Jean Michel Jarre wird 75

An Geburtstagen soll man mit Geschenken nicht geizen, daher hier noch eine olle Kamelle in Sachen Jarre:

Unser Musiklehrer meinte in der siebten Klasse, uns inhaltlich entgegen zu kommen, indem wir in mehreren aufeinanderfolgenden Stunden unsere Lieblingsstücke vorstellen durften. Und bei dieser Veranstaltung bildete BAP dann den Startpunkt einer Linie, die über Bots und Robert Long schließlich hin zu (festhalten!) Herman van Veen führte: Musik, die vor Haltung, Botschaft und Betroffenheit nur so troff.

Das ging gar nicht, denn die "Seltsamen Abenteuer des Herman van Veen" gingen mir schon als Kind fürchterlich auf die Nerven, die "Muppet Show" war mir ungleich lieber: Da gab es wenigstens eine Band mit einem Tier als Schlagzeuger, irgendwas explodierte immer (im Zweifelsfalle Gonzo), und mit "Schweine im Weltraum" ging es in eine deutlich interessantere Richtung: unendliche Weiten.

Ich wollte Oxygene Part 4 vorstellen, jedoch sagte der Klassensprecher Lutz beim Anblick des Covers, die Platte kenne er, Oxygene Part 1 sei der Hit, das solle ich unbedingt spielen. Mein zaghafter Einwand, dass ihm das wahrscheinlich nicht gefallen würde, da es eher lang und wenig melodiös sei, wurde mit großer Geste beiseite gewischt: Ich möge doch bitte unbedingt Part 1 auflegen.

Beeinflußbar, wie ich war, kam, was kommen musste: Ich blickte in immer länger werdende Gesichter, Lutz murmelte etwas wie, dass das ja wohl nicht Part 1 seien könnte – und nach fast acht sehr, sehr langen Minuten sagte mein Musiklehrer mit süffisanter Miene, er sei grade an einer Sauerstoffvergiftung gestorben.

Ha. Ha. Ha.
 
Dass er jahrelang mit Charlotte Rampling zusammen war habe ich erst viel viel später erfahren, und das finde ich sehr interessant, weil ich sie auch sehr mag.
Ah, Frau Rampling! Hier mit Sean Connery im wunderbaren "Zardoz" (Irland, USA 1974) zu sehen:


…und so kommt man mit nur einem Zwischenschritt von "Oxygène" zu "James Bond".
 
  • Daumen hoch
M.i.a.u.: oli
Alles Gute auch von mir.
Gestern lief noch Oxygene 4 auf WDR 4 und eine kleine Beweihräucherung des Geburtstagskindes, der ja als aller Erster eine gesamte LP nur mit
Synthesizern herausgebracht hat !!!
Diese Erkenntnis wird sich nie mehr ändern. Er war höchstens der erfolgreichste Musiker, der das so gemacht hat.

Trotzdem, die alten Sachen laufen bei mir gerne mal immer-wieder.

Und, das gleiche Problem in jungen Jahren mit der Umwelt. Keiner hatte Verständnis für mich, wenn die Musik mal lief oder ich sie hören wollte.
 
Charlotte Rampling - don't get me going - hat ja auch Fotos von Jean Michel Jarre gemacht, hin und wieder sieht man Bilder von ihr mit einer Kamera in der Hand oder am Auge. Leider (nun ja) findet man meist Bilder von ihr und nicht von ihr.
 
Gestern lief noch Oxygene 4 auf WDR 4 und eine kleine Beweihräucherung des Geburtstagskindes, der ja als aller Erster eine gesamte LP nur mit
Synthesizern herausgebracht hat !!!
Nun ja, auf "Oygène" sind ja nicht nur Synthesizer zu hören, sondern auch eine elektronische Orgel und ein elektromechanisches Mellotron.

Ist 'ne gute Frage, welche Platte die erste war, auf der ausschließlich Synthesizer zu hören waren: "Switched-on Bach" von W. Carlos ist von 1968 und nur auf einem Moog-Modulsystem eingespielt worden, die mit einem Buchla 100 eingespielte "Silver Apples of the Moon" von Morton Subotnick stammt bereits von 1967.
 
