Die Weinsprache der Musiker

Was ihr feststellt ist einfach eine Wahrnehmung durch verschiedene Gruppen. Die EMler lieben zB "weich" und die jungen Abletonuser nutzen auch andere Begriffe und haben andere Ziele, so man das so grob irgendwo einordnen mag. Und so ist es hier auch. Das hier ist ein Forum, wo alles stärkstens Differenziert wird. Theo hat ein anderes Umfeld und daher wird es da auch unterschiedlich gesehen und meist hängt das von der Dynamik der Leute ab und kann schnell so wirken als sie es die Meinung der Site. So auch hier. Diese Meinung ist nicht selten eine Illusion der Einheit.
 
Ich hatte zu Quasimidi Zeiten mal die Idee, eine Synthesizeroberfläche zu entwickeln, die einzig und allein auf die Beschreibung der Klänge mittels Adjektiven beruht. Zu diesem Zweck hatte ich damals mal einen Test mit verschiedenen Klangfarben erstellt. In einem Multiple Choice Bogen konnte man zu jedem Klang einen oder auch mehrere Adjektive ankreuzen. Nach der Auswertung des Tests habe ich die Idee ganz schnell wieder verworfen.;-) Es funktioniert nicht. Jeder Ansatz in dieser Richtung ist zum Scheitern verurteilt - egal ob mit Insidern oder Laien. Beschreibt man Klänge mit Adjektiven, spricht man in der Regel an seinem Gegenüber vorbei.
 
Glaube auch, dass du diese Moods oder hier sogar nur Tags auf Jedermännisch nicht übersetzt bekommst, bestenfalls individuell. Und was für andere Aggro ist, klingt für mich noch lange nicht so ;-)
 
Aber die Idee hat doch wirklich was. Wieso nicht ein Defaultset an Moods an die Hand geben, mit der Möglichkeit die Begriffe als Anwender nach eigenem Gusto anzupassen? So kann man sich seine ganz persönliche Stimmungssynthese benennen und wäre bei einem festen Set an Moods trotzdem patchkompatibel zu anderen individualisierten Kisten.

Gab´s da nicht mal von Steinberg so einen Softsynthansatz?
 
Seit in Softsynths usw. die Presets in den Libraries mit mehr oder weniger sinnigen "tags" versehen werden, wundere ich mich auch des öfteren. Die Leute, die das einsortiert haben, verstehen offenbar z.B. unter einem "dunklen" Klang oft was anderes als ich.
Der Grundsound von Synthesizern hingegen ist doch (ausser von völligen Laien, die lächerlicherweise einfach ihre Ohren benutzen) sehr einfach zu bestimmen. Ich wusste z.B. schon lange bevor ich jemals nen Mini gehört hatte, dass der "unheimlich fett" und "organisch" klingt und überhaupt den besten Analogklang vonne janze Welt hat. Wäre mir vielleicht beim ersten anspielen gar nicht aufgefallen, wenn ich es nicht zuvor hundertmal gelesen hätte. ;-).
 
erinnert ihr euch an die Neuron-Diskussion? Da hab ich sowas schonmal angeregt. Ggf. auch bei den Visionsthreads. Da braucht man halt einen Converter. z B einen Jörg auf Moogulator Converter, denn sonst klappt das nicht. Und die Idee kam mir, weil beim Neuron zwar nicht alles geht und die Begriffe fest waren (holz vs glass oder sowas) und dachte, man könnte das auch mit Emotionen und sowas machen. Grünmonster mit lieblich mischen und dann noch den Glassregler auf 75% setzen. Klingt für dich natürlich anders als bei mir.

Das System hat intern alle Syntheseformen drauf und setzt das um. Der Vorteil: Wenige Parameter bringen dir sehr schnell sehr viel. Die Eigenschaften sind Regler dunkel - hell, hart - weich, alien - heimathirsch..
Aber wie Jörg schon andeutete: Das wird hart. Sehr hart umzusetzen.

Wer mit 8 Parametern alle Sounds anbasteln kann und sie dann intern vertiefen kann, freut sich vielleicht…
 
