Renoise Workflow

OldStyleTown

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Gesperrter User
Hallo,
ich bin neu hier und fange gerade damit an mich in Renoise einzuarbeiten um damit nach vielen Jahren wieder so etwas wie Musik zustande zu bringen. Nun habe ich mitbekommen, dass im Forum auch noch anderen Renoise Nutzer unterwegs sind und an die richtet sich dieser Thread.

Wie sieht euer Workflow mit Renoise aus? Spielt ihr mehr selbst Akkorde ein oder nutzt ihr Sampleloops? Benutzt ihr nur den Laptop und die Computertastatur, so wie ich, oder habt ihr da noch mehr angeschlossen? All so etwas interessiert mich.

Ich danke euch schon mal für die Teilnahme.
 
C0r€

C0r€

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Renoise nutze ich momentan gerade nur für MIDI, um externe Klangerzeuger anzusteuern. Renoise bediene ich mit Computertastatur und Maus und Spiele per MIDI Keyboard Noten ein, die ich per Tastatur bearbeite.
Eigentlich ist es schade darum, dass ich Audio in Renoise gar nicht nutze. Allerdings finde ich das MIDI Sequencing erfrischend anders und vor allem sehr tight (wenig jitter) und es kommen andere Sachen raus. Das liegt zum Teil daran, dass ich gezwungen bin nicht grafisch zu denken sondern mehr zu hören und die Zahlen anzupassen. Es geht also mehr um den Klang als darum, dass das Arrangement "schön" aussieht. Außerdem bedeutet editieren dann nicht Mausgeschubse sondern am Gerät anpacken und Kabel ziehen. Zeitlich dynamische Veränderungen machen je nach Gerät mehr Aufwand in dieser Phase, also CC anlegen usw., das ist dann eher was für das Processing nach der Audioaufnahme der Spuren später in anderen Tools oder kann direkt bei der Aufnahme erfolgen (ist dann fix). Dadurch bin ich gezwungen, mehr über das Arrangement als über Klangbasteleien nachzudenken was sonst schnell miteinander verschwimmt (auch gut, aber ich probiere gerade andere Wege aus).
Ich nutze es also praktisch so, als wäre Renoise ein MIDI Hardware-Sequenzer Ersatz mit vielen MIDI outs.
Renoise läuft dabei auf Linux auf einem uralten Laptop ohne extra Audio interface, denn Audio brauche ich ja nicht. Ich habe da nur ein paar MIDI interfaces angeschlossen und daran dann die Klangerzeuger (Sampler usw.).
Dabei ist Renoise auch in der Lage im Sync zu laufen zu anderen Hardware Sequenzern ohne groß rumzueiern bis hin zu hohen BPM Zahlen.
 
IvoFX

IvoFX

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Ich arbeite wenn ich Zeit habe an meinen workflow-scripts, die sind speziell fuer meine Controller konzipiert, d.h. nicht in Duplex aufgesetzt.
Das Korg padKONTROL ist der haupt-controller für drums, ein korg nanoKONTROL1 als mixer und ein korg nanoKONTROL 2 fuer Effekt-Parameter.
Ich habe mir ein song-template gemacht wo jeder Track sends zu reverb- und multitap-delay hat. Die Zeit/Feedback/Filter Parameter kann ich mit dem X/Y pad vom padKontrol steuern.
Ich habe einen desktop und neuerdings noch ein Laptop, beide haben ein audio-Interface mit 4 IOs die wahlweise per patchbay mit nem HD-Rekorder verbunden werden koennen oder mit sonstigen Geräten.
Mit dem Laptop habe ich leider gemerkt dass die CPU schnell in die knie geht wenn ich die Latenz klein einstelle (buffer auf 64 -> ~6ms in Linux Jack Audio).
Im Moment verbinde ich aber einfach vier Ausgänge aus Renoise per Jack Audio mit Reaper und nehme dann jams "inse box" auf.

Ist alles in ständiger Veränderung, k.A. wie lange das Jetzt so bleibt. Ich prokrastiniere leider oft und beschäftige mich zu wenig damit wirklich Musik machen und zu viel mit setup-tüfteln.

Ich arbeite mit samples und synths. Habe auch eine Octatrack und diverse synths, die sind aber nicht statisch verkabelt sondern eigentlich benutze ich immer nur einen oder Zwei gleichzeig.
Was ich in renoise super finde ist dass der sample-rekorder das starten/stoppen quantisieren kann, man kann also x-beliebig lange aufnahmen machen und wenn als flac gespeichert brauchen lange aufnahmen gar nicht mal so viel Speicher.
Mein momentaner lieblings-soft synth ist Surge.

Es gibt noch Features die ich noch nicht so richtig ausgereizt habe wo ich aber Potential sehe, z.B. Phrasen. Damit kann man sicher coole midi-arpeggiator geschichten machen, oder man könnte vtl. ganze tracks/sets in phrasen umwandeln und damit jammen (das triggern lässt sich ja auch quantisieren).

Oder das layern von samples mit komplexen effekt-Ketten und bussen. In der factory library gibts viele inspirierende Ansätze zu erforschen.
Bei den drum-kits sind ja oft Makros definiert wie z.b. Lautstärke der Kick, Snare, hats, Saturation, Filter etc.

