Spotify : „Man kann nicht alle drei bis vier Jahre Musik aufnehmen und denken, dass das ausreicht.”

JanTenner

JanTenner

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Im Prinzip macht Spotify es wie Amazon mit den Verkäufern. Die haben eine super Vermarktungsplattform geschaffen, wo Leute ihre Sachen verkaufen können, ohne sich um groß Logistik etc. Gedanken machen zu müssen. Alle, die allein darauf gebaut haben sind jetzt komplett von Amazon abhängig. Da in Zeiten von Startups ja alles kurzfristig geplant wird, haben viele ihren Amazon Marketplace immer weiter ausgebaut, ohne sich Gedanken um ein zweites Standbei abseits von Amazon zu machen.
Ich denke, dass Spotify das ähnlich für Künstler aufgezogen hat. Du kannst alles hochladen und sogar Geld mit verdienen. Du musst dir keine Gedanken um die Logistik und das Marketing machen. Das ist natürlich ideal für Leute, die nur Musik machen wollen, ohne sich ums Drunherum zu kümmern. Die Leute können sich auf das Musik Machen konzentrieren. Am Ende sind es gewachsene Musiker, die aber von den ganzen Disziplinen um die Musik herum keine Ahnung haben.
Prinzipiell muss man den Künstlern (bei Spotify) und den Verkäufern (bei Amazon) vorwerfen, ihre Hausaufgaben nicht gemacht zu haben. Aber heute, wo man keinen Browser mehr öffnen kann, ohne von jemanden erklärt zu bekommen, dass man nur ein kostenloses Buch braucht, um brillianter Salesman zu werden weckt das natürlich Begehrlichkeiten.
Amazon und Spotify glänzen mit Service, bis es keinen anderen Service mehr gibt. Natürlich kann man jetzt nur noch sehr schwer eine Konkurenzplattform hochziehen. Für den Kunden ist es erstmal alternativlos, da die bestehenden Plattformen ja alles bieten. Für den Verkäufer oder Künstler ist es alternativlos, da andere Plattformen mit besseren Konditionen, die neu hochgezogen werden keine Kunden ziehen können.
 
haebbmaster

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Active Aggressive
Am Ende sind es gewachsene Musiker, die aber von den ganzen Disziplinen um die Musik herum keine Ahnung haben.
also letztendlich die gleiche Situation, die wir bei normalen Plattengesellschaften und Labels auch haben oder früher sowieso hatten

Ich kenne einige Musiker, die davon leben. Die stückeln sich das irgendwie zusammen. Ein paar CDs, ein paar Konzerte, Unterrichten, privat und in der Musikschule, eigene Band, Coverband, selbst organisierte Auftritte in irgendwelchen Cafés. Die kommen schon über die Runden, aber der logistische Aufwand dahinter ist immens.
 
JanTenner

JanTenner

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Ich glaube, dass das noch ein wenig extremer ist als bei den normalen Plattengesellschaften. Auf seiten von Spotify ist das automatisiert. Die können sehr viel mehr Künstler handeln ohne den Aufwand, den Plattenfirmen hatten.
 
FixedFilter

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Bye bye
es war ja nur ein beispiel, daß jemand mit 1mio abbonenten (die hier im forum wohl keiner hat) trotz dieses medienerfolgs, einen ganz profanen bank job für das tägliche auskommen hat.
Es steht im englischen Wikipedia-Artikel über sie drin:
"In 2012, Greenberg stated that as much as she desired "to be a [professional] musician", she intended to study economics at University College London. She then began reading Statistics, Economics and Finance after completing her A-levels.
After getting her degree, she joined Goldman Sachs as a financial analyst, and in October 2016 left the successful hedge fund and joined Winton Capital as an analyst, where she still works."
Sie hat fast 4 Jahre lang keine neuen Videos auf ihrem Kanal mehr veröffentlicht. Aber auch auf Facebook und Instagram scheint bei ihre wenig los zu sein. Von daher scheint sie in der Tat keine Ambitionen als Social Media Star oder Profi-Musikerin zu haben, ansonsten müsste da deutlich mehr los sein.
 
 


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