Kyma

Dieses Thema im Forum "Softsynth" wurde erstellt von theorist, 15. Januar 2006.

  1. Hallo,

    ich würde gerne mal ein KYMA System testen. Ist das irgendwo in der "Nähe" antestbar?

    Bin vor allem daran interesssiert Audio zu morphen, Neuron kenn ich, Prosoniq Morph auch, jedoch hab ich beide nicht.

    Bei Kyma find ich die Timeline Struktur sehr inspirierend, vor allem die Möglichkeit Effekte zu morphen. Mit anderen Programmen ist das ja so nicht möglich. Man kann vielleicht ähnliche Morphs programmieren, jedoch ist das unglaublich aufwendig.

    Hab einen Nord G2 und Reaktor, da geht auch schon viel in Sachen "Morph", wobei ich bei Reaktor nicht ganz sicher bin, ob da eventuell in Zukunft mit der neuen Core Technologie nicht noch mehr kommt. Synthsounds zu morphen und Audio Morp sind ja zwei paar Schuhe.

    Habt ihr da ein paar Ideen? Die Infos auf der Page von Moogulator hab ich schon gelesen.

    Gruss
    theo
     
  2. Anonymous

    Anonymous Guest

    Vielleicht solltest Du noch erwähnen, dass Du aus der Nähe von Basel kommst. ;-)
    (Nicht jeder schaut in Deinem Profil auf die Landkarte)
     
  3. Anonymous

    Anonymous Guest

    Sounds morphen kann ansonsten auch der Virsyn Cube, wie ich finde sogar ziemlich gut und so, dass es Spaß macht.
     
  4. Mit "Nähe" hab ich jetzt mal Deutschland und Schweiz eingeschlossen, dafür würd ich ziemlich weit fahren...

    Virsyn hab ich noch nicht genau angesehen, hatte mal eine Demo. Für Additiv ein super Interface. Kann man damit Resynthese machen? Schau mir mal ein paar Sounddemos an...
     
  5. Ich glaub ich hatte die Tera Demo...
     
  6. Summa

    Summa wibbly wobbly timey wimey

    Kann er, lad' dir die Demo doch einfach runter, wobei ich die aktuellen Presets nicht mehr so spannend finde (weil das wenigste von mir ist und ich beim erstellen nicht mal die aktuelle Version zur Verfuegung hatte), das duerfte aber fuer dich nicht so das Problem sein.
    Wichtig, vor dem Morphen ordentlich Partiale reindrehen, Harry hat den Init Sound recht prozessorsparend eingestellt, das laesst das Ergebnis reichlich Blutleer klingen...
     
  7. Brrr, bei den Sounddemos muss man sich aber warm anziehen. Ich hoff man kann bei der Demo auch eigene Sounds analysieren...bin gerade am ziehen...
     
  8. Moogulator

    Moogulator Admin

    der vergleich hinkt, denn das morphing in <a href=http://www.sequencer.de/syns/symbolicsound>Kyma/Capybara</a> ist audio, kein parametermorphing, es klingt hochwertig. bisher von anderen lösungen nicht eingeholt, speziell beim thema artefakte..

    hast ud natürlich auch erwähnt, es ist halt was anderes..
    die Arbeitsweise in <a href=http://www.sequencer.de/syns/symbolicsound>Kyma/Capybara</a> ist auch weniger im Stile von "Danceproduktion", der Aufhänger ist hier definitiv ein eher experimenteller.. Das merkt man in der UI von <a href=http://www.sequencer.de/syns/symbolicsound>Kyma/Capybara</a> eigentlich recht oft.. Schon allein ,weil das "spielen" von Sounds nicht immer vornan steht..

    GEnerell ist es schwer zu erklären, wie das klingt, faktisch ist es eine Vermischung der verwendeten Bauteile..
    Technisch ist es beim Morphing in Kyma eine zerlegung und zusammenbau. Dabei erzeugst du idR Spektogramme oder machst das in Echtzeit mit der Analyse, was sehr rechenintensiv ist..

    die FX organisieren sich quasi "von selber", man muss sie aber anordnen und bestimmen wann was genutzt werden muss eben anhand der Timeline..
     
