Synthesizerstudio Bonn Preislisten 1984, 13 Seiten: PPG, Fairlight, Chroma, Banana, Linn etc.

TMArchiv

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Mein zweiter Besuch in der Franzstraße, diesmal in Begleitung meines Freundes Ralf G., war laut Kalendereintrag Samstag den 10.3.1984. Wieder ein sehr beeindruckendes und unvergessenes Erlebnis. Der teure Yamaha GS-1 stand da, DM 21.630 musste man für den abdrücken, wer konnte sich den wohl leisten? Vom bezahlbaren neuen DX7, der einem im FACHBLATT so schmackhaft gemacht worden war und den eigentlich jeder haben wollte, hielt Dirk Matten wegen des deutlich hörbaren Quantisierungsrauschens nichts. Stattdessen führte er uns lieber den Banana vor. Aber wie es damals halt so war, Analog reizte einen nicht mehr, da konnte er sich noch so anstrengen. Dabei hätte der Banana sehr schön zum DX7 gepasst. Vorsichtig geworden bestellte ich mir jedoch erst mal nur den DX9, der war im Gegensatz zum DX7 zudem sofort lieferbar. Mein dritter Besuch war laut Rechnungsdatum am 28.4., um eine Tascam 38 Bandmaschine + DBX-Einheit abzuholen, die ich bar bezahlte, DM 7015,56! Was kostet heute ein Homerecording-Studio?
 

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geo909

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Jedenfalls war eine TR-909 auch damals schon alles andere als günstig, die Preise im Allgemeinen natürlich eine Frechheit :cool: Modern musizieren sollte wohl nur die Geldelite. Das hat sich zum Glück etwas geändert.
 

einseinsnull

ich weiß eh alles besser.
bei musik schmitt in frankfurt gingen die letzten 303 für 99 euro weg. wäre eine echte alternative für die apple aktien gewesen, die ich zwischen 90 und 99 gehalten habe.
 
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Interessant finde ich auch die preisliche Nähe vom SH-101 zum Behringer MS-1.
Das sollten vielleicht mal alle lesen die Behringer wegen billig verteufeln.
 

Dirk Matten

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Mein zweiter Besuch in der Franzstraße, diesmal in Begleitung meines Freundes Ralf G., war laut Kalendereintrag Samstag den 10.3.1984. Wieder ein sehr beeindruckendes und unvergessenes Erlebnis. Der teure Yamaha GS-1 stand da, DM 21.630 musste man für den abdrücken, wer konnte sich den wohl leisten? Vom bezahlbaren neuen DX7, der einem im FACHBLATT so schmackhaft gemacht worden war und den eigentlich jeder haben wollte, hielt Dirk Matten wegen des deutlich hörbaren Quantisierungsrauschens nichts. Stattdessen führte er uns lieber den Banana vor. Aber wie es damals halt so war, Analog reizte einen nicht mehr, da konnte er sich noch so anstrengen. Dabei hätte der Banana sehr schön zum DX7 gepasst. Vorsichtig geworden bestellte ich mir jedoch erst mal nur den DX9, der war im Gegensatz zum DX7 zudem sofort lieferbar. Mein dritter Besuch war laut Rechnungsdatum am 28.4., um eine Tascam 38 Bandmaschine + DBX-Einheit abzuholen, die ich bar bezahlte, DM 7015,56! Was kostet heute ein Homerecording-Studio?
Lieber Theo,

vielen Dank für die Mühe, die Preislisten zu scannen, man vergisst naturgemäß viele Details. Interessant auch deine Erinnerungen an unsere Begegnungen.

Viele Grüße

Dirk
 

tichoid

Maschinist
Uiii fast 80.000 DM für den Fairlight, da können die 10 formatierten Disketten schon mal 480 DM kosten.... alter Falter
 

micromoog

Rhabarber Barbara
Eine professionelle 3-Achs CNC Maschine ohne Werkzeugwechsler ging in der Zeit ab 100.000 DM, so war das halt mit professionellen Produktionswerkzeugen.
Und auch diese sind gefühlt regelmäßig bei Halb-, Voll- und Neumond ausgefallen. ;-)
 

Rends

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Hammer die Preise damals.
Wer hat denn die teuren Sachen kaufen können?
Da muss man schon erfolgreich gewesen sein oder waren es eher die Tonstudios, die dann den Musikern die Sachen zur Verfügung gestellt hatten?
Ratenzahlung a la, zahl ich mit meinem ersten Nummer Eins Hit zurück, wird es wohl nicht gegeben haben.
Ich als Teenie hatte damals 50 Mark Taschengeld.
 

micromoog

Rhabarber Barbara
Man konnte sich halt noch an zwei Synths im Fuhrpark erfreuen und hat diese auch teilweise bis in den letzten Winkel erforscht.

