Roland Juno 106 Voice Chip

Dieses Thema im Forum "Analog" wurde erstellt von Fluxus Anais, 27. September 2011.

  1. Weiß jemand, wo man die 80017A Voice Chips für den Juno 106 findet?
    Mir würde einer genügen, notfalls auch ein Original.
    Bei http://analoguerenaissance.com sind sie leider ausverkauft. :cry:

    Hat jemand vielleicht schon mal seine Chips geliftet/repariert. In einem Forum las ich, dass dies prinzipiell möglich sei.
     
  2. Das Acetonbad funktioniert ganz gut:



    Ist halt ne drecks Fummelarbeit und du musst gut aufpassen, nichts zu beschädigen.
    Auch das Aus- und Einlöten vom 80017a ist eine wahre Freude. ;-)
    Beim Zurückbauen schafft ein Inline-Pinsockel etwas Abhilfe.

    Dank dieser Methode habe ich meinen MKS30 wieder fit bekommen.
    Da hat eine Stimme leichtes Knistern verursacht, sobald das Gerät etwas wärmer wurde.
    Bei Totalausfall einer Stimme sinken wohl die Erfolgschancen.
     
  3. citric acid

    citric acid eingearbeitet

    ebay und tbs haben die clones und die sind top :)
     
  4. Schönes Video.
    Sehr liebevoll, wie der Protagonist den Chip schält.

    Wo kriegt man den Aceton und Skalpell?
    Reicht es, einfach den Chip zu schälen und wieder einzubauen?
    Ist das Ein- und Auslöten auch für Ungeübte machbar?

    Ich glaub, ich probiere das aus, kaputtmachen kann man ja nichts (mehr).

    Wußte gar nicht, dass der MKS-30/JX-3P auch Probleme mit den Chips hat.
    Meine Voice zickt nur, wenn der Juno warm wird, sonst funktioniert alles seltsamerweise.
     
  5. Baumarkt, Apotheke, Google

    Ja.

    Entweder hat sich das Harz über die Jahre so verändert, dass es zumindest partiell leitend wurde oder
    irgendwas stimmt mit der Temperaturleitfähigkeit nicht mehr. Meine Theorien - genau kann ich es leider nicht sagen.

    Etwas kaputt machen kann man natürlich immer, wenn man sich nur ausreichend dumm anstellt. ;-)
    Mit etwas handwerklichem Geschick ist es aber zu machen. Man sollte nur nicht zu lange am Board rumbraten.

    Der JX-3P bleibt von der Sache verschont. Dort wurde zwar der gleiche Filterchip (IR3109) verbaut,
    jedoch in einem größeren Gehäuse und nicht zusammen mit zwei VCA's im Harzmantel.
     
  6. Die Aceton-Dämpfe würde ich mir wegen eines Synths nicht antun, dann eher einen Huni mehr investieren, auch wenn es weh tut - Aceton kann später aber mehr "weh" tun! frei nach SNAP: "....is like cancer..."
     
  7. mm303

    mm303 -

    war bei meinem 106er auch so..

    2 Stimmen waren defekt. eine Stimme konnte ich mit der Aceton-Methode (Baumarkt) retten, die andere habe ich mit dem Ersatz-Modul gefixt. Die Module sind wirklich klasse, trotz dass da die original Roland ICs nicht drauf sind klingen die so gut, dass ich beim besten Willen und genauestem Hinhören keinen Unterschied zwischen den anderen Stimmen erkennen konnte.
     
  8. Feldrauschen

    Feldrauschen aktiviert

    ist wirklich super dass es die ersatzstimmmodule gibt, habe auch gehört dass die sehr gut sind, bin momentan bei meinem2 ten juno 106

    und hatte noch nie kaputte stimm ic s, es waren ja mit die ersten smd platinen die roland verbaute.... weiss jemand ob die früheren juno 106serien anfälliger waren??
     
  9. Ich habe mir jetzt einen 80017A Chip bei TBS bestellt, die Aceton-Methode behalte ich mir vor, mit dem ausgetauschten IC auszuprobieren.

    Jeroen von http://www.analoguerenaissance.com ist derzeit am Entwickeln neuer Chipse:

    " Hi,

    I am out of stock at the moment.
    However, a new, again improved version is being made at the moment.
    Lead time is about 6-8 weeks.

    Best regards,

    Jeroen "
     
  10. Irgendeiner der Elektronik-Gurus auf der SDIY-Mailliste (ich glaube Tony Allgood von Oakleysound) hat das mal erklärt, aber ich finds im SDIY-Archiv grade nicht: Dieses Harz ist wohl partiell hydrophil und zieht, wenn es austrocken Wasser in Mikroporen. In diesem Wasser wiederum lösen sich wohl ionische Bestandteile aus dem Harz, sodass die Feuchtigkeit leitend wird. Insofern ist Deine erste These korrekt. Er hat auch mal versucht so ein paar Chips im Exsikkator trocken zulegen, war aber nur teilweise erfolgreich. Die Aceton Methode scheint aber eine sehr hohe Erfolgsquote zu haben. Es ist wohl auch so, dass es sich nach einem ersten zweitägigen Einweichvorgang, erst mal die Hülle zu entfernen, dann nochmals ein oder zwei Tage einzuweichen, und dann die Rückstände aus den Zwischenräumen zwischen den Pins der der SMD-ICs herauszu"pulen".
     
