Wofür kaufe ich eigentlich Synthesizer?

Dieses Thema im Forum "SyntheTisch!" wurde erstellt von Ermac, 8. April 2007.

  1. Ermac

    Ermac Tach

    Ich frage mich mal wieder, wofür ich eigentlich Synthesizer kaufe. 90% meiner Sounds kommen aus Absynth, dem Virus TI und dem Triton. Diese drei bediene ich blind und wenn ich mal Lust auf neue Klänge habe setze ich mich da dran und habe wenig später völlig neue Sounds geschraubt, die meist so klingen, wie ich mir das vorstelle. Seit mittlerweile vier Jahren hat sich dieses Setup bewährt (natürlich hieß der TI damals anders).
    Hin und wieder kaufe ich mir neue Sachen, die ich dann hier und da einsetze, aber dann doch wieder verkaufe, da ich merke, dass das auf Dauer nichts wird.
    Heute habe ich mal die ganzen "Exil-Geräte" angeschmissen und wirklich intensiv programmiert. Von Verständnis- und Einarbeitungsproblemen kann nicht die Rede sein. Trotzdem ist nix daraus geworden. Nach einer kleinen Tee-Pause habe ich dann meine üblichen Verdächtigen angeschaltet und hups, da ist schon ein neues Stück für´s nächste Album fertig!
    Ende des Monats werde ich mir mal einen V-Synth anschaffen oder falls dieser dann schon weg ist zwei von den Creamware Kisten kaufen. Aber irgendwie habe ich jetzt schon das Gefühl, dass das nicht lange halten wird.
     
  2. micromoog

    micromoog bin angekommen

    Ist doch schön, das du mit dem flotten Dreier zufrieden bist ;-)

    Dann würd ich mir auch x-mal überlegen, noch was neues anzuschaffen...

    Mich persönlich reizt immer wieder ein neues Gerät bei dem dann oft die Wiederverkaufsschwelle sehr hoch liegt :D (...Jäger & Sammler...)
     
  3. Horn

    Horn |

    Ich frage mich das auch und denke, ich sollte einmal diesen komischen Knoten im Gehirn durchschlagen, immer wieder etwas Neues zu wollen, und lernen, mit dem zufrieden zu sein, was ich habe. Komischerweise geht mir das mit der Gier nach Gear auch nur bei Synthesizern so ... bei meinen anderen Instrumenten bin ich mit dem zufrieden, was ich habe und was sich bewährt hat, nur bei den Synthies bin ich immer auf der Suche nach dem nächsten besten Nächstbesten ...
     
  4. Moogulator

    Moogulator Admin

    Ist das ein Problem? ;-) Es ist doch gut, wenn du deine Insturmente gefunden hast und sie einsetzt..
     
  5. phelios, ich denk, das ist normal. man hat nunmal einerseits gewisse klangliche *ecken* in denen man zu hause ist, andererseits auch ansprüche in die bedienbarkeit und technische handhabung. über die jahre btw mit der zeit hinweg wächst das förmlich ein und neue geräte müssen da erstmal eine art hürde überwinden. es gibt sicher noch etliche bereiche fernab der synths, bei denen das (auch bei anderen leuten) so ähnlich abgeht. nicht, weil der mensch ein gewohnheitstier sei, oder weil es (gear)liebe auf den ersten blick war, sondern weil zwischen gerät A und person B sich eben der optimale arbeitsfluss eingestellt hat, daran muss sich neues eben messen.

    seit knapp 2 jahren arbeite ich nur noch mit mac... es ist garnimmer vorstellbar, das ich mir hier ne dose hinstelle..... grauenhafte dinger.
     
  6. Pepe

    Pepe Tach

    Da muss ich unserem Moogulator Recht geben. Wenn du deinen persönlichen Grundsound und deine ideale Werkbank zum Schrauben gefunden hast, super!

