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Was sind deine Gewürze (Tricks & Kniffe)?

Rolo

Rolo

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Was sind deine bewährten Gewürze Tricks & Kniffe und Techniken die du verwendest um deiner Musik Lebendigkeit zu geben
oder um sie so zu gestalten daß man sie auch von Anfang bis Ende durchhören möchte. Hast du da bestimmte Taktiken die
du verfolgst und aus denen du kein Geheimnis machen willst? Gibt es Dinge die du nur manuell ,durch schneiden ,kopieren und layern hinbekommst?
Hast du bestimmte Tricks entwickelt oder entdeckt beim Sampling oder beim Zusammenspiel von Effekten? Wie und warum
macht es für dich Sinn bestimmte Sounds anzuzerren oder miteinander zu verbinden? Welche Stilmittel nutzt du für deine Musik? Z.B.
analog aufnehmen bestimmter Sounds und Audiospuren vor dem Digitalaufnehmen.
Damals zu Zeiten in denen Arbeitsspeicher noch sehr teuer war hat man z.B. Sounds gepitcht aufgenommen um Ram zu sparen und im Sampler dann wieder
auf normalspeed gebracht. Also mich würde einfach interessieren was du auf dich nimmst oder welche Mittel du nutzt oder welche Tricks du nutzt
um einen eigenen Sound zu kreiren. Ich denke es gibt massig Methoden um bei Elektronischer Musik besondere Effekte und Sounds zu erzeugen.
Oder Dinge die zu beachten sind wie z.B. daß wenn man eine Bassdrum erfolgreich anzerren möchte ersmal den Bass rausnimmt, dann überszeuert und dann den Bassanteil
wieder dazumischt. Solche Dinge halt. Es wär doch mal schön solche Sachen alles in einem Thread zu haben. Natürlich wird es auch Leute geben die ihr
Wissen und ihre Erkenntnisse über die Jahre nicht teilen wollen, aber vieleicht gibt es ja Leute die das gerne mitteilen wollen. Lernen könnte dabei jeder etwas.
Bitte alles angeben auch wenn es euch noch so belanglos erscheint. Für Anfänger wird dieser Thread eine Goldgrube sein.
 
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M.i.a.u.: MartYATARI, Audiohead, JanTenner und 4 andere
ich versuche immer ein Grundgerüst als livesession aufzunehmen. Das beinhaltet dann oft drums und 2-3 synthsounds + Effekte .
Dabei fokussiere ich mich am ehesten darauf eine Synthspur sehr aktiv zu bespielen. Parameter ändern, direkt spielen etc. Also das der Sound sich entwickelt.
Drums mute /unmute ich am ehesten.
Effekte sind essentieller Teil des Sounddesign und wenn ich es schaffe bediene ich die auch noch während der Session oder automatisiere was.
Dabei helfen mit die Modlanes am Oxi One oder die Loop-Recorder am E16.
Effekte die ich gern einsetze sind die Sherman und der Analog Heat als Sättigung, Ringmods (Modfactor, Ringerbringer, EHX Freq Analyzer) , Pitchshifter (Pitchfactor).
Delay und Reverb sind obligatorisch.. ich achte darauf das sie den Sound nicht verschleiern und Reverb lieber natürlich klingen. Shimmer-Diffusion-Grainwolken eher nicht.
Sehr wichtig ist mir ein gut balancierter Klang , der schon halbwegs final klingt. Einige tools wie Compressoren oder die Sherman sorgen da für analoges Mojo.

Das nehme ich als Stereospur in Ableton* Live auf und schau dann ob das als basis funktioniert. Wenn nicht , wiederhole ich die Session und versuche die Dinge die beim ersten Mal noch nicht gepasst haben anders zu machen.

Wenn diese Basis dann stimmt, versuche ich die Stimmung wahrzunehmen - höre das Stück also bewusst durch und überlege dabei ob es weitere Elemente braucht, die ich dann ggf in weiteren Takes aufnehme.
Also z.B. eine Fläche am Osmose noch dazu spielen .... denn das spielen am Osmose erfordert schon gut Aufmerksamkeit, das macht man nicht nebenbei beim jammen.

