Reportage von 1989 über das Sampling

Dieses Thema im Forum "Sampler" wurde erstellt von psicolor, 25. Mai 2013.

  1. psicolor

    psicolor Busfahrer und Bademeister

    Die Frisuren :phat:

     
  2. darsho

    darsho verkanntes Genie

    Steve Stevens, ich hab am Boden gelegen vor lachen. Diese haare.
     
  3. Cyborg

    Cyborg aktiviert

    na immerhin haben sich die Frisuren "weiterentwickelt". Eine Hauptsorge weniger :?
     
  4. darsho

    darsho verkanntes Genie

    wobei ich einfach mal sagen muss: außer Samples klauen konnten die ganzen Hiphop-Beatproduzenten zu der Zeit eher wenig.
    Ich höre selber ganz gerne Rapmusik, aber eigentlich erst ab der Zeit, wo das mit dem samplen dann nicht mehr erlaubt war und die Beatproduzenten selber kreativ sein mussten, da kamen dann auch gleich viel besser Beats bei raus.
    Die ganzen HipHop-Samplesachen aus den 80ern finde ich musikalisch größtenteils eher furchtbar.
    Insofern schon auch ein Segen für diese Musikrichtung, dass es irgendwann nicht mehr ohne weiteres erlaubt war, die ganzen Riffs und so etwas einfach abzusamplen.
     
  5. Beziehst Du das auch auf Prince Paul, der in dem Video zu sehen ist?

    Und ab wann war das?
     
  6. Cyborg

    Cyborg aktiviert

    Naja, Loops downloaden ist auch nicht gerade kreativ ;-)
    Aber zum Samplen. Ich kann mich noch an eine Musikmesse erinnern auf der Octave Plateau einen der ersten Sampler vorführte. Das Teil war beeindruckend und konnte maximal 11 Sekunden samplen. Preislich lag das Wunderding irgendwo um die 11.000 DM.
    Vielleicht war es der hier:
    http://www.retrosynth.com/docs/v8/v8_review.pdf
    Sampler sind früher wirklich sehr teuer gewesen, für meinen GEBRAUCHT gekauften AKAI S-900 habe ich 1988 3000 DM hinblättern müssen...und das war ein Schnäppchen.
    Erste Versuche mit Sampling unternahm ich mit meinem APPLE ][ Nachbau. Dort wurde per Software das Signal, welches man in den Cassetten-Port schickte (das war ursprünglich zur Datenübertragung gedacht weil es keine Disketten oder ähnliches gab). das Programm legte das gesampelte Stück im Speicher ab und so etwa 20 Sekunden waren "drin". Allerdings in einer Qualität bei der man gerade das Musikstück erkennen konnte. (so etwa wie der Sprechfunk der ersten Mondmission, nur noch kratziger)
     
  7. darsho

    darsho verkanntes Genie

    Prinz Paul kenne ich nicht. In dem Video war aber kein einziges Stück zu hören, was ich gut fand, sorry.

    na so ab Anfang/Mitte der 90er wenn ich mich recht erinnere wurde das fast unmöglich mit dem wilden Sampling durchzukommen.
    Müsste man nachgucken können, wann die ganzen 'legal battles' losgingen.
    Hier z.B.:
    http://www.stayfreemagazine.org/archive ... enemy.html

    ich hab ja selber viel gesampelt damals ANfang der 90er, aber nur Drums und Filmzitate, das ging noch ne Weile länger gut, Drums würde auch heute noch gehen, aber gibt's eh wie Sand am Meer für umsonst.

    Aber zu meiner These stehe ich: Wenn das mit dem samplen von musikalischen Phrasen nicht irgendwann nur noch vor Gericht geendet hätte, hätten sich viele HipHop-Beatproduzenten nicht weiterentwickeln müssen. Ich find es insofern im nachhinein gut, weil ich halt die Rapmusik, die ab ca. Mitter der 90ern vermehrt selber komponiert wurde, viel geiler finde als das Sampling-Zeug aus den 80ern.
    Wenn mich mein Kumpel Micha besucht, spielt er mir immer die ganzen aktuellen HipHop Sachen vor, die gerade auf dem Markt sind, und da hab ich vor so einigen Beatproduzenten fettesten Respekt, gibt richtig gute Beats heute, auch wenn ich die Raps teilweise albern finde, gerade im deutschen Bereich, der ja doch textlich ziemlich in der Gosse gelandet ist in weiten Bereichen. Aber die Beats gehen ab.

