Polysix-Tastatur mieser Kontakt - wie reparieren?

Dieses Thema im Forum "Analog" wurde erstellt von stereoping, 16. März 2011.

  1. stereoping

    stereoping aktiviert

    Hallo,

    nachdem ich meinen bei *bay geschossenen polysix mit viel Zuwendung wieder in einen funktionsfähigen und hygienischen zustand versetzt habe, habe ich nur noch EIN problem damit. einige tasten lassen sich partout nicht zuverlässig ans laufen bekommen. Das Prinzip der Tastatur ist pro Taste eine elastische Gummihalbkugel mit innenliegendem Stift der auf der Spitze eine Leitgummischicht hat. Dieser wird von der Taste runtergedrückt auf 2 goldeloxierte(?), ineinander verschränkte Kontakte. Der Leitgummi überbrückt die Kontakte und ein Ton sollte erklingen. Nach einigen Jahren wollen einige Tasten dann nicht mehr.

    Mögliche Ursachen:

    Ursache a) durch das viele Nicht-Spielen sind die Goldkontakte oxydiert.
    Ursache b) der Abrieb der Gumminöppel hat die Kontaktschicht(en) verstopft
    Ursache c) die Leitschicht auf den Gummis ist so hauchdünn daß sie eben abgenutzt ist
    Ursache d) -> Ihr Vorschlag

    Es gibt da verschiedene ansätze zum reparieren. die wollte ich hier mal sammeln und zur diskussion stellen. Allen gemein ist, daß die Platine mit den Kontakten raus muss und die Gummikontakt-Matten von der Platine VORSICHTIG abgemacht werden müssen.

    Bisher habe ich folgende Vorschläge gefunden:

    1. Goldkontakte und Gumminöppel mit Radiergummi abrubbeln. Zu finden unter http://synthwise.com/korg-polysix-keyboard-repair/2010/03/07 - hab ich probiert, einige Tasten wollen aber immer noch nicht.

    2. Abreiben von Goldkontakten und Gumminöppel mit technischem Alkohol. Mache ich sowieso immer. Ergebnis siehe unter 1. Einige sind der Meinung, daß allein das Abreiben mit Alkohol die empfindliche Leitgummischicht zerstört.

    3. Gummikontakte mit Aceton reinigen. Technischer Alkohol bringts wohl nicht genug. Quelle: http://blackstrom.derschwarz.de/bastelecke/fernbedienung/index.shtml Kontraargument (aus irgendeinem Forum): bloß kein Aceton - Aceton ätzt/wäscht die hauchdünne Leitschicht auf den Nöpeln gleich ganz ab.

    4. Gummikontakte mit Leitsilber bearbeiten um die Leitschicht wieder aufzubauen. Kontra: nach einiger Zeit (Tage/Wochen?) löst sich das Leitsilber und gibt Dauerkontakt auf den Goldkontakten.

    5. Geheimmittel CAIKOTE 44. Ein Synth-Repairmensch aus england schwört darauf. Bei amazon usa sind allerdings 2 vernichtende produktrezensionen (von insg. 2) dass der kontakt nur 2 wochen gehalten hat.

    6. beim großen C gibt es ein gumminöppel reparaturset für 24 €. Auch da gibt es 2 komplett negative produktrezensionen (von insg. 2) dass der kontakt nur 2 wochen gehalten hat.

    7. Auf die Gumminöppel mit Sekundenkleber Alufolie oder kleine Kupferplättchen aufkleben. Kontra: nach einiger Zeit löst sich der Sekundenkleber wegen der mechanischen Beanspruchung und die kleinen Kontaktplättchen fliegen in der Tastatur/im Synth herum.

    8. ... wenn das alles nichts hilft wäre meine letzte Lösung: die Polysix-Tastatur komplett ersetzen durch ein passendes Midikeyboard und intern an das (nachgerüstete) Midi-Interface hängen. Wird wohl schwierig etwas mechanisch reinpassendes zu finden.

    Und der Ordnung halber noch 3 Warnungen: Goldkontakte nicht anschleifen! Keine Verdünnung verwenden zum Reinigen! Am Synth NICHT rauchen!

    So, wie sind Eure Erfahrungen?
     
