Stockhausen gab Musikern Tipps ^^

Dieses Thema im Forum "Ansätze / Konzepte" wurde erstellt von SvenSyn, 7. April 2015.

  1. SvenSyn

    SvenSyn bin angekommen

  2. Physical Evidence

    Physical Evidence er leuchtet fast

    Danke, das erklärt so manches.
     
  3. Moogulator

    Moogulator Admin

  4. mink99

    mink99 bin angekommen

    Vielleicht wäre vice versa auch mal angebracht gewesen. Die Aussagen kann man 1:1 umdrehen ... Stockhausen möchte das repetitive aus den Werken entfernt wissen und gibt Beispiele aus seinem non-repetitiven Fundus. Vielleicht sollte man diese seine Beispiele mal nehmen und ver-repetisieren. Begründung wären exakt die gleichen Worte wie St sie nutzt. (Ausarbeiten der Ideen, auf halbem Weg stehengeblieben ...)
     
  5. SvenSyn

    SvenSyn bin angekommen

    Ja, das see ich auch so. Ich hab gestern leider aus Zeitgründen meine Meinung zu dem verlinkten Text nicht dazugeschrieben...

    Also ich finde sowohl Stockhausen als auch Aphex Twin sind Genies, auf ihre Art und Weise. Demzufolge kann man sie auch nicht wirklich vergleichen und deswegen macht es IMHO keinen Sinn, wenn die sich gegenseitig Tipps geben... Äpfel und Birnen, ihr wisst schon.

    Dennoch fand ich es lesenswert, was Stocki zu zeitgenössischer Musik sagt(e).
     
  6. ppg360

    ppg360 fummdich-fummdich-ratata

    Ratschläge sind auch Schläge.

    Stephen
     
  7. Max

    Max bin angekommen

    "post-African repetitions" - lol...

    Vielen Stücken von Stockhausen würde etwas Repetition und Motivarbeit ganz gut tun finde ich. Es wirkt für meinen Geschmack schnell etwas beliebig, wenn eine neue Idee an die andere gereiht wird.
     
  8. Jörg

    Jörg |

    Vielleicht weil keine Idee so gut war dass sich eine Wiederholung gelohnt hat? Wenn man schon keine zündenden Ideen hat, dann kann man immer noch versuchen, den Zuhörer zu verwirren.

    Haha, der Onkel macht nur Spaß! Ich kenne Stockhausen so gut wie gar nicht. :selfhammer:
     
  9. Anonymous

    Anonymous Guest

    Dass beide Parteien in inkompatiblen Musikwelten lebten, hatte er wohl nicht verstanden, dazu fehlte ihm offensichtlich der entsprechende Verstand. So wie ich ihn von Anfang der 70er Jahre bis zu seinem Tod erlebt habe, oszillierte er in seinem ganz eigenen Wertekosmos, dem sich alles in der Welt unterordnen musste. Dennoch hat er einiges gute Sachen gemacht, die ich gerne höre. Respekt.
     
  10. snowcrash

    snowcrash Tach

    Damit nicht immer nur dieses (eigentlich) uninteressante Interview zu Stockhausen gepostet wird: Das Interview mit Björk finde ich in Bezug auf Stockhausen und Pop viel aufschlussreicher zu lesen, auch wenn es nicht so viel kontroversen Schluckauf produzieren vermag:

    http://www.bjork.fr/Dazed-Confused-1996-Bjork
     
  11. Anonymous

    Anonymous Guest

    das interessante dabei, junge musiker haben oft genau diesen ansatz wenn sie das erste mal probieren techno zu machen. ausserdem ist so mancher nicht in der lage die einfachheit und repetition aus wirklich guten tracks herauszuhören.
     