Es gibt da auch dieses "Guru" tool mit dem man sich nen sysex-editor für alte synths basteln kann.

Renoise ist sehr umfangreich, es gibt unglaublich viel zu Entdecken.
 
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OldStyleTown

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Gesperrter User
Vielen Dank für eure Erklärungen, das war wirklich sehr interessant.
 
IvoFX

IvoFX

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Hab gestern zum ersten mal gerafft wie der "Mutually exclusive" maYbe-Befehl Y00 (ganz rechts) funktioniert.
Es wird random-mäßig nur eine der noten getriggert, funktioniert aber nur wenn diese auch nen Y-befehl in der "lokalen" Effekt-Zeile haben.
 
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marco93

marco93

Moderator
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Hab gestern zum ersten mal gerafft wie der "Mutually exclusive"-Befehl Y00 (ganz rechts) funktioniert.
Es wird random-mäßig nur eine der noten getriggert, funktioniert aber nur wenn diese auch nen Y-befehl in der "lokalen" Effekt-Zeile haben.
Kommt das nicht von maYbe? U.a damit lassen mit wenigen Zeilen komplette Tracks basteln.
 
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IvoFX

IvoFX

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Genau, daher das Y. Ja, ich denke das ist sehr mächtig und ich werde mal damit herum spielen
 
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marco93

marco93

Moderator
Genau, daher das Y. Ja, ich denke das sehr mächtig und ich werde mal damit herum spielen
Hast du dir mal den Demosong - Neurotix - Nivi V.2.0 angesehen? Gibt's bei alten Renoiseversionen. Total schräg, da komplett ohne samples gemacht.
 
IvoFX

IvoFX

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Nein, muss ich mal schauen. Bei welcher Version war das so ungefähr, nach der Drei nehme ich an?
Obwohl - "ohne samples" rings a bell, nur mit oszillierenden filtern und rauschen gell. Erinnere mich vage.
 
marco93

marco93

Moderator
Nein, muss ich mal schauen. Bei welcher Version war das so ungefähr, nach der Drei nehme ich an?
Obwohl - "ohne samples" rings a bell, nur mit oszillierenden filtern und rauschen gell. Erinnere mich vage.
Ich glaub in 2.8 ist er drin. Ja genau, und am Anfang kam es eine kurze Sektion mit Namen "Initialization" oder so ähnlich.
Hab's angehängt. ... Vorher umbenennen in xrns.
 

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2bit

2bit

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Ich weiß gar nicht, wo ich da anfangen soll. Renoise ist bei mir das zentrale Herzstück, um das ich alles drumherum aufgebaut habe. Witzigerweise mache ich mittlerweile fast gar nichts mehr mit Samples*, sondern Renoise ist hauptsächlich Midi/VST/CV-Sequencer und Mischpult. Aber manchmal mache ich halt auch eher außergewöhnliche Sachen damit:

Letztens hab ich z.B. mal ne 40-Minuten lange Aufnahme vom Vogelgezwitscher am ganz frühen Karfreitagmorgen (keine Kirchenglocken bis Ostern!) durch einen Renoise-Bandpassfilter gejagt, um den ganzen Quark wegzufiltern und anschließend einen krassen Kompressor drauf zu wirken, damit die lauten & nahen Vögel und die leisen und weiter entfernten Piepmatze ein richtig dichtes Konzert veranstalten.

Dazu hab ich zunächst die BPM bis zum Anschlag runter gedreht und dann habe ich die Aufnahme ganz am Anfang des ersten Patterns mit normaler Geschwindigkeit einmal "angeschlagen" und dann einfach so viele leere weitere Patterns nach dem ersten mit Inhalt erzeugt, bis ich ne Gesamtlaufzeit von mehr als der Länge des Audiofiles hatte.

Die ganze Suppe ein mal starten und dann ist es nur noch eine Frage, wie man BP-Filter und Kompressor richtig einstellt. Rendern und danach mit Audacity noch kurz ein Fade-In und Fade-Out gezaubert und als mp3 komprimiert und fertig ist das Ding.
 

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IvoFX

IvoFX

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Noch ein nützlicher tipp falls ihr es noch nicht kennt.
Mit dem "G00" Befehl kann man ein langes sample starten und verhindern dass es beim pattern-neustart von der Note neu getriggert wird.
Von der Wirkung her ist das so ähnlich wie der "one-off" trig bei der Octatrack.
 
marco93

marco93

Moderator
Noch ein nützlicher tipp falls ihr es noch nicht kennt.
Mit dem "G00" Befehl kann man ein langes sample starten und verhindern dass es beim pattern-neustart von der Note neu getriggert wird.
Von der Wirkung her ist das so ähnlich wie der "one-off" trig bei der Octatrack.
Kannte ich noch nicht. Autoseek (im Sampler links) ist auch gut. Damit muß das sample nicht erst durch eine Note getriggert werden. Wenn z.B. das Sample in Pattern 1 gertriggert wird und bis Pattern 10 läuft, dann läuft das Sample mit autoseek, wenn man eder Track von Pattern 5 startet. Mit Midi geht es leider nicht, bei Reaper geht das. Ardour kann es leider auch nicht mit midi.
 
 


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