Mir ging es da ähnlich wie Theo @TMArchiv, bei mir war es CS15 (82) und DX9 (auch ab 84)
Zusammen mit der vorhandenen Solina A215 Heimorgel stand stundenlangem EM/Pink Floyd Gedudel nichts im Weg. ;-)
 
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Feedback

Individueller Benutzer
Man konnte sich halt noch an zwei Synths im Fuhrpark erfreuen und hat diese auch teilweise bis in den letzten Winkel erforschen.
Genau so war es. Ich kann mich auch noch an MS-20 für 1200DM erinnern. Wer einen wollte hat halt gespart. Polysynths kosteten alle mehrere 1000 (Polymoog, Oberheim, Prophet), Poly 800 usw waren dann ein Schäppchen. Der DX-7 war bei 3000-4000, da war dann der DX-9 oder DX-27 (den hatte ich damals) günstig. Es gab allerdings auch seinerzeit einen Second-Hand-Markt via Anzeigenblättchen, im Ruhrgebiet der Reviermarkt. Und da haben wir den Ruhrgebietsplan genommen und sind auch scho mal nach Plan, nicht mit Navi, irgendwo hingefahren. So ging das.
Und Angebote, vor allem wenn ein Produkt auslief, meine 909 hat 900DM gekostet. Immer noch viel. Trotzdem haben einige gute Musik damit gemacht. Die Hürde war halt höher, ein wenig sparen musste man schon. Übrigens auch für Gitarren und Amps.. Ach ja, die Drummer natürlich auch.
Wie ich immer sage, die Kinder wissen gar nicht wie gut es ihnen heute geht...
 

ppg360

fummdich-fummdich-ratata
[...] Mein dritter Besuch war laut Rechnungsdatum am 28.4., um eine Tascam 38 Bandmaschine + DBX-Einheit abzuholen, die ich bar bezahlte, DM 7015,56! [...]
Danke für die Info -- ich habe mich neulich noch gefragt, was wohl die Anfang des Jahres von mir gebraucht erworbene 38 mit allem Zubehör (inkl. Tascam-Rollwagen) damals gekostet haben muß (und wie man mit solch teuren Dingen nur so schlampig umgehen konnte).

Der PPG Wave 2 kostete 1981 bei SSB knapp 11.000 DM, plus nochmal knapp 2.000 DM für das Digital Recording System, das eine Synchronisation des internen Sequenzers mit einer externen Clock (CR-78) ermöglichte. Synchronisation mit der TR-808 war derzeit nur als Projekt geplant und noch nicht implementiert...

[...] im Ruhrgebiet der Reviermarkt. [...]
Minimoog Kleinorgel, leicht defekt, ohne Lautsprecher, VHB 120 DM.

Unvergessen.

Stephen
 
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Klaus P Rausch

playlist
Hammer die Preise damals.
Wer hat denn die teuren Sachen kaufen können?
Da muss man schon erfolgreich gewesen sein oder waren es eher die Tonstudios, die dann den Musikern die Sachen zur Verfügung gestellt hatten?
Ratenzahlung a la, zahl ich mit meinem ersten Nummer Eins Hit zurück, wird es wohl nicht gegeben haben.
Ich als Teenie hatte damals 50 Mark Taschengeld.

Als Frontarbeiter hatte ich das spätestens an der Kasse rausgefunden. Das Spektrum reichte von mühsam angespart, über Schulden gemacht, von den Eltern oder Oma gefördert bis zur Erbschaft und Vorschuss von der Plattenfirma. Einige hatten Goldene und Platin an der Wand, die haben das dann einfach vom Girokonto überwiesen. Andere wiederum sind mit ihrem Dayjob reich geworden und kauften ohne Ende für ihr Hobby ein. Manche erwarteten vom Verkaufspersonal eine Hauslieferung samt initiale Einweisung. Interessant war der Psychologe, der seinen Synthesizerpark auf einer Empore im Wohnzimmer hatte. Dort habe ich dann alle Instrumente auf die bereits vorhandenen Orgeln und E-Pianos gestellt, angeschlossen und Soundcheck gemacht. Die Tochter des Hauses kam dann auch noch reingeschneit, wollte diesen Typen mit magischen Soundkenntnissen mal sehen. Das war ich dann :)
 

Summa

hate is always foolish…and love, is always wise...
Als 'ne Menge Leute auf Software umgestiegen sind, konnte man div. Schnäppchen machen, microQ, microwave 2, D550, 2ten FS1R für afair €340.
 
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Summa

hate is always foolish…and love, is always wise...
Ich bin eingedeckt und wer weiß ob die nicht bald wieder auf den Markt kommen *Galgenhumor*
 

TMArchiv

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Lieber Theo,

vielen Dank für die Mühe, die Preislisten zu scannen, man vergisst naturgemäß viele Details. Interessant auch deine Erinnerungen an unsere Begegnungen.

Viele Grüße

Dirk
Laut Erinnerung meines Begleiters waren an diesem Samstag Mitglieder der Band Die Ärzte anwesend. Kann das sein? In meiner Erinnerung waren es welche von Camouflage. Was stimmt? Sie waren auf jeden Fall schwarz gekleidet und mit den typischen 80er-Jahre-Frisuren.
 
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Klaus P Rausch

playlist
also jetzt alle mit K4, HR16, D10 und Co eindecken ;-)

Das dürfte passen.

Gibt so manches, was derzeit schlecht wegkommt, dafür billig zu haben ist. Vor allem der Orgelsektor 70er/80er und die Portable Keyboards der ersten Generation, da sind die Leute froh, wenn man ihnen den Keller leerräumt und wenig Geld dafür nimmt :)

Hängt man an so ne Eminent Orgel oder Yamaha mit P.A.S.S. Technolgie drin an ein paar Bodentreter, dann werden das beste Weltraumorgeln. Die Generation, die 1990 oder später geboren ist, findet sowas irgendwann mal voll genial.
 


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