Ich versuche aber solche Zusatztakes als i-Tüpfelchen zu behandeln. Denn das mischen in der DAW wird trotz toller plugins die es heute gibt, oft zu steril (im direkten Vergleich mit der Mischung aus dem Pult).
Außerdem neigt man in der DAW dazu sich zu sehr an Details aufzuhalten als einfach nach Gefühl zu spielen und Dinge fertig zu machen.

Meine Gewürze sind meines Erachtens , interessantes Sounddesign, gesättigter, druckvoller Klang und organische Entwicklung der Musik. Also z.B. das eher simple Sequencen die sich kaum verändern mit anderen Elementen die sich sehr deutlich entwickeln kombiniert werden. Es soll der Eindruck vermieden werden, das nur loops aneinandergereiht worden sind.
 
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M.i.a.u.: Orphu, juhunet, martindirk und 6 andere
spezielle "Geheimtricks" habe ich nicht - so als Dilettant - , aber was ich gerne mal mache:
  • Kombination aus laufzeitkorrigiertem Pitch-Shifter (+12 Semitones) und Delay für ein oktaviertes Tape- oder Pingpong-Deiay.
  • Breaks ab und zu einfach nur einen Takt oder einen halben lang
  • Formanten per Automation mit EQs bzw. Notchfiltern betonen
  • FX mit längerem Nachklang (hauptsächlich Reverbs und Delays) gehen auf einen Returnweg, wo ein Kompressor mit Sidechain sitzt - Sidechainquelle sind Leads oder prominente Arpeggios (ist natürlich Standard-Handwerkszeug und immer mehr Reverbs haben integriertes Ducking)
  • Aus Erfahrung: ein wenig Rauschen schon bei der Aufnahme schadet nicht immer (nehme ja hauptsächlich Hardwareklangerzeuger über analogen Mischer auf)
  • ein kleiner Spleen von mir ist der Einsatz des Pitchwheels mit 1 oder 2 Oktaven Range - und dann Noten am Ende nach unten ziehen. :mrgreen:
 
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M.i.a.u.: mr.slow, martindirk, Solemn und 3 andere
Bei mir: Authentizität und ganz viel Liebe!


Sorry, ich konnte nicht widerstehen, stößt man im Marketing-Sprech heutzutage doch ständig auf solche ‚hilfreichen’ Beschreibungen (neulich z.B. bei Müsli…), aber es hieß ja: @Rolo : Bitte alles angeben auch wenn es euch noch so belanglos erscheint.

Tatsächlich schließe ich mich dem hier an:
Denn das mischen in der DAW wird trotz toller plugins die es heute gibt, oft zu steril (im direkten Vergleich mit der Mischung aus dem Pult).

Für mich: Je live-er ich die Sachen zusammenkriege, umso besser gefällt es mir.
 
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M.i.a.u.: ikonoklast, sllk und Rolo
Ich probiere mich derzeit aus. Da ich max. fünf Synthspuren (4 x M, 1 x Prophet), plus eine XBase, erzeugen kann und nur zwei Hardwareffekte habe (Delay, Reverb), stehe ich noch am Anfang und bin viel am Üben. Mein Hauptziel ist es, mein Mischpult (Mackie 1402) zu beherrschen. DIe EFX-Returns auf die beiden Kanäle 11-12 und 13-14 in Kombination mit einem sehr rudimentären Frühe-90er-Setup sollen mein Gewürz werden ;)
 
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M.i.a.u.: Rolo und Q960
Ich mache auf die aufgenommenen Spuren in der DAW haufenweise EQ und Filter, bis es meinen Ohren gefällt und stelle später fest, dass mir der Originalklang eigentlich immer besser gefällt. Eine leichte Lautstärkeanpassung wäre sinnvoller gewesen.
Die Würze liegt in dem WAS man macht, nicht WIE man es macht würde ich sagen. Ich habe Songs mit nur Soft Synths und mit nur Analog Synths gemacht. Nichts davon ist besser oder schlechter wegen der Zutaten, jedes hat seinen eigenen Charakter. Im Computer/Sequenzer sind die Stücke kompakter mit mehr Wiederholungen, wenn man Synthesizer spielt (richtig mit Tasten und so) werden die Stücke gerne ausufernder und freier in der Songstruktur.