  9. Du weisst nicht, ob es zufälligerweise jemand zulässt sein Sytem mal anschuen und hören zu dürfen? Könnte man ja zusammen machen und ich buche einen Kyma Workshop bei dir :) Du hast da sicher die besseren Referenzen und Connections...
     
  10. Anonymous

    Anonymous Guest

    Von Kyma schwärmen verschiedene Leute schon länger, leider kenne ich keinen, der das besitzt. Komisch.

    Cameleon morpht sehr schön.

    Weiß jemand von einer Software, die in etwa dem Emu Morpheus ähnelt?
     
  11. Moogulator

    Moogulator Admin

    chamleon ist aber nicht ohne artefakte.. als morping-tool eher zu unakkurat.

    morpheus: ist ein ganz anderes ding.. das bezieht sich auf mehrpolige filter ,dieses system kann man bisher eigentlich nur mit modularen nachbauen..

    sprich: reaktor oder g2 basteln..


    doch, ich kenne <a href=http://www.sequencer.de/syns/symbolicsound>Kyma/Capybara</a>/user .. siehe pm ;-)
     
  12. Summa

    Summa wibbly wobbly timey wimey

    Ja, zu wenig Harmonische und zu wenig Stuetzpunkte um auch nur etwas komplexere Sounds zu synthetisieren...
     
  13. Moogulator

    Moogulator Admin

    kyma besser als andere? ja! lohnt sich.. besonders wenn du frickelkram magst..
    es ist aber immernoch der beste audiomorpher und hat einfach eine hohe qualität..

    es klingt hi-endig.. der neuron hat ja auch morphing , aber das ist etwas mehr von artefakten besetzt.. das prosoniq morph ist da vielleicht die bessere wahl, weil kompakter..

    morpheus sehe ich in dieser reihe nicht, weil der nicht morpht.. der interpoliert und steuert filter per makro.. das ist cool und wünsche ich mir mal in analog und bedienbarer.. hatte mal einen..

    nen sampler mit so zeug wäre gut.. die emus können das nurnoch mit 6pol filtern.. das reicht dann nur für ein bisschen phasing, EQing und co..

    gibts in form von emus soundkarten.. pc only, leider.
    __
    wenn du aber sowas wie morphing suchst ist cube durchaus interessant und auch gut genug.. aber hungrig!!
     
  14. sind diese Artefakte gut hörbar?
     
  15. Moogulator

    Moogulator Admin

    ja, im vergleich zu cube 2 bereits.. das ist besser in der qualität..
     
  16. Ich denke da gibt es drei Dinge zu bedenken:

    (1.) Budget. Kyma ist für das, was es an Hardware mitbringt IMHO hemmungslos überteuert. Als Nischenprodukt und mit der ausgezeichneten Software ist es aber letzten Endes sicher sein Geld wert, wenn man denn soviel investieren will (soll heißen man bekommt Funktionalität die das Geld sicher wert ist, auch wenn die reine Hardware eigentlich viel zu teuer ist).

    (2.) Kyma und der Hartmann Neuron machen ja viel mehr als reines Morphing. Wenn man nur auf die ganz spezielle Morphing-Funktionalität scharf ist dann lohnt sich die Anschaffung beider Systeme nicht, dann würde ich das Prosoniq morph vorziehen - einfacher kann man Sounds nicht morphen. Gleiches gilt für das Chameleon und den Cube übrigens auch - deren Funktionsumfang geht auch über reines Morphing weit hinaus.

