War nicht alles schlecht

Dieses Thema im Forum "Musik" wurde erstellt von Anonymous, 31. Januar 2011.

  1. Anonymous

    Anonymous Guest

  2. sadnoiss

    sadnoiss Tach

    Danke für die Blumen :D

    Hat übrigens dieser Tage 30-jähriges Jubiläum!
     
  3. :supi:

    danke, ich besitze saemtliche jah wobble releases auch das dort gezeigte.

    dibdabdub
     
  4. Anonymous

    Anonymous Guest

    Wenn man sich die Musikbeispiele in diesem Blog, die ja durchaus einen repräsentativen Querschnitt durch das Schaffen in der damaligen Zeit darstellen, vergegenwärtigt, so kann man leicht den Eindruck gewinnen, dass damals offensichtlich viel Spielfreude, Humor und Kreativität vorhanden waren. Ist es der Mangel an Technik, gepaart mit Suchen und Finden von neuen musikalischen Ausdrucksformen, dieses auf charmant laienhafte Art, was diese Musik ausmacht? Oder anders gefragt: Haben heute alle Interessenten übermäßig viel Technik zu Verfügung, das u.a. auch ohne größere finanzielle Verrenkungen und Bemühungen, sodass mangels kreativer Notwendigkeit zur Überbrückung von Defiziten Interessantes und Außergewöhnliches dann eher auf der Strecke bleibt?
     
  5. Bluescreen

    Bluescreen bin angekommen

    Die haben zuviel Internet und damit zuviel Zugriff auf Musik zur Verfügung. Alles was man macht hat irgendjemand im Netz schonmal besser oder verrückter gemacht. Das nimmt vielleicht ein wenig die Lust am Experimentieren.
     
  6. sadnoiss

    sadnoiss Tach

    Definitiv: JA! Ich selbst fühle mich total überfordert durch das Übermaß an mir zur Verfügung stehenden Möglichkeiten. Damals hatte ich eine 4-Spur-Maschine, einen MS-20, einen Prodigy, einen MFB-Sequenzer und so ein DR-Rythm-Teil (DR-55 glaube ich). das war's. Da haben wir dann halt mal der Mutter das Kuchenblech stibitzt um ein bißchen metallischen "Bang" zu haben, oder die in der Nacht geleerten Wodka-Flaschen am nächsten Abend rythmisch aneinander geschlagen. Man hat jedenfalls was GEMACHT!

    Habe jetzt meine gesamte Synthie-Hardware (bis auf den Blofeld - will einer? ;-) ) verkauft und muß mich neu besinnen. Werde meinen nächsten Besuch im Studio für Elektronische Musik und die zur Zeit laufende intensive Vorbereitung (werde im Blog dazu berichten) ntuzen, um mich auf die "Basics" zurückzubesinnen: Spiel- und Expterimentierfreude. Fuck Equipemnt, here comes Fantasy!
     
  7. Anonymous

    Anonymous Guest

    Ich finde es in diesem Zusammenhang interessant, dass du das Moment des gemeinsamen Ausprobierens und Erfindens erwähnst. Heutzutage hat jeder alles - und es kommt oft dabei nichts raus. Zuhause alleine vor der Keyboard Burg oder dem Monster Apple zu hocken, ist doch irgendwie sehr schlicht.
     
  8. Jörg

    Jörg |

    Ihr habt so was von Recht!
     
  9. :supi:

    dieses allein ding, ist schon seltsam. man ist produzent, patchmaster, toningenieur, sequenceianer, rechner experte...alles in einem, oder glaubt's zumindest.
    war/ist musik nicht immer noch etwas kommunikation, nicht nur selbstgespräch???

    nichts gegen daheimhocken und vorm synth kräftig abmoschen, aber als dauerzustand :cry:

    ich bin ehrlich, ich kann z.b. nix mit nem multibandkompressor/master eq anfangen, und muß mich da auch nicht reinfinden. deswegen klingen meine sachen auch immer so beschissen ;-)
    aber ich habe freunde, die können das :mrgreen:

    merkt man eigentlich den unterschied, wenn man nie gejammt, zusammen gejodelt, unterm weihnachtsbaum gesungen hat, vom publikum ausgebuht worden ist, oder nur den stillen ru(h)m genossen hat????

    dieses allinone paket ist eine seltsame sache....

    danke für's ins gedächtnis rufen, werd mich mal an einen meeblip dub machen, so ganz für mich alleine :nihao:
     
  10. AndreasKrebs

    AndreasKrebs bin angekommen

    Kreativität ist eine Mangelerscheinung, gewissermaßen.
    Andreas
     
  11. faulheit auch
     
  12. micromoog

    micromoog bin angekommen


    Da ist was dran, wenn ich mich so erinnere, was ich als 12 jähriger so anno 82 mit einer Solina A215 Heimorgel und dem Yamaha CS-15 im Ping-Pong Verfahren mit selbstgebruzzelten (der Ausdruck löten wäre hier falsch) Y-Kabeln und Low-End Tisch-Cassettenrecordern so alles fabriziert habe. Spezial FX durch schütteln der Orgel, welche dann die intere Hallspirale zu abgefahrenen Space-Sounds "inspirierte". Dutzende Versuche hochkonzentriert einen Part über die gesamte Song-Länge durchzuspielen. Quantize hieß da noch: Scheiße, Nochmal von vorn!
    Nach der 5 Ping-Pong-Generation konnte man zwar getrost von 100% Rauschen sprechen, aber es war eine tolle Erfahrung.
     
