Wer hats erfunden? (Guten Tag)

Dieses Thema im Forum "Analog" wurde erstellt von Povidl, 18. Februar 2008.

  1. Povidl

    Povidl -

    Guten Tag. Verfolge dieses Forum schon länger und bin sehr interessiert an den hier geführten diskussionen, feines Forum!
    Frage: wer hat die verwendung der CV erfunden? Sicher eine dumme Frage, aber wer hat die Idee gehabt durch den User verlinkbare Parameter in ein Gerät einzubauen. Bin an einer Tontechnik schule, und vor kurzem wurde dort Bob Moog als Erfinder angeführt. Ich hab mal gehört Stockhausen soll dafür verantwortlich sein. Eigentlich egal wem wir dieses Herrlich System zu verdanken haben, :roll: interessant wäre es doch.
    Wiki de und wiki UK geben keine auskunft..
    Danke
    povidl
     
  2. Moogulator

    Moogulator Admin

    Die Herren Moog und Buchla arbeiteten damit, die meisten Sachen davor waren einzelne Bausteine oder aber "programmgesteuert" über einen Lochstreifen (RCA Synthesizer). Man würde also für SYNTHESIZER sagen können: Buchla und Moog haben das letzlich eingeführt. Möglich und denkbar war es aber grundlegend auch vorher schon, nur hat es noch keiner im Sinne eines Modulsystems gemacht.

    Hier zum Forum gibts auch nen Wiki, aber da ist es nur nebenbei drin..
    Wer hats erfunden ist also schwer zu beantworten, aber wer damit quasi gearbeitet hat, dass kann man mit diesen beiden Namen ganz gut sagen. Sie sind aber nicht allein damit.
     
  3. Bob Moog wird die Erfindung des V/Okt.-Standards zugeschrieben: Also das Ansteigen eines Tones um eine Oktave, wenn die CV um einen V am entsprechend skalierten Input des VCOs zunimmt.

    Das Prinzip der Steuerspannung selbst dürfte älter sein und im Bereich des physikal. Laborequipments (evtl. auch spezieller der analogen Computer) zu suchen sein. Dort hat der Synth zumind. u.a. seinen Ursprung.
     
  4. C0r€

    C0r€ -

    In der Synth-DIY mailing liste gab es auch schon die Idee 1V/Oct in Moog umzubenennen.
     
  5. Bob hätte auf diese Frage mit "der Zeitgeist" geantwortet ;-)
     
  6. Wenn ich mich nicht irre, hat Hugh Le Caine schon in den späten Vierzigern seinen Sackbutt mit einem spannungsgesteuerten Oszillator ausgestattet.
    Aber den Weg geebnet für diese Art von Synthesizern hat unter anderem Bob Moog, das stimmt wohl.
     
  7. Moogulator

    Moogulator Admin

    DAS ist der Geist!
    Es ist klar, dass manche Dinge sozusagen in der Luft hängen. Das Auto? Das Telefon? Die Glühbirne? Alles Sachen, die zeitnah von mehreren Leuten an verschiedenen Ecken erfunden wurden.

    Bob Moog dürfte stimmen, jedoch ist/sind Buchla und Moog nicht so weit entfernt voneinander.
     
  8. Lauflicht

    Lauflicht x0x forever

    Ist Deine Frage nur auf Musikinstrumente bezogen oder Elektronik im allgemeinen? Bei letzterem würde ich mal sagen: "Seit dem Zeitpunkt an dem Menschen was mit Elektrizität anfangen und elektrische Apparate bauen konnten." Also irgendwann im 19. Jahrhundert mehr so in der Ecke Frankreich, à la Monsieur Faraday und wie die alten Physiker alle hießen....
    Zum Steuern elektrischer Geräte in der prä-digital Ära hat man halt CV genommen. Streng genommen also nix besonderes und sicherlich nicht von Bob erfunden.

    Auf Musikinstrumente bezogen Google mal nach Monsieur Ondes Martenot. Das ist in den Zwanzigern passiert. Oder Herrn Lev Sergejewitsch Termen (Leon Theremin) - ca. zeitgleich. :)
     
  9. Auf so einem Ding durfte ich erst kürzlich herumfingern. Sehr interessant.

    Natürlich ist der Apprat schon längst vertjubt:
    http://de.youtube.com/watch?v=Yy9UBjrUjwo
     
  10. Anonymous

    Anonymous Guest

    Nach meinen Informationen wurde das Prinzip der Spannungssteuerung gleichzeitig, jedoch unabhängig von einander, von Bob Moog, Don Buchla und Gottfried Michael König (http://www.sonology.org) entwickelt.
     
  11. mik93

    mik93 -

    bitte nicht schlagen wenn ich bockmist erzähle :isdawer:

    aber das läuft doch über einen veränderbaren widerstand, oder lieg ich da ganz falsch?
    und das prinzip dürft doch wohl schon länger bekannt und in anwendung sein.

    was der gute Bob gemacht hat, dass er einen standart dafür entworfen hat, der gut funxt! (danke Bob) :adore:
     
  12. Anonymous

    Anonymous Guest

    Das Entscheidende ist ja grade, dass man ein variables Bauelement, wie zum Beispiel ein Poti, durch eine Steuerspannung "ersetzt" und damit praktisch elektronisch automatisierbar macht.
    Vorher: Tongenerator + Mensch dreht am Knopf
    Hinterher: VCO, von anderem VCO-moduliert
    Sowas, als verallgemeinertes Prinzip eingesetzt, ist mir vor dem Synthesizer aus keiner Anwendung bekannt.
     
  13. Wie allerdings jemand gerade auf Stockhausen kommen konnte ist mir schleierhaft. War Stockhausen doch in erster Linie ein typischer "Künstler", der die arbeiten seiner "untergebenen" (der Leute welche wussten wie die Technik funktioniert, was sie konnte und sie bedienten) als seine eigenen auszugeben wusste. Eigentlich ein typischer chef... also entfernter von einem Erfinder kann diese Kategorie Mensch doch kaum sein.
     
  14. qwave

    qwave KnopfVerDreher

    I habe nie gehört das Stockhausen einen Lötkolben benutzt hat oder Schaltungen aus einzelnen Komponenten entworfen hätte.

    Über seine Musik schweige ich liebe. Das ist ein ganz anderes Thema.
     
  15. Anonymous

    Anonymous Guest

    Ich habe Anfang der 70er Jahre versucht, Herrn Stockhausen am Telefon und später in einem kurzen persönlichen Gespräch während eines Krankenhausbesuchs das Prinzip der Spannungssteuerung und die Konsequenzen auf seine Kompostions- und Realisationsmöglichkeiten zu erklären. Er schien es global verstanden zu haben und meinte, dass das ganz wunderbar sei und ihm nun einiges einfallen würde. Er hat dann noch ausführlich von seiner Darmspiegelung erzählt und dass er innen ganz rosa wäre.
     

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