schräger ton auf der philicorda 751...

Dieses Thema im Forum "Lötkunst" wurde erstellt von keyzz, 11. März 2015.

  1. keyzz

    keyzz Tach

    ... Ein einziger ton trennt mich vom großen Glück, meine analoge Philips Orgel zum rocken zu bringen, wie sie s verlangt.Ich hab sie aufgeschraubt, ausgesaugt, gestimmt und wieder zusammengebaut. Und nun das: ein einzelnes tönchen, verweigert seinen Dienst und klingt stark dissonant. Immerhin es klingt ....: Statt einem reinen "g", tönt zusätzlich eine zweite note(ein oktaviertes fis glaub ich). Es ist das zweite "g" von oben(im 2''fussRegister). Alle anderen Noten funktionieren einwandfrei...
    Hat jemand von euch Erfahrungen mit derlei unstimmigkeiten auf so einem röhren-dinosaurier ? Mein praktisches elektrotechnisches wissen endet leider spätestens da, wo Schaltpläne beginnen.. Also für einen Rat eurerseits, wäre ich sehr dankbar!..
    Gruss,
    wolfgang
     
  2. tulle

    tulle bin angekommen

    Das ist eine klassische Frequenzteilerorgel. Du hast je einen Hauptoszillator für 12 Stimmen der dann für die drunterliegenden Oktaven runtergeteilt wird. Der Hauptoszillator für das 'G' ist die B101a -Triode. Es wird dann mit den B102...B107-Dioden runtergeteilt. Und bei diesen B sitzt dein Problem. Vermutlich steckt eine nicht ordentlich im Sockel nach deiner Aussaugaktion.
    Servicemanual hast du wohl, ansonsten hier: http://egrefin.free.fr/images/Philicord ... aGM751.pdf

    Dort hast du auf Seite 6 einen Lageplan für die Röhren. B102-B107 sind dort g3-G
    hth,
    Michael
     
  3. JuergenPB

    JuergenPB Tach

    Hallo Wolfgang,

    Die GM751 gab es in zwei Ausführungen
    1. die alte Ausführung mit Frequenzteilung per Glimmlampen
    2. die neuere Ausführung mit Frequenzteilung per Transistor-Flip-Flops, wie es auch bei der GM752 gemacht wurde. Die Treppenspannung/Sägezahn wurde hinterher durch Summenbildung erzeugt.

    Zuerst wäre es also gut zu wissen, welchen Typ Du hast.


    Zum Glimmlampentyp (wie im verlinkten Schaltplan):

    Die Frequenzteilung erfolgt über Glimmlämpchen. Beim Ton G sind das B102…B107.
    Diese sind, anders als mein Vorredner meint, nicht gesockelt, sondern normalerweise fest verlötet (wer sockelt auch schon Glimmlämpchen?).

    Das Teilerprinzip ist eigentlich recht einfach. Die Kondensatoren laden sich auf, und wenn die Zündspannung an dem Glimmlämpchens erreicht ist, schaltet dieses durch. So entsteht der für die Tonformung notwendige Spannungsverlauf in Form eines ansteigenden Sägezahns.

    Das ganze Prinzip ist recht robust und fehlertolerant. Wenn ein Glimmlämpchen defekt ist, fällt der Ton und alle darunter liegenden Oktaven des gleichen Tons aus. Normalerweise braucht man nichts abzugleichen und die Teilung erfolgt 1:2. Wenn die Werte der Kondensatoren ganz aus dem Ruder laufen können ggf. auch ganzzahlige Teilungen entstehen (1/3 - also Quinten). Bei einem G halte ich ein Fis als Falschton für recht unwahrscheinlich.

    Wenn man wissen will, wo genau der Fehler liegt, hilft es wenig auf der Tastatur herumzudrücken. Was man da hört ist ja schon wieder durch Filter gelaufen etc.
    Man muß an Ausgängen der Teilerstufen messen (mit Oszi) oder die Töne dort abhören. So findet man recht leicht, die defekte Teilerstufe. Dort dann zuerst mal optisch prüfen, ob alle Lötstellen in Ordnung sind und gegebenenfalls defekte Lötstellen nachlöten. Auch die Bauteile sollte man sich erstmal ansehen, ob da was „verkokelt“ aussieht.
    Dann als erstes die Diode (nicht Glimmlämpchen) prüfen. Das müßte man m.E. auch im eingebauten Zustand mit dem Diodentester des Multimeters machbar sein.
    Ich habe es zwar noch nicht live gesehen, aber normalerweise müßten die Glimmlämpchen im eingeschalteten Zustand der Orgel glimmen. Tut eines dies nicht, ist es defekt. Glimmlämpchen sind, wenn ich es richtig im Kopf habe vom Typ ZA1001.

    Sollte der entstehende Ton in Ordnung sein, dann muß man weiter gucken, ob an den nachfolgenden Elektronik was nicht in Ordnung ist. Wenn allerdings nur ein Ton betroffen ist, ist das eher unwahrscheinlich.



    EDIT/NACHTRAG

    Die Serviceunterlagen von der 751 mit Transistoren habe ich auch. Die Frequenzteilung erfolgt durch einfache Flip-Flops, die aus zwei NPN-Transistoren vom Typ BF195 (20V, 30mA) gebildet werden. Sollte da einer defekt sein, bekommt man recht leicht Ersatz (z.B. bei Kessler).

    Hier ein Scan des relevanten Ausschnitts (oben die Teilerkaskade für G und darunter ein einzelner Flip-Flop).
     

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