Wenn ich mich recht erinnere, so hat der RCA Synthesizer direct to disk recording gemacht und da war dann natürlich nur Synthesizer drauf. Das war so 1957.

Das Jarre nicht weiter bekannt war und kein Verständnis von der Umwelt zu erwarten war, wenn man ihn erwähnte oder auflegte, muss ein deutsches Phänomen sein. Als er dann Konzerte im Freien veranstaltete, kamen ja die Hörer in grossen Scharen.
 
Dass er jahrelang mit Charlotte Rampling zusammen war habe ich erst viel viel später erfahren, und das finde ich sehr interessant, weil ich sie auch sehr mag.
Falls du mal Gelegenheit hast, das Video vom Konzert "Destination Docklands" zu sehen, dort steht sie mit ihm gemeinsam auf der Bühne. Sie hält dort seinen Regenschirm, während er performt (war ziemlich verregnet das Konzert und als ich damals dieses VHS sah, beschlich mich schon ob des Regens bzw der nassen Geräte ein leiser Verdacht bezüglich des Begriffes 'Live"konzert....)
 
[...] (war ziemlich verregnet das Konzert und als ich damals dieses VHS sah, beschlich mich schon ob des Regens bzw der nassen Geräte ein leiser Verdacht bezüglich des Begriffes 'Live"konzert....)

Michel Geiss wußte zu berichten, daß er nach dem Konzert erstmal seinen ARP 2500 ausschütten mußte, weil der voll Regenwasser gelaufen war.

[...] Ist 'ne gute Frage, welche Platte die erste war, auf der ausschließlich Synthesizer zu hören waren [...]

Zodiac nicht zu vergessen:


Fällt aber alles unter die Rubrik Novelty Sounds... eine mehr oder weniger funky aufspielende Band, ein paar Quietsch-, Blubber- und Furzklänge aus einem Sünndiseiser dazu, fertig.

Bob Moog trieb sowas schier zur Verzweiflung ("opportunistic flim-flam").

Ah, Frau Rampling! [...]

Eine Frau, deren Reiz sich mir nicht erschließen will.

Stephen
 
Ich stoße mal ins gleiche Horn und setze noch einen drauf.... wer Oxygene und Equinoxe bastelt, gehört auf den Olymp, selbst wenn er bis zum Ende aller Zeiten nur noch Muzak abliefern würde. 2 Alben für die Ewigkeit, so ungefähr 100 % mehr als was alle Hobby-Musik-Foren-Mitglieder in Summe jemals auf die Reihe bekommen haben.... und viele andere erfolgreiche Profis auch nicht...

Happy Birthday... und noch viele Jahre...
 
Übrigens: Falls jemand mal Jarre und Richie Hawtin 105 Minuten lang Sushi essen und über Gott und die Welt reden sehen/hören will:

 
Zuletzt bearbeitet:
Ich kann auch nur sagen, dass ich ohne Jarre heute ein Anderer wäre. Und auch wenn ich mit Sicherheit vorher schon Synthesizerklänge anderweitig mitbekommen haben mag, so war Oxygene in seiner Gesamtheit doch so other-worldly, dass es mir eine völlig neue Musikwelt erschlossen hat (mit 5-6 Jahren muss das gewesen sein). Seitdem hat mich die Faszination für Synthesizer(-klänge) nie losgelassen.
Danke noch einmal, Jean-Michel :adore:
 
Herzlichen Glückwunsch Herr Jarre!
Die Alben vor Concerts in China, und das Album selbst, fand ich großartig und hab diese Musik viel gehört. Danach hab ich den Faden verloren. Das lag zum einen an der Musik die mir nicht mehr so gefallen hat und an steigendem Interesse an anderer Musik und anderen Bands.
 