    (3.) Was heißt "Artefakte" im Zusammenhang mit einem Morphing-Prozess? Schließlich handelt es sich hier um einen Prozeß, der per definitionem schon einen künstlichen Hybridsound erzeugt. Ich denke man sollte sich das Ergebnis anhören und dann entscheiden, ob man das Ergebnis mag oder nicht. Bei den meisten Produkten bekommt man sicher Nebeneffekte, die ein bischen nach dem typischen "Fourier Transform-Geschwurbel" klingen (das typische Klimpern und die "rotzigen" Höhen), aber wer mit dem Hören von MP3's kein Problem hat den sollte das auch nicht weiter stören. Das Prosoniq morph arbeitet ohne Fourier Transformation, man sollte es also zumindest mal zum Vergleich antesten wenn man am Kauf eines Morphers interessiert ist.

    Grüße
    --smb
     
  17. Moogulator

    Moogulator Admin

    betreffs morph geb ich dir Recht, absolut!!
    Denke aber der "Geist" des Threads ist eindeutig eher in die Richtung: Das Teil kann das "auch" und ist eher exemplarisch für eine technisch sehr aufwendige Funktion. Wer NUR morphen will kann das (wirklich nette) Morph Tool nutzen, es ist sehr günstig und bringt viel..

    Wer aber noch unabgenutzte Hi-End FFT und andere Verarbeitungen will und auf "Synthese-Level" arbeiten will, sollte eines der genannten Programme oder Hardware austesten..

    Transform Geschwurbel: Ja, hier ist das sicher auch eine Frage der "Rechentiefe".. auch "schlechte" Morphings können musikalische interessant sein, dennoch ist es besser, wenn es möglichst sauber ist..

    Ich finde, sie haben alle ihre Vorzüge, wenns um das Morphen SELBST geht, dann würde ich direkt das Morph PlugIn nehmen..

    Wenn man sehr weitgehendes Klangdesign will, was sehr viel möglich macht dann Kyma - man sollte aber Zeit haben dafür..
    , wenn man vorallem die "additiven" / resynthese-Aspekte sucht, ist Cube und Co interessant..
     
  18. Das ist andererseits schwer zu definieren, deshalb sage ich ja, man muß hören was einem gefällt und was nicht. Des einen Produzenten Artefakte sind des anderen Grund-Sound ;-)

    Das ist natürlich kein Freibrief für klangliche Probleme, die aus mangelnder Sachkenntnis beim Entwickeln von Software entstehen - das gibt es ja leider auch (und viel zu häufig). Das soll jetzt nicht überheblich klingen (jeder macht Fehler, ich auch), aber oft sind Artefakte ein Anzeichen dafür, daß etwas nicht stimmt und dann bin ich persönlich dagegen ;-)

    Grundsätzlich bieten die heutigen Computer aber eigentlich in jeder Hinsicht genügend "Rechentiefe" (wie definierst Du die?), das sollte also kein technisches Problem sein.

    Cheers,
    --smb
     
  19. Moogulator

    Moogulator Admin

    1) Da sind wir d'accord ;-) (achtung werbefuzzislang)

    2) Ja, so ist es, idealerweise kann man sie abstellen und auf Wunsch als "Verunreinigung" setzen. Dann ist es gut so. Das ist wie bei einem Synthesizer, der generell nur zB dick oder dünn oder... (bitte einsetzen) klingt. Ein guterwelcher muss das dem User überlassen ;-)

    3) Rechentiefe ist mehr im Sinne des Algorithmus der eingesetzt worden ist. Ein Modell ist eben auch vereinfacht und lässt evtl. Dinge aus.. Das ist zB ,was in div. <a href=http://www.sequencer.de/digital_synthesizer.html>Virtual Analog Synthesizer (VA)</a> diesen komischen "Schwurbel" erzeugt und das ist somit für mich etwas, was ich auch abschalten können will. Geht das nicht, muss man es als Grundsound akzeptieren oder sogar als Makel ansehen. Siehe Schwurbelthread in "Digital" ;-)
     
  20. Schwurbel, wie? Der Thread ist 30 Jahre lang und so ganz schlau werde ich nicht draus, worum es da eigentlich geht. ;-)

    Alles was Digital Audio ist, ist notwendigerweise bandbegrenzt. Bei den VA Synthis muß man sich überlegen, wieviel Rechenleistung man für das Anti-Aliasing spendieren möchte, da beginnen dann die von Dir genannten Vereinfachungen. Dies auch deshalb, weil die Bandlimitierung idR pro Stimme fällig ist (oder man wählt eine extrem hohe Systemsamplerate).

