Synthesizerstudio Bonn Preislisten 1984, 13 Seiten: PPG, Fairlight, Chroma, Banana, Linn etc.

TMArchiv

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Im selben Jahr (1984) bestellte ich bei Dirk den MIDI-Composer für den C-64 inkl. Interface-Karte (eine Entwicklung von Jellinghaus speziell für das Synthesizerstudio) und machte damit in Verbindung mit der Tascam 38, dem DX9 und der TR-808 meine ersten Aufnahmen. Ich glaube, es war das erste MIDI-Interface auf dem deutschen Markt. Ein tolles Teil mit Clock- und Sync-Buchsen. Leider lief es ausschließlich mit der mitgelieferten Software und mit keinem anderen Programm (etwa von Jellinghaus, C-Lab oder Steinberg). Kurz vor Fertigstellung des ersten Songs am Computer stürzte das Programm während der Eingabe der letzten Noten ab. Der Song war somit futsch, die ganze Arbeit umsonst. Es war mein erster Programmabsturz. Alles nochmal neu eingespielt bzw. eingegeben und den fertigen Song dann beim Roland-Song-Contest eingereicht, Titel: Deliverance.
 

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Gleichzeitig reizte es mich, die Möglichkeiten des C-64 zu erkunden. Ich erlernte die Programmiersprache BASIC und schrieb damit mein erstes Programm, ein Soundprogramm für den DX9. BASIC war jedoch nicht schnell genug für die MIDI-Übertragung, deshalb reichte es nur zum Archivieren und Ausdrucken der per Hand eingegebenen Klangdaten. ;-)
 

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TMArchiv

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Die Idee, Sounds für Synthesizer anzubieten
Bitte, dürfen wir den hören?
Den habe ich nur noch als Kopie von einer Kopie auf Cassette, klingt furchtbar. Werde ihn trotzdem mal online stellen. Dauert nur etwas. Das Original-Ampex-Band habe ich irgendwann mal verkauft ohne die Spuren vorher zu löschen. Mich würde mal interessieren, was der Käufer damit angestellt hat. Wer das war, habe ich leider vergessen.
 
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micromoog

Rhabarber Barbara
Ja, als Computer mit Midi noch in den Kinderschuhen steckten war eine spannende Zeit.

Früher musste man noch richtig schwitzen um einen Song in den Kasten zu bringen.

Ich gönne allen die heutigen Möglichkeiten, GB große Sample Libs als Beigabe von günstigen DAWs, tausende PlugIns und bereits Einsteiger Synthesizer sind mit den hundertfachen Möglichkeiten von damaligen Profigeräten ausgestattet.

Wünschte mir allerdings hier und da etwas mehr Demut dieser tollen Materie gegenüber. Das ist alles nicht vom Himmel gefallen und das ganze Bashing für dies oder jenes, für das wir Evtl. früher sogar unsere Oma verkauft hätten, ist schon ein großer Luxus!
 

Shunt

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Ach, ich bin froh, dass ich diese Frickelära erleben durfte. Ich wäre damals auch mit den heutigen Möglichkeiten kein erfolgreicher Künstler geworden :cool:
Damals hatte man wenigstens noch feuchte Hardware Träume, heute holt man sich einfach was man braucht.
 

TMArchiv

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In Heft 12/1984 rief die KEYBOARDS dann dazu auf, in ihrer Soundbörse die "selbst programmierten Synthesizersounds" mit anderen Keyboardern auszutauschen. Wie sie selbst schrieb, wurden dort nur die besten abgedruckt. Drei meiner DX9-Sounds hatte ich hingeschickt, veröffentlicht wurde in Heft 3/1985 das "Rock Piano", ein etwas rauh klingendes E-Piano. Ich hätte dort lieber meinen Ufo-Sound gesehen. ;-) Übrigens ist das nicht meine Schrift auf dem Datenblatt, das hat jemand von der Keyboards neu beschriftet, warum auch immer. Die Daten stimmen jedoch, das wurde von mir sofort überprüft.
 

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Summa

hate is always foolish…and love, is always wise...
Die gibt es bei vielen hier auch heute noch, aber komisch, irgendwie sind doch die Objekte der Begierde mehr oder weniger die gleichen geblieben... 808, 909, Jupiter usw und so fort...
In den 80ern, erst mal DX7 - der stand ja praktisch bei jedem 2ten TV Auftritt auf der Bühne - ist dann aber ein CZ-1 geworden, als preislicher Kompromiss und weil er 'nen Multi Mode hat. Als unerreichbarer Traum: Fairlight, Synclavier etc.
Hatte mich vorher in div. Zeitschriften eingelesen, bis ich mir 'nen eigenen Synth leisten konnte, den CZ-5000 und DX7 (und div. andere Synths z.B. Kawai K3, Korg Poly 61) auch mal in div Läden angespielt.
Die analogen Teile waren aus meiner damaligen Sicht schrecklich altmodisch :wegrenn:
 
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Tax-5

Moderator
Modern musizieren sollte wohl nur die Geldelite. Das hat sich zum Glück etwas geändert.
Und da sich nun Hinz und Kunz das Wohnzimmer mit irgendwelchem Low-Budget Geraffel vollstellen kann, gibt es auch so unheimlich viel musikalischen Ramsch mittlerweile.