  2. Ich hatte damals meinen (nun schon verkauften) Polysix auf folgende unentschuldbare Weise tastenkontaktmässig
    gerettet:

    Mein Kumpel hatte noch Kontaktplättchen aus einer uralten Computertastatur. Das waren so graue Gummischeibchen
    mit dem typischen schwarzen Kontaktplättchen. Also habe ich die Kontakte aus der Gummileitste des P6 rausgeschnitten,
    die Scheibchen dort eingesetzt und ab ging die Post. Nachteil bei der Sache war, dass man die Tasten nicht mehr so weit
    nach unten drücken konnte, dafür hatte sie aber einen sehr guten Kontakt.

    Damals war so ein Vorgehen sicher nicht so schlimm, hatte eh nur 300,00 DM für den P6 bezahlt, weil er ja diesen Defekt
    hatte.
     
  3. microbug

    microbug |||

    Decken sich nicht mit dem, was da geschrieben wurde. Erfahrungen: Eigener Polysix über ein paar Jahre und Wartung von Geräten aus dem Freundeskreis über Jahre.

    Die Goldkontakte hatten sich bei keinem der Geräte jemals gelöst, sie waren meist nur verdreckt bzw ein Schmierfilm drauf. Den habe ich meist erstmal mit Wattestäbchen trocken entfernt bzw mit Isopropanol bei hartnäckigen Fällen. Die Kohlekontakte waren auch meist entweder verdreckt oder auch einfach umgeklappt/ausgehängt und oft auch mit Krümeln aller Art bestückt. Da bin ich mit den Fingern ran und hab den Dreck abgekniepelt, dann lief wieder alles sauber. Das übelste war eine Kiste, die total verdreckt war: nicht nur Tabakkrümel innen, sondern auch ein dicker Fettfilm auf den Goldkontakten. Der Synth muß in einer Wohnklo-Küche eines starken Rauchers gestanden haben.

    Von der Leitsilber-Geschichte sollte man die Finger lassen, weil als Kontaktmethode völlig ungeeignet. Nimmt bzw nahm man zum reparieren von Leiterbahnverbindungen, aber niemals für sowas.

    Grundsätzlich nie mit irgendwelchem scharfen Zeug an die Kontakte drangehen, sonst is gleich alles aus. Isopropanol hab ich auch nie an die Kontaktgummis getan, das war mir dann doch zu heikel. Zum Platinen säubern ist es das Mittel der Wahl.
     
  4. stereoping

    stereoping aktiviert

    hm. wahrscheinlich hast Du recht und es liegt am Reinigungsalkohol, daß die nöppel meiner tastatur nun nicht mehr wollen :) Die Goldkontakte sind blitzsauber und die nöppel auch, aber kontakt gibts nun keinen mehr. Interessant.

    Mittlerweile bin ich auf einen Amiga-Freak gestossen der auf Kontakt-Chemie Graphitspray schwört und im jahrelangen harten Programmierereinsatz die Langzeithaltbarkeit bewiesen haben will. Habs mal gekauft und dünn mit Wattestäbchen aufgetragen. Zunächst 1a, alle Tasten 100% zuverlässig. Nach einer Woche gibt es nun manchmal Doppelkontakte bei einigen Tasten (ca. jedes 50. TouchDown) , d.h. beim Abheben der Taste gibts noch einen Trigger. Erster Gedanke: Das Graphitspray trocknet verdammt schnell, vielleicht hat es wegen des indirekten Auftragens mit Wattestäbchen nicht gescheit mit dem Gummi verbunden und bröselt langsam ab. Alles wieder auseinandergebaut (zum 100. Mal) um nachzusehen. Die Graphitschicht lässt sich tatsächlich mühelos mechanisch wegkratzen, als wärs nur aufgelegt, hat sich gar nicht richtig verbunden mit dem Gummi, ich dachte das gibt eine stabilere Schicht.

    Als nächstes bei einer Matte nach erneuter Reinigung mit Papierschablone das Graphitspray gleich direkt auf die Nöppel gesprüht und wieder zusammengebaut. Auch nicht viel besser. Traurig, traurig.
     