  12. :supi:

    Ich hab vielleicht noch nicht viel von Herrn Stockhausen gelesen, aber das was ich gelesen habe zeigt eigentlich nur, dass es einer anders machen wollte als die anderen; aber eben nur aus dem Grund, dass er anders sein will, und nicht, weil ihn ein zwingendes inhaltliches Konzept antreibt, das tatsächlich anders wäre als die Konzepte der Vorgänger (so wie Bach die Perfektionierung der Mehrstimmigkeit antreibt, gegenüber der Akkord-Continuo-Komposition seiner Vorgänger). Dabei setze ich allerdings Einverständnis voraus, dass "anders sein" kein Konzept per se ist, sondern nur Gehabe, dass man nach dem Ende der Pubertät durchaus abgelegt haben darf.

    Zum anderen scheint mir die Abneigung gegenüber der Repetition in einem tiefen Misstrauen gegenüber der eigenen Motivik begründet zu liegen. Wenn mir ein Rhythmus oder ein Motiv nicht gefällt, dann wiederhole ich es natürlich nicht. Aber wenn ich mein Motiv, meinen Rhytmus gut finde, dann höre ich das doch gerne nochmals.
    Da ist er doch wie ein Dichter, der ein Gedicht schreibt, in dem er immer die vorhergehende Zeile durchstreicht, weil sie schlecht war...


    ERGÄNZ: Hab übersehen, dass Jörg den gleichen Gedanken hatte
     
  13. SvenSyn

    SvenSyn bin angekommen

    Wie gesagt, ich halte es für sinnfrei und auch schwierig, wenn Genie 1 zu Genie 2 geht, um ihm Tipps zu geben.
    Das wäre wie, als wenn Vincent van Gogh zu Claude Monet gegangen wäre um ihm zu sagen, wie er Bilder zu malen hat...
     
  14. Anonymous

    Anonymous Guest

    Die haben sich aber auf ähnlichem künstlerischen Niveau bewegt, was ich bei den besagten Interviewpartnern nicht erkennen kann.
     
  15. SvenSyn

    SvenSyn bin angekommen

    Das ist reine Ansichtssache, Dirk..
     
  16. Anonymous

    Anonymous Guest

    Erst einmal eine Frage der musikalischen Bildung an sich und dann die Beschäftigung mit dem Objekt. Was man hier so zu lesen bekommt, bestärkt mich in der Annahme, dass bei den fraglichen Forumteilnehmern von Beidem nicht sehr viel vorhanden ist. Das mag zwar bitter sein, kann ich aber auch nicht für, denn ich habe den Müll nicht geschrieben. War das jetzt beleidigend oder einfach nur die blanke Wahrheit? Na hoffentlich fliege ich jetzt nicht raus.
     
  17. snowcrash

    snowcrash Tach

    Sorry, Stockhausen war vielleicht egozentrisch, aber das so pseudophilosophisch zu reduzieren zeugt mehr von deinem Desinteresse, als von einer fachlichen Kritik. Hätte ich mir von dir nicht erwartet.

    Das kommt davon, wenn man vlt. glaubt, was irgendwelche Journalisten oder in sonstiger Laien-Sekundärliteratur über diese paar Aussagen interpoliert und geschrieben wurde. Sich populären Paradigmen zu verweigern und radikal an die Wurzeln dessen zu gehen, was Klangformung und Komposition bedeuten können, ist und war Stockhausen's grosser Verdienst. Sein Misstrauen gegenüber Popmusik mag utopisch sein, aber ist doch bitte nachvollziehbar und nicht unbegründet. Das 4/4 Paradigma und die (eurozentrische) Verkürzung von afrikanischen Rhythmen auf einen kleinen "harmlosen" Teil dessen, finde ich nämlich auch nicht unbedingt das Spannendste. Vlt. hätte man ihm lieber Robert Hood's Minus vorspielen sollen, anstelle eines der schwächsten AFX Tracks.

    Genau so hat Stockhausen nämlich auch recht, was Harmonien betrifft: nur weil der durchschnittliche Musiksozialisierte nicht in der Lage ist, andere Intervalle als die der gleichstufigen Stimmung als etwas anderes als Dissonanz und Krach wahrzunehmen, heisst das nicht, dass man sich nicht entsprechend schulen und trainieren kann. Das ist schwer vermittelbar und bedarf einer Aufgeschlossenheit, die man natürlich in der Dorfdisko niemandem zumuten will, aber es ist doch bitte nachvollziehbar, dass es Menschen gibt, die tiefer in die Materie eintauchen wollen.