Als besondere Würze kann ich jedem Synthi Spieler empfehlen sich eine Gitarre zu besorgen. Man muss das Instrument nicht komplett beherrschen, was man nach ein paar Monaten gelernt hat reicht völlig aus, um das musikalische Bewusstwein zu erweitern. Man kann sich dann entscheiden, ob man zum finden von Harmonien das Keyboard, oder die Gitarre in die Hand nimmt.
 
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M.i.a.u.: martindirk und AndreasKrebs
Ich machs tendenziell ähnlich wie @verstaerker , gehe nur mit bis zu 16 Spuren direkt ITB und mische dort. Allerdings mit einem recht fixen Template mit einer noch überschaubaren Palette an VSTs (schon allein zur Selbstkontrolle). Ich mag sowohl gutes Analog wie auch gutes Digital und auch Lofi. Die richtige Mischung macht dann denbSound in meinen Ohren wirklich erst interessant. Mit einem reinen Analogstudio machtvman mich vermutlich mittlerweile genauso unglücklich wie mit einem reinen ITB Setup.

Meine Musik ist simpel und repetitiv, aber ich versuch trotzdem oder deswegen den Sound möglichst "organisch" zu halten. Die meisten Spuren gehen durch analoges Outboard und ich schraube immer live (und oft auch nur mal sehr subtil) an allen Klangerzeugern und FXs beim Recording. Samples schneide ich auch mal unsauber für Konstraste. Teilweise "spiele" ich auch Sounds per Hand unquantisiert dazu. Fehler lasse ich gerne mal uneditiert. Nichts empfinde ich schlimmer als perfekt durcheditierte Musik. Allerdings ist Timing essentiell für mich, da sitze ich durchaus eine Weile bis es passt.

Die Philosophie live und entscheidungsfreudig per analogem Pult zu mischen, ist zwar auch für mich wieder erstrebenswert, aber leider im Moment schlicht nicht durchführbar. Mir würden auch mittlerweile einige liebgewonnene Stilmittel ITB fehlen. Mein derzeitiges Studio ähnelt im Moment eher einer grossen Ansammlung an Kompromissen... Das war auch schon mal anders, aber ein Perspektivwechsel ist ja immer irgendwie auch eine Bereicherung.... :D
 
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M.i.a.u.: Audiohead, JanTenner und Rolo
Was sind deine bewährten Gewürze und Techniken die du verwendest um deiner Musik Lebendigkeit zu geben

was ich gerne mache ist einen haufen parameter einer synthesizerstimme permanent zu modulieren, so dass die dinge nie gleich klingen.

dabei stand eine weil mal mein VST-parameter morphing plug-in im mittelpunkt, was genau das leistete indem es wählbare parameter von klangerzeugern oder effekten zu makroparametern zusammenfassen konnte.

eine spätere technik war dann das, was man heute als "MPE" kennt; ich verteilte einzelne noten der gleichen stimme auf verschiendene kanäle oder nahm von anfang an mehrere instanzen des gleichen patches und spielte diese reihherum an. einfaches beispiel: so können dann z.b. verschiedene filtereinstellungen bei überlappenden noten via midi oder wie auch immer unabhängig von einander eingstellt/moduliert werden.

etwas anderes, was für jeden auch mit herkömmlichern werkzeugen leicht machbar ist, ist, in "velocity sets" zu denken und ereignisse, bei denen midi velocity maßgeblich die amplitude bestimmt, getrennt voneinander und mit rythmischem kontext zu setzen.

das führt zu ähnlichen ergebnissen wie shuffling oder verzögerungen, ist aber letztlich einfacher zu realisieren als tatsächlich note ons auf der time domain zu verändern.

nicht unterschätzen sollte man wohl auch intonationskkennlinien. eine "gute" synthseizerstimme in deinem sinne sollte immer die option verschiedener portamento modes haben, auf pitch bend reagieren, oder gerne auch ein pitch plug-in (ohne formantkorrektur) als post effekt dahinter haben, wo man mal eben eingreifen und gezielte variationen oder auch einfach nur zufällige abweichungen erzeugen kann.
 