  5. microbug

    microbug |||

    Davon würde ich mal ausgehen, ja. Ich meine mich erinnern zu können, an diese Dinger auch mal in einem Fall mit Aqua dest drangegangen zu sein, ohne daß es Folgen hatte, kann ich aber so genau nimmer sagen weil doch zu lange her.

    Du kannst Dir da jetzt den Wolf experimentieren oder einfach versuchen, neue Kontaktmatten zu bekommen. Diese Dinger sind ja so speziell nicht, außer daß sie eben einfache und keine Doppelkontakte mit versetzter Anordnung (für Anschlagdynamik) aufweisen.
     
  6. http://www.oldcrows.net/~oldcrow/synth/ ... clean.html
    Kennst Du?

    Das Conrad Reparaturset habe ich mal benutzt (für einen JX3P und einen SH101). Taugt. Nachteil: wenn die Dose mal auf ist, dann muss man es in zehn Stunden verbrauchen.
    Das mit CaiKote dürfte was ähnliches wie die Conradsache sein. Klingt vernünftig. Mit Produkten von Caig hatte ich bisher immer nur beste Erfahrung gemacht.

    Ansonsten einfach eine neue Klaviatur kaufen. Ggf gleich eine mit MIDI-Out (zB ein altes Roland PC200), und ein MIDI-Interface für den MIDI-In.
     
  7. microbug

    microbug |||

    Kannte ich auch noch nicht bzw wieder vergessen, danke für den Link:)

    Hm, Radiergummi, gute Idee, warum bin ich da nicht selbst drauf gekommen damals? Naja, mit den Fingern gings auch.

    Interessant finde ich, daß er mit Alkohol an die Gummipads drangeht. Er schreibt "denaturiert", also vergällt (untrinkbar gemacht). Demnach wäre das dann Ethanol als Inhaltsstoff.

    @stereoping: kannst Du rausfinden, was Dein Reiniger für einen Inhaltsstoff hat? Sollte auf der Flasche stehen. Bei manchen Reinigern, besonders die für den Haushalt, sind rückfettende Substanzen drin, die für einen Hautschutz sorgen sollen (ist auch bei Händedesinfektionsmittel der Fall). Diese erzeugen einen Film auf der Oberfläche, der ausreicht, um Kontaktgabe zu unterbrechen. Ich hatte hier mal einen Helden, der meinte, den Sensor seiner Digitalkamera mit Sterillium (Händedesinfektionsmittel) säubern zu müssen - und sich dann beschwerte, daß die Bilder danach alle bissl nach Hamilton aussahen :)

    Du kannst ja mal versuchen, einen Kontaktblock mal mit einem Radiergummi zu säubern, vielleicht tun sie es dann ja wieder.
     
  8. stereoping

    stereoping aktiviert

    yes, den oldcrow hab ich auch als erstes gefunden. Hab auch schon radiert wie ein Weltmeister.

    Das Conradteil hat auf der Conradpage 2 (von insgesamt 2) ziemlich negative Wertungen. Bei Dir hat es getaugt sagst Du? Interessant. Ist dann wohl aggressiver als das Graphitspray von Contakt Chemie, das ja offiziell zur 'Reparatur graphitierter Leitschichten' deklariert ist.

    Das mit der Klaviatur wäre die letzte Lösung. Midi-In hat er schon. Wobei das pc200 allerdings eine Oktave zu wenig hat wenn ich richtig gezählt habe.
     
  9. microbug

    microbug |||

    Habe gerade in einem anderen Thread einen Link zu einer Reinigungsanleitung für eine D50-Tastatur gesehen, bei der der Autor Isopropanol zum Säubern der Graphitgummis benutzt, ohne daß es da Probleme gibt. Sieht so aus, als wäre ich etwas übervorsichtig gewesen.
     
  10. stereoping

    stereoping aktiviert

    Der Reiniger ist der 601 von KontaktChemie 'zur Reinigung von besonders empfindlichen elektronischen und feinmechanischen Baugruppen'. Was ich auch noch nehme (natürlich nicht oral) ist Isopropanol 70% aus der Apotheke. Alles Plastikmässige (Tastatur, Knöppe, auch die Kontaktmatten) wasche ich in warmem Wasser mit normaler Seife und spüle es dann ordentlich mit (quasi destilliertem) Osmosewasser ab (absolut Kalkfrei). Die Kontaktmatten hatte ich aber nochmal separat mit Platinenreiniger (601) und Druckluft (gegen Staub) gesäubert.