    Anyway, im Grunde ist das alles ja nur ein Missverständnis, Stockhausen wurde durch seine Pioniertätigkeit selbst zu einem Popstar, diese Rolle konnte er gar nicht erfüllen. Jetzt über ihn herzuziehen und ihm quasi "Intoleranz" vorzuwerfen ist eine Verdrehung der Tatsachen.

    Ausserdem findet hier am Board sowieso jeder, zu dem Dirk mal "Depp" oder "Idiot" gesagt hat Stockhausen aus Prinzip scheisse. C'mon, get a life dudes!
     
  18. SvenSyn

    SvenSyn bin angekommen

    Na na na Dirk! :school:

    Ich mag Stockhausen, zB Gesang der Jünglinge sehr. Ebenso mag ich Aphex Twin, da im speziellen die Selectesd Ambient Works sowie die "Polygon Window"-Platte.. Für mich sind beide auf ihre Art zeitlose Genies.

    Die beiden anderen Musiker in dem Quell-Interview kenne ich nicht.. ich bezog mich ausschließlich auf Stockhausen und Aphex Twin.
     
  19. Anonymous

    Anonymous Guest

  20. Zotterl

    Zotterl Guest

    Das halte ich für aus der Milch durch Zugabe von Lab oder durch bakterielle Bildung von Milchsäure ausgefällte Milcheiweiß (Quark darf ich wohl nicht mehr schreiben).

    "Anders sein" war sicher nicht seine einzige konzeptuelle Ausrichtung. Im selben Atemzug gestehe ich allerdings ein, dass es in der Neuen Musik Zeiten gab, in denen das Auf-Teufel-Komm-Raus-Anders-Sein + Artifarti-Gehabe des Öfteren anzutreffen waren. Auf Stockhausen dürfte das allenfalls bedingt zutreffen.

    Damit wirst Du Stockhausen nicht gerecht. Du hast keinen Draht zu Stockhausen, was ja nicht
    verwerflich ist, Deine Aussagen aber doch relativiert...

    Seltsamerweise kann ich diese Abneigung immer mehr nachvollziehen.
    Die Musik (nicht alles von ihm) ist ein Ideenpool, nicht durch dumpfe oder überflüssige
    Repetitionen angereichert.
    Was aber nicht heißt, dass man sich unter dem Aspekt der "Gebrauchsmusik" auch mal
    ganz stupide Technosachen reintuen kann - alles zu seiner Zeit ;-)
     
  21. dbra

    dbra Weltenbummler - Superstar - Frauenheld

    Ich habe seinerzeit Stockhausen auch einige wertvolle Tips gegeben.
     
  22. Physical Evidence

    Physical Evidence er leuchtet fast

    Wenn man sich seine Musik anhört, kommt der Gedanke auf, dass da sogar was Wahres dran sein könnte.
     
  23. SvenSyn

    SvenSyn bin angekommen

    Banausen! :opa:
     
  24. Es gab auch mal einen Zeitungsartikel, da hat man Stockhausen Klangbeispiele von Can, Ash Ra Tempel, Amon Düül und einigen weiteren Bands aus dieser Zeit und Richtung zur Analyse und Beurteilung zugesandt.
    Damit ging er weit gnädiger um.
    Leider weiß ich nicht mehr, wann und in welcher Zeitung genau das war. Sicher liegt eine Kopie dieses Artikels hier noch irgendwo rum, fragt sich nur wo.
     
