Musik zum Beruf machen

Dieses Thema im Forum "SyntheTisch!" wurde erstellt von virtualant, 3. September 2009.

  1. virtualant

    virtualant eigener Benutzertitel

    ich stell mir gerade die Frage wer hier im Forum sein Hobby Musik zum Beruf gemacht hat? Und zwar weniger als Musiker (eigene Musik erstellen und vermarkten) als vielmehr
    - entweder als Selbständiger im Bereich Soundesign, Komposition, Sounderstellung für Synths etc.
    - oder durch sein Hobby in der Musikbranche eine Festanstellung bekommen hat

    Als ich in diesem Forum anfing, das war glaub ich 2005, da hab ich nur Web als Selbständiger gemacht und fing grad mal wieder mit Musik an als Hobby. Dann hab ich August 2006 einen festen Job im Bereich Web bekommen, dieses Beschäftigungsverhältniss endet nun Ende September 2009. Nun muss ich mich neu orientieren. Abgesehen vom Webbereich (fest oder frei) stellt sich mir nun die Frage ob und wie sich am besten aus der Musik auch noch Möglichkeiten entwickeln können. Denn mein Equipment ist inzwischen recht ordentlich, und ich hab bereits Erfahrungen gesammelt mit Verkauf von GEMA-freier Musik und Erstellung von GEMA-freien Loops und Geräuschen für Onlinespiele.

    Wer also ausser Moogulator und kpr haben aus ihrem Hobby einen Beruf gemacht, und was machen diese Personen genau?
     
  2. Moogulator

    Moogulator Admin

    Ich hoffe, ich zerstöre die Frage nicht, wenn ich sage: Ich glaub, es gab mal einen ähnlichen Thread, aber vielleicht sollte das erstmal egal sein. Die Zeiten ändern sich ja auch. Bedenke, dass wir hier eine sehr starke Angestelltenmentalität haben und gern uns bei großen Firmen bewerben.
     
  3. sinot

    sinot -

    Bei mir unmöglich da ich längst begriffen habe das für meine Interessen und meine Art von Musik der Markt nicht gemacht ist und mich selbst anpassen zu müssen um wirtschaftlich Erfolg zu haben, will ich nicht. Abgesehn von der Musik war ich malerisch paar Jahre tätig und egal in welchem Bereich, es sind andere Zeiten. Willst du Erfolg haben, dann muss man zeitgemäß sein und selbst das reicht nicht immer aus, wenn man Connections hat bewirkt das einiges was aber ist immer noch keine Garantie für eine Dauerhaltung.

    In Europa (Demokratien und die es werden wollen) fährt man wohl besser wenn man sich in das systemmatische Gebilde reinbegibt, irgendwo arbeitet und nebenbei für sich seinem privaten Hauptberuf nachgeht, für anderes ist ja bekanntlich kaum Platz. Klar als freier Musiker, Sounddesigner usw, muss man immer schauen wo man nen Auftrag bekommt, ist auch nicht ohne....

    mfg sinot
     
  4. Zolo

    Zolo aktiviert

    Ich sage immer: "ich lebe nicht von Musik, ich überlebe..."

    Oder anders gesagt - ein Zitat aus der aller ersten Folge Lindenstrasse: "So so, sie sind also Musiker. Kann man denn davon leben ?" Antwort: "Nein. Aber man kanns probieren" :nihao:

    Eigentlich gibts 2 Möglichkeiten: entweder man ist einfach besser als die meisten anderen, oder man reist sich viel mehr den Arsch auf als der Rest...

    Also die meisten die ich kenne, die von Musik (über) leben, sind da irgendwie drinnen gelandet obwohl sie es nicht mal unbedingt wollten. Von nem Fulltimejob in die Selbstständigkeit zu springen halte ich für ziemlich aussichtlslos. Schliesslich hat man durch die Festanstellung schon ein hohes Niveau an Einahmen vorgelegt bekommen, welches man gerade am Anfang nicht mal Ansatzweise bekommen wird.

    Sorry - bin gerade ziemlich knülle. Hoffe der Inhalt ist verständlich...
     