    Radierer hatte ich schon versucht, da tut sich nichts (mehr).

    Ich habe den Polysix allerdings von so einem windigen *bay-typen. Da war allerhand mit atemberaubendem Dilettantismus herumgelötet, hat einige Stunden gedauert das alles wieder gerade zu biegen. Kann sein daß der Vorbesitzer (oder sein Löt-Knabe) an den Pads schon herumhedoktert hat. War ein (mies selbstgeätztes) Döpfer Tastaturmidi angelötet.

    Du sagst 'versuchen, neue Kontaktmatten zu bekommen' ... hast Du da einen Ansatzpunkt? Von Roland hatte ich noch Matten für meine mc909 bekommen. Aber bei Korg wegen polysix-Ersatzteilen nachfragen, mache ich mich da nicht lächerlich?
     
  11. Nein. Würde mich nicht wundern, wenn es die noch gäbe (ich würde nicht speziell nach Polysix fragen, sondern allgemein nach welchen aus den achtzigern/neunzigern). Die Service Abteilung von Meyer Marburg (=Korg D) ist nach meiner Erfahrung allgemein sehr hilfsbereit.

    Ansonsten: Auf Analogue Heaven gibts einen Typen, der total viele Tastatur Sachen verkauft (allerdings zu ziemlich fiesen Preisen). Andrew Horton? Doug Terrebon? Ich muss suchen... Meld mich wieder
     
  12. Ok einen hab ich schon gefunden:
    http://www.syntaur.com/korg.html -> $10 pro 7er strip.
    Sam von Syntaur, ist nicht günstig, aber sehr zuverlässig.
    Es gibt aber noch jemand. Ich such weiter...
     
  13. microbug

    microbug |||

    *hust* Da ist n-Pentan als Hauptwirkstoff drin, normal als Löse/Schäumungsmittel für PU-Schaum und als Kältemittel verwendet ... Eher also was für hartnäckige Sachen.

    Ja, da macht man nix falsch. Bei den Sachen von Kontakt-Chemie (aka CRC) bin ich durch ähnliche Erlebnisse schon länger vorsichtig geworden.

    Nee, kann auch nicht, ich denk da hat Pentan schon ganze Arbeit geleistet, da könnte man wenn nur chemisch ran, aber dazu kenn ich mich zuwenig aus und weiß auch nicht genau, aus welchem Material diese Kontakte genau sind.

    Örks. War hoffentlich wenigstens billig, das Ding, oder?

    Warum, fragen kostet doch nichts, die waren immer sehr nett hier in Marburg. Ich würde aber eher anderswo schauen, denn diese Kontaktmatten sind zugekaufte Teile und nicht speziell von Korg gebaut, sondern von den Tastaturherstellern. Stecken in dieser Form in etlichen anderen Synths ohne Anschlagdynamik drin, wie zB Poly61, DW-6000 oder Prophet 600. Achja, natürlich. Winecountry. Gerade mal geschaut, die haben so Dinger, für den P600 $10 pro Stück (Keyboard Contact Strips). Müßte man schauen, ob die passen, gibts als 6er und 7er. AFAIR und rein rechnerisch müßten da 9x6er und 1 7er verbaut sein.

    Gerade mal im Netz gesucht und gefunden, sogar für Korg, sind exakt die Dinger aus dem Polysix (und werden weiter unten auch dafür gelistet):

    http://www.syntaur.com/4350.html (6er)
    http://www.syntaur.com/4349.html (7er)

    Könnte sich also lohnen, bei Korg zu fragen, der DW-6000 ist ja bissl neuer.
    Winecountry hat leider kein Bild und keine Angabe, ob 6er oder 7er (bei einer 61er Tastatur hab ich fast immer diese Anordnung wie oben gefunden), müßte man nachfragen. Frage aber auch mal Nikolaus Riehm, der könnte wissen wo man so Dinger herbekommt (und vielleicht auch besorgen?).

    Anschlagdynamische Snyths haben Doppelstößel und meist 12er Kontaktmatten, die passen nicht!

    edit: ich hab zu lang getippt, Florian war schneller :)

    @florian: der 7er ist leider bei denen aus, es gab aber auch noch eine andere Quelle, mal sehen was Du findest.
     