    "Abschaltbar" ist das eigentlich nicht, man kann höchstens einen Kompromiß bieten und diesen durch den Benutzer einstellbar machen. Trotzdem weiß ich noch nicht so ganz, was Dich an den VA Synthis direkt stört - gibt es irgendwo in dem Marathon-Thread denn ein paar Hörbeispiele zu dem genannten Phänomen? So "mit Schwurbel" und "ohne Schwurbel"? Klar gibt es VAs die besser klingen oder auch schlechter - das ist aber ja nicht nur den VAs vorbehalten.

    Es ist aber manchmal ohnehin erstaunlich, was der Durchschnittshörer so zu ertragen bereit ist, von daher wundert es mich nicht, daß auch schlecht klingende VAs verkauft werden: UKW Radio geht nur bis 15kHz, von MP3's rede ich erst gar nicht. Viele CDs (auch von eigentlich "sauberen" Produzenten) sind verseucht von fiependen Monitor-Einstreuungen, die einem die Tränen in die Augen treiben - und keinen stört's! Manchmal geht es sogar noch weiter: Ich habe mal mit einem (recht bekannten) Produzenten zusammengearbeitet, der konnte nur abartig laut abmischen, weil er auf manchen Frequenzen fast taub war und nur an den Vibrationen gespürt hat, ob der Mix für ihn den nötigen "Biß" hatte...

    Auf der anderen Seite gibt es Produktionen aus dem 8bit Zeitalter, die klangtechnisch geschickt gemacht und wirklich gut waren und die man auch heute noch gut hören kann, also sollte man die rein technischen Faktoren auch nicht immer überbewerten...

    Cheers,
    --smb
     
  21. Moogulator

    Moogulator Admin

    ist nur ein Beispiel, besonders bei dem Thema ist aber viel Diskussion denkbar. Kurzgefasst: Es gibt Dinge die eindeutig Artefakt oder ungewollt sind, diese Dinge sollte man schlicht nicht haben und wenn, dann abschaltbar. Ja, hier haben alle Systeme eine Grenze, aber dieser Schwurbelfaktor kann durchaus einem verwöhnten Ohr ein bestimmtes Teil vermiesen, wenn es auch sonst super ist..

    Bandbegrenzung: Klar, aber der künstliche "Exciter"-Effekt muss nicht sein, den höre ich bei einigen VAs doch sehr deutlich und er stört mich auch bei manchen..

    Wir reden also noch aneinander vorbei, Bandlimits sind auch dann nicht mehr so bedeutend, wenn sie nicht im hörbaren Bereich liegen ;-)

    Der Schwurbel jedoch liegt offensichtlich im hörbaren Bereich.. er klingt wie ein übertriebener Exciter oder Vitalizer..

    Schurbel: Besitze leider kaum solche Teile, aber wenn du den ES2 von emagic ZB kennst: Das ist schon sehr schwurbelig.. nein: er ist nicht Scheiße, aber er hat den Schwurbel drin..

    Demos gibts nicht, auch daher ,weil nichtschwurbel vorallem bei analogen vorkommt und es gibt auch einige digital, die es nicht tun.. dem <a href=http://www.sequencer.de/syns/clavia>Clavia</a> würde ich zB bescheinigen keinen zu haben..
     
  22. Summa

    Summa wibbly wobbly timey wimey

    Nicht wirklich, in den 80ern gabs 'ne Menge HW die komplett ohne Bandlimiting gearbeitet hat. Die Begrenzung der Bandbreite durch die Samplefrequenz ist ja noch kein Bandlimiting...