8Bit-Mellotron schrieb:
Seit in Softsynths usw. die Presets in den Libraries mit mehr oder weniger sinnigen "tags" versehen werden, wundere ich mich auch des öfteren. Die Leute, die das einsortiert haben, verstehen offenbar z.B. unter einem "dunklen" Klang oft was anderes als ich.
Der Grundsound von Synthesizern hingegen ist doch (ausser von völligen Laien, die lächerlicherweise einfach ihre Ohren benutzen) sehr einfach zu bestimmen. Ich wusste z.B. schon lange bevor ich jemals nen Mini gehört hatte, dass der "unheimlich fett" und "organisch" klingt und überhaupt den besten Analogklang vonne janze Welt hat. Wäre mir vielleicht beim ersten anspielen gar nicht aufgefallen, wenn ich es nicht zuvor hundertmal gelesen hätte. ;-).
Volltreffer! Genauso empfinde ich es auch. Als ich in den 70gern die ersten Synthies kaufte (Roland+Moog) gabs ja überhaupt nix anderes und man nahm den sound eben hin ohne sich Gedanken zu machen über Fett oder so. Interessant war nur, dass man (damals) neue Klänge erzeugen konnte und als "Organist" mit dem Mini plötzlich so etwas wie eine Gitarre mit Tasten hatte. Aber warum stürzten sich dann alle auf den DX7? Weil sie das ewige Filter auf/zu satt hatten- das war einfach abgelutscht- egal ob Moog, ARP, Roland usw. Es klang immer gleich! Die Diskussion ob ein Moogfilter fetter als Roland oder sonstwas war kam erst viele Jahre später.
(Ketzerei!! :mrgreen: )
 
Elektro_Lurch schrieb:
Ich hatte zu Quasimidi Zeiten mal die Idee, eine Synthesizeroberfläche zu entwickeln, die einzig und allein auf die Beschreibung der Klänge mittels Adjektiven beruht. Zu diesem Zweck hatte ich damals mal einen Test mit verschiedenen Klangfarben erstellt. In einem Multiple Choice Bogen konnte man zu jedem Klang einen oder auch mehrere Adjektive ankreuzen. Nach der Auswertung des Tests habe ich die Idee ganz schnell wieder verworfen.;-) Es funktioniert nicht. Jeder Ansatz in dieser Richtung ist zum Scheitern verurteilt - egal ob mit Insidern oder Laien. Beschreibt man Klänge mit Adjektiven, spricht man in der Regel an seinem Gegenüber vorbei.


aber die idee ist "fett" :supi:
 
Jaguar schrieb:
Als ich in den 70gern die ersten Synthies kaufte (Roland+Moog) gabs ja überhaupt nix anderes und man nahm den sound eben hin ohne sich Gedanken zu machen über Fett oder so. Interessant war nur, dass man (damals) neue Klänge erzeugen konnte und als "Organist" mit dem Mini plötzlich so etwas wie eine Gitarre mit Tasten hatte. Aber warum stürzten sich dann alle auf den DX7? Weil sie das ewige Filter auf/zu satt hatten- das war einfach abgelutscht- egal ob Moog, ARP, Roland usw. Es klang immer gleich! Die Diskussion ob ein Moogfilter fetter als Roland oder sonstwas war kam erst viele Jahre später.
(Ketzerei!! )

In dem Zusammenhang ist es auch ganz interessant, sich mal alte Testberichte anzusehen, z.B. aus "Keyboards"-Ausgaben von Mitte der 80er, da wird häufig nur ganz am Rand mal kurz auf den "Filterklang" eingegangen, darüber wie schnell die Hüllkurven sein können findet sich oft nix, und Sampler sollten halt das Signal möglichst unverfälscht wiederzugeben in der Lage sein. Hätte wohl damals kaum jemand geglaubt, dass es Jahrzehnte später Leute gibt, die sich wegen des speziellen 8Bit-"Charakters" nen Emulator II zulegen, obwohl sie Kontakt mit X GB an Samples und massig Modulationsmöglichkeiten im Rechner haben (bei mit würde sicher auch ein EII stehen, wenn ich das Geld, den Platz und die Nerven hätte ;-)).
Vor ein paar Tagen habe ich noch mal gelesen, was Matthias Becker in der Reihe "Synthesizer von Gestern" 1988 über den Jupiter 8 geschrieben hat: kam als echter Klassiker natürlich gut weg. Lustig fand ich aber, dass das Fazit dahin ging, dass der MKS-80 natürlich vorzuziehen sei, da er nicht nur moderner ist (Midi etc.), sondern auch noch besser klingt! Schreib das mal heute in nen Test auf AMAZONA, was glaubst Du, was da in den Kommentaren los ist. :mrgreen:
Lange Rede, kurzer - jedem im Grunde bekannter - Sinn: Modetrends kommen und gehen, und viele sind beeinflussbarer davon als sie denken. Wenn jemand heute anfängt sich für Synths zu interessieren und z.B. auf Gearslutz liest, dann kann er doch anfangs fast nur glauben dass "analog" gleich "bester Klang" ist. Und dann findet man in der Bucht Angebote, in denen der TX81Z als "fettes Analogmonster" (o.ä.) bezeichnet wird. :roll:
Aber von den Modetrends mal abgesehen kann man es vielleicht auch einfach so sehen, dass die digitalen Sounds notwendig waren, damit man feststellen konnte, was man an anlogen Synths hatte, in welcher Hinsicht (manche) davon einfach hervorragende Instrumente sind und, dass sie spezielle Klangfarben liefern können, die mit digitalen so (noch nicht) möglich sind / waren. Wir haben es in der Hinsicht ja heutzutage eigentlich echt gut: alle möglichen Syntheseformen für relativ wenig Geld zu haben + Studio im Rechner gegen das ein Tascam Portastudio doch ziemlich alt aussieht. ;-) Man muss halt nur rausfinden, was man selbst für die eigene Musik braucht.
Naja, ich hoffe aber trotzdem noch immer darauf, dass in ein paar Jahren, wenn die digitalen wirklich 100% "analog" klingen können plötzlich keiner mehr nen ARP 2600 oder nen JP8 will, dann schlag ich nämlich zu (man wird ja noch träumen dürfen), denn ehrlich gesagt macht mir mein oller Prodigy erheblich mehr Spass als das ganze NI Komplete.
 