    Das ist bei G!tarristen ähnlich, die ständig neue Klampfen kaufen, letztlich aber doch nur ihre Stratocaster und die eine spezielle Westerng!tarre spielen. So geht es auch meinem Chef. Der spielt in seiner Band seine Jazzmaster und zuhause seine Takamine Konzertg!tarre, hat aber noch eine tolle Gretsch Country Classic, eine alte Rickenbacker und eine Ovation Celebrity - und meckert mir dauernd die Ohren voll, dass er sie nie zum Einsatz bringt und die Instrumente lieber verkaufen möchte. Mal sehen, wann er das endlich macht. :roll:

    Also besser von Altlasten und Staubfängern trennen und andere damit glücklich machen! ;-)
     
  7. Horn

    Horn |

    Ja, man kann dummerweise immer nur auf einer G!tarre gleichzeitig spielen ... Dein Chef hat übrigens ´nen guten Geschmack ... Jazzmaster, Gretsch und Rickenbacker, das ist gut :D.
     
  8. Pepe

    Pepe Tach

    Dir hat's ja scheinbar auch die Rickenbacker angetan, hm? ;-)

    Der Kerl ist ja auch in den 60ern groß geworden, insofern ist seine Auswahl nicht verwunderlich. Ich bin jedenfalls mit Leib und Seele Strat-Spieler. :)
     
  9. Summa

    Summa wibbly wobbly timey wimey

    Sobald ich meinen persoenlichen Grundsound gefunden hab', frag' ich schon mal nach 'ner Parzelle in meiner Nachbarschaft ;-)

    Nur mal so nebenbei bemerkt, ich wohne neben dem Friedhof...
     
  10. Waldorfer

    Waldorfer Tach

    Ich war auch Jahrelang auf der Suche nach DEM Sound.
    Habe ihn nicht gefunden.
    Bzw. gemerkt, dass ich mit den Geräten, die ich habe einen Großteil abdecken kann.
    Wirklich neue Sounds sind mir dann nicht mehr untergekommen und ich habe die Suche aufgegeben.

    Mir war eigentlich nur die Streuung wichtig.
    FM, PD, Wavetable, Wave<a href="https://www.sequencer.de/specials/sequencer.html">Sequencer</a>u., Analoge, Modular ( VAaaargh), Additiv, Rompler und Sampler.
    Dann wiederholt es sich sowieso alles – mitunter ja schon übergreifend innerhalb der Geräte, aber auch vom klanglichen Ergebnis – Syntheseübergreifend.

    Und dann hat mein sein Besteck, dass funktioniert und das man kennt.
    Brauche mittelfristig noch 2 Silber Löffelchen, aber dann war es das auch im Synth-Bereich.
     
  11. Anonymous

    Anonymous Guest

    Naja, Du lebst ja von neuen Sounds.
    Die Apokalypse für Dich wäre also wenn es jeden physisch möglichen (d.h. vom Menschen hörbaren) Sound schon geben würde. :D
     
  12. Summa

    Summa wibbly wobbly timey wimey

    Liegt daran dass Sound letztendlich aus einigen wenigen Grundbausteinen besteht, die sich mit der einen Synthese-Form halt ein klein wenig besser und mit der anderen etwas schlechter erzeugen lassen. Grundsaetzlich ist vieles austauschbar...

    Nur einen Sound, eine Signatur zu haben, faend' ich reichlich langweilig und festgefahren. Es gibt einige Musiker, die aus dem Grund unter verschiedenen Pseudonymen Musik machen, weil das Publikum meist nicht sonderlich flexibel auf Ueberraschungen reagiert...
     
  13. Summa

    Summa wibbly wobbly timey wimey

    Im Prinzip (statisch) gibt's die auch alle schon, die Kunst ist es sie in Struktur und Reihenfolge zu bringen, die sie spiel- und steuerbar macht... ;-)

    Aber das meinte ich eher nicht mit eingenem Sound, das ist dann eher eine stilitische Fixierung auf einen bestimmten Soundcharakter...
     
  14. Waldorfer

    Waldorfer Tach

    Ja dann haben wir wohl die größten Überraschungen hinter uns.
    FM, LA usw. war ja noch ganz frisch und damals wirklich neu.
    Also kann man sich freuen, diese Zeit mitgemacht zu haben. ;-)

    Das andere... ja ich denke das ist wieder einmal dieses Schubladenproblem.
     