    Aktuell wird, damit das Bandlimiting nicht auffaellt, einfach ein Waveshaper hinter den Oszillator gepackt, damit der Sound nicht ganz so tot wirkt...
    Bandlimiting findet in der Regel pro Oszillator und nicht pro Stimme statt...

    Genau das versteht man unter abschaltbar, div. Softsynth (z.B. Absynth) bieten das schon an Bandlimiting on/off etc. ist bei Oszillatoren mit Wavetables auch kein Problem alternative Versionen der Wellenformen im Speicher zu halten...

    Beim Virus und Ion/Micron hoert man das recht gut, Schwurbel hat aber nur sekundaer mit Bandlimitierung zu tun. Ich denke er entsteht um die Limitierung zu maskieren der fehlenden Bandbreite, z.B. durch schmalbandige Anhebung der Hoehen oder beim Waveshaping oder Dithering. Der Grund koennte von Synth zu Synth auch variieren...

    Sobald ich keinen Stress mehr hab', mach ich das vielleicht, hab' aktuell einen (fuer meine Ohren) recht deutlichen Schwurbler hier stehen...

    Das Schwurbeln liegt schon eher in einem Bereich um die 8-12Khz, also durchaus hoerbar...
    Radio laeuft (laut der Info eines Bekannten der bei einem lokalen Sender arbeitet) bei vielen Sendern eh schon ueber MP3-Server...

    Hat eher mit Klangaesthetik zu tun, schwurblen klingt immer irgendwie (je nach Synth) nach Sandstrahl oder Weichzeichner und hat ein wenig den Charakter eines Tinitus.
     
  23. In letzter KonSequenz schon (nämlich dann, wenn man das Signal zurück nach analog wandelt). Aber um Deinem Einwand gerecht zu werden: ein zu samplendes Signal muß bandlimitiert sein, um wieder korrekt rekonstruiert werden zu können. Man muß das, wie Du ganz richtig sagst, natürlich zunächst nicht beachten, wenn man digitale Signale direkt erzeugt, aber dann hat man natürlich bei der Wandlung die klanglichen KonSequenzen (Aliasing) zu tragen. Vielleicht ist diese Formulierung ja besser.

    Ja richtig das meinte ich eigentlich auch.

    Abschaltbar = das Problem komplett umgehen. Das geht nicht. Ob man das "Schwurbeln" abschalten kann weiß ich nicht, da mir noch nicht ganz klar ist um was es geht.

    Das wäre echt klasse, mir ist immer noch nicht ganz klar was Moogulator eigentlich meint. Aber ich habe momentan auch keinen VA Synthi hier stehen, den ich mal schwurbeln lassen könnte... ;-)

    Cheers,
    --smb
     
  24. Moogulator

    Moogulator Admin

    hmm, ich denke, das muss man dann mal aufnehmen..
    ich denke, diesen sound kennst du, die trancer nutzen das teilweise auch einfach als "stilmittel".. es ist vielleicht auch mit einem leicht plastikhaften sternensilberstaub sehr blumig zu umschreiben ;-)

    wenn du ein paar VAs kennst, dann kennst du das..
    nach meinen ohren haben die clavias sehr wenig davon, der ion sehr reichlich.. dazwischen gibts div. zwischenstufen..

    ich schau nachher noch die vielen antworten da oben an, vielleicht kann ich ja noch "erleuchten" ;-)
     
  25. Summa

    Summa wibbly wobbly timey wimey

    Ion kommt schon hin, ich hab' im Moment 'nen Micron da, da hoert man das extrem deutlich. Ich dachte erst da waere irgendwo noch ein Schalter fuer Distortion, aber war alles auf Bypass gesetzt, von daher klingt das Teil wohl wirklich so. Dafuer find ich die Filter gar nicht mal so schlecht und die Bedienung laeuft trotz des abgespeckten Interface erstaunlich fluessig...
     
