steuer und andere fussangeln bei eigener veranstaltung

Dieses Thema im Forum "Media 2.0" wurde erstellt von mikesonic, 18. August 2009.

  1. mikesonic

    mikesonic Moderator

    der gema thread hat mich gerade aufgeschreckt.
    ich will in naher zukunft eine kleine eigene veranstaltung machen mit djs und manchmal livebands.
    wie läuft das mit der steuer?
    fällt da mehrwertsteuer an?
    oder ist der (am amfang unwahrscheinliche) gewinn einfach eine einnahme.

    und was muss ich noch beachten?
    gema?
    haftpflicht?

    ist das hier im funktionsraum eigentlich richtig?
     
  2. Kaneda

    Kaneda -

    Hm, ich kenne es so.

    Haftpflicht:
    Das kommt darauf an wo die Veranstaltung statt findet. Wenn du das z.B. in einem Club machst könnte es sein das der Club-Besitzer eine Haftpflicht für seinen Laden bereits hat. Möglicherweise reicht das dann. Wenn das in einer angemieteten Halle ist weiß ich nicht. Generell würde ich das auch mal gerne wissen ob die Haftpflicht notwendig ist. Sicher kann es immer mal passieren das sich jemand bei so einer Veranstaltung verletzt. Wer kommt dann für sowas auf ?

    GEMA:
    Generell muss die GEMA für jegliche öffentlich Aufführung abgeführt werden. Nach welchem Tarif das dann in deinem Fall statt findet kann ich dir nicht sagen. Der Tarifapparat der GEMA soll da ziemlich unübersichtlich sein. Scheinbar kann man aber auch pauschale Tarife vereinbaren, dafür müsste man sich wohl an die GEMA bzw. deren Bezirksdirektion wenden. Ich kenne es so das die DJs eigenltich Listen anlegen müssen und dort eintragen welche Platten/MP3s sie an diesem Abend aufgelegt haben. Diese müssen dann an die GEMA weitergeleitet werden. Bei Acts mit eigenem Material ist das natürlich kein Thema, bei Bands welche Songs Covern muss das aber auch gemacht werden.

    Bitte korrigiert mich falls es jemand besser weiß.
     
  3. Mit MwSt. hast du nur zu tun wenn das über ein Gewerbe läuft welches Umsatzsteuerpflichtig ist, da du die Frage aber stellst, nehm ich mal an dass es eine Privatveranstaltung ist, ergo brauchst dir darüber keine Gedanken machen, wobei du in diesem moment auch nur Kostendeckend arbeiten darfst, ergo kein Gewinn draus gezogen wird.
     
  4. Mehrwertsteuer fällt nur für Endverbraucher an. Bei Dir heisst das Umsatzsteuer. Wenn Du Geld einnimmst, von Eintrittskarten und ausgibst für DJ-Entlöhung, dann machst Du Umsatz. Den musst Du versteuern - theoretisch. Tatsächlich holst Du dir die Steuer aber als "Mehrwertsteuer"-Aufschlag direkt von Deinen Gästen im Ticketpreis.
    Wenn Du dabei Gewinn machst, musst Du auf den Gewinn Einkommensteuer abführen.
    Wichtigste Regel: Du solltest für Dich immer mit Netto-Preisen zuzüglich Mehrwertsteuer rechnen. Nie mit Bruttopreisen rechnen. Bruttopreise geben eine falsches Bild ab, dabei sind 19% davon nur reiner Durchlauf, den Du nie anfassen solltest.

    Zu Haftpflicht: Eine Haftpflichtversicherung sollte jeder Mensch haben, der irgendein Vertragsverhältnis mit Verantwortlichkeit eingeht (zB Miete).
    Ich fürchte, dass eine normale Privathaftpflichtversicherung Haftungen als Veranstalter nicht abdeckt. Unbedingt vorher abchecken - wenn ein Gast bei so einer Veranstaltung das Treppenhaus runterfällt und sich die Wirbelsäule bricht, dann bist Du für den Rest Deines Lebens finanziell geliefert. Kein Scheiss! Ich habe im entfernten Bekanntenkreis so einen Fall, der wegen sowas bis an sein Lebensende im ständigen Offenbarungseid leben wird.

    Gema: Wurde schon erwähnt. -> GoTo http://www.gema.de, kuck nach, nicht ärgern, einfach zahlen. Sie würden dich immer kriegen. Nur albanische, private Kreditgeber haben noch einprägsamere Methoden zur Forderungsdurchsetzung. (Völlig ohne Wertung geschrieben).


    Noch ein Tipp: mach ein separates Bank-Konto auf, zahle als Anfangsinvestition den Betrag ein, den zu investieren Du bereit bist, und erledige dann alle Sachen nur über dieses Konto. Das erleichtert die Buchführung und Steuererklärung später ungemein.


    Florian
     
  5. Noch ein Tipp, häng Dich vielleicht mit Deiner Veranstaltung zunächst an jemanden, der Erfahrung mit sowas hat (Gastwirt). Wenn Du dann mitbekommenhast wie es läuft, dann kannst Du dich ja "abnabeln"
     
  6. Ach, du willst ein Gewerbe dafür machen. Hab ich falsch gelesen, dann zählt natürlich das was Florian geschrieben hat. Die Umsatzsteuer ist nurn durchlaufender Posten, für dich ist nur Netto interessant. Wenn du MwSt. einnimmst dann ist das Geld welches dir nicht gehört, also am besten immer gleich auf die Seite tun. Manche haben sich durch falsche handhabung damit schon in den Ruin getrieben.
    Für gewerbliche gibts "spezielle" Haftpflichtversicherungen, bzw. gibt es da Kombi-Versicherungen, welche die Firma und die Privatperson versichern, auf jedenfall abschliessen, am besten auch eine Rechtschutz dazu!

    Hier eine sehr informative und leicht verständliche Seite zum Thema Gewerbe gründen:
    http://klicktipps.de/gewerbe.php
     

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