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Mathias Grassow & Stephen Parsick: Gratitude and Humility -- FLAC Download Album (Tribal Drones & Dark Ambient) auf Bandcamp am 13.08.2026

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fummdich-fummdich-ratata
Hallo allerseits,

wie sich vielleicht noch ein paar unter Euch erinnern, jährt sich am 13.08.2026 der tragische Unfall, der meinen Kollegen und Mitmusiker Mathias Grassow heute vor einem Jahr das Leben kostete. Es ist für mich noch immer nicht nachvollziehbar, wie es dazu kommen konnte (und auch wenn ich mir viele Gedanken zu diesem Thema gemacht habe: Am Ende bleibt alles nur Spekulation und Mutmaßungen). Aus diesem Anlass (und in gewisser Hinsicht Resultat meiner persönlichen Trauerarbeit) erscheint heute, am 13.08.2026, unser in Skizzen und Rough Sketches erhalten gebliebenes gemeinsames Album Gratitude And Humility auf Bandcamp als FLAC:


Mathias und ich kannten einander seit Mitte der 1990er, nachdem wir uns auf einem KLEM Dag in Nijmegen begegnet waren. Zu diesem Zeitpunkt war Mathias schon eine Größe in der deutschen Ambient-Szene, und sein Ruf war so groß, daß er sogar zu einem Gastspiel in einer Vulkanhöhle auf Lanzarote eingeladen worden war -- eine Ehre, die bis dato nur amerikanischen Kollegen wie Robert Rich und Steve Roach zuteil geworden war. Da war also jemand, der als Landmarke herausstach (wer konnte schon von sich behaupten, mit Peter Michael Hamel befreundet zu sein oder mit Klaus Wiese und Ted de Jong von Popol Vuh Aufnahmen gemacht zu haben?) und dabei völlig bodenständig und geerdet geblieben war. Equipment spielte für Mathias eine Rolle, aber keine wichtige (er trat manchmal nur mit einem XP10 und irgendwelchem Kleinkram auf) -- viel wichtiger war ihm vielmehr die spirituelle Haltung hinter der musikalischen Herangehensweise. Ich glaube, es war auch Mathias, der irgendwann mal sagte, daß ein Drone nur dann interessant und hörenswert ist, wenn er so komplex ist, daß in einem einzigen Drone eine ganze Geschichte steckt.

2007 sprang Mathias kurzfristig für einen ausgefallenen Gast bei einem Geräuschwelten-Konzert im Münsteraner Café Cuba ein, und ich nutzte das als Gelegenheit, um mal das Wasser auszuloten und vorsichtig zu fragen, ob er eventuell an einer Zusammenarbeit interessiert sein könnte. Bei Pizza und Bier schmiedeten wir Pläne, und kurz darauf fingen wir an, musikalische Ideen auf CDR auszutauschen, zu denen wir jeweils Elemente ergänzten. Auf diese Weise kamen einige Stunden an Material zusammen, und ich habe noch immer einen Stapel CDRs hier, die Mathias als (bislang nicht verwendetes) Spielmaterial bereitstellte. Ob er es seinerseits für eigene Releases im Laufe der Jahre verwendet hat, weiß ich nicht -- zu leicht verliert man den Überblick über sein Schaffen (ob er selbst ihn hatte... wer weiß).

Irgendwann verlief unsere Zusammenarbeit ein wenig im Sande -- nicht, weil es in irgendeiner Weise Unstimmigkeiten zwischen uns gegeben hätte (ich glaube, Mathias war so egobefreit, dass es ihm gar nicht in den Sinn gekommen wäre, mit jemand anderem aus niederen Beweggründen Stress vom Zaun zu brechen), sondern eher, weil sich die tektonischen Platten unserer Leben in andere Richtungen fortbewegt hatten. Ich unternahm noch ein paar Anläufe, an der Musik zu arbeiten, ließ es aber irgendwann bleiben, weil die Umstände für mich selbst nicht die besten waren nach einer langen persönlichen, musikalischen und menschlichen Durststrecke.

Als ich von Mathias' Tod erfuhr, ging mir das durch Mark und Bein, da wir im Laufe der Jahre immer wieder Kontakt miteinander hatten und verfolgten, was der jeweils andere machte (wobei es bei Mathias' enormen Output unmöglich war, noch den Überblick zu behalten). Irgendwie wollte ich das Thema nochmal zur Sprache bringen, aber irgendwie war das Thema offenbar auch vom Tisch und nur noch als Erinnerung vorhanden.

Ich holte also die Aufnahmen aus dem Archiv, wo sie seither geschlummert hatten, und erwartete nicht viel -- von der Qualität der Demos war ich allerdings schwer beeindruckt und hatte sie nicht annähernd als so gut in Erinnerung, auch wenn viele Titel das Demostadium noch nicht gänzlich hinter sich gelassen hatten und noch Feinschliff brauchten. Den habe ich den für mich schönsten Titeln nachträglich verpasst -- alleine diese vier Stücke könnten schon ein ganzes Album füllen. Die restlichen Stücke habe ich so belassen, wie sie damals aufgenommen worden waren, nur hier und da ein wenig von Längen oder technischen Patzern befreit.

Herausgekommen ist ein -- für mein Empfinden sehr amerikanisch klingendes -- Drone- und Dark Ambient Album, bei dem ich mich frage, was wohl daraus hätte werden können, wäre der Faden damals weitergesponnen worden. Wir werden es nie erfahren, aber ich bin sehr dankbar und demütig dafür, diese Musik mit Mathias gemacht zu haben und sie doch noch veröffentlichen zu können als posthumes Dankeschön und Verbeugung vor einem ganz großen Menschen.

Viel Vergnügen, und denkt immer daran: Die Zeit ist nur geliehen, ein Teil davon ist Dein. (Second Decay)

Stephen
 
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M.i.a.u.: Studiodragon, vogel, intercorni und 8 andere
wie sich vielleicht noch ein paar unter Euch erinnern, jährt sich am 13.08.2026 der tragische Unfall, der meinen Kollegen und Mitmusiker Mathias Grassow heute vor einem Jahr das Leben kostete. Es ist für mich noch immer nicht nachvollziehbar, wie es dazu kommen konnte (und auch wenn ich mir viele Gedanken zu diesem Thema gemacht habe: Am Ende bleibt alles nur Spekulation und Mutmaßungen).
Ja, wäre er mal bloß erst ein Jahr später in den Rhein gestiegen, dann wäre das wohl nicht passiert...

sein Ruf war so groß, daß er sogar zu einem Gastspiel in einer Vulkanhöhle auf Lanzarote eingeladen worden war
Die Doppel-CD davon habe ich noch hier.
 
Okay, ich hatte nur gelesen, dass der Pegel in der Gegend, in der er reingegangen war, derzeit nur noch ein paar Zentimeter beträgt.
 
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