Ö1: Ursula Hemetek, Musikethnologin, über die Musik von Minderheiten

banalytic

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Ist eine Woche zum nachhören: https://oe1.orf.at/player/20200719/604830#

Ursula Hemetek, Musikethnologin
Gedanken
„Musik ist ein wirkmächtiges Medium, besonders für Minderheiten“ Musikethnologin und Wittgenstein-Preisträgerin Ursula Hemetek über die Musik von Minderheiten.
Gestaltung: Jakob Fessler

Musik erfüllt zahlreiche Funktionen. Für Minderheiten spielen besonders Identifikation und Repräsentation eine wesentliche Rolle. Musik kann Erinnerung und Heimat zugleich sein. Musik kann Anerkennung und Chancengleichheit bewirken. Ursula Hemetek macht sich Gedanken über den Stellenwert, den Zusammenhang und die Wirkung von Musik für Menschen und im Besonderen für Minderheiten. Welche soziale und politische Dimension hat Musik? Welche Bedeutung haben das Muszieren und das Musikhören für ethnische Gruppen? Wie wird Musik von Minderheiten auch instrumentalisiert? Ursula Hemetek reflektiert Begriffe wie „Ethnomusikologie“ und „Minderheit“, spricht über das Forschen in und mit Communities, erzählt über die musikalische Vielfalt von Wien und berichtet von Geflüchteten und ihrer Musik. Sie meint: „Der Bedarf, für eine minderheitengerechtere Gesellschaft zu sorgen, ist immer gegeben.“
Ursula Hemetek wurde 1956 in Niederösterreich geboren. Sie studierte Musikwissenschaften, Ethnologie, Anglistik, Slawistik und Orgel in Wien und Salzburg. Seit 2011 leitet sie das Institut für Volksmusikforschung und Ethnomusikologie der Universität für Musik und darstellende Kunst in Wien. In ihren Forschungsarbeiten beschäftigt sie sich unter anderem mit der Musik der Roma und der Burgenlandkroaten. 1991 war Ursula Hemetek Mitbegründerin der NGO „Initiative Minderheiten“. 2018 wurde sie mit dem Wittgenstein-Preis ausgezeichnet. Mithilfe des Preisgeldes realisierte sie im Vorjahr das „Music and Minorities Research Center“ als eigene Organisationseinheit an der Universität für Musik und darstellende Kunst in Wien.
Gestaltung: Jakob Fessler

Musikinformationen
Komponist/Komponistin: Traditional
Titel: Sostar mindig xoxavel ma
Ausführende: Familie Nikolic – Lakatos /Gesang m.Begl.
Länge: 01:42 min
Label: ORF

Urheber/Urheberin: Leon Pollak
Titel: Zu der Chupe-Marsch
Ausführender/Ausführende: Ensemble Klesmer
Länge: 02:48 min
Label: RST-Records 91790 LC8395

Komponist/Komponistin: Traditional
Titel: Lipo ti je cuti
Ausführende: Familie Resetarits /Gesang m.Begl.
Ausführender/Ausführende: Willi Resetarits /Mundharmonika, Gesang
Ausführender/Ausführende: Angela Resetarits /Gesang
Länge: 03:05 min
Label: ORF

Urheber/Urheberin: Trad./Newroz-Fest
Titel: Stück für Trommelensemble und Zurna
Ausführender/Ausführende: Anatolisch-kurdisches Frauentrommelensemble und Zurnaspieler
Länge: 01:04 min
Label: RST-Records 91790 LC8395

Bearbeiter/Bearbeiterin: Laszlo Borteri /Arrangement
Komponist/Komponistin: Traditional
Bearbeiter/Bearbeiterin: Niko Radic /Arrangement
Titel: GELEM GELEM
Länge: 02:37 min
Label: Sonoton SAS 74, LC07573, DE-B6

Komponist/Komponistin: Traditional
Textdichter/Textdichterin, Textquelle: Ruza Nikolic – Lakatos
Titel: Phurde bajval phurde
Solist/Solistin: Ruza Nikolic /Lakatos, Gesang
Länge: 02:42 min
Label: ARIOLA CD 74321271442

Urheber/Urheberin: Trad.
Titel: Kod slobodna ptica
Ausführender/Ausführende: Sechs SängerInnen aus Mjenovo/Koratisch-Minihof, 24.11.1990
Länge: 01:16 min
Label: RST-Records 91790 LC8395

Komponist/Komponistin: Traditional
Komponist/Komponistin: Bosnien
Titel: Kraj tanana sadrvana
Solist/Solistin: Natasa Mirkovic De Ro /Gesang
Länge: 04:12 min
Label: Extraplatte EX 3161912

Komponist/Komponistin: trad.
Titel: Kad ja podjoh na Bentbasu
Solist/Solistin: Himzo Polovina
Ausführende: Tamburaski orkestar RTV SA
Länge: 03:44 min
Label: MPBHRT

Komponist/Komponistin: Traditional
Titel: Jaj de dural, dural me avilem
Ausführende: Familie Nikolic – Lakatos /Gesang m.Begl.
Länge: 05:09 min
Label: ORF
 
bohor

bohor

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Ja, schöne Sendung (hab bisher aber nur die Hälfte gehört). Danke!

EDIT:
Am Schluss sagt sie einige wichtige Dinge über ihre Arbeit, über ihren Umgang mit den Menschen, deren Musik sie untersucht.

Ich erinnere mich an eine WDR-Veranstaltung in den Neunzigern mit einer großbesetzten rumänischen Volksmusikgruppe, die damals viel getourt ist. Da sagte dann der Veranstalter vor der Pause, man könne CDs und Kassetten am Eingang kaufen. Man solle aber keine Kassetten bei den Musikern selbst kaufen, da wisse ja keiner, was drauf ist – manchmal ganz andere Musik, manchmal auch gar nichts… sehr lustig, der Saal lacht!

Es wurde also öffentlich den Musikern unterstellt, zu betrügen. Gut war aber, dass ich einen rumänischen Freund dabei hatte, der ihnen das stecken konnte.
 
Zuletzt bearbeitet:
 


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