  14. Den anderen Ami find ich nicht mehr, aber wer Dir vielleicht auch helfen kann in Ko von Modeless factory:
    kay (at) zad.att.ne.jp
    Ein super hilfsbereiter Typ; hat m.E. deutlich besseren Zugriff auf Originalressourcen, als Leute von ausserhalb Japan.
     
  15. Iiiih bäääh.

    Ich habe jetzt noch mal die Anleitung zu dem ITW-Rubber contact repair kit gelesen. Die mögliche Verarbeitungszeit der Lösung ist 72 Stunden (also drei Tage statt der von mir erinnerten drei Stunden). Ich schätze inzwischen, dass das für dich die sinnvollste (und günstigste!) Reparaturmethode ist. Einfach zwei oder drei Lagen von dem Zeug auftragen.

    Florian
     
  16. microbug

    microbug |||

    Schätze ich auch.

    Ist das das hier? http://www.mcmelectronics.com/product/C ... 5-/20-3890 (oder ähnliches). ITW wollte es mir nicht finden, bei irgendeinem stand es als ITW-Chemtronics drin (Digikey), da wurde ich dann fündig.
     
  17. Ist eine Glaubensfrage, am Ende wohl auch eher eine Frage des "wie" als des "womit". Mit Isopropanol oder Reinigern hat es bei mir nie geklappt, obwohl andere damit offensichtlich Erfolge erzielen. Dafür habe ich sehr gute Erfahrungen mit o.g. Graphitlack von Kontakt Chemie gemacht, von dem wieder andere dringend abraten.

    Hier daher meine Erfahrungen mit dem Graphitlack:

    Meine erste Runde mit dem Lack (nur drauftupfen) war ein Fehlversuch. Da hatten einige Tasten keinen Kontakt und manche haben gefedert, also beim Loslassen noch einen Ton gespielt. Vergleichen der Kontakte hat dann folgende Regelmäßigkeiten ans Licht gebracht:
    - Die federnden Tasten hatten oft eine Art Lackträne drauf, die beim Spielen gebröselt.
    - Die Tasten, die nur mit mehr Druck gingen, sahen von oben matter aus.
    - Die Tasten, die astrein gingen, waren halbwegs eben und haben leicht "metallisch" (weiß nicht, wie ich es beschreiben soll) geglänzt

    Also alle nochmal lackiert, und dieses mal ca. so vorgegangen:

    - Lack in Tüte sprühen und von dort dünn mit Wattestäbchen auftupfen
    - Das Ganze im Abstand von jeweils ca. 5 Minuten 1-2 mal wiederholen.
    - Nach ca. einer Stunde habe ich die GummiKontakte dann auf einem eckigen, halbwegs feinen Messerschärfstein so lange mit sehr wenig Druck hin und her geschoben, bis die Oberfläche Plan und leicht metallisch glänzend war, wenn man sie gegen's Licht gehalten hat. Quasi sanft glänzend poliert.

    Wichtig ist dabei, dass der Druck sehr sanft ist und die Gummikontakte beim Hin- und Herschieben nicht umkippen. Ansonsten ist für den jeweiligen Kontakt halt nochmal Nachtupfen und Warten angesagt.

    Am besten vor dem endgültigen Einbau erstmal nur die Gummimatten auf die Platine stecken und dann jeweils der Reihe nach sanft antippen. Wenn alle dabei problemlos einen Ton erzeugen, ist die Matte OK. Wenn einer etwas mehr Druck braucht, macht der auch nach dem Zuschrauben Probleme. Der muss dann eben nochmal ran.

    Die Tasten funktionieren seitem in allen fünf Geräten (4xP61, 1xP6) astrein. Ist gut ein viertel Jahr her, und ich hatte bisher keine Aussetzer oder Auffälligkeiten.

    Gruß

    André
     
  18. stereoping

    stereoping aktiviert

    danke für Eure Mühe und die vielen Hinweise :) ... was für ein Service. Es ist nur eine 7er Matte der Rest 6er. Wenn aber eine Matte (ich lese da 'used') schon 10 $ kosten und auch noch aus Übersee dann wird das wohl alles zu aufwändig, so kaputt sind sie nach der Graphitspray-Behandlung dann auch nicht. Da werd ich wohl wenns gar nicht mehr geht auch auf das repair kit zurückgreifen. Oder ich frage doch mal bei Korg nach, grübel.