  11. CR

    CR aktiviert

    Bei mir war bei den Ersatz-Chips der Noise viel lauter als bei den Originalen .. und für diese komplizierte "Adjustment-Procedure" bin ich zu blöd.
     
  12. Oh, tut mir leid.
    Was hast du dann gemacht?
     
  13. CR

    CR aktiviert

    bei niedrigem noise-level gehts ... ich benutze einfach keine sounds mit viel noise. irgendwann muss ich doch mal das adjustment machen, aber bis jetzt saß ich immer nur frustriert vor der anleitung und hab nix kapiert.
     
  14. Ein kleiner Nachtrag, der Thread kann dann geschlossen werden:

    Das Ein- und Auslöten des Voice-Chips Nr. 5 gestaltete sich äußerst schwierig, da die ausgestanzten Löcher zu klein für den Ersatzchip sind.
    Zudem ist die Platine doppelseitig mit flohhaardünnen Leiterbahnen versehen. Die Chips sind sehr fest in der Platine versenkt.
    Beim Herausnehmen des Chips kann es daher leicht passieren, dass er bricht oder dass eine Leiterbahn mit abgezogen wird.

    Ich rate dringend, den Ein- und Ausbau eines Voice-Chips in einem Fachbetrieb vornehmen zu lassen!

    Die anschließende Kalibrierung des Chips ist sehr zeitaufwendig, da manche Prozeduren zweimal gemacht werden müssen und für einige Kalibrierungen die Fader anders eingestellt werden müssen.

    Ich musste feststellen, dass nach Voice-Chip Einbau und erfolgter Kalibrierung es zu einigen Auffälligkeiten gekommen ist:
    1. In manchen Presets klingen alle Stimmen gleich.
    2. In manchen Presets klingen Stimme 5+6 unterschiedlich als der Rest, als ob eine andere Wellenform gewählt wäre.
    3. In manchen Presets erklingen Stimme 5+6 überhaupt nicht. :cry:

    Ich kann mir das nur so erklären, das
    a) Stimme 5+6 unbeabsichtigt beschädigt wurde durchs Einlöten oder unbeabsichtigtes Kurzschließen.
    b) es noch eine im Service Manual nicht aufgeführte Kalbrierung der Wellenformen gibt.
    c) es eines Resets der Chips bedarf (weiß jemand Rat?)

    Zu guter Letzt ein kleiner Rat für 106-Besitzer mit defekter Stimme:
    Im Modus Poly 2 nimmt sich der Juno nur soviel Stimmen, wie für die Polyphonie gerade gebraucht werden, er beginnt dabei immer mit Stimme 1, so dass u.U. eine defekte Stimme 6 nicht auffällt. Man kann den Juno in dem Modus quasi auf fünf Töpfen laufen lassen (bei bedächtigem Einsatz der Stimmenzahl).
     
  15. Rolo

    Rolo sinewavesurfer

    guter tipp :supi:
    funktioniert bei meinem der seit neusten rumzickt.
    Ist also die Stimme 6 kaputt? Kann man das in dem Fall mit 100%iger Gewissheit sagen?
    Ich habe "damals" von "touched by Sound" diesen clone 80017A gekauft und müsste wissen
    wo ich den reinlöten müsste.
    Bei meinem Juno106 ist es so dass bei einigen Tasten in einer Octave der Sound entweder
    etwas dünner ist oder verstimmt erklingt...
     
  16. swissdoc

    swissdoc back on duty

    Your best friends are:

    Youtube mit jeder Menge Vids zum Thema
    http://www.retrosound.de/junoservice.htm
    Das "juno 106 service manual"
    http://www.analoguerenaissance.com/ (leider nicht erreichbar zur Zeit)

    Im Test Mode zeigt das Display die gerade gespielte Voice an, siehe z.B. hier: http://www.youtube.com/watch?v=Vrg12gCTwcE
    Auf dem Board sind die Voices dann sortiert und auch bezeichnet, sonst hilft das Service Manual.

    Hier ist auch die Analogue Renaissance Seite noch zu sehen:
    http://web.archive.org/web/201204070700 ... m/JUNOTEST
     
  17. Rolo

    Rolo sinewavesurfer

    Danke Swissdoc ,sehr nett..
    Ich musss allerdings nochmal kurz nachhaken um nicht
    völligst zu versacken ohne was zu finden.
    Wie kann man herausfinden welche Stimme des Juno
    einen Schaden hat?
    Kann mir das jemand beantworten?
     
