Klaus Schulzes Rhythmusdose?

Dieses Thema im Forum "SyntheTisch!" wurde erstellt von ppg360, 21. Februar 2007.

  1. ppg360

    ppg360 fummdich-fummdich-ratata

    Hallo,

    ich lausche gerade ein paar alten Scheiben vom Blauen Klaus, und ich frage mich, welchen Drumcomputer er wohl auf DigIt oder ...live... verwendet haben mag. 808 oder DMX gab´s zu der Zeit noch nicht... ob das alles aus dem GDS kommt?

    Wer weiß was?

    Stephen
     
  2. Anonymous

    Anonymous Guest

    Es könnte der EEH Rhythm Computer sein, den er sich auf seine Bedürfnisse hin als Custom Version hat modfizieren lassen.

    Aus dem Buch "... eine musikalische Gratwanderung" geht darüberhinaus hervor, dass er frühzeitig an alternativen Drums interessiert war, die elektronisch klingen sollten. Neben dem EEH könnten also auch andere zum Einsatz gekommen sein, da er geraume Zeit mit Farfisa und Crumar zusammengearbeitet hat. Die hatten zu dem Zeitpunkt ja auch Rhythmusgeräte im Produktkatalog bzw. solche in deren Orgeln eingebaut. Sicher standen dann welche bei KS im Studio rum, vielleicht sogar ebenfalls modfizierte Versionen. Farfisa ist ja bereits auf Cyborg in den Credits, außerdem Bausteine von RIM-Electronic.
     
  3. Moogulator

    Moogulator Admin

    gibt es da irgendwo Audio zum checken, um das herauszufinden? Bin nicht so der Schulze-Mensch, aber könnt man sicher versuchen rauszuhören.
     
  4. ppg360

    ppg360 fummdich-fummdich-ratata

    Nee, EEH hatte ich auch zuerst angenommen, nur sind diese Teile deutlich später gebaut worden (um 1983/84). Auf dem Innenbild der Audentity sierht man die CM-2-Triggergeneratoren neben dem großen Moog. Ich könnte mir allerdings vorstellen, daß KS seinerzeit Simmons SDS-V verwendet hat. Aber wie hat er sie getriggert?

    Interessant ist an dem Sound, daß die Sounds bemerkenswert akustisch klingen. Die Toms haben was von Udu-Drums... hocinteressant. Völlig präzise, aber sehr organisch vom Klang.

    Im Netz sollte eigentlich genug Audiomaterial zu finden sein. Da ich mir aber nie irgendwo einen runterhole... äh, lade, weiß ich nicht genau, wo man da fündig werden könnte ;-)...

    Stephen
     
  5. Zumindest beim ersten Track war's ein echter Drummer. Vieles auf Digit wurde auf dem Crumar GDS gemacht - ein sündhaft teurer Digitalsynth der nur ein paar mal gebaut wurde. Klaus war damals total weg von dem Teil und hatte mehr oder weniger daran geglaubt, dass Analogtechnik nun Schnee von gestern ist. Mit dem teil wurden sicherlich auch einige perkussive Sounds produziert.
    Allerdings hat Klaus immer schon percussive Sounds aus seinen Moogs herausgeholt und die dann angetriggert. Das bietet sich bei den flotten Hüllkurven ja auch an. Er wird sicherlich die Platte nicht völlig ausschliesslich auf dem GDS produziert haben.

    Ich kann ihn ja mal fragen, wenn ich ihn das nächste Mal treffe...
     
  6. Anonymous

    Anonymous Guest

    Das wäre nett, denn ich stehe auch gerade wieder auf seinen Sound der frühen Stunden. Vielleicht bringe ich ja zum Happy Knobbing einen Flokati mit ;-)
     
  7. Moogulator

    Moogulator Admin

    Glaubte der nicht auch, dass ein Quasimidi Quasar wie ein Moog klingt? ;-) *G* (sorry, aber .. hmm..)
     
  8. Anonymous

    Anonymous Guest

    Ja, mach das mal. In dem o.g. Buch heißt es, dass er sehr zeitig mit dem IRCAM in Kontakt war und das offensichtlich bereits bevor das GDS richtig spielbar war. Ebenso äußert er sich darin, dass er vom ersten Fairlight 1979 sehr begeistert war, der hatte zu diesem Zeitpunkt ja schon gesampelt. Wenn ich mir die Cyborg so anhöre, dann schätze ich auch, dass er viel mit Noise Generatoren und allem, was perkussionähnliche Sachen absondern kann, viel rumexperimentiert hat, VCS3 und so. Harald Großkopf wird da entsprechend zitiert.
     