  5. klangsulfat

    klangsulfat Gut druff

    Ich hab zunächst 5 Jahre als festangestellter Techniker und dann fast 10 Jahre als freiberuflicher Autor vollzeitmäßig mit der Branche zu tun gehabt. Mittlerweile verdiene ich mein Geld in einem völlig anderen Bereich. War eine schöne Zeit, cool und abwechslungsreich. Auch und gerade weil die Musikmach-Technik in dieser Zeit echte Quantensprünge erlebt hat. Nur irgendwann isses dann auch gut. Jedenfalls war ich froh, irgendwann den Absprung geschafft zu haben. Von gelegentlichen Jobs mal abgesehen, ist Musik bei mir wieder zum Hobby geworden. Seitdem macht die Musik mir erheblich mehr Spaß, eben weil auch kein Druck mehr da ist.
     
  6. Anonymous

    Anonymous Guest

    Gute Idee. Die Möglichkeiten sind nach wie vor da, trotz teilweise gesättigten bzw. überlaufenen Marktsegmenten. Allerdings, man muss es offen sagen, die Anforderungen sind ziemlich hoch. Die Bereitschaft für Vorleistungen zu erbringen muss da sein, das sich Aneignen von zusätzlichen Kompetenzen egal auf welchem Sektor muss selbstverständlich sein, Selbstständigkeit auch im Beschaffen von Information und Know How ebenfalls.

    Es gibt viele Leute, die glauben, sie könnten was und leider ist das dann in der Praxis enttäuschend. So mau, dass ich längst die Lust verloren habe, Angebote von Praktikanten anzunehmen.

    Wenn du also bereit bist, dich sehr intensiv reinzuhängen, damit abzufinden, dass es immer das letzte Produkt oder Projekt ist, an dem man gemessen wird, und keine Probleme hast, auf Wochenenden usw. zu verzichten, dann kann der Sounddesign-Bereich für dich eine schöne Sache werden. Wieviel Geld du damit verdienst, hängt zunächst an dir selber, und zusätzlich an den Budgets, die jeweils zur Verfügung stehen.

    Als Tipp von mir: Nebenberuflich anfangen, viele Stunden reinhängen, und vielleicht nach 1-2 Jahren über hauptberufliche Chancen nachdenken.

    Wem das zu anstrengend erscheint, lässt sich besser anstellen.
     
  7. Rastkovic

    Rastkovic Pleasure to Kill

    +1

    Sich anzupassen und Kompromisse zu machen halte ich für den absoluten Kreativitäts- und Lustkiller. Lieber nen 8 Stunden Job in einem ganz anderen Bereich wo man gefordert wird und der einem ebenfalls Spass macht...
     
  8. Moogulator

    Moogulator Admin

    Ich sehe übrigens auch noch Reserven, allerdings nicht im Bereich Synth und so, weil das total überlaufen ist. Aber in MUSIKALISCHEN und PRAKTISCHEN Themen ist noch viel Raum. Nicht unbedingt bei Samples, IRs und Workshops und so. Da iprügelst du dich mit 2837 anderen.
     
  9. virtualant

    virtualant eigener Benutzertitel

    ja danke schon mal für die vielen Antworten. Mal sehen was da noch so kommt ;-)
     
  10. Moogulator

    Moogulator Admin

    Wenn du Musikerdinge vermittelst, könnte das ziemlich gut im Trend sein. Es geht eindeutig da hin. Klar weg von Technik, aber selbstverständlich MIT Technik arbeiten können und wollen.
     
  11. Zolo

    Zolo aktiviert

    Hobby zum Beruf machen... Wie oben schon gesagt wurde: das hat dann mit Hobby nichts mehr zu tun. Ein Hobby macht Spass und man läßt es wenn man keine Lust drauf hat.

    Weiß nicht ob andere das auch so sehen, aber ich denke es gibt 2 Strategien um in der Musikbranche Fuß zu fassen.

    Die erste ist wohl nicht der Rede wert: Man rutscht zufällig nebenbei in etwas rein wo man ziemlich erfolgreich ist. Ausnahme und kommt erfahrungsgemäß meist überaschend... Dann kann man seinen Fulltimejob erstmal locker an den Nagel hängen.

    zweite Möglichkeit: Man entschliest sich in die Branche "reinzuarbeiten"... Da man aber trotzdem regelmäßig Geld braucht und womöglich nicht alles auf Anhieb klappt - und vorallem nicht so schnell - muss man verdammt flexibel sein. Also sich nicht nur auf eine Sache festlegen sondern in ganz vielen Bereichen mitmischen. Während man beispielsweise eine Sample CD erstellt, man gleichzeitig noch Bands aufnimmt und noch zusätzlich Gittarenuntericht gibt, könnte man mit Gigs über die Runden kommen. Und wenns nicht klappt muss man halt Flohmarkt machen oder irgendein blöden Aushilfsjob machen...

