R. I. P. Taymur Streng (2022)

Oh neee. Ich hatte immer wieder Kontakt zu ihm. Er war manchmal ein bisschen anstregend, aber für mich auf alle Fälle ein Mensch, von dem ich froh bin, dass ich ihn kennengelernt hab.

Wie hast Du es erfahren?
 
gestern gerade auch gehört. :sad:

vermutlich erwartet die welt jetzt, dass ich seinen controller weiterprogrammiere, aber das wird so bald nicht geschehen.
 
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Ach du Schreck.
Wir haben in den 80‘gern in seinem Haus mit ihm viel Musik aufgenommen.
Möchte dabei an die Band ,,Neun Tage alt’’ erinnern.
Ein ewig Getriebener hat nun Ruhe.
 
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Oh neee. Ich hatte immer wieder Kontakt zu ihm. Er war manchmal ein bisschen anstregend, aber für mich auf alle Fälle ein Mensch, von dem ich froh bin, dass ich ihn kennengelernt hab.

Wie hast Du es erfahren?
Ich habe es vorhin im Synthesizer Stammtisch auf Facebook gelesen, Lutz (Cyborg) hatte es dort gepostet.

Taymur hatte damals ein paar Geräte von mir abgekauft und so lernten wir uns kennen.
Seit dem waren wir öfter am Telefonieren, manchmal auch mehrfach in einer Woche. Dazwischen lagen dann aber auch wieder Pausen von mehreren Wochen.
 
Ich kannte ihn nicht mal vom Namen, aber schade ist es um jeden, der sich mit Musik beschäftigt. Jeder der das tut, baut wenigstens keine Waffen. Und momentan scheinen einfach zu viele gehen zu müssen. R.I.P.
 
telefonieren war zweifelfrei sein zweitwichtigstes hobby. immer ohne umwege direkt rein in die wirklich wichtigen themen.^^
 
Oh, das kommt als Schock.

Ich hatte mit Taymur in den letzten zehn Jahren immer wieder mal Kontakt -- er konnte da sehr beharrlich sein --, aber ein Besuch bei ihm zuhause hatte sich leider nie ergeben. Ich fand den Kontakt zu ihm sehr überraschend, da ich über ihn gelesen hatte in einem Buch über Rockmusik in der DDR, wo er als Elektronikact abgebildet war (und ich mich fragte, was das wohl für ein Gerät sein könnte, das er da bediente -- es war ein Yamaha CS30 in ungewohnter Perspektive).

Kurz nach der Wende tauchte er mit einem Kumpel zusammen bei einem Kollegen von mir in Frankfurt/Main auf, um einen Emax abzuholen, der dann irgendwie im Trabi verstaut und nach Hause transportiert wurde.

Er war auch Mitglied hier im Forum unter xaez.

Mach et jut, Alda! Wieder eine verpaßte Gelegenheit mehr, die einem zeigt, daß man besser keine Gelegenheiten verpassen sollte.

Stephen
 
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immer ohne umwege direkt rein in die wirklich wichtigen themen.^^

So hab ich ihn auch wahrgenommen. Hatte um 2015/16 mehrfach Kontakt mit ihm, weil da gerade das Synclavier bei ihm Thema wurde und er nach Infos und technischen Lösungen suchte. Leider konnte ich manchmal seinem Tempo nicht folgen. Er war aber immer konstruktiv und "nach vorne". Für mich schwer vorstellbar, dass so ein Energiebündel nicht mehr ist.

R.I.P.
 
So hab ich ihn auch wahrgenommen. Hatte um 2015/16 mehrfach Kontakt mit ihm, weil da gerade das Synclavier bei ihm Thema wurde und er nach Infos und technischen Lösungen suchte. Leider konnte ich manchmal seinem Tempo nicht folgen. Er war aber immer konstruktiv und "nach vorne". Für mich schwer vorstellbar, dass so ein Energiebündel nicht mehr ist.

R.I.P.

Genau, Synclavier -- er hatte gehofft, daß ich ihm helfen könnte, ihn auf die Spur des riesigen 9600 zu bringen, das ich seinerzeit in Helsinki hatte stehenlassen, nachdem mir mein Cousin die Transportkosten per Spedition grob ausgerechnet hatte...

Aus irgendeinem Grund hielt er mich für sachkundig im Bereich Synclavier -- ich glaube, er hat mir nie abgekauft, daß dem nicht so ist.

Stpehen
 
Aus irgendeinem Grund hielt er mich für sachkundig im Bereich Synclavier -- ich glaube, er hat mir nie abgekauft, daß dem nicht so ist.

Ja, ich hatte dabei auch Mühe. Als ich ihm berichtete, nur ein mäßiger Hobbyprogrammierer mit angelesenen Infos zu sein, schwebte ihm sofort eine "ergebnisorientierte Kooperation" mit S. Hübner aus Hamburg vor, der seinerzeit u.a. ein Synclavier restaurierte. Meine mühsam zurechtgelegte Ausrede hat er gar nicht kommentiert; er war offenbar im Geiste schon wieder weiter im Projekt...
 
