VCO Unterschiede im Oszilloskop sichtbar?

Dieses Thema im Forum "Modular" wurde erstellt von Mick von Tiefengrund, 11. April 2012.

  1. Hallo Zusammen,
    bin neu hier, verfolge aber schon seit einiger Zeit so einige Themen hier im Forum.
    Vor allen Dingen die 3He versus 5He Diskussion.
    Schaue und höre mir viele Youtube-Filme zum Thema Modular an und meine bei großen Systemen klingt der Sound auch "größer", bei kleinen der Sound auch nun "kleiner".
    Wenn man mal die Augen zu macht und das System nicht sieht, relativiert sich das etwas:)

    Abgesehen vom Filter scheinen die Oszis ja da eine entscheidende Rolle zu spielen.
    Man liest ja häufig, 5He-oszis sind super, Cweyman ist super AFG ist super und Doepfer A-110 wären nur zum Krach machen da.

    Was mir trotz Studium unzähliger Forenbeiträge nicht klar ist:
    Was macht diesen Unterschied aus?
    Kann man das irgenwie objektiv festmachen?
    Kann ich den Unterschied im Oszilloskop sehen?
    Hat der besser klingende Oszi vielleicht die Idealkurve oder eher nicht?
    Theoretisch kann ja ein Sägezahn ja nicht dünner klingen, als ein anderer.

    Würd mich über Beiträge freuen!
     
  2. Moogulator

    Moogulator Admin

    :hallo:

    Kann an der Exaktheit liegen, zB wie ein Modul auf FM reagiert ist für mich ein Kriterium. Das ist dann eher ein Verlauf auf dem Oscar als eine feste statische Sache. Natürlich sind die meisten Synths und Module nicht mathematisch korrekt, das stimmt. Aber korrekt klingt auch nicht unbedingt am besten. Ja, das hat mit vielen Dingen zu tun, nicht nur der FM Treue, die mir pers. wichtig ist. Es gibt eine Menge Modulationen innerhalb des Moduls zB bei Moog, da ist immer ein wenig Pulsbreitenmodulation, wenn Rechteck läuft, das klingt auch deshalb so "fett". Das ist nur einer von vielen Dingen, die bei Analogen einfach so sind, Cwejman ist übrigens recht analytisch was das angeht. Es spielen ja auch noch die Bauteildichte, Leitungen und sowas eine Rolle, da bilden sich bei kleinen dünnen engen Leitungen schonmal Kapazitäten, also "Kondensatoren" und die bilden somit eine Art Filter. Das hat natürlich Einfluss auf den Sound. Also Bauform, Größe, Bauteile ansich inkl Alter und Toleranzen. Das kann man theoretisch auch alles messen. Oder man hört halt hin. Ist sonst so müßig wie den Schwurbel zu erklären. Aber es kann sich ggf. lohnen ,dies genau auseinanderzunehmen für eher technisch interessierte. Andere suchen die Module einfach nach dem Ohr raus. Ist natürlich gut, wenn man vorher schon ein wenig eine Orientierung hat, daher wäre es ggf. gut, wenn es eine Messgruppe gibt, die sich diesen Dingen stellt - aaber es ist mehr als viel Arbeit, da man die ganzen Variationen wirklich alle untersuchen müsste, vermutlich sogar wissenschaftlich korrekt.

    Dazu hätte ich keine Zeit - Sonst macht man ja nie auch mal Krach.
     
  3. Nоrdcore

    Nоrdcore deaktiviert

    Nein.
    Scope zeigt große Unterschiede, wo man nichts hört, dafür sieht man auch mal nichts, selbst wenn der Sound eindeutig anders ist.
     
  4. siebenachtel

    siebenachtel engagiert

    Das kann man ganz verschieden sehen.
    ich würde mal sagen: generell gesehen machen jegliche solcher aussagen nicht viel sinn wenn die nicht in einem kontext stehen.
    Das ist alles immer spezifisch zu betrachten.

    wie moogulator sagt: FM ist eine anwendung.
    pads wo man mehrere vCOs schichtet und kleine stimmunstabilitäten der VCOs den sound breit machen sind ne andere anwendung.
    Den besten VCO gibts nicht in modular.
    Es gibt verschiedene anwendungen udn VCO spezifische eigenschaften die diese unterstützen oder entgegen diesen arbeiten.

    Du solltest also wissen worums dir geht oder woran du besonders freude hast.
     
  5. Erst mal vielen Dank für die schnellen und aufschlussreichen Antworten.

    Hab ich fast befürchtet, dass es da keine allgemein gültigen objektiven Kriterien gibt.