    Viele die ich kenne die im Musikbereich sind, sind da eigentlich mehr oder weniger reingewachsen ohne es zu merken. Vielleicht sogar manchmal ohne es wirklich zu wollen ;-)

    Überlege dir auf jeden Fall mal, ob du auch in anderen Bereichen der Branche noch Fuß fassen könntest und was du sonst noch alles anbieten könntest.

    Gruß Zolo
     
  12. Ich habe während und nach dem Musikstudium (Zeitraum ca. 1995 bis 2001) als "gigging musician" nur vom Spielen gelebt. Wenn man bereit ist, im Bereich der Unterhaltungsmusik tätig zu sein, kann man davon ganz ordentlich leben. "Unterhaltungsmusik" muss dabei beileibe nicht per default heissen, mit dem Glitzer-Hemd bis 4 Uhr morgens Bierzelt-Hymnen abzuspulen. Ich habe stets in geschmackvollen Jazz- und hippen Party-Bands gespielt, und das gerne und mit viel Spass. Und wenn man seine Arbeit gut und zuverlässig macht (gute Erreichbarkeit, Pünktlichkeit, Flexibilität, gutes Equipment, gepflegte Umgangsformen -und natürlich sowieso good musicianship) bekommt man mit der Zeit auch bei den Event-Managements den Fuss in die Türe, kennt viele persönlich, and the phone keeps ringing. Es war ein tolles und sehr befreiendes Gefühl, einzig und allein mit meinem "Handwerk" als Pianist und Keyboarder durch die Gegend zu ziehen und damit mein tägliches Brot zu verdienen. Es gab mir sehr viel Routine und Erfahrung, und davon zehre ich bis heute. Ausserdem hatte ich ja trotzdem sehr viele Freiräume für Eigenes und Anderes. Das war eine schöne und wichtige Zeit, die ich auf garkeinen Fall missen möchte.

    Aber irgendwann kommt dann halt trotzdem die Zeit, wo man es langsam gesehen hat. Bei mir war es auch mit persönlichen Gründen verbunden (Todesfall in der engsten Familie) dass ich einfach keinen Bock mehr darauf hatte, zum hunderttausendsten Mal "As time goes by" zu spielen, während sich solariumgebräunte, Schlips-tragende, Porsche-fahrende Sesselfurzer Crevettenspiesschen und Prosecco ins Gesicht stopfen. :twisted: Diese oberflächliche materialistische Welt ging mir gehörig auf den Senkel...

    Glücklicherweise wurde mir genau zu diesem Zeitpunkt eine Anstellung an der Musikhochschule Zürich angeboten. Die hatten da einen kurzfristigen Engpass, da der betreffende Klavier-Dozent sein Pensum nicht voll wahrnehmen konnte. Ich habe ihn nur flüchtig und vom Namen her gekannt, aber er hatte mich spielen gehört und mich vorgeschlagen. Dafür bin ich ihm bis heute sehr dankbar, denn normalerweise sind Anstellungen an Hochschulen heiss umkämpft und heutzutage oft sogar international begehrt. Danke Chris, you saved my ass.

    Mittlerweile ist aus meinem Dozenten-Dasein eine Professur geworden. Ich unterrichte Haupt- und Nebenfach Klavier und Keyboards, leite 2 Ensembles und gebe seit letztem Jahr auch Klassenunterricht in Klangsynthese und Sounddesign. Diese Arbeit ist für mich alles andere als kompromittierend, ganz im Gegenteil. Es ist beflügelnd, mit Leuten zu arbeiten, die so wie ich hungry for music sind. Ich habe ein sehr gutes Verhältnis zu meinen Studenten und manche sind gute Freunde geworden, zu denen ich auch nach ihrem Abschluss persönlichen Kontakt pflege. Die Bezahlung ist fürstlich :mrgreen:, sodass ich mit 16 Wochenstunden Unterricht (2 Tage/Woche) mehr als gut leben und auch meine persönlichen non-kommerziellen Projekte (und gelegentilches GAS :mrgreen:) querfinanzieren kann. Montags und Dienstags an der Hochschule rackern, der Rest der Woche für mich und worauf ich Bock habe. Das sind wunderbare Umstände. I'm a lucky guy. Weiss es aber auch sehr zu schätzen, bin sehr dankbar dafür, und versuche möglichst viel zurückzugeben.