  9. Nein, das glaubte er nicht.
     
  10. Jörg

    Jörg |

    Ich glaube als Profimusiker sieht man so manche Dinge eher unter praktischen Gesichtspunkten. ;-)
     
  11. motone

    motone eingearbeitet

    Stimmt: Quasimidi klingt besser. :wegrenn:
     
  12. ppg360

    ppg360 fummdich-fummdich-ratata

    Mein Gefühl sagt mir GDS, denn die Drums klingen sehr digital bzw. realistisch, nicht nach offensichtlich elektronischer Perkussion. Großkopf hat zwar auf den älteren Sachen zwischen Moondawn und X mitgespielt, aber bei DigIt war er nicht mehr dabei. Shrieve ist erst später dazugestoßen. Von daher... GDS, vielleicht mit Ansteuerung einiger Simmons SDS-V.

    Stephen
     
  13. intercorni

    intercorni aktiv

    Also das auf der Audentity sind Simmons-Drums.
    Bei der Digit wird auch ja live getrommelt.
    Da gibt es ein Video von der Stahlsynfonie, wo man auch die
    Drums gut erkennen kann.

    Gruss,

    Cornel
     
  14. Anonymous

    Anonymous Guest

    Also, es wurden keine analogen Synthies etc. genutzt - ausschließlich GDS-System. Nachzulesen hier:

    http://www.klaus-schulze.com/interv/in8009.htm


    http://www.babyblaue-seiten.de/index.php?albumId=1888&content=review

    KS war/ist schon ein Ausnahmesynthesist - habe damals meine gesamte TD/KS-Sammlung bei evilbay vertickert (an die 100 LP´s) - jetzt trauere ich denen schon wieder nach :sad: KS kann man halt immer und zu jeder Zeit hören - das macht Ihn zu was ganz Besonderem! TD hingegen konnte ich nicht immer hören :D - Ich glaub, ich werd mal wieder eine LP-Sammlung anlegen :D
     
  15. Cello

    Cello Tach

    Im Booklet der CD Neuauflage von Dig It ist nachzulesen, dass er bei zumindest Weird Caravan eine Loop Sequenz von Ideal ausgeliehen hat. Schnürsenkel zusammenschneiden und Endlosloop....

    Bei Dead Of An Analogue könnte die geschlossene Hat aus einer Maschine sein. Der Rest hört sich für mich nach live eingespielt

    Looper und Synthasy hat für mich auch Simmons Sounds drin.

    Ich tippe auf jeden Fall auf Mix Drums. Also Click Tracks, oder getriggert, oder geloopt und zusätzlich noch live drüber gespielt... ob von Klaus, oder jemand anderem.
     
  16. eisblau

    eisblau Tach

    Tolles Interview...

    In ten years from now, the classical synthesizers - that had a big part in the seventies, also for me - will be not seen anymore. There will be only digital equipment with huge amounts of data banks, or what-do-I-know-what-will-be-possible then?

    Der gute Mann hatte im Jahre 1980 Recht:
    Drumcomputer und Rompler mit unzähligen Bytes a la M1, Wavestation, CS1x usw. Nur so phantasieanregend waren diese Sounds dann leider doch nicht. Erst innovative Geräte wie der K2000 oder der K5000 haben dann wieder interessante Dimensionen ins Spiel gebracht.
     
  17. intercorni

    intercorni aktiv

    Den Kollegend er da trommelt kann man sich auch ansehen: auf der Neuveröffentlichung der Digit ist ja ein Video der Stahlsinfonie enthalten.
    Sind übrigens auch echte Percussions.

    LG

    Cornel
     
  18. Anonymous

    Anonymous Guest

    Zitat KS: "In ten years from now, the classical synthesizers - that had a big part in the seventies, also for me - will be not seen anymore"

    Ob KS das generell meinte oder nur auf den Musikinstrumenten-Markt (hier Synthesizer/Neugeräte) bzw. auf die Musikszene bezog? :lol: Jedenfalls konnte man sich 10 weitere Jahre an "classical synthesizers" erfreuen (Gebrauchtmarkt). Oder meinte er nur die ganz grossen Modul-Synthesizer?
    Wenn die Gebrauchtmarkt-Preise sich wieder auf "Normalpegel" eingependelt haben, kann/wird das auch noch so ein Weilchen weiter gehen.... :D
     
  19. intercorni

    intercorni aktiv

    Wird nicht passieren. Die alten Kisten sind meistens schon bei den Liebhabern und die Nachfrage nach den "guten alten" Analogen wird nicht abebben.

    Gruss,

    Cornel
     

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