Spliff "Damals" - Leadsound vom Jupiter 8

Dieses Thema im Forum "Sound / Tutorials" wurde erstellt von moogist, 18. Dezember 2007.

  1. moogist

    moogist engagiert

    Ich bin ein Fan von Reinhold Heils Soundprogramming. Auf dem Stück "Damals" von der Spliff-Platte 85555 benutzt er einen Jupiter 8, um einen Leadsound zu erzeugen, der fast wie ein Katzendarm klingt. Ich hab ihn mal gefragt, wie er das gemacht hat. Seine Antwort: "Der Lead Sound benutzt Oscillator Sync für ein emuliertes Feedback, mit langer, invertierter Hüllkurve, damit das Feedback erst spät einsetzt."

    Frage an Euch: Mit welchem anderen - erschwinglicheren und möglicherweise aktuelleren - Synthesizer könnte man diesen Sound nachbauen?

    Gruß,
    moogist
     
  2. Tax-5

    Tax-5 recht aktiv

    Würde mal sagen: Roland JP8000
    Aber an den Jupiter 8 Sound kommst du damit nicht ran...

    Glaubs mir :roll:
     
  3. Anonymous

    Anonymous Guest

    Beim JP8 ist das Seidige auch beim Sync zu hören, das kriegt man in der Tat mit anderen Synths nicht so leicht hin. Ganz genauso jedenfalls nicht.

    Die Vorlage von Reinhold Heils "Damals" kann man jetzt natürlich versuchen, sklavisch nachzubauen, oder das zu lassen und lieber das Prinzip dahinter auf der Basis eigener Möglichkeiten neu erstellen. Seine Detailerklärung mit dem beabsichtigen Feedback hilft dabei. Wenn man es mit Sync machen will, dann kann der Andromeda oder der Pro12, auch ein Prophet 600, sowas schon. Es wird etwas anders klingen, aber das kann man ja mit genialen Leadlines wettmachen :D

    Das Feedback geht aber auch anders. Man nimmt einen oder zwei Oszillatoren für den Leadsound mit direkter Ansprache, und einen weiteren Oszillator, der um eine Oktave höher gestimmt ist und gibt dem eine ziemlich spät einschwingende Attackphase. So klappt das sogar mit samplebasierten Synths. Wenn man einen passablen Sampleplayer nimmt, dann lädt man sich ein Jupiter 6 oder Jupiter 8 Sync Multisample und baut das so in etwa zusammen. Wenn die lange Syncphase nicht stimmt, dann geht das eventuell mit einem gestretchten Sample, solange das Ergebnis nicht zu zerklüftet klingt. Man kann sich den Oszillator mit dem Feedback-Effekt auch auf´s Wheel oder Aftertouch legen und je nach Bedarf abrufen.
     
  4. Moogulator

    Moogulator Admin

    denke, das dürfte auch mit anderen Synthesizern gehen, hier ist der Klang des Sync interessant, funktionell kriegt man den schon abgebildet, ansonsten gäbe es ja noch den Jupiter 8V von Arturia.

    Du brauchst aber in jedem Falle einen Synthesizer, der Sync kann und gut ist auch Xmod oder FM, oder via FX..
     
  5. moogist

    moogist engagiert

    Danke für die Tipps!!!

    @kpr:
    Sehr gute Idee. Hab das mal auf meinem Minimoog (der ja kein Sync hat) nachgebaut: 2 Oscis machen den Grundsound. Den dritten habe ich eine Fusslage höher und auf Quinte gestimmt. Den hab ich dann mit der Hand eingeblendet. Das klingt schon ganz gut. In den nächsten Tag werde ich das ganze einmal sampeln und entsprechend programmieren, dass ich mir das Einblenden mit der Hand sparen kann...

    Ich habe den Sound einmal mit meinem Waldorf Microwave nachgebaut. Da gibt es Sync-Wellenformen. Durch diesen Wellensatz "fahre" ich dann einfach langsam durch. Leider klingt der Microwave - benutzt man ihn für dererlei Sounds - nicht annähernd so gut wie der Jupiter 8.

    Interessant finde ich Eure Äußerungen, dass ein derart "seidiges" Sync nur der Jupiter 8 hinbekommt. Demnach wäre - wie ich kurzzeitig gedacht habe - ein JX3P oder JX8P wohl auch keine echte Alternative...
     
  6. Moogulator

    Moogulator Admin

    Naja, die Wavetables sind natürlich eher eine Notlösung, aber kann man auch machen.

    Die JX'e sind sehr sehr vorsichtig skaliert, dh: Sie klingen beide relativ zahm, sie klingen typisch Roland aber nicht wie ein Jupiter 8 / MKS80, aber funktionell gecloned müsste auch reichen, oder? Die JX'e gibts nämlich sehr billig.