    Jo, so sieht das bei mir aus.

    cheers,
    tim
     
  13. Markus Berzborn

    Markus Berzborn aktiviert

    Musik zum Beruf machen - im Prinzip nichts gegen zu sagen.

    Man muss sich nur den fundamentalen Unterschied klar machen:
    Als Hobbymusiker machst Du, was Du willst, und freust Dich, wenn vielleicht zufällig auch noch jemand was dafür bezahlt.
    Als Berufsmusiker bist Du Dienstleister und wirst dafür bezahlt, dass Du die Erwartungen Deiner Kunden erfüllst.

    Deswegen sollte man sich erst mal die Frage stellen, ob man zu letzterem bereit ist.

    Gruß,
    Markus
     
  14. Zolo

    Zolo aktiviert

    Wow Tim... Das klingt wirklich Super. Und du must dich sogar nicht mit Grundproblem: "aber was ist nächsten Monat / Jahr / in 10 Jahren ?" rummschlagen. Deine Anfänge erinnert mich an de Film "Fleisch ist mein Gemüse" :D
     
  15. Anonymous

    Anonymous Guest

    tim, deine Story finde ich abstrahiert betrachtet geradezu stellvertretend für viele Leute. Die meisten, die ich kenne, sind entweder irgendwo reingerutscht oder reingeschubst worden. Manchmal beides. Ich hatte ja auch zuerst mal einen anständigen Beruf gelernt mit einigen Jahren Schlipsträgerpraxis anschließend, und bin dann mehr oder weniger durch Zufall erstmal in einem traditionellen Musikhaus gelandet, von wo aus es dann mit weiteren Kontakten und Jobangeboten weiterging.

    In der Regel machen es die Kontakte bzw. auch die eigene Kontaktfreudigkeit aus. Alles andere ergibt sich dann. Angebotene Chancen beim Schopf packen, und auch Sachen annehmen, die einem in dem Moment vielleicht wie eine Kragenweite zu groß erscheinen, und dann per Sprung ins kalte Wasser reinhängen. Die von dir angesprochenen Sekundärtugenden sind übrigens meiner Erfahrung nach mit das Wichtigste überhaupt. Ein schlecht gelauntes unpünktliches Genie kriegt schnell den Ausgang gezeigt, ein ordentlich teamfähiger Arbeiter dagegen hat beste Chancen auf Dauerjobs.
     
  16. Markus Berzborn

    Markus Berzborn aktiviert

    Was Tim sagt, kann ich übrigens voll bestätigen.

    Sowohl dies:

    als auch das:

    Ich finde es auch klasse, dass er jetzt seinen Traumjob gefunden hat, aber genau das ist halt für mich persönlich der Knackpunkt.
    Unterrichten nervt mich ziemlich, habe ich keine Lust zu und auch kein großes Talent für.
    Daher mache ich Musik nur nebenbei.

    Gruß,
    Markus
     
  17. Ja, total. Ich hab' auch viele Jobs gemacht, die schlecht (oder garnicht) bezahlt waren, aber von denen ich wusste, dass sie mich mit den richtigen Leuten in Kontakt bringen und mir später Türen öffnen. Wer nur auf instant gratification (d.h. Bargeld auf die Kralle) aus ist und bei jeder Anfrage zuerst über's Geld reden möchte anstatt um was es sich eigentlich dreht, kommt nicht weit. Man muss langfristig denken und an den richtigen Stellen bereit sein zu geben, dann kommt auch etwas zurück. Ich habe schon zig Leuten bei Produktionen mit Keyboard-Parts und anderem Zeug unter die Arme gegriffen. Über Geld wurde da garnicht gesprochen, man machte einfach mal, half den Jungs und gab 100%. Wenn jemand von denen mal Erfolg hatte, erinnerten sie sich eben an mich, and I got the call. Diesmal aber für gutes Geld. Aber auch hier: Auf keinen Fall die Attitude "Du zahlst mir X, ich arbeite hierfür Y Stunden (und nicht mehr)"! So funktioniert das nicht. Man bleibt solange daran bis die Arbeit fertig und gut ist, auch wenn man dafür 36 Stunden ohne substantiellen Schlaf durchackern muss. Die Profi-Szene ist klein, und sowas spricht sich rum. Und dann kommen die wirklich guten Jobs -nicht nur finanziell sondern auch musikalisch.

    Logischerweise muss man aber auch erkennen lernen (hat bei mir auch gedauert) wo sich das lohnt und wo man nur ausgenutzt wird. Da muss man halt am Anfang auch unangenehme Erfahrungen machen. Dieses Risiko muss man auf sich nehmen können und wollen.