Da gehen aber viele gerade, Ruhe in Frieden auch wenn ich dich nicht wirklich kannte.
 
er war offenbar im Geiste schon wieder weiter im Projekt...

das problem hatte ich da nicht und empfinde solche leute eher sogar als besonders unkompliziert.

beim programmieren hat er nicht wirklich meine hilfe gebraucht, da er seine max sachen gerne mit java implementiert hat während ich nur vanilla oder signal benutze. (bei der geschichte mit dem "bibliothekar" oben musste ich allerdings lachen, denn seine programmierarbeiten sind ein WUST an ZEUCH - da bin ich ja ordentlich dagegen.)

aber wir waren über solche dinge wie "LFO und ADSR ist scheiße, wir brauchen da was neues" sowieso immer einer meinung. wegen was steht man auch sonst morgens auf. um irgendwas zu wiederholen? nö.

wenn die taz ihn als "bastler" bezeichnet, dann scheinen die ihn zu kennen.
 
Taymur ist das wirkliche wandelnde Lexikon. Er weiss unfassbar viel über experimentelle Musik der 80er, div. Sondersynths - zuletzt experimentierte er mit dem Synclavier und dem was er darüber erfahren konnte - mit Max und eigenen Kompositionen. Er hat unfassbar wertvolle Dinge über die Ost-Elektronik-Szene gewusst - und auch wir haben immer mal telefoniert und kann die Worte weiter oben sehr gut nachvollziehen.

Ein Mensch, von dem ich gern ein Buch gelesen hätte, das viele Wissen ist nun in den Raum gegangen, es ist sehr schade.
Ich denke so Leute sind selten - und ein echter Nerd - im besten Sinne.

Das hat auch mich getroffen, zur Zeiten wo Fletch starb und eh gerade vieles nicht schön ist - er hat eine bewegte Vergangenheit in div. Bands und hat versucht viel am Leben zu halten, hat viele von uns gefragt nach sehr speziellen Dingen, weil er eben ein besonderer Nerd und Mensch ist und auch Musiker. Er hat bis zum Schluss komponiert. Hört euch rein - das ist nur ein Teil dessen was er gemacht hat.

Kunstkopf, 9 Tage und das alles und andere - da hat er Bände erzählen können.
Alles Gute, Taymur! Er war sogar mit bei uns in der Chatrunde nach der Sendung und so, hatte Gruppen gegründet, weil er einfach Bock hatte und sie dann anderen übergeben, eben schon schräge Sachen - und sein Studio kenne ich auch und was und woran er gearbeitet hat. Und das nicht mit unendlich viel Geld, aber mit sehr sehr viel Herzblut. Ganz ohne Frage.

Was ihr schreibt deckt sich ja schwer und gut mit dem was wir hier zusammen tragen - also das anrufen, das austauschen war einfach sein Ding.

Er hat auch gelötet und Max gebaut, Zeug gemacht, repariert aber eben auch am liebsten Musik gemacht und dennoch immer Projekte gehabt.
Wenn basteln beschäftigt sein heißt, stimmt das also schon.

Ich habe das in einer FB Gruppe gelesen und hat mich ein bisschen rausgezogen aus dem sowieso absurden Tag - ich würde sagen alles nach Superbooth war ziemlich surreal - und das meine ich nicht positiv. Aber das ist eine subjektive Beschreibung. Also egal, weil Egoscheiß gehört hier nicht rein.
Danke @Bernie, Taymur hat den Thread mehr als verdient.

Finde super, dass die Taz ihm einen würdigen Artikel widmet.
 
Das ist sehr schade.
Ich hatte gehofft, ihn im Oktober bei der noise factory wiederzusehen.

Danke für die Gespräche Taymur.
 
Ich erfahre heute durch Wikipedia von Taymurs Tod. Traurig. Ich kannte ihn gut vor langer Zeit - in meinen Berliner Jahren! Ihm habe ich die Noten von Mosolovs Klaviersonaten zu verdanken- das war ca. 1997, auch traf ich ihn häufig in Prenzlauer Berg während ich meine Magisterarbeit über die Harmonik von Darius Milhaud schrieb und er war ein toller Kenner der Polytonalität und der symmetrischen Skalen nach Skrjabin. Kurz nach 2000 las er mit mir und anderen aus meiner Lyrik, die flexibel, mehrstimmig und aleatorisch aufgeführt werden konnte. Dies wurde auch aufgenommen, aber die Aufnahme ist leider verloren. In meinen letzten Jahren in Berlin haben wir uns schon verloren, 2006 bin ich fortgezogen. Schade, er war eine originelle Persönlichkeit1
 


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