Es läuft grad eine Renault Werbung mit ihm. Da hat er bestimmt die letzten beiden Jahre an einem 300 ms langen Blop Sound komponiert. Irgenwie wirkt das alles albern. Renault ist ein Arbeiterauto. Wer macht denn dann die Blopsounds für Roll Royce? Mal ganz ehrlich und logisch: Wie wahrscheinlich ist es das ein junger Musiker als Erstwerk ein Megading landet und danach nur noch schlechter wird. Ist es bei Künstlern nicht genau umgekehrt? Es ist wahrscheinlicher das ersten beiden Alben von anderen im Hintergrund fast fertig vorgelegt wurden und er nur ein wenig dazu gebastelt hat bzw es eingespielt hat. Seine zwei virtuellen Konzerte.....naja, wirkte auch sehr albern. Die beiden Fotos sagen sehr viel aus, wenn man genau hinsieht. Der Hinweis dazu: Wenn die zwei wichtigsten Menschen , nämlich die Ehefrau und der Erstgeborene, jeweils am Zeigefinger einen auffälligen Ring tragen und trotz dass sie leistungsmäßig weit unter ihm stehen, einen so dominanten Blick haben, dann sagt das etwas aus.
 

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also Du bist der Meinung er hätte die Oxygene und Equinoxe nicht selber gemacht, sondern Ghostproducer gehabt? Das ist eine gewagte Behauptung, und sicherlich nicht belegbar, und Hinweise gibt es sicherlich auch nicht dazu. Und was du in die Ringe oder die Blicke hineininterpretierst, hm... ich geh mal einen Schritt weiter - Reptilienmenschen? Die unbekannte Macht?
Kommt mir alles wie ne Verschwörungstheorie rüber.
 
Kirsten Dunst wär mir zwar lieber, aber bezüglich des obigen Postings habe ich leider nur keinen Dunst...(was da genau gemeint ist mit)
 
Es läuft grad eine Renault Werbung mit ihm. Da hat er bestimmt die letzten beiden Jahre an einem 300 ms langen Blop Sound komponiert. Irgenwie wirkt das alles albern. Renault ist ein Arbeiterauto. Wer macht denn dann die Blopsounds für Roll Royce? Mal ganz ehrlich und logisch: Wie wahrscheinlich ist es das ein junger Musiker als Erstwerk ein Megading landet und danach nur noch schlechter wird. Ist es bei Künstlern nicht genau umgekehrt? Es ist wahrscheinlicher das ersten beiden Alben von anderen im Hintergrund fast fertig vorgelegt wurden und er nur ein wenig dazu gebastelt hat bzw es eingespielt hat. Seine zwei virtuellen Konzerte.....naja, wirkte auch sehr albern. Die beiden Fotos sagen sehr viel aus, wenn man genau hinsieht. Der Hinweis dazu: Wenn die zwei wichtigsten Menschen , nämlich die Ehefrau und der Erstgeborene, jeweils am Zeigefinger einen auffälligen Ring tragen und trotz dass sie leistungsmäßig weit unter ihm stehen, einen so dominanten Blick haben, dann sagt das etwas aus.
Oxygene war nicht sein Erstlingswerk. Er hatte davor ja schon zwei Soundtracks und diverse Singles unter verschiedenen Pseudonymen veröffentlicht. Im übrigen hatte er sein Geld mit Jingles und Kompositionen für bekannte französische Sänger verdient. Er ist also nicht "aus dem Nichts" gekommen. Kleines Beispiel: Die Melodie von "La Belle Et La Bête" von 1975, geschrieben für Gerard Lenorman, wurde später in Rendez-Vous wiederverwendet:




Übrigens ist Gong Li Ehefrau Nr. 4. Ich glaube, er weiß mittlerweile schon, was er möchte.
 
also Du bist der Meinung er hätte die Oxygene und Equinoxe nicht selber gemacht, sondern Ghostproducer gehabt? Das ist eine gewagte Behauptung, und sicherlich nicht belegbar, und Hinweise gibt es sicherlich auch nicht dazu.

In der Jarre-Szene ist es ein offenes Geheimnis, daß Michel Geiss einen nicht zu unterschätzenden Beitrag zu Jarres beiden ersten Alben geliefert hat, und Equinoxe wäre ohne seinen kompositorischen und technischen Beitrag sicherlich nicht das geworden, was wir heute auf dem Plattenteller liegen haben.

Es gibt im französischen Magazin Crystal Lake vom Herbst 1989 ein sehr schönes Interview zu diesem Thema, und ich glaube, nicht umsonst haben sich irgendwann die Wege von Geiss und Jarre getrennt. Was man auch hören kann, wie ich finde.

