Indirektes Jubiläum: 40 Jahre Klaus Schulze & Geburtstage / Sammelthread

ppg360 schrieb:
Vielleicht ist diese verzerrte Sicht der Dinge auch einzig und allein meine Schuld

Sehe ich auch so.

Natürlich ist Schulze kein Stockhausen.

Aber noch immer weit besser als 95% des sonstigen Zeugs (Klassik ausgenommen).

Gruß,
Markus
 
Eine banale Frage zu einem der wichtigsten deutschsprachigen Elektroniker, vielleicht kann jemand aus dem Forum helfen...

Habe vor vielen Jahren die KS LP "Trancefer" erworben. Diese Musik ist in meinen Ohren unglaublich genial und künstlerisch absolut hochwertig. Vor allem die Verknüpfung von Electronic (Moog) Sequenzen mit akustischen Instrumenten (Percussion, Cello, etc) ist wunderbar umgesetzt. Seither gelingt es mir jedoch nicht, ein annähernd so interessantes Werk von ihm ausfindig zu machen. Es geht dabei weniger um die Verbindung Elektronik-Akustik, sondern nur grundsätzlich um "interessante" Arrangements. "Picture Music" etwa wirkt relativ ideen- und konzeptlos, quasi KS beim Üben.

Nun wäre es mühsam, sich durch die gesamte Discographie von Klaus Schulze zu kämpfen, daher die Frage an alle KS-Experten, welche "besonders hochwertigen" Veröffentlichungen man empfehlen könnte. Das ist natürlich immer eine persönliche Geschmacksache, aber vielleicht kristallisieren sich ja ein paar Highlights heraus...

Merci... !!!
 
Als eins der Highlights gilt ja "Mirage" von 77, und dann noch "Moondawn" und "Timewind" Wobei ich dazu sagen muss, dass ich selber Schulze musikalisch für ziemlich mager halte...
 
Wenn Dir "Trancefer" gefällt, wird Dir auch "Audentity" zusagen.

Vom Arrangement her interessant ist auch die "X" mit Orchester und Schlagzeug.

Oder "Dune" mit Cello und dem Gesang von Arthur Brown.

Gruß,
Markus
 
ich verstehe nicht warum alle immer so begeistert sind von klaus schulze...

hat man eine platte HAT MAN ALLE....ich finde nichts weltbewegendes in seiner musik - alles klingt sehr ähnlich und ich habe immer das gefühl, dass der mann einfach nie zum punkt kommt....und alles sinnlos lang in die lääänge zieht...

...das einzigste "highlight" ist für mich die Moondawn LP....aber da frage ich mich immer wieder was den guten mann geritten hat da einen schlagzeuger zu nehmen......er hat die wände voll mit modular - und ist nicht in der lage eine treibende kick/hihat/snare - was auch immer... sequenz zu zaubern....

...da hatte HERR BAUMANN musikalisch aber schon weit aus mehr auf dem kasten...

warum erwähnt nie einer ROLF TROSTEL oder moroders "EINZELGÄNGER" projekt......wenns um düstere "atmo" elektronik geht...!?

...es gab in den 70ern/80ern so viele talentierte elektronikkünstler, die es leider nur zu einer privatpressung geschafft haben....

...herr schulze hatte das equipment....aber talent....na ja das ist dan wohl geschmackssache

a.
 
interfunk schrieb:
ich verstehe nicht warum alle immer so begeistert sind von klaus schulze...

"Alle" dürfte weit übertrieben sein.

aber da frage ich mich immer wieder was den guten mann geritten hat da einen schlagzeuger zu nehmen

Weil es ihm Spaß macht, ganz einfach. Klaus Schulze musiziert halt gerne mit anderen zusammen, wie aktuell mit Lisa Gerrard. Das wird doch sicher jeder hier verstehen, der schon mal mit anderen gespielt hat, oder?
Zumal bei Schulze fast alles improvisiert ist - er ist eben am Feedback der anderen Musiker interessiert. Das ist ähnlich wie im freieren Jazz. Das ist nicht meine Spekulation, das sagt KS immer wieder in Interviews.

...da hatte HERR BAUMANN musikalisch aber schon weit aus mehr auf dem kasten...

Kann ich anhand seiner Platten aber nicht bestätigen - eher im Gegenteil.