  13. tronique

    tronique Synthesist

    :supi:
     
  14. Bluescreen

    Bluescreen bin angekommen

    Ich brauche das nicht. Beethoven hat auch alleine komponiert.

    Natürlich ist es schön, gemeinsam zu experimentieren, aber das ergibt sich in Abhängigkeit vom Umfeld oft sehr selten. Da finde ich es immer noch besser, alleine zu basteln als garnichts zu machen. Kommt halt Hausmusik bei raus. Ist aber nicht schlimm.
     
  15. Anonymous

    Anonymous Guest

    Mitte der 70er Jahre hat es ja ein Herr auf eindrucksvolle Weise vorgemacht, dass man schon alleine mit opulenter Elektronik, die technische Kompetenz und musikalische Allmacht suggeriert, mit krummem Rücken auf den Boden hingefletzt viele Menschen schwer beeindrucken kann. Wenn die Lichter nacheinander aufleuchten, gibt's Szenenapplaus.
     
  16. Phil999

    Phil999 bin angekommen

    es hat möglicherweise auch mit dem Zeitgeist zu tun. Früher gab es eine Independent-Szene, die auch Platten verkaufen konnte, und besuchte und gefeierte Konzerte machten. Das Publikum war immens dankbar und neugierig, da es solche Musik schlicht und einfach noch nicht gab - weder im Radio noch von anderen Quellen wie ein weltumspannendes Computernetzwerk. Man jagte also förmlich diese kreativen Musikgruppen oder Einzelusiker, wenn man irgendwo eine Single oder ein Konzert erspähte. Es war auch ein Gemeinschaftsgefühl da, eine Gegenbewegung zum Establishment. Stichwort Thatcher und Reagan, das war ja eigentlich der Anfang des Neoliberalismus. Das haben die Leute gespürt und hatten ein grosses Bedürfnis, in einer Subkulturbewegung wie New Wave oder Punk sich einzunisten, auch wenn es nur für einen Abend war. Das galt gleichsam für Künstler und Zuhörer. Man teilte ein Geheimnis miteinander, das sich eben in einem Nietenarmband oder einer Frisur äusserte.

    Dann kam die Kommerzialisierung. Viele Gruppen und Musiker, die sich bisher gerade so über Wasser halten konnten mit ihren kleinen Plattenauflagen und Konzerten, konnten auf einmal fette Verträge unterschreiben. Sie traten auf einmal vor 10000 und mehr Leute auf. Das musste zu Veränderungen führen. Aus meiner Sicht ist von da an die Qualität und Intensität der vorherigen Independentmusik gesunken. Und zwar stetig, schon Anfang 90er Jahre gab es New Wave nicht mehr. Der Zeitgeist hat sich gewandelt, da war kein Raum und kein verbreiteter Bedarf für eine Subkultur mehr da, bzw. sie wurde ersetzt durch Tekno und Ecstasy. Die Kräfte des Marktes haben das Bedürfnis nach eigenem Ausdruck und Subkultur erkannt und vereinnahmt. Heute kann man jeden MIsfit, Querdenker, Revoluzzer, Gesellschaftsschreck, Pionier, Avantgardisten, auf T-Shirts oder in diversen Sammel-CD-Boxen kaufen. Elvis, Bob Marley, Beatles, Rolling Stones, bis Cure und Joy Division. Oder kraftwerkianisch gesprochen, das Besondere, Einzigartige, Wertvolle, wird zum Konsumprodukt.

    Wie sieht es für den ambitionierten Musiker heute aus? Im Prinzip ist immer noch alles möglich, es gibt keinen zwingenden Grund, warum unabhängige, interessante Musik auch heute nicht machbar sein soll. Und es gibt sie, auch wenn nicht mehr in der Häufigkeit früherer Tage.
     
  17. nanotone

    nanotone Tach

    An Faulheit herscht nun wirklich kein Mangel. Davon habe ich alleine schon mehr als genug. ;-)
     
  18. beim gemeinsamen jammen potenziert sich das dann noch:

    ey sync mal zur midiclock - na bin heute zu faul, nimm den lfo.

    :mrgreen:
     
  19. Anonymous

    Anonymous Guest

    ich bin ende der 70 erst geboren, vergieb mir meine unwissenheit
    ???
     
  20. AndreasKrebs

    AndreasKrebs bin angekommen

    Nee, nach der Beschreibung von Dirk müsste eher der Herr auf dem Flokati gemeint sein:


    Den schätze ich trotzdem sehr. Ist aber auch ein bisserl Kindheit / frühe Jugend, die dabei mitspielt. :lol:
    Andreas
     
  21. Anonymous

    Anonymous Guest

    das war ja eigentlich auch meine vermutung, wusste nur nicht, dass der schon in den 70er solo unterwegs war...
     
  22. AndreasKrebs

    AndreasKrebs bin angekommen

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