  26. Moogulator

    Moogulator Admin

    so isses. schöne S/H Schaltung auch..
     
  27. Wie sind eigentlcih eure praktischen Erfahrungen mit Audio-Morphing?

    Zur Zeit teste ich gerade Prosoniq Morph und morphe ein Wort von einer Frau ausgesprochen mit dem selben Wort, das von mir ausgesprochen wird. Habe verschiedene Versionen, mal laut, mal geflüstert etc. Dabei habe ich gemerkt, dass sich besonders gut Zischlaute bei der Aussprache morphen lassen d.h. anhand der Zischlaute merkt man den Übergang der Stimmen am besten. Insgesamt klingt das Ergebnis leider nicht sehr gut und das Morphing ist nur in den letzten Stufen wirklich brauchbar, egal ob A -> B oder B -> A. Was natürlich gut kommt, ist der eingebaute Hall, das hebt die Nuancen etwas besser hervor.

    Hab auch mit Beats und Noise Experimentiert, kommt sehr gut. Ist aber nicht gerade "spektakulär". Ähnelt vom Klang eher einem Vocoder, wenn man das denn vergleichen kann.

    Mit was für Audioquellen habt ihr gute Ergebnisse erreicht?
     
  28. Moogulator

    Moogulator Admin

    ich habe 2 möglichkeiten direkt nutzen können, den neuron hatte ich nie zusammen mit der modelmaker software zur verfügung gehabt.. nur im laden oder so.. aber morph und kyma sind mir gut bekannt..

    ja, es gibt artefakte, die können aber sehr reizvoll sein, ich bin ja immernoch fan der damaligen EPS FX, das hatte eine ähnliche ästhetik.. nur ist dashier noch weit mehr als reine "FX"..

    ja, spektakulär ist das nicht immer, wir sind alle reizüberflutet..
    aber ich habe im offline morphing schon entsprechende ergebnisse gehabt, natürlich nur statisch, nicht echtzeit.. schön sind da metasynth und die transform multiplication von emu..

    emus verfahren ist aber nur dann interessant, wenn der klang eine gute obertonstruktur hat, neigt dann zum mumpfen..

    das tut morph nicht, kyma noch weniger..
    imo ist das teil für alle eher experimentierfreudigen leute ein guter geheimtipp..

    ich stehe halt auf das prosoniq-zeugs..
    die sachen klingen immer virtuell in dem besten sinne, den man sich denken kann..

    gute kombis muss man sich rausexpreimentieren..
    auch wer quelle 1 und quelle 2 ist spielt eine rolle..

    das gilt für alle morpher..
    ich finde die mittleren stellungen sehr interessant.. oder auch als speziellen effekt mit "etwas" fremdanteil, so bekommt das ganze das gewisse etwas..
     
  29. Summa

    Summa wibbly wobbly timey wimey

    Idealerweise wird beim morphen nicht alles gleichzeitig ueberblendet sondern div. Details (Tonhoehen, Formante Lautstaerken) nonlinear bzw. in unterschiedlichen Geschwindigkeiten. Aehnlich wie beim morphen zwischen Bildern, wo man erst mal div Kanten/Ausschnitte angeben muss und auch nicht alles Gleichzeitig uebeblendet wird.
    Von daher kann es Sinn machen Tonhoehen- oder Lautstaerkenverlauf vorrangig zu uebertragen und sich mit dem uebeblenden des eigentlichen Timbre Zeit zu lassen
    Bei Stimmen bietet sich z.B eher eine Formantverschiebung als eine Ueberblendung der Formante an...
    Von daher kann man nicht einfach ein Tool nehmen und hoffen das die Ergebnisse richtig gut klingen, es ist imho von Vorteil wenn man grundsaetzliche Kenntnisse/Erfahrungen mit dem transformieren von Klaengen, z.B. beim Parametermorphing, gesammelt hat...
     