Gruß,
Markus
 
Na ja, der hat mit seiner Musik angefangen, als die Zuhörerschaft noch nicht so ungeduldig war. Musik muss nicht im Zeitraffertempo den Dynamikbogen spannen, was heute schon fast zwanghaft verlangt wird. Ist aber Unsinn.

Baumann ist eine ganz andere Baustelle (Wortspiel). Schulzes Identität ist auch so eigen, dass man ihn mögen kann oder auch nicht. Und wenn, dann auch nicht alles über einen Kamm scheren, sondern es gibt halt Produktionen oder einzelne Titel, die mir gut gefallen, andere weniger.

Übrigens waren noch nie immer alle begeistert, der macht Musik schon immer für eine Minderheit. Das mit den Drums bei Moondawn war eine gute Idee.

Aber es ist schon nachvollziehbar, warum du all das was der macht einfach nicht verstehst :D
 
Die Musik von Schulze braucht die langen Spannungsbögen und Dauern, sonst funktioniert die nicht.

Man kann sagen, dass das einem nicht gefällt, das ist OK.
Aber nicht, dass er "schneller zur Sache kommen" soll - denn dann wäre es ganz einfach eine andere Musik.

Ist ähnlich wie beim frühen Philip Glass, obwohl das jetzt ein ganz anderer Stil ist. Da kann man auch nicht sagen, wieso wiederholt er das Pattern jetzt 24 mal, 4 mal hätte doch auch gereicht. Nö - das Konzept ist so.

Gruß,
Markus
 
Markus Berzborn schrieb:
Weil es ihm Spaß macht, ganz einfach. Klaus Schulze musiziert halt gerne mit anderen zusammen, wie aktuell mit Lisa Gerrard. Das wird doch sicher jeder hier verstehen, der schon mal mit anderen gespielt hat, oder?
Zumal bei Schulze fast alles improvisiert ist - er ist eben am Feedback der anderen Musiker interessiert. Das ist ähnlich wie im freieren Jazz. Das ist nicht meine Spekulation, das sagt KS immer wieder in Interviews.

...da hatte HERR BAUMANN musikalisch aber schon weit aus mehr auf dem kasten...

Kann ich anhand seiner Platten aber nicht bestätigen - eher im Gegenteils

...ha wirtikk..wozu sind dann auf schulzes alben hinten bunte blättchen mit sequenzzzzen noten etc.. aufgezeichnet -- also wenn alles damals doch improvisiert gewesen ist, dann macht man an und nimmt auf und malt sich vorherr nicht ein arrangement aufs papier.... seltsamm aber auch dass er durchaus live in der lage war seine studioproduktionen fast 1zu1 nachzuspielen.....was ist dann da bitte improvisiert !??! am cutoff drehen !?
 
Markus Berzborn schrieb:
Die Musik von Schulze braucht die langen Spannungsbögen und Dauern, sonst funktioniert die nicht.

Man kann sagen, dass das einem nicht gefällt, das ist OK.
Aber nicht, dass er "schneller zur Sache kommen" soll - denn dann wäre es ganz einfach eine andere Musik.

Ist ähnlich wie beim frühen Philip Glass, obwohl das jetzt ein ganz anderer Stil ist. Da kann man auch nicht sagen, wieso wiederholt er das Pattern jetzt 24 mal, 4 mal hätte doch auch gereicht. Nö - das Konzept ist so.

Gruß,
Markus

na also wenn ich was fettiges gegessen habe dann habe ich auch einen langen spannungsbogen, den ich benötige....um zur sache zu kommen.

ich habe bei schulzes musik noch nie as gefühl gehabt mitgerissen zu werden, einzutauchen und wieder losgelassen zu werden...wie bei einem guten film....oder doch so oft klassischer musik...

er zieht alles immer so lang.....so dass man das gefühl bekommt, alles schonmal gehört zu haben - und die nächsten 5 mins schon kennt bevor man sie zu hören bekommt.....das geht mir so...

es geht jetzt nicht darum ob etwas 30 mins läuft - und somit automatsich langweillig ist....bei göttsching und trostel empfinde ich die länge immer als gelungen und gut eingesetzt....

a.
 
interfunk schrieb:
...ha wirtikk..wozu sind dann auf schulzes alben hinten bunte blättchen mit sequenzzzzen noten etc.. aufgezeichnet

Da sieht man, wie gut Du Dich auskennst - das ist nur auf EINEM EINZIGEN Album der Fall.