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M.i.a.u.: JanTenner und Rolo
  • #10
Ich weiß nicht, ob ich irgendwas Geheimes mache, und auch nicht, ob das, was ich mache, viele Leute gut finden würden, wenn sie es denn überhaupt kennen würden.

Mein "Rezept" ist immer, alles möglichst einfach zu halten. Möglichst jede Spur gleich so aufnehmen, wie sie am Ende klingen soll, möglichst lange Passagen auf einmal aufnehmen oder am besten gleich die ganze Spur. Möglichst wenig nachbearbeiten. Möglichst wenige Effekte. Und wenn, dann so wie früher mit dem 8-Spurrecorder: ein Reverb über den FX-Bus und Kompression auf der Summe, fertig. Delays oder Distortion am besten gleich mit aufnehmen.

Das lässt sich natürlich nicht immer in Reinform umsetzen, aber es ist die grundsätzliche Zielrichtung. Ich denke eigentlich immer im Modus "8-Spur-Bandmaschine" mit ein oder zwei FX-Sends und Summenbearbeitung.

Meine Gewürze sind also: gute Grundnahrungsmittel mit Salz (Reverb), Pfeffer (Delay) und gutem Düsseldorfer Löwensenf extra scharf (Kompression). So in etwa :-) ...
 
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M.i.a.u.: martindirk, Bjørn-65, LaBoum und 3 andere
  • #11
Ich versuche, mich zu ändern, wenn mir auf dem bisherigen Weg nichts mehr "einfällt" (mich inspiriert, von ganz alleine Ideen entstehen, an denen ich mich festbeißen kann).

Ich habe mit Freunden zusammen gespielt (auch live), später mangels Hardware viel mit (frühen) VSTs gemacht, dann mit "ernsthaftem" Komponieren angefangen (und mich wochenlang an einzelnen Takten festgebissen), dann die Welt der spontanen Improvisation auf meiner (stetig wachsenden) Modularkiste ausgeleuchtet, und bin jetzt bei der Idee gelandet, alte "Traditionals" ganz neu zu interpretieren (aktuell: Linta Maer Project - Hava Nagila - HeavyMetal Orchestra Folk mit KI Voices).
Und immer war eine Menge dabei zu lernen, damit auch das herauskommt, was ich möchte. Ukulele spielen (geht so, inkl. Fingerpicking), Bass spielen (nicht viortuos, aber für meine Zwecke ok), Gitarre spielen (noch wahnsinnig viel offen, aber ich versuche, das Wenige, was ich kann, praktisch "einsetzbar" zu machen).

Neue Tools inspirieren mich immer noch, z.B. endlich "singen" zu können (Synthesizer V) war ein riesen Gewinn für mich. Oder die "Alchemie" von Bodentretern, die mit Gitarre/Bass wirklich komplett anders reagieren, als mit Hardware-Synths.
Nebenbei fand ich den Umstieg vom reinen DAW-Mix auf eine digitale Wing-Konsole sehr inspirierend, es ist schon etwas komplett anderes, rein haptisch den Mix zu bearbeiten als nur über Maus und Bildschirm.
Aber eigentlich ist mein "Gewürz", mich ab und zu "auf links zu drehen" und was zu machen, von dem ich bisher kaum Ahnung hatte. Fordert mich, das ist gut und erzeugt den nötigen Flow, um nächtelang an Kleinigkeiten zu tüfteln, Takes so oft neu einzuspielen, bis ich zufrieden bin usw.
Andreas
 
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M.i.a.u.: Horn und Rolo
  • #12
Was sind deine bewährten Gewürze und Techniken die du verwendest um deiner Musik Lebendigkeit zu geben

Synths über Amps (sowohl Gitarren- als auch Bass-Amps) spielen / sequencen & dann per Mic(s) abnehmen.
 
