[Fakten] Wie baue ich mir eine gute galvanische Trennung?

2bit

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Ich denke mir, dass dies ein gutes Einstiegsprojekt in die Löterei ist und um mich mal grundsätzlich in die Elektrotechnik einzuarbeiten.

Das ist freilich Laienniveau, aber vielleicht möchte mir ja jemand mit entsprechendem Detailwissen und Erfahrung zur Hand gehen. Aber so schwer kann das ja nun auch nicht sein. Sind ja eigentlich nur zwei gleichartige Spulen?!? Aber es gibt sicher Fallstricke...?

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Meine (auf das Wesentlichste vereinfachte) Ausgangssituation:

A) Der Computer hängt am Hausnetz. (SchuKo-Stecker mit Erdung)

+

B) Das Audiointerface hängt am Hausnetz. (Eurostecker)
C) Das Audiointerface hängt am Computer (USB 2)

+

D) Ein Waldorf KB37 hängt am Hausnetz. (SchuKo-Stecker mit Erdung)
E) Das KB37 hängt am Audiointerface. (6,3mm Klinke - Mono Patchkabel)

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F) Das Ergebnis ist ein Ground Loop, bei dem ich Festplatte, Maus und alles Weitere vom Datenbus des Rechners im Audiopfad habe.

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Nicht gesucht ist:
Den Schutzleiter von einem der beiden SchuKo-Stecker zu unterbrechen.

Das ist erstens trivial und zweitens lebensgefährlich.
Haken dran machen und
hier bitte nicht weiter darüber reden!

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Nur:

1. Wo fange ich denn jetzt an? Verschiedene Übertrager gibt's ja ohne Ende. Nur welcher davon ist für meinen Zweck jetzt besonders geeignet und vor allem: Warum?
2. Kann ich jetzt einfach ein paar Buchsen an einen solchen Übertrager dranlöten und das dann als passive Einheit benutzen oder gibt es konkrete Gründe, die dagegen sprechen?

Aussagekräftige Links, gerne auch auf englisch, sind mir sehr willkommen, solange diese eben konkrete Infos bereit halten und nicht nur zu oberflächlichen Orientierungsartikeln führen.
 
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3456778674

Guest
Einfache Übertrager kauft man am günstigsten fertig, z.B. die HD400 von Behringer https://www.thomann.de/de/behringer_microhd_hd400.htm

Bessere Übertrager in Studioqualität sind recht teuer, so ca. 30 bis 100€ das Stück und daher nicht so verbreitet zu bekommen.
Hersteller sind z.B. Haufe, Siemens, Neutrik, Pikatron, Lundahl ... sinnvollerweise such man da auch (mit Geduld) bei Ebay gebrauchte Teile.

Bei Lundahl https://www.lundahltransformers.com/technical-papers/ findet man auch einige technische Info dazu.
Generell ist echtes High End nicht so einfach, weil die Sender und Empfänger bei weitem nicht so variabel sein dürfen, wie bei der direkten elektronischen Lösung, wenn man wirklich studiotaugliche Messwerte erreichen will.

Verabschieden sollte man sich allerdings von der heute unter Laien, Idioten, Goldohren, Autoren von F(l)achzeitschriften usw. verbreiteten Wahnvorstellung, einen einzelnen Übertrager hören zu können. Das wird dir selbst mit den o.g. Billigteilen allenfalls vereinzelt mit boshaften Signalen passieren.
Studioübertrager heißt, dass das Ding den Sound nicht versaut, selbst wenn er x-mal durch so etwas durch muss!
 
Bei mir hat dieses geholfen, gerade bei der Roland Boutique Serie.
Gibt es in Verschieden Ausführungen, für ganz wenig 8 bis 10€ Geld und in guter Qualität.
Mein Studio ist nun kpl Störungs- (Brummen & HF) frei.
Im enddefekt habe ich nur ein Kabel von meiner RME Soundkarte zu den ADAM Monitore benötigt.
 

Lauflicht

x0x forever
Reden wir hier explizit um ein Computer Setup, wo es eine USB Verbindung zu einem externen Klangerzeugung gibt? Dann muss genau dieses USB Kabel galvanisch entkoppelt werden weil in den allermeisten Hardware- Geräten USB Ground nicht entkoppelt ist.
 

fanwander

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Reden wir hier explizit um ein Computer Setup
Wir reden hier von einer Lötübung. Der Mensch will einen Trennübertrager a la HD400 bauen. Finde ich gut, da er da 1.) Löten übt, und 2.) erkennen wird, dass der mechanische Teil von solchen DIY-Sachen oft das schwierigere/aufwändigere ist.