Und laut Auskunft seines Managers soll diese Zeichnung sogar NACHTRÄGLICH entstanden sein. :lol:

dass er durchaus live in der lage war seine studioproduktionen fast 1zu1 nachzuspielen.....

Ich kenne kein einziges Konzert, in dem das der Fall war. In welchen warste denn?

ich habe bei schulzes musik noch nie as gefühl gehabt mitgerissen zu werden, einzutauchen und wieder losgelassen zu werden...wie bei einem guten film....oder doch so oft klassischer musik...

Deine Empfindungen sind Deine Empfindungen - das interessiert doch kein Schwein außer Dir selbst.
Der eine reagiert auf eine bestimmte Musik so, der andere so - über die Musik an sich sagt das überhaupt nichts aus.

Gruß,
Markus
 
Markus Berzborn schrieb:
interfunk schrieb:
...ha wirtikk..wozu sind dann auf schulzes alben hinten bunte blättchen mit sequenzzzzen noten etc.. aufgezeichnet

Da sieht man, wie gut Du Dich auskennst - das ist nur auf EINEM EINZIGEN Album der Fall.

Und laut Auskunft seines Managers soll diese Zeichnung sogar NACHTRÄGLICH entstanden sein. :lol:

Gruß,
Markus

boah da kennst sich halt aber einer besser aus und liesst leidenschaftlich interviews von und mit KS managern...

mir kann keiner erzählen, dass jemand ausschliesslich unvorbereitet ins studio geht - und einfach drauflosklimpert - wenn herr schulze doch gerne das IMAGE eines improvisationskünstlers beibehalten möchte, so wird auch der herr MANAGER genau das gleiche erzählen....

was ich sagen will ist, dass man sich bei schulze schnell satthören kann - es gibt so viel gute musik von damals - da ist schulze in meinen augen wirklich kein gott...
 
Behauptet auch keiner, dass das 100% improvisiert ist. Natürlich sind gewisse Sounds, Sequenzen und Abläufe vorgeplant. Aber damit hört es auch schon auf. Es gibt keine kompositorische Struktur in dem Sinne.

Jeder, der halbwegs Ahnung von Musik hat, hört das auch sofort.

Davon abgesehen bezweifle ich sehr stark, dass KS überhaupt IN DER LAGE ist, etwas genau nachzuspielen.

Gruß,
Markus
 
Markus Berzborn schrieb:
Behauptet auch keiner, dass das 100% improvisiert ist. Natürlich sind gewisse Sounds, Sequenzen und Abläufe vorgeplant. Aber damit hört es auch schon auf. Es gibt keine kompositorische Struktur in dem Sinne.

Jeder, der halbwegs Ahnung von Musik hat, hört das auch sofort.

Davon abgesehen bezweifle ich sehr stark, dass KS überhaupt IN DER LAGE ist, etwas genau nachzuspielen.

Gruß,
Markus

na ja die 5 tasten in der minute wird er wohl noch nachspielen können -- dass er ein fixxer keyboardwizzardist hat nie einer behauptet...

...aber wir wollen aber diesen thread jetzt nicht zum platzen bringen...

a
 
Hi Theo,
ich kann Dir nach dem Gefallen von Trancefer auch nur Audentity ans Herz legen, es ist aber ein etwas schwerer zugängliches Werk.
Es hat noch eine ähnliche Produktion von KS mit Steve Joliffe, dem ehemaligen Saxophonisten, Flötisten, Keyboarder von Steamhammer gegeben (bei TD war er auch mal ganz kurz, m.E. ein unbedeutendes Kapitel in deren Bandgeschichte), dass sich MIDITATION nennt und unter dem Pseudonym RICHARD WAHNFRIED angeboten wurde.
Gibt es aber leider wohl nur noch mit Glück gebraucht zu erstehen.
Viele Grüße und viel Spaß beim Reinhören
Axel
 
Hallo Theo,

phaedra hat das mit der Miditation sehr gut empfohlen. Und die "X" ist auch was tolles. Aber "Audentity" (Nachfolgewerk von "Trancefer") ist sicherlich der beste Tipp. Allerdings ist der Track "Sebastian im Traum" wohl in meiner umfangreichen KS Sammlung einer der am wenigstenn gehörten Stücke von KS.
 
qwave schrieb:
Allerdings ist der Track "Sebastian im Traum" wohl in meiner umfangreichen KS Sammlung einer der am wenigstenn gehörten Stücke von KS.

