schon Weihnachten?!...
     
  21. serge

    serge ||

    Ein Mann der Tat, sehr schön! Herzlichen Gückwunsch zur Entscheidung und zum neuen Instrument!
    :)
     
  22. Bernie

    Bernie Anfänger

    Danke! Hoffentlich überlebe ich die Feiertage, hab ja keine Kohle mehr für Lebensmittel...
    Schön isses. :mrgreen:
     
  23. Bernie

    Bernie Anfänger

    ich bin doch schon ganz grün, vor Ungeduld.

    Tja, der gute Andreas Schneider hat mich davon überzeugt, das ich das Haken Fingerboard unbedingt haben sollte. Da er mich und mein Equipment auch ganz gut kennt, glaube ich ihm das auch. Und weil die Jungs bei Schneiders Buero keine Schlafmützen sind, ist das feine Teil heute schon bei mir angekommen.
    Morgen hab ich Urlaub -das ist echt wie Weihnachten.
    Mann, was freue ich mich.
     
  24. Bernie

    Bernie Anfänger

    Jo, dem kann ich nur zustimmen. Leider ist die Bedienung etwas doof und da man überhaupt kein Display hat, kann man auch nicht wirklich sehen, was da passiert. Hab jetzt 2 Stunden herumgetüftelt, bis ich das Ding wieder 2 Oktaven rauf, also in die normale Stimmung, gebracht und getuned habe. Die nächsten 2 Stunden werde ich (ich bin ein Midiot) brauchen, bis mein Voyager das macht, was der Haken ihm sagt. Naja, wenn das alles mal richtig konfiguriert ist, gibts auch keine Probleme damit. Spielt sich extrem geil, reagiert schon auf feinste Streicheleinheiten. Bis ich das aber mal halb so gut drauf habe, wie der Meister Jordan Rudess, vergehen aber bestimmt noch ein paar Monate...
     
  25. serge

    serge ||

    Wenn Du einen Computer (Win oder Mac) nebst MIDI-Interface zur Hand hast, sorgt der Editor für Übersicht.

    Falls Du Dich in der Anfangszeit verlaufen solltest, bringt Dich "Options" = 127 (also Knopf an der Seite drücken, dann die "Taste" unter "Options", dann die unter "120+" und dann die unter "7" drücken) wieder in den Auslieferungszustand. Achtung: Das setzt auch selbst gespeicherte Configurations zurück, die solltest Du also vorher mittels Editor abspeichern.

    Eine gute Ausgangsposition hierfür (wenn Du das CVC benutzt) ist CVC > 4.

    Falls Du per MIDI steuerst, sollte Dein Voyager Lautstärke über CC11 (Expression) regeln, die Vorne-Hinten-Position wird über CC74 ausgegeben (Default-Werte des Fingerboards). Wie man das im Voyager einstellt, weiss ich nicht. Die Pitchbend-Range sollte im Voyager auf die maximale Range gesetzt werden, dann am Continuum unter "X Bend" die gleiche Range einstellen. "Polyphony" auf 1.
    Aber ich trage wahrscheinlich Eulen nach Athen und Du bist damit schon durch.

    Bitte nach jedem Ortswechsel die Kalibrierung nicht vergessen (siehe Manual). Sonst gerät die Empfindlichkeit schnell aus den Fugen. Bin da am Anfang auch mal etwas überrascht worden.

    Hier hilft "Round Initial". Wenn Du das auf 1 setzt, wird jede Fingerposition beim ersten Druck auf die Oberfläche auf den nächstliegenden Halbton quantisiert. Davon ausgehend kannst Du dann aber Vibrato und Sweeps ohne Quantisierung machen.

    "Round Initial" = 0 ist ohne Quantisierung. Ich mag letzteres lieber, weil da halt auch viel im Wortsinne "schief" gehen kann und geht, das ist dann aber auch das Salz in der Suppe. Eine Geige hat ja auch keine Bünde.

    Viel Spaß weiterhin!
     
  26. Bernie

    Bernie Anfänger

    Danke für die Starthilfe :D
    Werd mich gleich mal ran machen...
     
  27. Moogulator

    Moogulator Admin

    4:30 Herr "serge" spielt
     
  28. weinglas

    weinglas Tube-Noise-Maker

    Cool! War das die integrierte Klangerzeugung? Und/oder was war der Expander? Oder anders ausgedrückt: Kriegt man für das Geld eine tolle Klangerzeugung dazu oder nur einen tollen Controller?
     
  29. Bernie

    Bernie Anfänger

    Jo, das ist die interne Klangerzeugung. Sind aber leider nur 6 Sounds drin, davon sind die beiden FM Sounds auch recht gut. Da hätte ne coole E-Gitarre oder ähnliches auch noch gut reingepaßt.
     
  30. serge

    serge ||

    Ja. Ein 2-Operatoren FM-Sound.

    Das ist ein über zehn Jahres altes Lexicon PCM-80, das ich aber immer noch sehr lieb habe: Ein Hallgerät mit vorgeschalteten sechs modulierbaren Echoleitungen, jede mit einem Hoch-und Tiefpassfilter. Damit lassen sich neben allerlei Echos auch Chorus- und Flanger-Effekte sowie gestimmte Resonanzen erzeugen. Im Video dient es nur zur Erzeugung eines Chorus und eines weiteren Halls.

    Zwar berechnet das Continuum für viele Klängen auch gleich noch einen Hall, aber ich mag den Klang von zwei nacheinander durchlaufenen Hallgeräten.

    Ja, es gibt den erwähnten 2-Operatoren-FM-Sound in zwei Geschmacksrichtungen, einen Sägezahn/Rechteck-Oszillator, zwei Physical-Modeling-Sounds (Plucked String, Brass), einen Formant-Synthesizer sowie ein resynthetisiertes Sprachsample, das man in verschiedenen Richtungen durchfahren kann. Hinzu kommt schließlich noch ein Pitch/Formant-Shifter, mit dem Du das Signal am Digitaleingang in Echtzeit verfremden kannst.

    Pitch/Formant-Shifter sowie Formant-Synthesizer habe ich noch nicht ausprobiert, da ich noch mit der 3.x-Software unterwegs bin. Update auf 4.0 folgt nach den Festtagen.
     

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