  30. Um den Sachverhalt den Summa angesprochen hat noch etwas breiter zu treten:

    Das Problem bei Morphing als gestaltwandelnder Prozess ist immer, daß es eine parametrische Darstellung des Klanges voraussetzt. D.h. man muß zunächst in irgendeiner Form (automatisch oder manuell) charakteristische Eigenschaften der zu morphenden Klänge definieren (im Video-Morphing geschieht das z.B. durch Setzen von Markerpunkten). Anders gesagt: um eine Gestalt zu wandeln muß man zunächst einmal eine Gestalt erkennen bzw. definieren. Das kann man im Frequenzspektrum durch das Suchen und Verbinden lokaler Maxima tun, oder bei einer Darstellung als Generator/Filter-Prozess durch das Finden (oder Schätzen) der zugrundeliegenden Erreger-Wellenform und Filter-Parameter. In jedem Fall wird man ein spezifisches Ergebnis bekommen, das mehr oder weniger dem erwarteten Hörereignis entspricht, weil das zugrundeliegende Modell auch mehr oder weniger mit dem tatsächlichen Erzeugermodell (Instrument, Stimme) übereinstimmt.

    Ganz wild (im Sinne von schwierig und zweideutig) wird es immer dann, wenn man für das Morphing eine nichtparametrische Ausgangsdarstellung zugrundelegt, wie es z.B. bei der Fourier-Transformation der Fall ist. "Nichtparametrisch" heißt, daß bei einer 2048 Samples langen diskreten Fourier-Transformation eines Musiksignales immer 1024 (eigentlich 1025) Frequenzen ausgewertet werden, unabhängig davon, ob man nun einen obertonreichen Klang untersucht oder nur einen einzelnen Sinuston. In anderen Worten: eine parametrische Transformation eines Sinustones innerhalb eines Zeitfensters würde nur eine einzige Amplitude/Frequenz/Phase-Wertegruppe liefern. Die Fourier-Transformation liefert immer alle ausgewerteten Frequenzen.

    Bei der parametrischen Darstellung könnte man also, vereinfacht gesagt, zwischen Frequenz und Amplitude der entsprechenden Wertegruppen in Ziel- und Quellsample überblenden, um einen Morph zu erzeugen. Wenn der eine Sound aus einem Sinuston mit Amplitude = 1 und Frequenz = 1000 Hz und der zweite mit Amplitude = 0.5 und Frequenz = 2000 Hz bestünde, so könnte man problemlos daraus einen Morph bei 50% von Amplitude = 0.75 und Frequenz 1500 Hz errechnen.

    Bei der Fourier-Transformation dagegen muß man zunächst einmal das Ergebnis derart auswerten, daß man weiß, welche Sinustöne (falls es sich überhaupt um solche handelt) dem Analyse-Ergebnis zugrunde liegen. Das ist nicht immer eindeutig möglich und daher fehleranfällig. Aus diesem Grunde ergibt sich dann auch bei der Resynthese bei additiv synthetisierten Morphs das Problem, daß Artefakte (Klimpern und Flanging) auftreten können. Hinzu kommt, daß die Basisfunktionen der Fourier Transformation innerhalb des ausgewerteten Zeitfensters periodisch sind, was bedeutet, daß man im Frequenzbereich immer nur pauschal für das Zeitfenster eine Angabe machen kann, aber nicht ohne Weiteres weiß, wann genau ein zeitlich begrenztes Ereignis innerhalb eines solchen Zeitfensters denn auftritt. Aus diesem Grund klingen die Morphs dann u.U. schwammig, verhallt oder verwaschen.

    Das soll jetzt nur mal grob umreißen, mit welchen Themenkomplexen man sich hier beschäftigen muß. Das Prosoniq morph arbeitet aus den genannten Gründen auch ohne Fourier-Transformation und auf der Basis einer adaptiven Transformation, die sich dem Signal anpaßt. Mehr dazu gibt es auf http://neuron.prosoniq.com/resynthesis.html (Englisch) für die, die es interessiert.

    Schöne Grüße,
    --smb
     

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