Ich finde es einen der besten.
Oft stören mich durchgängige, regelmäßige Rhythmen. Und die fehlen da zum Glück mal komplett.

Ich bin auch der Meinung, dass Klaus Schulze nach einer gewissen "nicht schlecht, aber"-Phase mit einigen seiner Sachen ab Mitte der 90er wieder an seine besten Zeiten anschließen konnte. Z.B. Das Wagner-Desaster, Are You Sequenced, Die Ballett-Sachen aus den Contemporary Works und (größtenteils) die Live-CDs von 1997 und 2001 halte ich wirklich für sehr hörenswert.

Gruß,
Markus
 
Thema KS extrem lange Spannungsbögen:

Für mich sind viele Musikstücke wie ein Quicky: kurz, knapp, auf den Punkt und schnell vorbei. Nicht schlecht, aber eben nicht das ganze Vergnügen. Klaus Schulze macht keine musikalischen Quickies. Und wenn er es mal versucht hat, so gefiel es mir bisher nicht wirklich.

KS schaft es in vielen seiner Werken, nach meiner Meinung und der anderer, richtig schöne lange Spannungsbögen aufzubauen und auch entsprechend lange halten zu können. So viele Musiker haben dieses nie geschaft oder versucht oder gewollt. Für die einen ist das langweiliges Zeug; Für andere endlich mal was schön langsames. Ich nehme mir immer wieder die Zeit solche Werke in aller Ruhe in voller Länge zu geniesen.

Bei Filmen wäre das wie ein "Directors Cut" gegenüber einem Kurzfilm. Natürlich kann man viele Kurzfilme an einem Tag ansehen (zeitmäßig). Aber wohl kaum mehrere Filme mit Überlänge.
 
interfunk, Du hängst dich ja ganz schön aus dem Fenster :D

Dich zwingt auch keiner, Schulze anzuhören, der Threadstarter wollte Tipps haben. Wenn du schlau bist, dann folgst du einem und ziehst dir das mal rein. Und wenn es dann immer noch nicht touched, dann lass den Schulze doch sein. Es gibt sicher Leute, die den zum Gott erklären, das ist doch aber Quatsch. Der ist Schulze und hat ne Menge sehr menschlicher Seiten an sich. Auch dass seine Alben eine künstlerisch qualitative Streuung haben. Ich meine übrigens auch wie du, dass einmal Schulze gehört, man ihn begreift. 5 Minuten reichen nicht ganz, aber 3 Alben schon. Das ist nämlich seine Identität, der Fingerabdruck, den der hat und das ist etwas Besonderes. Hat nicht jeder. Arbeite dran, sowas auch mal zu haben.
 
qwave schrieb:
Und wenn er es mal versucht hat, so gefiel es mir bisher nicht wirklich.

Das ist der Punkt, es liegt ihm einfach nicht so.

Z.B. Anton Webern ist ein großer Meister der kurzen Form. Der öffnet in einer halben Minute eine ganze Welt. Und hat dafür kaum lange Stücke geschrieben.

Wobei ich die beiden jetzt natürlich vom kompositorischen Anspruch her nicht auf eine Stufe stellen will. ;-)

Gruß,
Markus
 
phaedra schrieb:
Hi Theo, ich kann Dir nach dem Gefallen von Trancefer auch nur Audentity ans Herz legen, es ist aber ein etwas schwerer zugängliches Werk.

Ich bin gestern die Werkliste von KS durchgegangen, habe mir seine Besetzungen/Mitspieler angesehen und dann Audentity geordert. Doppel-LP, das klingt ja gut...

Damit deckt es sich mit deinem Tipp. Danke nochmals...!!!
 
Hallo Till!

Danke für die Tipps, da schließen sich langsam schon ein paar Kreise, und Audentity habe ich gestern bestellt. Ein paar andere Werke werden dann noch folgen. Bei Spezial-Fragen kann ich mich also an dich wenden...

Merci & viele Grüße, Theo
 


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