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M.i.a.u.: martindirk, Bjørn-65, TotalKaputteKampfmaschine und 3 andere
  • #13
Für mich: Je live-er ich die Sachen zusammenkriege, umso besser gefällt es mir.
Yo! Ich nehme mit einem analogen Mischer auf aber mache die Endabmischung vor dem digitalen Mixdown in der DAW und kommen damit gut
zurecht. Der Vorteil des analogmischers ist daß ich da noch einen gain Regler habe und einen kleinen für jeden Kanal EQ, die zwar immer auf neutral stehen aber ab und zu Hilfreich sind beim aufnehmen. Außerdem habe ich noch 2 Aux/Send Wege für 2 analoge Multieffektgeräte.
 
  • #15
Das sind bisher wirklich sehr nette Beiträge ,ich freue mich. Es wird bestimmt noch sher interessant. Laßt euch Zeit,
aber bitte keine Analog vs. Digital Rangelei. Ich finde beides gut. Und ich finde es gut auf beides Zugriff zu haben.
Der Thread soll langsam wachsen also ganz entspannt immer wenn mal was einfällt erzählen. Ich bin jetzt schon inspiriert und freue mich daß
in so kurzer Zeit so viele Leute ihre Freude am händischen Musik gestalten bekunden.
 
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M.i.a.u.: Horn, LaBoum und AndreasKrebs
  • #17
Ich spiele viel per hand ein, die kleinen unreinheiten machen das ganze lebendig, lege aber dann aber je nach Stück auch "mechanische" sequencerspuren drüber.
Ich finde das Musik durch Kontrast Spannung bekommt, damit funktioniert das recht gut.
Etwas manuelles, analoges über viele sequencerspuren zu legen ( quasi andersrum als oben ) ist ja ein alter hut, Stimme ist ja auch analog. Mache ich manchmal aber auch wenn es mir danach ist.
Und dann... spiele ich stereo-spuren manuell einzeln ein, links und rechts, wenn es keine sequencerspuren sind.

Und das dann zu quantisieren... meh. dann geht alles wieder kaputt.
 
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M.i.a.u.: Rolo, JanTenner, Bjørn-65 und 2 andere
  • #18
Mein Hauptziel ist es, mein Mischpult (Mackie 1402) zu beherrschen.
Joo, geht mir gerade auch so. Irgendwie ‚Back to the roots‘. Habe seit kurzem einen Mackie 1402 VLZ3 und die DAW erst mal ausrangiert. Bin mit Cubase in 7 Jahren nicht warm geworden… Jetzt wieder Fader statt Maus :)
Und ich habe mir inzwischen wieder Hardware-Effekte angeschafft (u.a. Meris Polymoon, Empress Reverb, Eventide H9 usw.), nachdem ich vor einigen Jahren dummerweise mal tabula rasa gemacht habe, um die ganze Sache materialmäßig zu verschlanken. Rückblickend für mich ein Irrweg.
 
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M.i.a.u.: Rolo und LaBoum
  • #19
Beim kompositorischen Aspekt arbeite ich sehr viel mit rhythmisch "unpassenden" Elementen. Das kann zum einen sein, dass ich in einem Viervierteltakt eine 14 Achtel lange Shaker-Figur mit einer geraden HiHat-Figur kombiniere. Oder eine 3/8tel-RideCymbal mit geradem Hihat. Die HiHat ist zwar in beiden Fällen das dominierende Element, aber der Shaker oder das Ride "dahinter" variiert das ganze.
Wenn ich live spiele (was derzeit zu 99% der Fall ist), dann stelle ich fest, dass ich sich wiederholende Melodie-Motive nie gleich spiele, sondern fast immer zu unterschiedlichen Taktzeiten einsetze. Das mache ich allerdings nicht bewusst, sondern mein "Gefühl" sagt mir einfach: jetzt nicht gerade einsetzen, sondern bei dieser Wiederholung mal auf den Off-Beat beginnen