Jaguar schrieb:
8Bit-Mellotron schrieb:
Aber warum stürzten sich dann alle auf den DX7? Weil sie das ewige Filter auf/zu satt hatten- das war einfach abgelutscht- egal ob Moog, ARP, Roland usw. Es klang immer gleich! Die Diskussion ob ein Moogfilter fetter als Roland oder sonstwas war kam erst viele Jahre später.
(Ketzerei!! :mrgreen: )

Ich glaube etwas anders war die Sache mit dem DX-7 schon. Den Filter auf und wieder zugedreht hat zu der Zeit kaum jemand - subtraktive Synthesizer hin oder her. Der DX-7 war ja ein Gerät, dass für die breite Masse konzipiert war. Er konnte Klänge erzeugen, die Synthesizer bis dahin nur unvollkommen erzeugen konnten, die aber gerade bei den Durchschnittskeyboardern sehr angesagt waren. Die Fender Rhodes e-Pianos waren alle mehr oder weniger kaputt, die Leute hatten keinen Bock mehr diese Teile durch die Gegend zu wuchten und einen e-Piano Sound konnte man auf subtraktiven Synthesizern nur unvollkommen erzeugen. Der DX-7 bot so etwas auf Knopfdruck. Der Mainstream ergötzte sich zu der Zeit an diesen typischen DX e-piano Sounds und jeder wollte dabei sein. Weder lud der DX-7 zum Klangprogrammieren ein noch konnten viele User damit irgendetwas anfangen. Aber es gab eben diese Presets mit Klängen, die es so vorher synthetisch nicht gab.

Die Freaks wurden vom Marketing getäuscht. Jeder hatte schon mal von dieser neuen Generation von Synthesizern gehört, die digital und damit "fortschrittlich", "neumodern" und überhaupt "viel besser" sein sollten, als die alte Analogtechnik vorher. Man kannte Namen wie Fairlight, PPG und Synclavier. Yamaha nutzte diesen Hype sehr gut für sich aus, indem sie einen Synthesizer vorstellten, der zwar immer noch 3700 DM kostete - aber eben immer noch viel billiger als jeder Digitalsynthesizer davor.

Kaufte man einen DX-7 war man also entweder auf 0815 E-Pianos angewiesen, oder war in die "Digital ist Besser" Falle des Marketings hereingefallen. Darüberhinaus waren natürlich auch so profane Features wie eine viel höhere Stimmenanzahl und ähnliches ein echtes Pro Argument. Die meisten polyphonen Synthies zu der Zeit hatten zwischen 4 und 6 - höchstens aber 8 Stimmen. Der DX-7 hatte eine grössere Polyphonie und damit einen grösseren "Haben Will" Faktor. Bei vielen kam in der Anfangszeit recht schell die Ernüchterung. Man stellte plötzlich fest, dass es mit dem DX-7 fast unmöglich ist, auch nur näherungsweise eine warme Fläche zu erzeugen. Deswegen spielten viele eine Kombi aus DX-7 und einem subtraktiven Synthesizer wie den Alpha Juno, einem Juno 106, einen JX-3P oder auch einen Poly 61 - wenn der Geschmack völlig verkommen war.

