Oberflächen - Lack. Eine Empfehlung

Dieses Thema im Forum "Lötkunst" wurde erstellt von Cyborg, 29. Januar 2015.

  1. Cyborg

    Cyborg bin angekommen

    Hallo,
    mit löten hat's zwar nichts zu tun, aber mit DIY im allgemeinen denn man brauch ja auch mal Gehäuse usw.
    Mein Schreiner hatte mir bisher die furnierten und gebeizten Holzgehäuse immer mit glänzendem Zweikomponentenlack gespritzt.
    Jetzt hatte er mir für ein paar Leisten die man zum Teil auch sieht, einen anderen Lack mitgegeben und den will ich kurz empfehlen..
    Es handelt sich um
    [​IMG]
    Loba - WS EasyFinish (Halbmatt)
    Es ist ein sehr widerstandsfähiger Einkomponenten Wassersiegel auf Polyurethan-Acrylat-Basis.
    Das Zeug lässt sich gut verarbeiten solange man nicht mit dem Pinsel nach oben arbeiten muss. Dann fängt es zu tropfen an. (vielleicht besser eine Schaimstoffrolle nehmen)
    Ich habe nachgefragt und er verwendet diesen "Lack" vor allem für Treppen und Parkettböden. Stinkt nicht, benötigt keine Lösemittel, Werkzeuge lassen sich mit Wasser reinigen.
    So eine Liter-Dose kostet um die 22Euro, reicht dann für 8-10qm
    Also besser als Kunstharzlack oder Sprühdose ist der allemal.

    EDIT: Ich werde mal versuchen, ob er sich auch zum beschichten von Frontplattenfolien eignet die mit einem Tintenspritzer gedruckt wurden....werde berichten
     
  2. Cyborg

    Cyborg bin angekommen

    Zum Versuch mit der Beschichtung von Etikettenfolien die mit einem Tintenstrahldrucker erzeugt wurden:
    Ich hatte eine überzählige Frontplattenfolie genommen und die auf ein Stück Metall geklebt, eben so, wie ich es mit Modul-Frontplatten mache. (DIY)
    Dann nahm ich einen der kleinen, billigen Pinsel die weder gut geschnitten sind noch sonderlich gleichmäßge Borsten haben.
    Das erwähnte Zeug liess sich trotzdem einigermaßen gut verstreichen. Ich habe mir extra Zeit gelassen und musste auch noch eine Pinselborste von der Fläche aufsammeln, die war ausgefallen ;-) Fazit: Die Oberfläche ist nicht nach dem Trocknen (24Stunden, endhart) nicht ganz so glatt wie bei einem Sprühlack.
    Was mir gefällt: in der halbmatten Ausführung sieht es nicht nach "lackiert" aus. Die Oberfläche der Folie ist gut geschützt und, obwohl noch keine 24 Stunden vergangen sind, ist sie schon so robust, dass ich mit Fingernägeln nichts zerkratzen kann.
    Dieser "Lack" scheint wirklich gut geeignet zu sein und das gleichmäßigere Auftragen klappt bestimmt besser wenn man eine kleine Schaumstoff-Rolle benutzt.
     
  3. Feedback

    Feedback Individueller Benutzer

    Danke für den Tipp!

    Hab's eben mal gegoogelt, klar sollte der stabil sein, man bekommt ihn meist in Parkettgeschäften, und dafür nimmt ihn Dein Schreiner ja auch. Wenn man da drüber laufen kann, sollte er auch für unsere Zwecke taugen.

    Wenn ich mal wieder was zu lackieren habe, werde ich ihn probieren...falls ich ihn hier bekomme...
     
  4. +1 und :nihao:
     
  5. hesspet

    hesspet Tach

    Ansonsten für die Lösungsmitteljunkies und "old style" Holzfreaks unter uns:

    CLOU-Bootslack -> http://www.clou-shop.eu/yachtlack.html

    Mein absoluter Favorit - stink zwar wie sau, sieht aus wie Honig aber erzeugt wunderschöne, hochglänzende robuste Oberflächen. Kommt besonders gut auf dunkel gebeiztem Material. War auch mal ein Tipp von einem Schreiner :)
     
  6. Phil999

    Phil999 Tach

    ich bin da ganz altmodisch.

    Leinölfirnis (gibt es mittlerweile sogar im Supermarkt/Baumarkt) mit etwa 1/4 Dammarharz/Kolophoniumglycerinester.

    Gut, das mit den Naturharzen ist so eine Sache, da nimmt man einfach was in Drogerien oder Malerfachgeschäften erhältlich ist.

    Dammarharz und Schellack ist eigentlich recht gut verfügbar, wohingegen Copal, Bernstein oder ähnliche sehr gute Naturharze aus ökologischen Gründen bzw. Verfügbarkeit nicht mehr ratsam sind.


    Ich bin Naturfarbenmaler und Farbenmacher, und kann hier noch eine Anekdote zum Begriff "Lack" anfügen. Dieser Begriff stammt aus dem Sanskrit und bedeutet "viele". Es brauchte unzählige von Lackschildäusen zur Herstellung von Schellack. Schellack war im Altertum eine verbreitete Quelle für die Lackierung bzw. Versiegelung von Möbeln, Altaren, etc. Es braucht einige Zeit, bis solcher Lack austrocknete, darum war es in Japan Tradition, die frisch lackierten Schreine oder Möbel in Schiffen vom Ufer zu entfernen, damit der Lack staubfrei austrocknen konnte.

    Nicht zuletzt ist Schellack auch Namensgeber für die Schellackplatte, ein Tonträger.

    Warum solch antike Techniken überhaupt erwähnen, wo es 2K-, Polyurethan-, und was weiss ich noch für Kunstharzlacke gibt, die handelsüblich erhältlich sind und in Minuten fest und staubfrei sind? Da gibt es grob gesagt zwei Gründe: 1: weil es ökologisch ist. Diese Beschichtungen sind 100% biologisch abbaubar. 2: diese Oberflächen fühlen sich einfach gut an.

    Also wer sich an edlen (und eben auch vernünftigen) Lackierungen interessiert, der soll sich entsprechend informieren, ist ja nicht mehr so schwierig heute. Im Zweifelsfalle stehe ich natürlich gerne zur Verfügung, ist ja schliesslich mein Spezialgebiet.
     
  7. DUBmatze

    DUBmatze Tach

    witzig wie man für alles nen Nerd findet... sollte mal jemand ne Frage zu Telematiksystem im Recyclingbereich haben ... (kein Witz...)
    ;-)
     

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