Ich spiele viel per hand ein, die kleinen unreinheiten machen das ganze lebendig, lege aber dann aber je nach Stück auch "mechanische" sequencerspuren drüber.
Das entspricht auch meinem "Gewürz" in der Produktion: Der Kontrast zwischen dem Exakten und dem Ungenauen - und eben die Kombination von beiden.
Das kann verschiedenes sein. Z.B. Rhythmus-Maschine kombiniert mit einem Loop eines live gespielten Schlagzeugs. Handgespielte Gitarrenspuren doppele ich mit einer identisch spielendes Synthspur. Bei Gesang mische ich die Leadvocal immer "trocken", der Effekt (Hall/Delay/...) wird von einer Autotune-Version der Leadvocal angesteuert. Letzthin habe ich zwei Songs eines Freundes gemischt, bei denen zwei oder drei Versionen der Leadvocal vorlagen, da hab ich dann diese Autotune+Effekt-Spur von einer anderen (nicht wirklich trocken zu hörenden) Version der Leadvocal genommen.
 
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M.i.a.u.: sternrekorder, goorooj, Rolo und 4 andere
  • #20
PS @Rolo: eine sehr schöne Thread-Idee! Danke dafür!
 
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M.i.a.u.: Audiohead, goorooj, Rolo und 4 andere
  • #21
Kochen (und natürlich Essen) und Klangforschen sind meine Lieblingsbeschäftigungen. Dabei gibt es für mich erstaunliche Parallelen. So nutze ich am liebsten einfache Grundzutaten und achte auch sorgsame Zubereitung und Würzung. Die richtige Dosis von einem Gewürz kann ein Genußerlebnis erzeugen, zuviel davon und es wird ungeniessbar.

Einige meiner "Lieblingsgewürze" beim Klangforschen sind z.B.

- Effekte und Modulationen, die ich mit den Pads der Ableton* Push dynamisch triggere statt Automatisierungskurven zu zeichnen
- Resonante Filter "melodisch" spielen, indem ich die Frequenz auf verwandte Tonhöhen quantisiere. So können schon mit einer Note Intervalle entstehen.
- Dosierter Zufall, indem ich bestimmte Parameter eines Klangs bei jedem Trigger um einen ganz kleinen Prozentsatz (< 1%) mit einem Ableton* device variieren lasse.
-> bei perkussiven Klängen mit FM ergibt sich daraus eine weitere Möglichkeit. Eine längere Sequenz slice ich z.B. auf ein Drumrack und kann dann durch gezieltes Spiel eine bestimmte Rhythmik mit Akzentuierungen bis hin zu Andeutungen einer Melodie erzeugen.
- Isolierte Hallfahnen aus dem Zusammenhang resamplen, das Sample Loopen und an bestimmten Stellen entweder mit einer perkussiven Hüllkurve eintriggern oder als Fläche ein-/ausfaden. Räume, die ich mit keinem Reverb so erzeugen könnte.
- Ich speichere zwar vieles ab, benutze aber kaum etwas davon wieder. Lieber baue ich mir es neu, wodurch wieder neue Variationen entstehen. Das ist in etwa so, wie ich auch keine fertigen Würzmischungen beim Kochen verwende. Es schmeckt jedesmal ein klein bisschen anders. Komme dabei immer wieder auf neue Ideen.
 
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M.i.a.u.: Rolo, Akai, martindirk und 4 andere
  • #22
Ich mache auf die aufgenommenen Spuren in der DAW haufenweise EQ und Filter, bis es meinen Ohren gefällt und stelle später fest, dass mir der Originalklang eigentlich immer besser gefällt. Eine leichte Lautstärkeanpassung wäre sinnvoller gewesen.
Exakt so ging es mir auch. Drum lasse ich von den EQs (meines Behringer* MX8000, die sowieso ein wenig sonderbar färben) die Finger.
 
  • #23
Ich bin sehr praktisch veranlagt, wenn es ums Musikmachen geht und bin ein Verfechter der Überzeugung, dass man für den musikalischen Ausdruck keinen Strom benötigt und wer ohne ihn nicht musizieren kann, tief im Inneren kein Musiker ist. Ich nutze die Geräte, weil sie viele Sachen vereinfachen, aber diese Überzeugung hält mich davon ab, mir zu viele Gedanken über den "Signature Sound" zu machen oder meinen musikalischen Ausdruck vom Sounddesign oder elektrischen Geräten abhängig zu machen.