    Ansonsten sind gute Analoge auch mit Sync ausgestattet, mit denen ist sowas dann schon auch machbar. <a href=http://www.sequencer.de/syns/arp>ARP</a> Odyssey zB oder die dazu passende ASB Klangbox wäre sowas. Das "mittige" des Jupiter ist halt so sein Sound, aber andere machen das auch ausreichend gut.

    Es gibt also auch aktuelle Synthesizer, die das können und nur für einen Sound kauft man sich idR eh keinen ganzen Synthesizer, da ist das Ersetzen durch andere vorhandene wirtschaftlicher, wenn du aber auf den Sounds generell stehst: Naja, dann vielleicht doch mal einen der älteren Rolands anschaffen. Der Jp8 ist allerdings einer der most unverschämt gehandelten Teile.
     
  7. Anonymous

    Anonymous Guest

    Korrekt. JP8 Sync ist schon gemein gut, der hat dieses Teure an sich. Im Grunde geht das auf verschiedenen Wegen, auch mit Vector Synths oder Morphing. Oder FM auch! Selbst mit einem Vintage Phaser oder Flanger Plug in sehr langsamer Geschwindigkeit, es geht ja um diesen Pheeew-Effekt und dann eben das verzögerte Feedback. Man muss auch sehen, dass Reinhold Heil da noch dick Effekt drauf hat, müsste mal raushören, aber ich glaube es ist Delay, weniger Reverb. Wobei genau den typischen Roland Sync der JX3P gar nicht schlecht kann!

    Also ich hatte mich schon viel mit dieser Art Leadsound befasst und besonders witzig sind dann die Resultate, die eigentlich gar nicht wie das Vorbild sind, sondern was anderes und auch sehr Cooles an sich haben. Weil ich ja auch so´n Jaddler bin, habe ich da gleich mehrere auf jedem Synth, auch JD800. Nen leichten Distortion Effekt nehmen ist auch gut.

    Auf dem A6 habe ich einen "Supersync" genannt, der hat eine relativ langgezogene Syncphase, könnte man noch mittels Pre Filter OSC Sine das nötige per Envelope modulierte Feedback verpassen. Muss ich mal ausprobieren, gefällt mir die Idee :D
     
  8. moogist

    moogist engagiert

    @kpr

    Nochmals danke für die Reaktion. Ja, ich stehe wirklich SEHR auf den JP8 und auf das, was Reinhold Heil damit gemacht hat. Der JP8 war - neben dem Yamaha GS2 - sein Hauptsynthesizer auf "85555" und "Herzlichen Glückwunsch". Ich denke derzeit tatsächlich viel über eine Neuanschaffung nach. (Ich hätte auch einiges abzugeben). Aber im Moment habe ich leider keine 2 bis 3 Mille für einen JP8 - womöglich noch mit altersbedingten Macken - übrig.

    Also: Ich will diesen Sync-Sound, und zwar von einem Synthesizer, bei dem ich den Sound mit der Hand einstellen kann. (Ich spiele live, es wird viel improvisiert, ich will spontan am Sound schrauben können). Meinst Du, dass ein JX-3P oder ein JD 800 mir etwas Vergleichbares geben könnte?
     
  9. Anonymous

    Anonymous Guest

    Vielleicht ist ja der JP6 was für dich. Der hat auch einen netten Sync, wenn auch etwas härter als der JP8.
     
  10. Anonymous

    Anonymous Guest

    Ja, dieser JP8 Sync ist affig gut, da gibt´s nix. Ich hab mir die Tage "Damals" nochmal angehört und der Sack spielt den halt auch noch tierisch überzeugend.

    Na ja, ich meine wie Scaff, dass man schon in der Kategorie suchen sollten, wenn es deutlich in die Richtung gehen soll. In der Tat ist der JP6 Sync etwas ungestümer, aber auch nicht zu verachten. Beim JX3P muss man klar Kompromisse eingehen. Dessen Sync ist verglichen mit den beiden anderen der grobste. Der Prophet 600 macht das ganz gut, Program 17 der Werkspresets ist der Klassiker und eine passende Ausgangsbasis. Der P5 hat das auf dem gleichen Platz und der Creamware ASB Pro12 macht das erstaunlich passabel nach.

    Die Leadsynths des JD800 sind da nicht wirklich direkt vergleichbar, dessen Stärken sind deutlich eher diese LeadGuitar Sachen, die zwar nicht nach LeadGuitar klingen, aber dank dieses Distortion echt was reißen. Einer meiner absoluten Favoriten auf diesem Gebiet. Durch die 4-fach separat einstellbaren Hüllkurven ist so ein Feedback Effekt sehr easy zu machen.