  18. swissdoc

    swissdoc back on duty

  19. Rolo

    Rolo sinewavesurfer

    oh...sorry :selfhammer: bin etwas genervt momentan

    also Danke.


    Ich werde dann doch nicht den clone einbauen sondern

    die Acetone Methode anwenden.Scheint gar nicht soo der Akt zu sein.

    Wie man den Burschen auslötet wird bei YT ja auch gut beschrieben.
     
  20. Rolo

    Rolo sinewavesurfer

    Aha , die Stimme 5 ist Schuld.

    Stimme 5 ertönt in anderer Tonlage!!

    Bizarr ist dass Stimme 5 auch dann ertönt wenn ich alle

    Waveforms deaktiviert habe :-|
     
  21. swissdoc

    swissdoc back on duty

    Na ja, da dreht halt der VCF/VCA Chip durch, unter anderem kann der Filter dann auch mit runtergedrehter Resonanz lospfeifen.
    Versuch es mit dem Aceton, ich hatte bei einem Chip (im MKS30) damit Erfolg, bei 2 defekten Chips im 106 hatte es nichts geholfen.
    Dort habe ich dann 2x Ersatz besorgt und die noch funktionieren Chips mit Aceton von dem Harz befreit. Mal schauen, wie lange das nun hält.

    Auslöten mit Lötsaugpumpe geht, aber es hilft, wenn man weiss, was man so tut. Evtl. einen Sockel einbauen, denn wenn der Aceton-Trick nicht auf Anhieb
    funktioniert bist Du schnell am Ein- und Auslöten im Akkord.

    Du kannst auch Stimme 6 mit Stimme 5 tauschen und dann immer im Poly Mode 2 arbeiten. Dann wird der 106 zum 105, aber es hat nichts gekostet...
     
  22. Rolo

    Rolo sinewavesurfer

    :supi:
    Sockel wäre Sinnvoll doch woher nehmen ,wenn nicht stehlen?
     
  23. Rolo

    Rolo sinewavesurfer

     
  24. swissdoc

    swissdoc back on duty

    Nun ja, bei Dir äussert sich der Defekt eben genau so. Der VCA schliesst nicht mehr und der Filter ist wohl in ständiger Selbstoszillation. Ist aber auch eigentlich völlig egal. Löte den Chip von Stimme 5 aus, ab ins Acetonbad für 24 Stunden oder auch mehr und dann das Resin abpulen. Dann wieder einbauen. Wenn es dann wieder geht ist gut, wenn nicht dann einen Ersatz-Chip besorgen.
     
  25. Andere Tonhöhe???? Das kann nicht sein. Meinst Du andere Filtereinstellung. Oder ?

    Bei dem Defekt schaltet das VCA quasi auf Durchgang.
     
  26. Rolo

    Rolo sinewavesurfer

    Ne,ne es ist wirklich so dass Stimme 5 einfach nur exakt eine Oktave tiefer ertönt..
    im testmodus
     
  27. swissdoc

    swissdoc back on duty

    Hier hilft nur noch Systematik.

    Geh die Anleitung Schritt für Schritt durch http://web.archive.org/web/201204070700 ... m/JUNOTEST
    und beschreibe jeweils, was passiert.

    Beim #NOISE TEST sollte alles funktionieren, beim #WAVE FORM TEST müsste dann bis auf die Oktavierung von Stimme 5 alles i.O. sein, beim #FILTER TEST sollte wieder alles i.O. sein.
    Vermutung wäre nun, dass entweder der Waveform Chip von Stimme 5 und 6 defekt ist (wenn ich es recht erinnere, so sind die paarweise angeordnet), oder aber ein Teiler in der Ansteuerung des DCOs ist defekt. Das ist jetzt aber reine Vermutung, habe den Schaltplan nicht konsultiert. Ich habe auch noch nie von einem solchen Problem beim 106 gehört.
     
  28. Aaah, das ist einfach: da ist aller wahrscheinlichkeit nach der MC5534 kaputt. Nur sehr unwahrscheinlich, dass der 4052 davor einen Hau hat (und dann müsste man zumindest wohl ein dünnes Knattern hören).
    Besorg Dir als Ersatz einen D5534 von analogue renaissance (http://www.analoguerenaissance.com/D5534A/).

    Florian
     
  29. Rolo

    Rolo sinewavesurfer

    Oh da hab ich jetzt Glück das es scheinbar offensichtlich dieser Chip ist.
    Gut dass ich mit der Aceton Session noch nicht angefangen hatte.
    Da hätte ich dann bestimmt gut aus der Wäsche geguckt wenns nicht
    von Erfolg gekrönt gewesen wäre :lol:
    Ich hab gleich mal ne Order an analoguerenaissance geschrieben.
    Danke Florian :supi: ..ich berichte dann mal wenn ich ihn eingebaut habe.
     
  30. Hmmm, tausch doch erstmal den chip mit dem von zwei anderen Stimmen. Damit Du sicher sagen kannst, dass der Defekt mitwandert.
     

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