    Danke für den Hinweis ... und ich dachte noch das Zeug wäre was besonders Teures, Edles von wegen 'empfindich' ... normal bin ich nicht so werbegläubig. Ich benutze das aber schon Jahre zum spülen kratzender Potis (die man ja nie mit Kontaktspray malträtieren sollte) und habe auch nach Jahren keine negativen Langzeitfolgen spüren müssen (?). Was sollte man denn stattdessen nehmen zum Poti durchpusten?

    naja, 380, angeblich mit 'Kenton-Midi und ein paar hängenden Tasten'. War natürlich Döpfer Tastatur-Midi, hundmiserabel gelötet und funktionsunfähig, 7 Taster total tot, gibts zum Glück fast perfekt passende für 50 cent beim grossen C. Aber (ansonsten) technisch, optisch und Poti-technisch ist das Ding ziemlich gut - und zum Glück Nichtraucher. Nach einem Reinigungs- und Reparatur-WE hatte ich jedenfalls (abgesehen von den prellenden Tasten ab und zu) mittlerweile schon einige Stunden ziemlich viel Spass einfach drauf rum zu spielen. Herrliches Gerät.
     
  19. stereoping

    stereoping aktiviert

    Genau so hatte ich es auch gemacht. Der o.g. Amigafreak schrieb, den Lack mit Schraubenzieher auf den Kontaktgummi spachteln. Das gab dann aber eine so dicke Schicht daß sie (unter der Lupe betrachtet) rissig wurde und sehr uneben war.

    Ah, vielleicht ist das das Geheimnis! Ist aber nicht so einfach mit dem plan auflegen beim polieren. Die nöppel muss man ja rausdrücken damit sie über die Auflagekante rausschauen. Und an den Kanten stehen auch noch die Befestigungsnöppel über. Aber das werd ich mal probieren.

    Ging die Schicht bei Deinen Fehlversuchen genauso leicht ab wie bei mir? Man musste fast nur mit dem Finger drüberwischen um die Graphit-Schicht wegzubekommen. Ich hatte gehofft daß das wie ein Lack auf den (natürlich vorher entfetteten) Nöppeln haftet.
     
  20. microbug

    microbug |||

    Dafür gibts extra Tuner 600. Soll angeblich auch für solche Graphitdinger gehen, aber für Potis isses ideal.


    Ooohja! Wenn endlich mal jemand ein Redesign der Prozessorplatine (die mit der bösen Batterie drauf) machen würde, also das Kit von Ricard Wanderlöf (analog.no) und Johannes Hauseinsteiner integrieren (dieses ersetzt beide 8049er durch eine Z80 CPU), sodaß man weniger Umbau-Aufwand hat, wäre das echt ein Segen. Andererseits ließe sich da ja eine neuere Variante des Z80 einsetzen, die gibts ja immerhin.
     
  21. Wenn man den jeweiligen Kontakt quasi auf links dreht und dann die Gummimatte so an den Seiten mit den Fingern zusammengedrückt, dass der Kontakt draußen bleibt, dann liegt der einigermaßen starr zwischen den Fingerspitzen und knickt beim Hin- und Herschieben nicht um, sofern man nicht zu feste aufdrückt.

    Irgendwann hat man den Dreh raus. Beim letzten P61 hat das für alle 61 Tasten keine zehn Minuten gedauert. Am Ende erkennt man durch bloßes Hingucken, schon vor dem Testen, welche Tasten gehen und welche nicht.

    Bei einigen meiner ersten Versuche hatte ich ein paar Kontakte dabei, die nicht vollflächig waren oder eine kleine Erhebung auf einer Seite hatten, die sind dann beim "Polieren" abgegangen oder weggebrochen.

    Bei späteren Versuchen hat der Lack immer direkt gehalten. Einmal draufgetupft hat die Oberflächenspannung eine kleine Wölbung vom Rand zur Mitte des Kontakts gemacht, die dann dann beim Antrocknen zu einer ebenen Fläche angezogen ist. Wichtig ist, dass man in dem halbtrockenen Lack nicht rumfummelt (z.B. um das zu begradigen) und dass der feuchte Lack bis zu den Rändern kommt.
     