    Beim A6 ist diese Art Sync auch wirklich gut, das kommt dem JP8 dann schon einigermaßen nahe, aber ich wollte da erstmal keine Gewähr dafür übernehmen, dass du das auch so findest. Preislich ist er halt schon um die Hälfte billiger als ein gebrauchter JP8 und wenn du neben Sync sowieso auch fette Polysynths, flauschige Flächen und Unisono Leadsounds auch brauchen kannst, na dann :D
     
  11. moogist

    moogist engagiert

    Danke für die replies!

    Als der JD 800 rauskam, habe ich ihn mal probegespielt. Die Guitar ist mir bis heute erinnerlich geblieben! Bei youtube gibt es einige tolle Videos dazu. Der Bedienungskomfort vom JD ist schon klasse! Bei ebay geht der zur Zeit um die 400 Euro übern Tisch.

    Den A6 hatte ich schon mehrfach im Laden unter den Fingern. Der hat einige ganz gute Sounds, aber nichts, was mich direkt umgehauen hätte. Nun gut, es waren wohl bloss Werkssounds. Aber: Das Bedienpanel erschien mir auch leicht gewöhnungsbedürftig... Dennoch: Der A6 könnte eigentlich alles das haben was ich suche. Muss mich wohl noch mal damit beschäftigen.
     
  12. Anonymous

    Anonymous Guest

    Ein paar entsprechende LeadSynths vom JD800 hatten hier schon einige mal gepostet, könntest du mit der Search Funktion finden. Für 400 Euro ist der ein Schnäppchen!

    Die Factory Presets vom A6 sagen nichts, die sind ganz ganz früh entstanden. Auf die Schnelle mal so eben im Laden wird es dir vielleicht nicht gelingen, mit dem die gesuchten Sounds zu machen. Die Bedienpberfläche ist 2-teilig und ein paar Sachen gehen mit den Softbuttons und nicht mit den echten Drehreglern. OSC Section, Filter usw. muss man wirklich erst durchschauen, wie die funktionieren. Das ist kein Buch mit 7 Siegeln, aber eben tatsächlich etwas Einarbeitung nötig.
     
  13. Live hat Reinhold Heil zu dieser Zeit auch einen Memorymoog gespielt.

    btw, ich weiß daß es von dem Rockpalast Gig auf der Freilichtbühne Elspe einen TV-Mitschnitt gab.
    Hat den zufällig jemand auf DVD ?
    Die Live-Version von "Heut' Nacht" fand ich so klasse (eigentlich den ganzen Gig... ).
    Würde ich gerne nochmal sehen.
     
  14. moogist

    moogist engagiert

    Ich glaube, da irrst Du Dich. Reinhold hat meines Wissens nie (live) einen Memorymoog gespielt. Bei dem Gig im Elspe im Mai 1983 (den ich selbst leider nur auf VHS habe) spielte Reinhold von Yamaha den CE25 und GS2, von Roland den Jupiter 8, von Oberheim den OB-Xa und das DMX. Manne spielte Basssynth auf einem Roland Juno 60. Auf der Tour danach ("Schwarz auf Weiss") spielte er live ein Fairlight-System und einen DX1.

    Ich tue mich ein bisschen schwer mit dem Memorymoog. Er ist klanglich KEIN polyphoner Minimoog (wenngleich er sicherlich fett und mächtig klingt), er wurde herausgebracht, als Bob Moog schon mehrere Jahre die Firma verlassen hatte, und er hat mir zu viele Tipptaster und zu wenig knobs.

    P.S. Von dem Elspe-Gig gibt es ein paar Videos auf youtube. Einfach mal "Spliff Carbonara" eingeben und warten was passiert...
     
  15. Ah, ok.
    Danke für den Hinweis, dann täuscht mich da die Erinnerung (wahrscheinlich zu viele Spliffs intus gehabt, damals ;-) )

    Naja, auf YouTube ist nicht wirklich viel.
    auf VHS müsste das bei mir auch noch im Keller liegen, weiß auch nicht, warum ich die vielen Kassetten noch behalte, hab' weder 'nen Videorekorder, noch ein Fernseher ...

    Schade, daß der WDR das nicht alles digitalisieren kann, waren so viele geile Konzerte, bei den ganz alten ist es imho eine lizensrechtliche Angelegenheit wie ich mal gelesen hab.
     
  16. Der JD-800 kann keine Oszillatorsynchronisation, das kann nur der JD-990. Schöne Leadgitarren-Sounds kann er, und manch anderes auch (er ist mein ABSOLUTER Lieblingssynthesizer!).

    Für schneidende Sync-Sounds, die ungeheuer lebendig spielbar sind, ist der Evolver sehr zu empfehlen; der ist allerdings in der günstigen Desktop-Variante nicht besonders intuitiv zu editieren. Kriegt man aber auch hin...
     
  17. Moogulator

    Moogulator Admin

    Der Sync des Odyssey und Clones ist sehr gut.
     

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