Obwohl ich viel zu viele Geräte habe, nutze ich im Grunde genommen immer wieder dasselbe, weil der Sound in allein seinen Feinheiten eine nebensächliche Rolle spielt. Mir reicht ein Reverb, ein Delay, ein Verzerrer, ein Synthesizer, eine Gitarre, ein Bass, ein Verstärker, ein Drum-VST und ein Mikrofon, um alle meine Songs zu produzieren und wenn das nicht da ist, kann ich auch schnipsen, klatschen und singen.

Anders gesagt:
Ich koche nur mit Salz und Pfeffer, und selbst damit überwürze ich das Gericht. Oft wird es halbroh serviert und manche Zutaten sind von minderwertiger Qualität, aber die Rezepte sind nicht schlecht, obwohl sie einfach sind. Die Defizite liegen in den Kochkünsten, aber ich esse was ich koche, auch wenn mir andere Gerichte besser schmecken.
 
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  • Gute Idee
M.i.a.u.: Rolo, goorooj, Horn und 2 andere
  • #24
Resonante Filter "melodisch" spielen, indem ich die Frequenz auf verwandte Tonhöhen quantisiere. So können schon mit einer Note Intervalle entstehen.
wo ich das gerade lese:

was auch nett kommt: Ringmod/Crossmod und Sync gleichzeitig bei einem paraphonen Synth wie den UNO Synth Pro - und dann polyphon spielen: Jede Note hat ein anderes Obertonspektrum. :-)
Aber so was geht halt nicht mit jedem Synth.

Hihats, Shaker und Toms spiele ich auch am liebsten live ein, und quantisiere dann nur mit der Pipette - vor allen die Dynamik sollte stehen bleiben bzw. wird höchstens noch manuell akzentuiert.

Was ich ebenfalls gerne Nutze: Plugins mit LFO-Funktion wie die Step-FX aus Logic oder Panagement II: Damit dann rhythmisch die Hihats oder ähnliche Spuren leicht in Panorama und/oder Tiefe hin und herwandern lassen.
 
  • #25
Ich war zwei Mal jeweils fünf Tage als Teilnehmer bei einem Songwriting-Workshop. Und obwohl ich fast gar keine Songs schreibe und meine Musik fast ausschließlich aus Drones/Ambient/Soundscapes besteht, ist mir dort die Wichtigkeit eines stringenten Aufbaus und einer Struktur klargeworden. Jedes Stück muss bei mir einen Flow haben, Einleitung-Hauptteil-Schluss wie im Deutschunterricht bei den Aufsätzen. Wiedererkennbare Melodien, die sich abgewandelt durch ein Anderthalb-Stunden-Werk ziehen, mal laut, mal leise, mal schön, mal dissonant/verzerrt.

Und anders als ganje sehe ich die Instrumente schon als integralen Teil der Performance: Ich bin halt Elektronikmusiker, und niemand möchte, dass ich auf der Bühne stehe und nur singe, pfeife und klatsche.
Soundtechnisch finde ich immer mal wieder Instrumente oder (meistens) Kombinationen aus Instrumenten und Effekten, die sich zu "Signature-Sounds" entwickeln (einfach, weil zum Beispiel außer mir niemand auf die Idee kommt, fünfmal Electroplankton einzusetzen oder das Korg Miku Stomp für einen Elfenchor herzunehmen), die ich immer wieder benutze.

Grundsätzlich versuche ich, mir einen Live-Aufbau zu bauen, der zu 80 % meine Lieblingsinstrumente vereint und noch 20 % Platz für Wechselkandidaten lässt. Ich möchte mich auf sicherem Terrain wissen, mich und mein Publikum aber auch gerne mal überraschen. Ähnlich wie im indischen Restaurant, wo jedes Gericht typisch indisch schmeckt, aber doch alle unterschiedlich. Meine beiden Reface CS sind immer dabei und machen immer dieselben Sounds, aber ich verbringe dann auch mal ein komplettes Wochenende damit, eine Spieluhr-Sequenz per Lochzange zu programmieren.
Worauf ich auch achte, ist, dass für das Publikum so ungefähr nachvollziehbar ist, was ich da mache und woher welcher Sound kommt. Deshalb nutze ich auch gern mal etwas Akustisches (Gong, Multigeräuschkiste, Stein mit Geofon oder eben eine Spieluhr) oder "besondere" Instrumente wie Terra oder Chromaplane.