  15. Britzel!

    Britzel! Tach

    Amen. Ich finds überhaupt allgemein schade, dass der Berufsmusiker so abhängig vom Publikum is... tut der Musik oft nix gutes.
     
  16. Ermac

    Ermac Tach

    Sieh es doch positiv! Wenn in der Disko / Radio / Freunde / CD jemand ein neues Stück von Dir hört und sofort erkennt, dass es von Dir ist, dann hast Du doch schon fast gewonnen. Es gibt so viel Musik, da ist ein individueller und wiedererkennbarer Stil wichtig. Dass man dabei weiter zum Schubladendenken beiträgt nehme ich billigend in Kauf.
     
  17. Summa

    Summa wibbly wobbly timey wimey

    Zum Glueck muss ich im Moment nur darauf achten meine eigenen musikalischen Beduerfnisse befriedigen und die sind sehr unterschiedlich...
     
  18. iconos

    iconos Tach

    Ich mische die Farben mehr als dass ich sie von Grund auf neu erstelle. Das ist so eher die klassische Arbeitsweise wie man sie auch vom Orchester kennt. Da klingt eine Melodie in ihrem Charakter sehr unterschiedlich, je nachdem, ob man sie nur von der Klarinette spielen lässt oder eine Oboe, ein Fagott, eine Querflöte hinzumischt. Ich betrachte daher jeden einzelnen Sound als Instrument (das kann man dann stimmen, etwas dämpfen etc.). In der Kombination gibt es dann immer wieder Überraschungen. Daher sind für mich neue Geräte und neue Sounds immer wieder interessant.

    Deswegen betrachte ich Leute, die Sounds entwickeln, auch als echte, aber moderne Instrumentenbauer. Insofern ist zu hoffen, dass Summa noch nicht allzubald in die Nachbarschaft wechselt ....
     
  19. Summa

    Summa wibbly wobbly timey wimey

    Machen viele, ist sowas wie das Sounddesign des kleinen Mannes, aber sobald man Sounds stackt verliert einiges an Kontrolle ueber das daraus entstehende Konglomerat, die man unter Umstaenden mit 'ner Formantfilterbank etc. sich eher muehsam wieder zurueckholen kann. Von daher ist das fuer mich keine echte Option...
     
  20. Waldorfer

    Waldorfer Tach

    Das kommt ja ganz klar aus der Rompler Zeit.
    Leute wie Tony Banks etc. haben auch nichts anderes gemacht, als Farben zu mischen.
    Ich weiß nicht wie groß der ist ;-)- aber es scheint ja zu gehen.

    Ist für mich eigentlich auch der Wechsel des Sounddesings in eine höhere Ebene <img src="{SMILIES_PATH}/amen.gif" alt=":amen:" title="Der "normale" Glaube.." /> mache das aber selber auich oft so.
    Bewegende Klangfarben wie ein angezerter Verlauf bastel ich dann mitunter aus drei Einzelsounds zusammen, die sich dann zeitlich und in der Amplitude zu dem Gewünschten zusammenfügen.
     
  21. iconos

    iconos Tach

    Das ist eine Gefahr. Im Gegensatz zu klassischen Instrumenten weiß man ja auch vorher nicht so genau, wie es dann klingen wird. Zuweilen klingt es nur nach Brei. Manchmal kommen aber interessante Sachen dabei raus. Soweit ich Regler zur Verfügung habe, mache ich auch Sachen selbst. Das ist halt eine Zeit- und Lustfrage. Ich saß mal 3 Tage an einem gestopften Trompetensound am DX 7. Das hat mir den letzten Nerv geraubt.

    Ich bin auch nicht der hier verbreiteten Meinung, dass Preset-Sounds von vornherein unbrauchbar sind. Man muss da schon unterscheiden: viele mögen von der Art her für den eigenen Musikstil nicht brauchbar sein. Aber was Programmierqualität und Ideenreichtum anbelangt, sind viele kommerzielle Soundbänke einfach so, dass ich das wohl nicht hinkriegen würde, schon gar nicht in akzeptabler Zeit. Daher bereichere ich meine Farbpalette von Zeit zu Zeit ganz gern mit einem neuen Hard- oder Softwaregerät.
     