  25. ikonoklast

    ikonoklast Tach

    Laut
    http://tinyurl.com/petj9pl und http://tinyurl.com/pg4dgoc und nicht zuletzt
    http://www.karlheinzstockhausen.org/Stockhausen_Bibliographie_1952-2013_german.htm
    am
    18. April 1997, in der "Zeit". Und tatsächlich:

    Schlagsahne, Irrengesang, Kirmesgeister
    Karlheinz Stockhausen testet Krautrock

    http://www.zeit.de/1997/17/inhalt.txt.19970418.xml/seite-2

    EDIT: Das ist offenbar nur ein Meta-Artikel?
    http://www.zeit.de/1997/17/Schlagsahne_Irrengesang_Kirmesgeister
    Der angesprochene O-Ton von Stockhausen fehlt jedenfalls.

    Servus,
    Alex
     
  26. kl~ak

    kl~ak Tach


    soso :denk:


    na dann muss er ja was wichtiges zu segen gehabt haben ... danken wir ihm mal :nihao:







    hier mal zum vergleich musiker und musik




    src: https://youtu.be/ePBB-NO8vKg



    src: https://youtu.be/nTeLI5dUzKw





    src: https://youtu.be/Xw5AiRVqfqk



    src: https://youtu.be/rndV_5q8Tkc





    muss halt jeder selber entscheiden ... der eine typ mit den langen haaren macht auf jeden fall interesante musik und ist symptisch. der andere ...
    :dunno:



    sucht euch einen aus mit dem ihr gerne entspannt eure nächste jamsession starten wollen würdet.





    ... ich werd auch mal anfangen tips an musiker zu vergeben - am ende wird man damit berühmt. :floet:
     
  27. Haben die nicht beide lange Haare? :)
     
  28. kl~ak

    kl~ak Tach

    ja - aber ich meine den sympatischen typ ...
     
  29. mink99

    mink99 bin angekommen


    Ich auch nicht, aber anders. Umso mehr ich hier über St lese, umso mehr komme ich zu dem Ergebnis, dass hier die Form "non Repetitiv" über dem Inhalt steht.

    Da ab einer gewissen "erfolgsstufe" , der Integration in ein wie auch immer geartetes Kunst - und Musik - establishment , die Fähigkeit der selbstreflektion anscheinend verlorengeht, und die Interaktion mit der Aussenwelt schwindet und das künstlerische Umfeld sich in Richtung fanbot wandelt, scheint es nur logisch, aus einer übersteigerten Arroganz und Überheblichkeit anderen Künstlern den "richtigen" Weg zeigen zu wollen.
     
  30. Anonymous

    Anonymous Guest

    Apropos "Stockhausen gab Musikern Tipps". Das passiert auch heute noch.

    In diesem Jahr finden nämlich wieder einmal die Stockhausen-Tage direkt vor meiner Haustür in Kürten statt:

    http://www.karlheinzstockhausen.org/pdf ... German.pdf

    Ich bin sehr gespannt, was mir am 11. Juli zum Thema "TELEMUSIK" präsentiert werden wird. Nachdem ich mich in den letzten Jahren mehr und mehr für Klangsynthese begeistern konnte, habe ich mich auch endlich dazu durchgerungen, dem Mann und seinem Werk mal eine Chance zu geben. Hier in Kürten wird der Mann nun mal überdurchschnittlich häufig in die Ecke eines Verrückten gestellt (gerade WEIL er hier so omnipräsent ist; dem von Marktfeld in Karlheinz-Stockhausen-Platz umbenannten Fleckchen vor dem Rathaus sei Dank) und man muss sich schon beinahe dafür schämen, wenn man NICHT verächtlich über Stockhausen spricht.

    Dass dieses Unverständnis aber nicht ganz unbegründet ist, liegt nun mal auch an diesen sehr missverständlichen Aussagen, die immer noch in den Köpfen der Leute hier drin hängen:

    https://www.youtube.com/watch?v=mGk_8cr1TPA

    Die thematische Brücke zwischen fundamentalistischem Massenmord und Kunst ist schon sehr schwer nachvollziehbar und auch nahezu unverständlich für Menschen, die Stockhausens Musik rein gar nichts abgewinnen können. Und das ist nun mal der größte Teil der Leute...
     

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