Der Fairlight ist auf dieser Liste ja richtig billig. Ich hatte noch eine Preisliste, da war das Teil mit einem sechsstelligen Betrag angeboten worden.
Die Liste ist allerdings zusammen mit der Maschine verkauft und unsereins hat es versäumt, einen Scan davon anzufertigen :selfhammer:
 

Feedback

Individueller Benutzer
Ein riesiger Vorteil des Mangels ist, er fördert die eigene Kreativität viel mehr.
Seinerzeit: DX-27, FB-01, TR-909 (geliehene Heimorgel und Minipops 7, habe ich aber nicht mehr verwendet), BOSS Federhall. Gitarre via Bigmuff direkt in den RAM Mixer und von dort in die Sony-4-Spur. Das Synth-Geraffel, von einen C-64 angesteuert, auf Spur 1+2, Stereo konnten wir ja dann doch. Spur 3 war Gitarre und Spur 4 Gesang. So entstand dann ein Track/2 Wochen...
Heute: 2 Tracks/Jahr, aber viel Herumgedaddel, es gibt ja alles...
 

Shunt

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Vor allem hatte ich damals keine Ahnung was es für schöne Geräte gibt. Nach CZ5000, DX11, dann einen SY77 zu kaufen war irgendwie unnötig. Überall im Fernsehen war halt der DX7 zu sehen und davon den Nachfolger zu besitzen, mehr brauchte man dann nicht, dachte ich
Hätte ich damals schon gewusst wie toll einen Juno-60 klingt, hätte ich mir den damals schon geholt. Ich hatte zwar auch die Keyboards Zeitschrift, aber so richtig klang mäßig konnte man das auch noch nicht einordnen. Da half nur der Besuch bei Amptown in Hamburg, wo man dann im zarten Alter von 17 völlig schüchtern um die Wahnsinns Synthesizer herum schleichte.
 

micromoog

Rhabarber Barbara
Es war (zumindest bei mir) in der Zeit ein anderes Bewusstsein.
Man/ich wollte ganze Songs machen, da waren Kriterien wie Midi und Multimode wichtiger. Am Besten noch platzsparende 19“ Expander.
Mit einem Atari Midistudio und entsprechend ausreichend Klangerzeugern konnte man zig mehr „Spuren“ fahren wie mit 4 oder 8 Spur Band. Natürlich keine Gitarren etc.
Wie bei viele anderen auch, wurde halt Gesang parallel zum Midiplayback solange auf Cassette oder DAT aufgenommen bis es passte.
Wenn es technisch von Pegel, EQ, Compression etc. passte sangen die SängerInnen sch.... oder der Wahnsinns Gesangspart war zu laut, leise oder zu viel „sss“-Laute etc.
Es war zum Haare Raufen! ;-)
 
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swissdoc

back on duty
Da half nur der Besuch bei Amptown in Hamburg, wo man dann im zarten Alter von 17 völlig schüchtern um die Wahnsinns Synthesizer herum schleichte.
Erinnert mich an die alten Zeiten in Frankfurt/Main, wo man bei Cream Music zuerst am Tresen fragen musste, ob man in die Keyboard-Abteilung dürfe. Diese war in einer ehemaligen Wohnung im selben Haus, aber extra Eingang mit Klingel.
 

qwave

KnopfVerDreher
Erinnert mich an die alten Zeiten in Frankfurt/Main, wo man bei Cream Music ...
Kann mich an Cream Music im Bahnhofsviertel noch gut erinnern. In den frühen 80igern, minderjährig. TB-303 für 100,- DM mehr als Extra beim Kauf einer TR-606 (die habe ich damals gekauft; die 303 war nix im Vergleich zu meinem Prodigy). Und der Geruch oben in diesem Keyboardzimmer. Crumar Roadrunner, Korg Trident. Das waren aufregende Zeiten damals. :opa:
 

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Ja das stimmt. Und man ist heute viel schneller satt.
Ein riesiger Vorteil des Mangels ist, er fördert die eigene Kreativität viel mehr. Und gerade das ist es , was uns antreibt und weiter bringt.
Ich weiß nicht, ich hätte mir damals gewünscht, aus dem Vollen schöpfen zu können (CS-30 statt CS-10 usw.). Mangel kann nämlich auch Frust erzeugen. Im Überfluss ist die Kunst, die richtige Balance zu finden.
 