  22. Waldorfer

    Waldorfer Tach

    Lustig - genau darum ging es bei mir damals auch.
    Ein Sample
    Ein Sample + FM Synthese im SY 99
    Und ein Sample aus dem JD990 durch den Verzerrer gejagt.

    Klingt wie Original, war aber wirklich viel Finetuning.
    Man muss halt so krank sein, es auch zu versuchen.
     
  23. iconos

    iconos Tach

    So ist es. Eine solche Ausrüstung hatte ich damals in den Achtzigern aber nicht, leider. Ich hab das Problem dann später anders gelöst: ein echtes Flügelhorn. Das wirft aber das Problem auf, dass man das Teil auch spielen lernen muss :oops: . Demgegenüber ist das Soundeditieren dann doch ein Spaziergang!
     
  24. Waldorfer

    Waldorfer Tach

    Stimmt.
    Esrt ein Instrument lernen.....
    Aber man kann dann ja auch schöne Rückschlüsse ziehen.
    Sowas ist ja nicht weg - ein Bereich profitiert immer von dem anderen.
    Find ich gut ;-)
     
  25. Horn

    Horn |

    Ach, alt sind die guten Gitarren-Designs ja alle, daher hat das m. E. mit 60ern und so wenig zu tun ... es ist richtig, ich spiele Rickenbacker ... und zwar ausschließlich ... bei Gitarren habe ich genau meinen Sound, keine ewige Suche nach neuem Equipment wie bei Synthies. Mag auch die Stratocaster, wenn andere sie spielen, aber zu meinem Sound braucht´s halt eine Rickenbacker.
     
  26. ich stimme Phelios mal zu - völlig sinnlos sich ständig neue Synths zu kaufen, man muss nur schauen DEN Synth für sich zu finden - für mich ist es der Cwejman S1 - jedes Mal wenn ich anfang daran rumzudrehen finde ich neue spannende Sounds die meinen Vorstellungen und meinem Geschmack entsprechen

    ich hab mich dafür von meinem Monopoly und dem Pro1 getrennt und vermisse sie nicht (naja den Pro1 ein wenig) - auf jeden Fall kann ich jetzt jeden Sound machen den ich will und muss nicht ständig hinter jedem neuen Synth hinterher lechzen

    obwohl natürlich schon Spaß macht mal neue Kisten auszuprobieren
     
  27. Ermac

    Ermac Tach

    Das ist genau die Sache! Ich überlege deswegen demnächst in besser Monitore / Mixer / Preamps zu investieren. Denn irgendwas MUSS ich schließlich kaufen, was soll ich bitte sonst mit dem Geld machen. Es ist zwar nicht viel aber seitdem ich 14 bin gebe ich fast alles für Tonträger und Studiokram aus. Wenn ich das nicht mehr machen würde müsste ich wirklich RICHTIG überlegen.
     
  28. Anonymous

    Anonymous Guest

    Für Lautsprecher und Studioakustik kann man richtig viel Geld ausgeben. Und das lohnt sich sogar.
    Bei den Monitoren ist nur blöd, das man das schlecht splitten kann, da werden gleich ein paar k€ auf einmal fällig.
     
  29. iconos

    iconos Tach

    Vielleicht Urlaub?
    Hat meine Freundin neulich mal vorgeschlagen.
     
  30. Ermac

    Ermac Tach

    Freundin? Kostet auch Geld, oder?
    Urlaub mache ich immer in Norwegen. Mit dem Zug oder Auto rauf und dann zwei oder drei Wochen durch den Wald laufen. Da kauft man sich voher ausreichend Futter und ein bisschen Brennspiritus und das war´s dann auch schon...

    @Fetz: Ich überlege auch in welcher Größenordnung es da Sinn macht, zu investieren. Von Genlec gibt schon für 700 Euro welche, die ich auch mal gehört habe. Da war ich durchaus beeindruckt!
     

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