In diesem Interview sagt Geiss sinngemäß, er habe 1974/75 einen Vortrag vor französischen Akademikern und Tontechnikern zum Thema ARP 2600 gehalten, und nach diesem Vortrag kam ein Zuhörer zu ihm, der sagte, er kenne da jemanden, der auch einen 2600 habe, aber damit überhaupt nicht zurechtkomme. Ob Geiss ihm da eventuell ein wenig auf die Sprünge helfen könne. Der junge Mann hieße... Jean Michel Jarre.

Und was du in die Ringe oder die Blicke hineininterpretierst, hm... ich geh mal einen Schritt weiter - Reptilienmenschen? Die unbekannte Macht?
Kommt mir alles wie ne Verschwörungstheorie rüber.

Ein Ring, sie zu knechten, für ewig zu binden und ins Dunkel zu führen.

Ich frage mich immer, warum Threads zu den Themen Johannes Michael Gurkenglas und Kraftwerk immer ausarten und warum sich der Sache nicht kritisch und mit einer gewissen Distanz nähern darf.

Spricht nicht unbedingt für die Rezipienten und ihren persönlichen, emotionalen und intellektuellen Reifegrad.

Stephen
 
jetzt hast Du aber schön geschwurbelt, dein Standpunkt zu den Fotos wird trotzdem nicht klar. Sollte man da was erkennen, und wenn ja, was?
ich denke es sollte klar sein dass ich in den Fotos gar nichts sehe, ausser dass der Sohn größer ist als der Vater.
 
[...] Übrigens ist Gong Li Ehefrau Nr. 4. [...]

Concerts in China mal anders.

jetzt hast Du aber schön geschwurbelt, dein Standpunkt zu den Fotos wird trotzdem nicht klar. Sollte man da was erkennen, und wenn ja, was?
ich denke es sollte klar sein dass ich in den Fotos gar nichts sehe, ausser dass der Sohn größer ist als der Vater.

Auf wen beziehst Du Dich?

Das wird leider nicht ganz klar.

Ist aber auch nicht wichtig.

Stephen
 
ppg360:
Zuerst dieses ständige, nicht enden wollende, unflätige Gestänker über Klaus Schulze, und jetzt ist augenscheinlich Jean Michel Jarre an der Reihe.
 
ppg360:
Zuerst dieses ständige, nicht enden wollende, unflätige Gestänker über Klaus Schulze,

Geht's noch?

und jetzt ist augenscheinlich Jean Michel Jarre an der Reihe.

Wenn ich Dich daran erinnern darf: Den Thread habe ich eröffnet, und was paßt Dir nicht in den Kram?

[...] Spricht nicht unbedingt für die Rezipienten und ihren persönlichen, emotionalen und intellektuellen Reifegrad. [...]

Danke für den Beweis.

Stephen
 
Oxygene hin, Equinoxe her ... ich kann die Filmmusiken seines Väterchens durchaus goutieren, und mich hat er massiv beeinflusst. Sicher sehe ich heute einige Aspekte auch distanzierter und höre JMJ nicht mehr ganz so kritiklos, aber damals war Oxygene einfach un-erhört (im Sinne von "noch nie gehört").
Also herzlichen Glückwunsch, Monsieur Jarre.
 
Oxygene war nicht sein Erstlingswerk. Er hatte davor ja schon zwei Soundtracks und diverse Singles unter verschiedenen Pseudonymen veröffentlicht. Im übrigen hatte er sein Geld mit Jingles und Kompositionen für bekannte französische Sänger verdient. Er ist also nicht "aus dem Nichts" gekommen. Kleines Beispiel: Die Melodie von "La Belle Et La Bête" von 1975, geschrieben für Gerard Lenorman, wurde später in Rendez-Vous wiederverwendet:




Übrigens ist Gong Li Ehefrau Nr. 4. Ich glaube, er weiß mittlerweile schon, was er möchte.

Da hast du das falsch verstanden was ich meinte. Ist aber egal. Dein Fokus liegt wo ganz anders.
 


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