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In Heft 12/1984 rief die KEYBOARDS dann dazu auf, in ihrer Soundbörse die "selbst programmierten Synthesizersounds" mit anderen Keyboardern auszutauschen ...
Im Kleinanzeigenteil von Heft 2/1985 begann ich bereits meine DX9-Sounds anzubieten, 120 Sounds auf Datencassette (in der Abbildung rot markiert). Meinen DX9 stellte ich dort ebenfalls rein. Wann genau ich ihn verkauft habe, kann ich allerdings nicht mehr sagen. Jedenfalls war ich ihn relativ schnell leid. Den TX7 später fand ich interessanter. Mit dem Kauf von weiteren Yamaha-Geräten wollte ich Dirk nun nicht mehr belästigen ;-), deshalb wechselte ich als Kunde zu Prosound. Dort ging es dann weiter mit TX7, RX11, FB-01 ...
 

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ppg360

fummdich-fummdich-ratata
Kann mich an Cream Music im Bahnhofsviertel noch gut erinnern. In den frühen 80igern, minderjährig. TB-303 für 100,- DM mehr als Extra beim Kauf einer TR-606 (die habe ich damals gekauft; die 303 war nix im Vergleich zu meinem Prodigy). Und der Geruch oben in diesem Keyboardzimmer. Crumar Roadrunner, Korg Trident. Das waren aufregende Zeiten damals. :opa:
Ich fand Cream Music in den späten 1990ern noch ziemlich, ähm, aufregend. Einmal vorbei an den Nutten, Junkies und Zuhältern in der Taunusstraße, oder gleich raus nach Oberrad in den Bunker, wo das Studio untergebracht war. Da stand jahrelang ein defekter Prophet-10 rum, wollten die aber nicht verkaufen.

Ist ja selten und wird bestimmt irgendwann noch teurer.

Ach, ich bin froh, dass ich diese Frickelära erleben durfte. [...]
Frickeln und Fehlermachen sind integrale Bestandteile des Lernens -- einfach eine App deinstallieren oder neue Software auf irgendeinen Rechner aufspielen, ist nicht dasselbe.

Aus diesem Grunde möchte ich mit den Kindern heute nicht tauschen müssen. Die aber mit mir auch nicht, also so what?

Stephen
 

TMArchiv

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Bezüglich MIDI-Software für den C-64 erlernte ich nun Assembler, BASIC brachte mich nicht weiter. Der MIDI-Kurs von Thomas Dachsel in den KEYBOARDS-Heften 1985 war jedoch für Einsteiger aus meiner Sicht völlig ungeeignet. Viel besser war das 64er-Magazin plus die Sonderhefte. Mann, was habe ich die verschlungen. Genauso wichtig war das Buch MIDI-KOMPENDIUM vom Verlag Kapehl & Philipp, da standen all die geheimen Assembler-Befehle drin, die man woanders nicht fand (es gab ja noch kein Internet). Gleichzeitig rief die KEYBOARDS in Heft 2/1985 dazu auf, eigene Programme als Listings einzuschicken. Aber erst in Heft 10/1986 erschien dort das erste Programm, und das war zufällig mein TX/DX-Dumpprogramm in Maschinencode, mein erstes Assembler-Programm (die Keyboards hatte mich nicht über die Veröffentlichung unterrichtet). Mit einem solchen - aus heutiger Sicht simplen - Programm konnte man damals noch auf sich aufmerksam machen.

Wer Lust hat, kann es ja mal abtippen. Damit hatten viele Leser Probleme, trotz Prüfsummen und Prüfroutine (siehe Abbildung). Wer wollte, konnte das Programm bei mir für 10,-EUR auf Diskette beziehen. Den Anrufern machte ich jedoch mein SUPERTOOL schmackhaft, ein viel komfortableres Soundprogramm, das gleichzeitig den Speicher des C-64 zu einer 10-fach RAM-Erweiterung des DX7 umfunktionierte (Soundanwahl am DX7). Das war zu diesem Zeitpunkt bereits fertig und kostete stolze 99,-DM. Dann ging es so langsam los mit dem Business (Sounds + Software).
 

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Tax-5

Moderator
Ich erinnere mich dass ich in der Lehre immer wieder am Schaufenster vom Stoffler(?) in der Theaterpassage in Basel hängen geblieben bin.
Ich wollte einfach alles haben was da ausgestellt ist: Electribe, Kaoss Pad, Nord Lead, Motif, aber mit dem Lehrlingslohn war das natürlich unmöglich.

Erst viel später habe ich dann die Geräte nach und nach kaufen können. Von dem Schaufenster habe ich damals noch ein Foto gemacht. Das ist ja auch schon etwa 15 oder 16 Jahre her.
 

Tax-5

Moderator
Den MS-20 habe ich mir eben erst geholt. Konnte ich mir damals nicht leisten und seither sind die Preise ja auch ordentlich gestiegen.
 

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Individueller Benutzer
Ich konnte ihn mir schon in meinem damals nicht leisten und habe ihn mir 10 Jahre später geholt. Was immer noch gute 15 Jahre vor Deinem damals ist...
Fuck, wie die Zeit vergeht. Aber wenigstens müssen wir uns um den Nachwuchse keine Sorgen machen...
 


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