    Es gibt heutzutage soviele verdammt gute Musiker in jedem Bereich. Ein hohes Niveau wird eigentlich schon vorausgesetzt, diskussionslos. In den Staaten merkt man das noch viel deutlicher als hier, weil da der Konkurrenzdruck noch einiges höher ist. Und dann kommen eben die erwähnten Sekundärtugenden zum tragen, und noch weitere. Ich kenne z.B. in der Tat Wahnsinnsmusiker, die zuhause sitzen und Däumchen drehen, weil ihnen ihr eigenes Können zum Verhängnis geworden ist. Weil sie dadurch einem Narzissmus verfallen sind und sich immer in den Vordergrund drängen. So jemanden will niemand in der Band, oder im Studio, oder woauchimmer. Hervorragendes Können verbunden mit einer authentischen Bescheidenheit, Relaxtheit, Zuhören-Können -das ist bei allen wirklich guten Leuten stets zu sehen. Und die haben den Terminkalender voll. Zu recht.
     
  18. Anonymous

    Anonymous Guest

    Ich wollte lange Zeit professionell Musikmachen, aber mit den Jahren ist bei mir die Erkenntnis gereift, das 1) meine Musik nicht massenkompatibel und somit nicht charttauglich ist ich somit 2) nicht mal von meiner Arbeit=Musik überleben könnte, da es sowieso schon 3) zuviele Fische im Teich und 4) bei den existierenden Verwertungsstrukturen mit Musik kein Geld zu verdienen ist, es sein denn man verfügt 5) über ausgezeichnete Kontakte und ist nicht so ein Wohnzimmer-Frickler wie ich, der lieber zu Hause frickelt.
     
  19. virtualant

    virtualant eigener Benutzertitel

    hihi, ja, ich auch ;-) habe weder Lust live aufzutreten noch kann ich mir vorstellen mit anderen Leuten zusammenzuarbeiten. Allerdings bleibt hier die Frage offen ob ich evtl. nur noch nicht die richtigen Leute kennengelernt habe. Man muss sich gut verstehen und ausserdem in etwa das Gleiche wollen oder sich optimal ergänzen, technisch und musikalisch.

    ja, ich mache gern mein eigenes Ding, ohne Kompromisse, und kann gut damit leben keine CDs rauszubringen, ich bewerb mich ja auch gar nicht erst bei irgendwelchen Labels. Will nichts mit der "Industrie" zu tun haben. Aber andererseits habe ich auch kein Problem damit - nein, ich sehe es sogar als Herausforderung- Auftragsarbeiten auszuführen und hierbei elektronische Schlager zu produzieren als massenkompatible Backgroundmusik für Onlinespiele. Damit hab ich bereits, wenn auch ganz wenig bisher, Erfahrungen sammeln können, und ich muss sagen es macht Spass.

    So werde ich wohl demnächst - wenn es endlich mal die Zeit hergibt, denn ich bin grad im Bewerbungsmarathon - meine Musikseite noch mehr kommerziell aufziehen.
     
  20. Anonymous

    Anonymous Guest

    Das ist interessant, ich hätte schon Lust live aufzutreten und ich kann mir schon gut vorstellen mit anderen Leuten zusammenzuarbeiten. Allerdings...wenn man Musikmachen als ein Hobby betreibt, neben anderen Hobbies und dann auch noch Familie mit kleinem Kind hat, die alle essen wollen...da bleibt einfach nicht genug Zeit zum üben und regelmäßigen Treffen.

    Hört hört! Nische also. Gibt es einige, man muß diese nur finden und richtig besetzen können. Da geht im digitalen Zeitalter ja noch einiges.
     
  21. virtualant

    virtualant eigener Benutzertitel

    naja, mit Elektronischen Schlagern mein ich easy music, total einfache Harmonien, man kommt sich vor als hörte man "Hansi Hinterseer goes electropop". Ist so einfach, in solchen Sendungen klingen ja auch alle Lieder gleich. Die Herausforderung ist dass es vom Sound gut klingt, massenkompatibel ist, und irgendwie trotzdem nicht wie die wildecker herzbuben (oder wie heissen die?) klingt. Das alles hat nichts mit meinem persönlichem Musikgeschmack zu tun, aber das kann ich gut trennen.
     