Was die Frage nach dem Übertrager angeht: wenn es nicht der Lundahl-Superduperfrequenzgang von Weltenstillstand bis Fledermaus sein muss, dann nehme ich die Übertrager:
https://www.thomann.de/de/neutrik_nte1nf_audiouebertrager.htm
Ich nehme an, das ist ungefähr die Qualität, die in den Behringer HD400 drin ist.

Für gehobene Ansprüche benutze ich Haufe RK310/2 - die gibts gebraucht bei ebay aus alten Studerpulten (such mal nach dem User "buntfernsehen", Bernhard Smets in Wiesbaden - ich nehme an, das ist ein StudioTechniker, der alte ZDF-hardware verkauft)
 
Zuletzt bearbeitet:

NickLimegrove

MIDI for the masses
Da würde ich gern mal eine Verständnisfrage anflanschen, weil ich mich in all den Jahren mit gottseidank noch nie mit Brummschleifen auseinandersetzen musste:

Punkt F) liest sich für mich ein bisschen so, als sei eine Brummschleife die natürliche, unvermeidliche Folge dieser Verkabelung. Aber ist das so?

Weil wenn das hier die Konstellation ist, die du (@2bit ) beschreibst, dann würde man doch eigentlich erstmal sagen: alles richtig gemacht (oder?).

Brummer01.png

Dessen unbenommen: schönes Projekt! :supi:
 
Zuletzt bearbeitet:

2bit

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Vielen Dank für die rege Teilnahme hier! Da hab ich jetzt erst mal zu tun.

Der Rechner hängt sogar an einer anderen Wandsteckdose in einer anderen Ecke des selben Raums. Der Rest ist so, wie du es skizziert hast.

Punkt F) liest sich für mich ein bisschen so, als sei eine Brummschleife die natürliche, unvermeidliche Folge dieser Verkabelung. Aber ist das so?
Ziehe ich das Patchkabel des Synths aus dem Interface, sind die typischen Störgeräusche aus dem Rechner sofort weg.

Sowas hier: https://electronics-shop.dk/usb2iso in die USB-Leitung zwischen die Verbindung: C) Das Audiointerface hängt am Computer (USB 2) müßte helfen...
Nein, das Teil wird bei mir garantiert nicht funktionieren. Das Interface braucht zwingend die ganze Bandbreite, die die USB 2.0-Spezifikation hergibt, weil da 8 I/O-Kanäle mit einer Samplerate von 96 KHz werkeln. Aus der FAQ des Trenners:

What are USB standards 1.0, 1.1, 2.0 and USB bus speeds 1.5Mbps, 12Mbps, 480Mbps?

USB was initially release in version 1.0 in 1996, which was soon upgraded to 1.1 in 1998 and supports 2 bus speeds - Low Speed (1.5Mbps) and Full Speed (12Mbps). USB 2.0 was released in 2000 and supports Low Speed, Full Speed and High Speed (480Mbps).
A USB 2.0 device can either be Low Speed, Full Speed or High Speed. Devices are mostly backward compatible to support lower speeds - but this is not a demand.
USB2ISO support 12mbit Full Speed only. A 480mbit device and HighSpeed USB host (PC/HUB) with the USB2ISO in between will fall back to 12mbit - some devices needs the full bandwidth to operate correctly. Low speed devices which are keyboard, mouse, etc. do not work with the USB2ISO out of the box. The USB2ISO can be delivered in low speed edition (Stuffing option) - if anyone wants this please write an email and we will add the low speed product to the shop.
Quelle: https://electronics-shop.dk/?id=900&currency=EUR
 

NickLimegrove

MIDI for the masses
Der Rechner hängt sogar an einer anderen Wandsteckdose in einer anderen Ecke des selben Raums.
Das kann u.U. mitverantwortlich für das Problem sein. Und zwar vor allem dann, wenn diese beiden Steckdosen zu unterschiedlichen Stromkreisen gehören, also an verschiedenen Stellen deines Sicherungskastens hängen. (Nicht täuschen lassen von dem, was evt. auf die Sicherungen gekritzelt ist: bei mir z.B. sind zwei von vier Wandsteckdosen im Schlafzimmer de facto Teil des Küchen-Stromkreises.)

Das Ideal ist ja eigentlich die "baum-" oder "sternförmige" Verkabelung bei der Stromversorgung. Also alles, was zu deinem Fuhrpark gehört, sollte letzten Endes an der selben Steckdose hängen. Oder am selben Wust von Mehrfachsteckdosen, solange diese eben von derselben Stelle aus gespeist werden.
 
Zuletzt bearbeitet:

ARNTE

Ureinwohner
Der Rechner hängt sogar an einer anderen Wandsteckdose in einer anderen Ecke des selben Raums. Der Rest ist so, wie du es skizziert hast.
Fehler gefunden würde ich sagen. Wie Nick richtig schrieb sollte im Studio alles an einer Steckdose hängen (außer die Schreibtischlampe vielleicht ;-) ).
 


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