Ja, spannender Thread, zumal jede/r die Fragestellung unterschiedlich interpretiert und auf diese Weise überraschende Antworten gegeben werden.

Schöne Grüße
Bert
 
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M.i.a.u.: Randulph, oli, Audiohead und 2 andere
  • #26
was auch nett kommt: Ringmod/Crossmod und Sync gleichzeitig bei einem paraphonen Synth wie den UNO Synth Pro - und dann polyphon spielen: Jede Note hat ein anderes Obertonspektrum. :-)
Ja genau. Oder mit monophonen Synths, wo man zwei Oszis duophon spielen oder einen Oszi von der Tonhöhensteuerung abkoppeln kann. Das geht dann mit den entsprechenden Intervallen von harmonisch bis frei gestimmt schön atonal.

Süß-sauer eben. ;)
 
  • Daumen hoch
M.i.a.u.: Audiohead und Scenturio
  • #27
- Resonante Filter "melodisch" spielen, indem ich die Frequenz auf verwandte Tonhöhen quantisiere. So können schon mit einer Note Intervalle entstehen.
Wobei der angedeutete Sinus mit definierter / quantisierter Tonhöhe auch so ähnlich wie Duophonie gesehen werden kann. Ich ließ mich da vor Jahren mal von Arvo Pärts Tintinnabulistil als "kompositorisches Gewürz" inspirieren und habe das seitdem gerne in meinem Gewürzregal griffbereit. Nicht zu 100% streng danach gerichtet, weil Tintinnabuli rein diatonisch ausgelegt ist. Ich erweitere das gerne auch um Quarte, Quinte und Oktave zur Führungsstimme, um Spannungen einzuleiten oder aufzulösen.
 
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M.i.a.u.: Audiohead
  • #28
Mein Gewürz besteht gar nicht so sehr aus Effekten oder sonstigen "Tricks". Aber natürlich auch. Ich erzeuge meine "Ambience" mittels diverser Klangkörper. Ich habe dazu sogar ein eigenes Regal, voll gepackt mit Krempel das "irgendwie" klingt. Manchmal gehe ich auch einfach in die Küche und such mir was. Ein solcherart generierter Klang darf sogar mal sein Schattendasein als Gewürz verlassen und die Hauptrolle spielen.

Schöner Thread. Lese mit großem Interesse mit.
 
  • Daumen hoch
M.i.a.u.: Audiohead und Golden-Moon
  • #29
Richtige Gewürze hab ich eigentlich nicht.
Ich produziere halt heute noch so wie ganz früher.

Nutze nur sehr selten Midi (haben die ollen Gurken eh nicht), sondern spiele möglichst alles in einem Take als fertige Stereospur ein.
Aufgenommen wird, incl. diverser Effekte, direkt in Stereo auf meinen kleinen Zoom* H4n.
Am Ende packe ich die Daten in den PC und schnippsel meine komplette Session, die oft über 2 Stunden andauert, mit Wavelab auf die optimale Tracklänge zusammen.

Als Besonderheit wären da meine vielen kleinen Minisynthies und Droneboxen zu nennen, wie Moodysound Babybox, Sleepdron 5 & 6, Utopia Synth, Drone Comander, Rot Yr Brain, usw.
Die können zwar alle fast nix, aber das Wenige können sie sehr gut und sorgen für Abwechslung im Track.
Sehr prägend für "meinen" Sound sind sicherlich auch die beiden Haken Continuum Fingerboards.
Dazu kommt auch noch die altmodische analoge Arbeitsweise an sich und einige kompositorische Dinge.
 
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M.i.a.u.: ModernerPurist, martindirk, JanTenner und 2 andere
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