  22. [​IMG] Ultraschallreiniger (zw. 25 und 50 Euro) und Aqua Dest. Danach mit Druckluft trockenblasen (ein kräftiger Fön tut auch schon viel).
    Oder/und mit Caig Faderlube 5 putzen und dann mit Caig Faderlube 100 "versiegeln". Ich sprühe Faderlube nicht in die Potis, sondern geb was in ein Glasküvetten (von Bourbonvanilleschoten) und trag es dann mit einem Q-Tip auf der Kontaktbahn des auseinandergebauten Poti/Fader auf.
     
  23. stereoping

    stereoping aktiviert

    ... um das Thema abzuschliessen. Ich habe mir in USA für 26$ beim netten Sounddoctorin diese Nasa-Selbstklebe-Kontaktpads gekauft, sauber und konzentriert aufgeklebt, zusammengebaut und ALLE Tasten funktionierten auf Anhieb und bis jetzt (2 Monate) mit 100% Perfektion, kein Prellen, kein Aussetzer, Per-fekt. Hier der Link zum Doktor:

    http://sounddoctorin.com/synthtec/parts/key.htm
     
  24. ppg360

    ppg360 fummdich-fummdich-ratata

    Das hätte ich gebrauchen könne, *bevor* ich meinen P6 abgestoßen habe. Naja, ist ja auch egal...

    Stephen
     
  25. Bernie

    Bernie Anfänger

    in meinen Polysix ist mal Apfelsaft reingelaufen, der die Kohleschicht in den Gummis dann komplett aufgelöst hatte. Nach dem "guten" Tip mit der Geschirrspülmaschine waren dann alle Reste der Schicht komplett beseitigt, die waren blitzeblank...
    Hab ihn dann für 100 Mark an einen Bastler verkauft...
     
  26. Dieser Thread kommt genau zur rechten Zeit! Habe das selbe Problem mit meinem kürzlich erstandenen Mono/Poly. Acht Tasten triggern nicht mehr. Scheint bei den Kisten wohl relativ üblich zu sein. Ich werd's erstmal mit der Radiergummimethode versuchen. Mal schauen was es bringt...
     
  27. Wenn acht aufeinanderfolgende Tasten nicht triggern, dann ist das sicher NICHT die Kontaktmatte, sondern eine kaputte Diode in der Tastatur Matrix.
     
  28. Acul

    Acul -

    Hallo.

    Endlich habe ich diesen Forums Beitrag gefunden :)

    Ich habe ca. 98-99 von meinem Bruder einen Poly61 geschenkt bekommen da eineige hasten nicht mehr angeschlagen haben.

    Ich habe das gute stück dann zerlegt und wollte die tasten reparieren lassen, naja nur leider habe ich nie jemanden gefunden der
    es machen konnte.

    Nun habe ich den Poly wieder hier und muss zu meinem entsetzen feststellen das ich leider alle schrauben verschlampt habe. :oops:

    Also suche ich jetzt einen Synthi Spezialisten in der nähe Rosenheim - München der mir helfen kann das gute stück wieder ganz zu machen,
    natürlich inklusive der Tastatur die ja immer noch an manchen tasten Aussetzer hat.

    Ich hoffe ihr habt da eine Adresse für mich.

    Beste Grüße.
    Sesto
     
  29. Hallo Sesto,

    Die Schrauben sind alles normale M3 und M4 Schrauben. -> Schrauben Preissinger in Utzschneiderstraße oder Schrauben Mutter in der Ickstattstrasse in München. In Rosenheim kenn ich jetzt kein Schraubengeschäft. Große Baumärkte haben sowas auch.

    Wegen den Tasten: es gelten für den Poly61 die gleichen Sachen wie oben beschrieben für den Poly6: Gummikontakte abziehen, Kontaktflächen mit Alkohol reinigen, Gummikontakte wieder drauf.
    Alternativ besorgst Du Dir gleich neue Kontakte von Bob Weigel alias Sounddoctorin -> http://sounddoctorin.com/synthtec/parts/key.htm
     

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