Kompressor vor od. nach der Aufnahme?

Dieses Thema im Forum "Studio" wurde erstellt von dk, 7. Juni 2012.

  1. dk

    dk Tach

    Wie macht Ihr das? Ich nutze Kompressoren (Hardware) derzeit vor der Aufnahmen, jedoch nur um Peaks zu vermeiden und nicht als Stilmittel oder ähnliches.

    Würd mich mal interessieren! Vor-und Nachteile usw.
     
  2. Das kommt darauf an, was Du aufnehmen willst und inwiefern es notwendig ist die Dynamik einzelner Spuren zu begrenzen.

    Aus dem Bereich der Live-Beschallung weiß ich, daß dort in fast jede Spur ein Kompressor eingeschleift wird (vor allem Vocals) - um Dynamikspitzen zu vermeiden und die Durchsetzungsfähigkeit einzelner Instrumente zu erhöhen. Damit einem nicht die PA um die Ohren fliegt, bietet es sich an abschließend auf die Summe mindestens einen Limiter zu packen - falls irgendein Hirni auf der Bühne sein Klinkenkabel herauszieht ohne vorher Bescheid zu sagen (um die Spur noch rechtzeitig muten zu können) ;-)

    Ob man das für Studioproduktionen benötigt oder nicht (Einzelspuren + Summe komprimieren) möchte ich mittlerweile mit "Geschmackssache" beantworten (kommt auf die Musik und den beabsichtigten Mix an). Jedoch weiß ich aus eigener Erfahrung, daß es früher (in den 90ern) noch ungeschriebenes Gesetz war alles zu komprimieren (um die Durchsetzungsfähigkeit zu erhöhen). Sünde war es, eine Summe soweit zu komprimieren daß es anfing zu pumpen. Hat sich heutzutage jedoch einiges geändert - gerade das Pumpen ist mittlerweile ein erwünschtes Stilmittel geworden :shock:

    Möglicherweise weiß ja jemand der hier beteiligten Tonstudiobetreiber mehr - ich habe meine Tontechnikertätigkeit längst an den Nagel gehängt und betreibe mein kleines Studio nur noch hobbymäßig ... :P
     
  3. psicolor

    psicolor Busfahrer und Bademeister

    Da würd sichs anbieten einfach mit 24bit aufzunehmen, da haste Headroom für Peaks auf dem Lautstärkeniveau einer Atombombe ;-)
    Ehrlichgesagt, mir genügen sogar 16bit um auf Kompression vor der Aufnahme zu verzichten....
    Es könnte natürlich auch sein, dass bei schlechteren D/A der Rauschabstand gering ist und du dann ein verrauschtes Signal hast.

    Damit sind die Vor- und Nachteile schon genannt:
    Wenn du vor der Aufnahme komprimierst, kannst du die D/A Wandler gezielter belasten, allerdings verlierst du die Möglichkeit später an den Einstellungen zu drehen.

    24bit sind jetzt wirklich mal genug, und im Nachhinein am Kompressor zu drehen is äußest praktisch!
    Profis wären (mMn) blöd, wenn sie sich diese Option von vornerein verbauen.
     
  4. kl~ak

    kl~ak Tach

    stelle alle FX am mischer ein und nehme das FXsignal und das directoutsignal auf. _ meißt ist aus der FXspur viel zu viel und zu heftig alles eingestellt. dann nehme ich später die cleane spur und spiele das nochmal über die gleiche FXkette aus....


    kompressor benutze ich analog nur zum ducken und am ende als limiter....

    ich nehme immer 32bitfloatund 48khz auf _ alleine schon wegen der internen FX auf 32bit etc...
     
  5. mink99

    mink99 bin angekommen

    Ich versuche immer den "originalen" Sound aufzunehemen. Dies ist nicht notwendigerweise dein vollkommen trockener. Wenn also der aufzunehmende Sound schon im "Entwurf" eine pumpende Drumbox oder eine sidegechainetes Pad braucht, dann nehm ich das direkt auf. Das ist für mich das Gleiche, wie wenn ich die E-Gitarre vom Amp mikrofoniere. Ein Kompressor auf ner Drumbox ist für mich das gleiche wie ein Bodentreter oder Amp für einen Gitaristen.

    Dort nehm ich auch gerne Hardware.

    Wenn ich allerdings eine Aufnahme bereits an der Quelle aus mehreren Spuren aufnehme (Drums oder Sax + Overhead + Raummikro) dann ists einfacher, erstmal aufzunehmen, sonst gibts gerne Phasenprobleme)

    Alles andere kommt nach der Aufnahme (bis auf den Limiter am Bass, weils die Röhre so schön knallt) oder beim final.

    Gruss Mink
     
  6. Leibregime

    Leibregime Tach

    Also dem aktuellen Trend nach zu folgen würde ich sagen davor, dazwischen und danach. Und danach nochmal im Mastering mit ner feinen Briese Brickwall-Limiter bis dein Waveform Display nur noch n Rechteck rausnudelt. ^^
    Wie schon gesagt, kommt drauf an was du machst.
    Auf jeden Fall würd ich aber im Master nochmal nen Kompressor reinhängen...nur subtil um den Mix zusammenzupappen, aber dennoch.
     
  7. intercorni

    intercorni aktiv

    Wenn man genau weiß, was man macht, kann man das auch gleich mit aufnehmen.
     

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