    Für jemand, der das Sampling-Zeug der 80er liebt, ist das natürlich genau andersrum ;-)
     
  8. serge

    serge ||

    Octave Plateau hat nie einen Sampler kommerziell vertrieben, das von Dir beschriebene Instrument ist bzw. war der achtstimmige analoge subtraktive Synthesizer Voyetra-8 mit der separaten anschlagsdynamischen Tastatur VPK-5.
     
  9. PySeq

    PySeq eingearbeitet

    Also, Rap/HipHop ist nun überhaupt nicht meins, ich wünschte, ich müßte den Kram nicht seit den '80ern ertragen, aber mal interessehalber, wie findest Du das so, kanntest Du den?
     
  10. Moogulator

    Moogulator Admin

  11. Anonymous

    Anonymous Guest

    Cool , hast du da noch ein Soundbeispiel vieleicht von früher oder kannste sowas nochma machen und uns hier Präsentieren ?
    Würde gern hören wie sich das anhört.
     
  12. PySeq

    PySeq eingearbeitet

    Na, ich nehme mal an, ungefähr wie Sampling auf'm C64 (auch 8-Bit), etwa bei "Space Taxi" - "Hey Taxi", "Up Please": Gruselig!
     
  13. Michael Burman

    Michael Burman ★★★★★★★★★

    Was war der erste 16 bit / 44,1 kHz Stereo-Sampler?...
     
  14. Anonymous

    Anonymous Guest

    meine Vermutung war der Akai S1000 , das war einer der ersten...
     
  15. Anonymous

    Anonymous Guest

    Synclavier
     
  16. swissdoc

    swissdoc back on duty

    Es ist ja ein verbreiteter Irrtum, dass der C64 8-Bit Sound erzeugt. Genau wie typischerweise bei Chiptunes aus der Homecomputer-Zeit von 8-Bit Sound gesprochen wird. Es ist zwar korrekt, dass die meisten CPUs 8-Bit breite Busse hatten, aber das sagt nicht direkt etwas über die erzeugten Sounds aus, die beim C64 z.B. aus dem SID Chip kommen, der einen DCO Synth mit analogem Filter enthält. Die Waveforms haben mehr als 8-Bit Auflösung.

    Zum Sampleplayback mit dem SID gib es einen interessanten Artikel: http://sid.kubarth.com/articles/the_c64_digi.txt

    Mit dem Volume Register im SID bekommt man direkt ein 4-Bit Playback, die maximale Sampling Rate hängt wohl vom Code ab, im Text ist ein Wert von 7.4 kHz angegeben.
    Damit werden die Spiele in etwa gearbeitet haben.

    Man kann aber auch PWM basiert Sounds ausgeben, allerdings braucht man dafür mehr CPU Power, den man mit der SuperCPU bekommen konnte (http://de.wikipedia.org/wiki/SuperCPU).
    Damit kommt man dann auf 7-Bit und ca. 16 kHz.
     
  17. Moogulator

    Moogulator Admin

    davor gab es noch einige mehr: Mirage, Emulator Serie, Synclavier, und Akai selbst hatte vorher den S612 und S900, S950 und X7000 etc.. Und der Vater - wie Dirk schon sagt. Das Fairlight-Teil hatte 0,5 Sek Samplezeit pro Samples in Serie 1, das war zu Beginn auch bei anderen Samplern sehr knapp. Aber so vollständig mit Sequencer und Timeline und alles, das ist das Besondere beim Fairlight. Bei den anderen ging das bezahlbar mit dem Mirage und dem S612 los. Davor "bezahlbar" für Studios und so weiter (also 28000DM oder sowas) für Emulator I und II.
     
  18. serge

    serge ||

    Die Frage war aber, welcher der erste Sampler mit CD-Qualität (16 Bit / 44.1 kHz) war.

    Da scheiden der ursprüngliche Emulator und der Emulator II (beide 8 Bit) ebenso aus wie der Ensoniq Mirage (ebenfalls 8 Bit) und Akai S-612/X-7000/S-900/S-950 (allesamt 12 Bit).
     
  19. serge

    serge ||

  20. Michael Burman

    Michael Burman ★★★★★★★★★

    Aber es ist schon ein krasser Unterschied, was ein Synclavier mit 16 bit Sampling Mitte 80er gekostet hat, und der S1000 Ende 80er, wenn man allein aufs Sampling absieht, denn Synclavier konnte noch etwas mehr in Richtung Synthese, und offenbar auch HDR.

