Keyboard-Chorus für digitale Polyphone

Jenzz

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...aber ich glaub' den gibts nicht mehr neu zu kaufen, war auch vergleichsweise teuer.
Ja, der SCF ist leider abgekündigt.... Was den Preis angeht: Man darf nicht vergessen, dass der ja ein internes Netzteil hat, das kostet dann ja immerhin Trafo + ein paar Bauteile. Ausserdem sind da schaltungstechnisch so ziemlich alle 'Register' gezogen, die man bei einem BBD-basierten Chorus machen kann: Immer aktiver Preamp für optimale Aussteuerung, Kompression / Expansion auf der Delaystrecke, delayzeitabhängiger Tiefpass am Ausgang der Delaystrecke, interne 15V Betriebsspannung für ordentlich Headroom... Sind also auch ein Haufen Teile drin.

..aber ich werden OT....

Jenzz
 

Thomasch

MIDISynthianer
Ich bin schon ewig auf der Suche nach einem Chorus, der genauso deep wie der Juno Chorus klingt.
Gibts da echt nix?
Der TC Electronic June 60 sieht ja beispielsweise schon sehr nach Juno Chorus aus, aber dessen Mono Sound ist mal voll daneben und rechtfertigt das optische Erscheinungsbild überhaupt nicht.
Auch bei den DIY Sachen in der Richtung hab ich bisher noch nix ausfindig machen können, was so klingt. Zumindest bei den Hörbeispielen die ich gefunden hab.
Letztendlich nutze ich halt das TAL Chorus LX Plugin, das kommt dem Juno Chorus schon recht nahe und sogar ganz ohne Rauschen, aber als Hardware hätte ich den schon trotzdem gern.
 

Summa

hate is always foolish…and love, is always wise...
Hatten wir hier nicht mal so 'nen Bastel Thread zum Juno Chorus? Hab' auf die Schnelle den hier gefunden.
 

Summa

hate is always foolish…and love, is always wise...
Ja, der SCF ist leider abgekündigt.... Was den Preis angeht: Man darf nicht vergessen, dass der ja ein internes Netzteil hat, das kostet dann ja immerhin Trafo + ein paar Bauteile.
Ich meinte eher im Vergleich zu Multieffektgeräten, die ja auch schon 'nen ganz brauchbaren Chorus Sound liefern.
 

Klaus P Rausch

playlist
Ich bin schon ewig auf der Suche nach einem Chorus, der genauso deep wie der Juno Chorus klingt.
Gibts da echt nix?
Nö, Chorus ist wirklich ein individuelles Phänomen. Zum Juno 60 Chorus wüsste ich keinen Clone. Obwohl der eigentlich selber gar nicht so dolle ist, aber er passt einfach gut zum Juno 60 Soundcharakter, das ist alles.

Chorus ist eine Nebenprodukt vom Flanger, und ich dachte zuerst, man braucht sowas gar nicht, der Flanger macht das doch, wenn man ihn nur richtig einstellt. Falsch gedacht. Der Chorus ist auf einem schmalen Gleis unterwegs, die Unterschiede sind teils minimal. Aber dennoch mag man den einen, und den anderen überhaupt nicht. Ich kenne Chorus Effekte, mit denen kann man mich jagen. Andere dagegen sind derart schmeichelhaft, dass der Sound damit genau so verwaschen klingt, wie ich das gut finde.

Hab jahrelang nach "meinem Ideal" gesucht. Erst im Haible Triple Chorus, den mir dann Forumkollege @nordcore gebaut hat, war das zufriedenstellend. Neben dem Ibanez CS505.

Viel Glück also beim Finden :)
 

ID_nrebs

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In Eurorack gibt es doch nen Juno 106 Chorus Clone. Weiß jetzt nicht, ob der identisch zum Juno 60 ist. Finde den Chorus vom Alpha-Juno am besten... der klingt richtig toll wenn der Speed relativ langsam ist. Beim JX-3P und 106er wird es halt immer 80er Soße und langweilig wenn der an ist. Beim JX-3P ist der bei mir eigentlich immer aus.
 
Erst im Haible Triple Chorus,
Auch wenn ich es selber drauf geschrieben habe: im Sinne der Fragestellung hier, ist das Ding nicht so wirklich ein "Chorus", sondern ein "Ensemble"-Effekt.

Der klassische Keyboard-Chorus ist m.E. der von Roland erfundene (oder zumindest breit eingeführte...) Effekt, bei dem
* Mono auf Stereo aufgeblasen wird.
* Zwei Delay-Lines mit einem Dreieck-LFO gegenphasig moduliert werden
* 50:50 Original zu Delay gemischt wird
* eins (hart) nach rechts, das andere (hart) nach links gemischt wird. (Der Effekt ist allerdings monokompatibel!)