    Frage mich nur, worauf der schlechte Ruf der A-110 aufbaut, lässt man mal die ungenaue FM außer Acht.

    Wenn ich jetzt zu Beispiel meine drei A-110 durch einen, sagen wir mal 5HE -kaskadenfilter schicken würde, würde das deutlichdünner klingen als 5HE-Oszis?
    (Bin halt ein bisschen nostalgisch, so Soundmäßig)
     
  6. siebenachtel

    siebenachtel engagiert

    ich habe mehr als einmal von leuten die gnaz groooosse systeme haben lob gelesen zum a-110.
    für ganz gewisse sachen soll er mit der beste sein.
    der tipp von smoo war z.bsp: Fm eingang mit white noise befeuern, wenn ich mich recht erinnere.
    ( ich nehme an er meinte mit hohem modulationsindex )

    für fetten 3VCO vintage klang würde ich den mal mit minimalstem modulationsamount von white noise/zufallsgeneratoren FMen lassen.
    halt 2 VCOs mit eigener quelle, oder allenfalls eine FMquelle, aber auf einen VCO invertiert gepatcht.
    Ich patche nicht soo, kann sein dass man es besser machen kann

    soweit ich mich erinnere ist der a110 schön sägend und schneidend, gut für techno sounds.
    ist wirklich alles relativ. muss auch ein bisschen herausfinden für was welche module am besten sind.
    Hat aber alles auch mit der hörerfahrung und eichung zu tun.
    leute mit grossen systemen kennen mt der zeit einfach alle formen von klängen udn man weiss wo was anzusiedeln ist.
    die suche nach dem besten hört dann irgendwann auf...........und plötzlich kann man auch die klänge lieben die man am anfang vielelicht einfach nicht so gemocht hat weil man nur nach dem fettesten und besten geschielt hat.
    wenn du in der musik nur fetteste und beste klänge schichtest, wird die darausresultierende musik scheisse sein :lol:
     
  7. Nоrdcore

    Nоrdcore deaktiviert

    Das korrigiert einen Konstruktionsfehler: der A-110 hat einen 10V Regler auf dem Board, der sehr effektiv alle Störungen über die Versorgungsspannung von der Tonhöhe fern hält.
    Die VCOs vom EMS (die werden für ihren lebendigen Klang geliebt) haben eine rauschige Servo-Schaltung im Exponentiator, da ist so eine Modulation fest eingebaut.
    (Wobei das dann braunes (-6dB/Okt) Rauschen gibt, da der "weiße" Rauschstrom in einen Integrator geht. )
     
  8. bugler

    bugler -

    Beim Entwurf einer Oszillator-Schaltung fließen viele Überlegungen mit ein: Von der Bauteil-Auswahl und Menge über eine Temperaturregelung für die Schaltung bis hin zur Frage, ob der VCO nicht intern auch digital "intonationsmäßig in der Spur gehalten wird". Das hat alles Einfluss auf den Verlauf der Oszillation.

    Ich habe neben den A-110ern, von denen ich zwei habe, auch schon Titop-VCOS im System gehabt. die sind in vielen Punkten besser, aber um "meinen" Sound dann wieder zu haben, hätte ich einen Teil der Filter durch andere ersetzen müssen. Jetzt muss ich mir wohl ein weiteres System mkit Tiptops oder anderem aufbauen ;-)

    Unterschiede in der Wellenform waren in modplug, damit sample ich auch hin und wieder, aber fast unsichtbar. Die 110er waren ein wenig rauer im Sägezahn. deutlicher war es bei Sinus und Dreieck (Sinus ging leicht richtung Dreieck), aber das lässt sich bei Doepfer in Maßen nachregeln. Also alles Geschmacks- und Einsatzsache.
     
  9. Ja, ich bemerke bei mir tatsächlich, dass die Toleranz moderneren Klängen gegenüber sich so langsam in eine Neigung hin zu diesen wandelt.
    Wahrscheinlich geht es so einigen anderen schon betagteren "Moog-Sound-Liebhabern" so, je länger sie sich mit der modularen Synthese beschäftigen.

    Habe in euren Beiträgen viele interessante Anregungen bekommen, die FM des A-110 mit weißem Rauschen soll hier stellvertretend genannt werden, die ich direkt mal ausprobieren werde.

    Noch ne kleine Frage zum Oszilloskop, wenn ich mir doch mal ne Wellenform anschauen möchte: Reicht da ein Freeware-Software Oszi und eine 48 khz Soundkarte oder muss ich da ein analoges Oszilloskop haben, dass eine höhere Auflösung hat?
     

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