  22. @virtualant:
    deinen letzten absatz kann ich sehr gut nachvollziehen.ich mache seit ca. einem jah musik für ein kleines theater in meiner heimatstadt (ensemble99.de), die ansonsten vor allem musik von nono,berliosz und anderen modernen benutzt haben. dort machte ich mehrere wertvolle erfahrungen: in der ersten produktion war es der austausch mit dem regisseur über das was er will und was mir dabei vorschwebt, immer wieder nachzukorrigieren wenn ihm etwas nicht gleich gepaßt hat etc. er war - wie die schauspieler - am ende sehr zufrieden mit meiner arbeit. bei der 2.produktion kam ich mit dem laptop in die probe und er hieß mich neben sich setzen und sagte:"wir spielen und du drückst auf play wenn du es für richtig hälst." dabei kannte er meine sachen (hierfür) noch nicht. also setzte ich mich und tat wie gehießen und das war für mich DER moment, ich merkte wie meine musik,meine arbeit wertgeschätzt wurde und ich genau das machen will, musik. fürs theater auch für videospiele oder wenns sein muß werbung. ich möchte elektronische komposition studieren. dabei ist meine utopie eigentlich das was tim erreicht hat, wobei ich noch nicht in der situation war zu unterrichten.aber ich möchte als komponist mein lebensunterhalt verdienen, auftragsarbeiten fürs radio machen etc...wie gesagt noch ist das utopie aber ich arbeite daran, wobei im moment alles etwas unter der schule leidet.ich sehe in auftragsarbeiten vor allem die herausforderung.
     
  23. Anonymous

    Anonymous Guest

    Hey, das finde ich super! Wenn ich nochmal jung wäre, und ohne weitere Verpflichtungen, dann würde ich das auch machen. Ich glaube als Produzent/Kompositeur kann man immer noch am ehesten von seinen "Werken" leben. Und da muß man noch nicht mal unbedingt Bohlen mit Nachnamen heißen.
     
  24. Ich denke, ein ganz neues Berufsbild könnte
    "Midi-Zusammenhangs-Verkabelungs-Routing-Erklärer an Anfänger"
    sein. :D
    Und dies in praktischem Zusammenhang, nicht, was Midi in, Out und Thru bedeutet, Lexika gibt es genug.

    Entweder befinde ich mich in einem extrem stumpfen und denkschwachen Umfeld (was ich offengestanden nicht glaube) oder es ist wirklich so, dass so gut wie jeder Anfänger einen Knoten im Hirn bekommt, wenn es über das Verkabeln einer einfachen thru-Kette hinaus geht, ala interface/patchbay, mehrere master usw...

    Ich finde mich selbst grade wieder in einer solchen Situation wieder, dass mich der Aufbau einer solchen Verkabelung soviel Kraft kostet, dass ich garnicht mehr ans Musik machen denken kann. Wenn ich ans Studio denke, habe ich sofort die nichtfunktionierenden connections inklusive einiger Lösungsansätze im Kopf. (Könnte dies, nein, von dort, nein das macht so gar keinen Sinn...aber so...ne.)
    Ich empfinde es als maximal frustrierend, wenn man von sowas so massiv in seinem eigentlichen Ziel, dem Musikmachen, beschnitten wird.

    Also: wer sucht nen Job? :D
     
  25. Anonymous

    Anonymous Guest

    Als Vorbild dafür kann "MIDI-Zusammenhangs-Verkabelungs-Routing-Erklärer an Profis" dienen.

    In vielen Studios, vor allem an der Westküste, gibt es das mit der ökonomischeren Kurzbezeichnung: Assistenten-Job.

    Und der hat dann zusätzlich noch andere Aufgabengebiete, je nach Studio individuell. Sind sogar gefragte Posten, denn es gibt häufig Aufstiegsmöglichkeiten.

    In Deutschland gibt es eine Variante in Form von Seminardozent. Audio-Workshop veranstaltet sowas.
     

  26. wenn ich nur noch so jung wäre! ich bin 29 und die schule ist ein abend gymnasium. ich habe lange jahre ziellos verbracht aber immer fast jeden tag musik gemacht. erst vor knapp 2 jahren wurde mir klar daß ich musik zum beruf machen muß, da es das einzige ist was mich wirklich interessiert.ich hab noch ein jahr bis zum abi dann will ich nach essen und dort elektronische komposition studieren. war jemand evtl schonmal an der folkwang hochschule?bzw hat el.komposition studiert?
     
  27. Anonymous

    Anonymous Guest

    ...so jung möcht ich nochmal sein... :opa:
     

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