Auf alles kommt es an, das ist verblüffend ausgetüftelt.
Einfache Gitarren-Effekt haben ggf. nur eine Delay-Line, dann eiert die Tonhöhe mehr, mit der gegenläufig angewandten Dreieck-Modulation kompensiert sich das.
Das Mono-Signal, was von genau einem Effekt auf Stereo aufgeblasen wird, maximiert(!) die Wirkung. Wenn man den gleichen Effekt, wie in vielen VSTs, schon Stereo ansteuert, dann wird dabei aus einer Klangwolke eine etwas wolkigere Klangwolke, weit weniger prägnant.


Der Solina-Ensemble Effekt (Triple-Chorus) hat drei Delay-Lines, die mit zwei(!) Sinus(!)-LFOs moduliert werden. Der Ausgang ist typisch Mono, das Ausgangssignal kommt nur aus den Delay-Lines ohne Original-Signal. (Für Stereo nimmt man i.A. ein Signal nach rechts, die anderen beiden nach links (oder umgekehrt). )
Dadurch eiert die Tonhöhe viel mehr (und absichtlich).
 
Zuletzt bearbeitet:

Jenzz

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Moin .-)
Chorus ist was für Flächen und lang gehaltene Akkorde, von daher ist das mit der Sequenz etwas doof... Man hört aber beim TC in manchen Einstellungen deutlich, was mich immer an ihm gestört hat: Das die Modulation nämlich manchmal kurz 'anzuhalten' scheint und irgendwie 'unrund' läuft, quasi so, als ob der Verstimmungseffekt kurz rausgenommen wird. Das macht Dimension C / D besser und eine (alte / SAD1024) EHX Mistress sowieso (auch wenn das ein Flanger ist).

Jenzz
 

Klaus P Rausch

playlist
Auch wenn ich es selber drauf geschrieben habe: im Sinne der Fragestellung hier, ist das Ding nicht so wirklich ein "Chorus"-Effekt, sonder ein "Ensemble-Effekt".

Der klassische Keyboard-Chorus ist m.E. der von Roland erfundene (oder zumindest breit eingeführte...) Effekt, bei dem
* Mono auf Stereo aufgeblasen wird.
* Zwei Delay-Lines mit einem Dreieck gegenphasig moduliert werden
* 50:50 Original zu Delay gemischt wird
* eins (hart) nach rechts, das andere (hart) nach links gemischt wird. (Der Effekt ist allerdings Monokompatibel!)

Auf alles kommt es an, das ist verblüffend ausgetüftelt.
Einfache Gitarren-Effekt haben ggf. nur eine Delay-Line, dann eiert die Tonhöhe mehr, mit der gegenläufig angewandten Dreieck-Modulation kompensiert sich das.
Das Mono-Signal, was von genau einem Effekt auf Stereo aufgeblasen wird, maximiert(!) die Wirkung. Wenn man den gleichen Effekt, wie in vielen VSTs, schon Stereo ansteuert, dann wird das aus ein Klangwolke eine etwas wolkigere Klangwolke, weit weniger prägnant.


Der Solina-Ensemble Effekt (Triple-Chorus) hat drei Delay-Lines, die mit zwei(!) Sinus(!)-LFOs moduliert werden. Der Ausgang ist typisch Mono, das Ausgangssignal kommt nur aus den Delay-Lines ohne Original-Signal. (Für Stereo nimmt man i.A. ein Signal nach rechts, die anderen beiden nach links (oder umgekehrt). )
Dadurch eiert die Tonhöhe viel mehr (und absichtlich).

Ja, danke für die Details. Sind mir natürlich prinzipiell bekannt, wenn ich jedoch die pure Musikerbrille aufsetze, dann geht es beim Chorus darum, den Sound in Bewegung zu bringen. Ob dann Ensemble, Flanger oder Chorus draufsteht, ist dann nicht mehr entscheidend.

Wir können uns das in den modernen Workstations ansehen. Die Multi-Effect-Sections sind recht praktisch kategorisiert, und in der Rubrik Chorus/Delay/Phaser finden wir alle die, die diesen verwaschenen Effekt erzeugen. Stereo Chorus, Stereo Harmonic Chorus, Ensemble, Bi-Phaser usw.. Die Parametrisierung ist bei jedem individuell und manche haben gleich einen EQ drin, die Waveform lässt Varianten zu.

Vergleichen wir mit den Vintage Stringern. Aufgefallen ist mir das vor allem beim Korg Delta und Solina String Ensemble. Das von dir beschriebene Eiern der Tonhöhe ist bei beiden sehr tricky umgesetzt, indem die LFO Speed dynamisch ist und, ähnlich Rotary Speaker Cabinet Slow/Fast ständig anläuft (auf Speed) und wieder abbremst. In einer Workstation habe ich diese Methode noch nicht gesehen, aber vielleicht gibts die in einem Instrument und ich weiß es nicht.