    Was hat der S1000 bei Erscheinung übrigens gekostet?... :roll:
     
  21. Anonymous

    Anonymous Guest

    Im Jahr 1985 brachte NED eine Erweiterung für das Synclavier II auf den Markt, die echtes 32-stimmiges Stereo-Sampling mit 100 kHz bei 16 Bit ermöglichte.
    Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Synclavier

    The Emulator III was introduced after the discontinuation of the Emulator II in 1987, and was manufactured until 1990. A rack-mountable version was introduced in 1988.
    Quelle: http://en.wikipedia.org/wiki/Emulator_I ... ulator_III


    The Akai S1000 is a 16-bit professional stereo digital sampler, released by Akai in 1988.
    Quelle: http://en.wikipedia.org/wiki/Akai_S1000
     
  22. serge

    serge ||

    Stereo-Sampling in CD-Qualität (oder besser mit Sample-Rates >44.1 kHz) gab's erstmals 1984 mit dem Synclavier PSMT (250.000 DM), dann aber 1985 auch mit dem Fairlight CMI Serie III (100.000 DM).

    "Beschränkt" auf Stereo-CD-Qualität rückte es mit dem Emulator III 1988 zumindest in Reichweite (um die 20.000 DM),
    aber erst mit dem Akai S-1000 wurde es für jeden wirklich ernsthaft Interessierten erschwinglich (um die 9000 DM).

    Der Casio FZ-1 von 1987 war zwar auch 16-Bit-fähig, die Sample-Rate reichte aber nur bis 36 kHz, dazu war das Ding mono und soll auch alles andere als verfärbungsfrei geklungen haben (vgl. http://www.amazona.de/green-box-sam...hohner-hs1-hohner-hs1e-casio-fz20m-sampler/4/).

    Die Preisangaben stammen aus der Erinnerung, also bitte mit großer Vorsicht geniessen! Beim Synclavier kann ich mich nur finster an einen ganz kurzen Artikel in der deutschen Keyboards erinnern, in dem ein Preis in o.e. Größenordnung gestanden haben könnte (man merkt's an der Formulierung, wie unsicher ich mir da bin). Das Synclavier gab's ja zudem in verschiedensten Ausbaustufen, Sampling war eine von vielen Optionen. An den Preis ds FZ-1 kann ich mich nicht mehr erinnern, o.e. Link schreibt von unter 5.000 DM.

    Vielleicht kann Schnuffi hier helfen?
     
  23. serge

    serge ||

  24. Anonymous

    Anonymous Guest

    EIII ca. 27.000
    S1000 ca. 11.000
    Preise in DM inkl. MwSt

    Synclavier hat mich nicht interessiert, da der Hersteller eine Handelsspanne von 7% anbot. Lächerlich, wenn man das Vorführgerät finanzieren muss und Kunden einen 24-Std.-Service vor Ort in ganz Deutschland erwarten. Die Fahrbahn ist ein graues Band, weiße Streifen, grüner Rand.
     
  25. serge

    serge ||

    Das hier freut mich immer wieder:
    "The first digital sampler was the EMS Musys system, developed by Peter Grogono (software), David Cockerell (hardware and interfacing) and Peter Zinovieff (system design and operation) at their London (Putney) Studio c. 1969. The system ran on two mini-computers, Digital Equipment’s PDP-8s. These had 12,000 (12k) bytes of read-only memory, backed up by a hard drive of 32k and by tape storage (DecTape). EMS equipment was used to control the world's first digital studio."
    (http://en.wikipedia.org/wiki/Sampler_(musical_instrument))

    Wenn ich "Analog Days"
    (http://www.amazon.de/Analog-Days-Invent ... nalog+days)
    richtig in Erinnerung habe, hat es Peter Zinovieff geschafft, seine Gattin zum Verkauf eines Familienerbstücks (wohl ein Diadem) zu überreden, damit er sich die beiden PDP-8 leisten konnte. Möchte wissen, wie er das gemacht hat. Gehalten hat die Ehe allerdings nicht.
     
  26. serge

    serge ||

    Irgendwo – ich weiss wirklich nicht mehr, wo ich's gelesen habe – fand sich die (passende) Bemerkung, dass der EMS VCS3 letztlich nur gebaut & verkauft wurde, um Kohle für Zinovieffs Hybridstudio herbei zu schaffen.
     
  27. sushiluv

    sushiluv eingearbeitet

    ich hab vor ein paar wochen einen emu sampler für einen apfel und ein ei bekommen, gott segne die virtuellen synths & instrumente, solange dabei sowas rauskommt. :)
     
  28. Hatte der Fairlight III anno 84/85 nicht auch 16 BIT bei 100kHz (mono)?
     
  29. serge

    serge ||

    Ja, s.o.
     
  30. mookie

    mookie B Nutzer

    S1000 hat 11.000 DM gekostet? Das ist ja Wahnsinn, hätte maximal die Hälfte gedacht.
     

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