Das ist es, was ich meinte, das man seinen Idealchorus finden muss, ein bisschen unabhängig davon, wie der Verwaschen-Effekt erzeugt wird.
 

ID_nrebs

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Da hast Du den JX-3P aber Mono abgenommen. Wenn Du den auch Stereo aufnehmen würdest, dann ginge beim JX-Chorus auch die Sonne auf.

Der SCF war aber wirklich immer schon sehr, sehr schön. Wird hier bestätigt.
Sorry, ist mir tatsächlich nicht aufgefallen... anscheinend hat mein jx3p nen Treffer an den Output-Buchsen... nach etwas wackeln war es grad wieder Stereo. Das ist natürlich ein unfairer Vergleich :) wenn Interesse besteht, mach das heut Abend noch mal inkl dem Behringer CC300. Jetzt muss ich erst mal die Kids bearbeiten.
 
Wurde an dieser Stelle schon der Boss CE-300 genannt? Ich bin mit meinem sehr zufrieden, gerade nach dem selbst durchgeführten Umbau der Eingangs- bzw. Ausgangsimpendanzen. Das ganze außerdem im praktischen Rackformat, da fliegt nicht immer irgendwen kleine Box durch das Studio. Klingt in Kombination mit meinem JP-6 wirklich super :)
 

Max

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Ich finde den Strymon Ola auch sehr gut - der hat Stereo In/Out und neben Chorus kann er auch noch "Vibrato" und eine Mischung aus beidem.

Hat ein paar sehr nette Features, im "Envelope" Mode ist der Chorus abhängig von der Lautstärke und im "Ramp"-Mode kann man den Effekt per Taster mit einstellbarer Geschwindigkeit einblenden.

Allerdings nicht unbedingt "weich", ich benutz den meistens hinter analogen Synths um noch ein paar "klare" bw. "definierte" Obertöne reinzubringen. Hinter einem Synth mit digitalem Grundcharakter bringt er für mich nicht so den Mehrwert, von daher für den Anwendungszweck hier vielleicht nicht die erste Wahl...
 

swissdoc

back on duty
Wir können uns das in den modernen Workstations ansehen. Die Multi-Effect-Sections sind recht praktisch kategorisiert, und in der Rubrik Chorus/Delay/Phaser finden wir alle die, die diesen verwaschenen Effekt erzeugen. Stereo Chorus, Stereo Harmonic Chorus, Ensemble, Bi-Phaser usw.. Die Parametrisierung ist bei jedem individuell und manche haben gleich einen EQ drin, die Waveform lässt Varianten zu.
Interessant, was da alles zusammengefasst wird. Wieder so ein Taxonomie-Problem...

Weil es so schön ist, ein Schnipsel aus dem Wikipedia-Eintrag zum Thema Taxonomie:

Kritik

Michel Foucault problematisiert in Die Ordnung der Dinge (1966) Kategoriensysteme und ihre Raum-Zeit-Gebundenheit (Archäologie des Wissens, 1969). Als Beispiel führt er einen Text von Jorge Luis Borges über unterschiedliche Tierkategorien in „einer gewissen chinesischen Enzyklopädie“[8] an, in der Tiere folgendermaßen eingeteilt werden:

dem Kaiser gehörige – einbalsamierte – gezähmte – Milchschweine – Sirenen – Fabeltiere – streunende Hunde – in diese Einteilung aufgenommene – die sich wie toll gebärden – unzählbare – mit feinstem Kamelhaarpinsel gezeichnete – und so weiter – die den Wasserkrug zerbrochen haben – die von weitem wie Fliegen aussehen

Dieses – freilich von Borges frei erfundene[9] – Beispiel eines Ordnungssystems zeigt, dass Kategoriensysteme willkürlich wirken können, wenn sie von einer Außenperspektive aus betrachtet werden. Moderne Taxonomen, wie Peter Ax, lehnen die Verwendung der Etiketten wie „Familie“ oder „Ordnung“ ab. Der Grund hierfür liege darin, dass diese Einordnungen willkürlich vollzogen werden. Es gebe keine natürliche Regeln, warum eine Gruppe von Organismen beispielsweise den Rang einer Ordnung statt den einer Klasse erhält. Daher solle nur noch der Begriff „Taxon“ verwendet werden.
 

fanwander

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Und wähend Herr Ax und Herr Foulcault noch darüber nachdenken, ob die da drüben in das Taxon "scharfe Braut" oder "williges Hühnchen" gehört, ist Kollege KPP längst bei der Sache... :mrgreen:
 


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