Den Filter haben die DX-7 User trotz allem vermisst. Durch die Operatoren, Algorithmen, Carrier und Modulatoren ist kaum jemand durchgestiegen. Die Zeit der kommerziellen Soundanbieter ist spätestens mit dem DX-7 in ungeahnte Höhen abgehoben. Keiner konnte ihn programmieren aber die Jagd nach Klängen war eröffnet. Wer hat den besten "Tänzerin" Sound, wer bekommt ein akustisches Piano am besten hin und wer den brauchbarsten Slap Bass. Mit "Synthesizer spielen" hatte das alles nichts zu tun. Im Grunde klang all das auf den grossen Electone Orgeln von Yamaha eher besser - weswegen man auch gemein sagen könnte - der DX-7 war die Electone Orgel für den armen Mann. ;-)

Aber natürlich gab es auch ein paar Freaks, die tatsächlich den DX-7 aufgrund der neuen Synthesemöglichkeiten geliebt haben. Das war aber eine Minderheit. Wäre Yamaha auf diese paar Leute angewiesen gewesen, wäre der DX-7 sicherlich kein Erfolg geworden. Nein - erfolgreich wurde der DX-7 wegen zahlreichen Top40 Bands die Chicago, Toto und ähnliche Westküsten Musi nachspielen wollten.
 
Der DX7 bot für die, die sich nicht so schwer taten vollkommen neue Klänge, auch irgendwo "realistischer" aber sagen wir mal ANDERS klingen oder klangen und eine enorme Dynamik hatte. Das kannte man so von den Analogen nicht. Die Mehrheit konnte natürlich nicht damit umgehen, aber das war bei den Synthesizern davor nicht so viel anders. Schließlich hatten diese Gattung Menschwerk auch nur Presets genutzt. Deshalb waren wohl die Werkssounds vom P5 und Co so berühmt geworden. Die spielen alle die, die einfach alles für zu kompliziert hielten oder damit schon zufrieden war. Die Hörgewohnheiten waren auch andere. Ich bin ECHT froh, dass das nicht mehr so ist. Das war noch viel schlimmer als es heute sein kann mit dem 4/4 BD Kram.

Die Filter kamen mit dem SY99/77 und wer FM Synthese beherrscht, braucht die auch nicht so dringend. Und schon immer haben die Musikalischen Synthnoobs dem Rest die Maschinen quasi ermöglicht. Heute ist das eher nicht mehr so. Da gibt es ganz andere Aufteilungen.

Der DX war halt wirklich viel neuer. Zu der Zeit redete man überhaupt von Synthesizer. Der Rest darüber, wie schlimm diese neumodischen Dinger seien und wie viel sie kaputt machten. Nee, will ich echt nicht zurück, den Scheiß. Das die Musik erst heute langsam damit lebt, dass das normal ist kann man bestenfalls erst heute sagen. Wo es aber auch keine Euphorie auslöst.

Heute oder so vor 1-3 Jahren kümmerte man sich darum, den Sound alter und limitierter Synthesizer nachzubauen. Auch wieder nach hinten anstatt nach vorn. Das ist also nicht neu. Wieso? Weil eben jetzt die Leute den traditionellen Background der elektronischen Musik haben, aber selbst nicht sehr viel weiter denken möchten. Die MASSE will das jedenfalls scheinbar so. Deshalb gibt es Leute, die einen Opel Rekord oder Taunus schön finden. Dieses Teil war aus meiner Sicht schon damals hässlich und "für Spießer". Daran hat sich nichts geändert.

Der Mythos Unbedienbarkeit ist aber auch ziemlich schwach.
 
Kommt sicherlich auch ein klein wenig auf das eigene Umfeld an, in den Shops sind mir am DX7 auch dauernd irgendwelche Keyboard Artisten ueber den Weg gelaufen, in der Schule/Schulhof und auf dem Weg dorthin (im Zug/Bus) waren es eher die Synth/Synthese-Freaks die sich voller Erfurcht ueber den DX7 unterhalten haben. Das sind dann auch die Leute gewesen die sich unter Umstaenden nur die 4 Operator Budget-Versionen des Synths leisten konnten...
 
Mein "eigenes Umfeld" war die Synthesizerabteilung in einem Musikgeschäft. Für etwas Geld arbeitete ich dort von Montag bis Samstag. Ich habe sehr, sehr viele DX-7 verkauft. Von daher habe ich sehr, sehr viele DX-7 User kennengelernt. ;-)
 
Ich habe ebenfalls für etwas Geld in einem Geschäft von Montag bis Samstag gearbeitet und ebenfalls sehr, sehr viele DX-7 verkauft. Von daher habe ich auch sehr, sehr viele DX-7 User kennengelernt. Jörg seine DX-7 Geschichte stimmt.
 
Aber natürlich gab es auch ein paar Freaks, die tatsächlich den DX-7 aufgrund der neuen Synthesemöglichkeiten geliebt haben. Das war aber eine Minderheit. Wäre Yamaha auf diese paar Leute angewiesen gewesen, wäre der DX-7 sicherlich kein Erfolg geworden. Nein - erfolgreich wurde der DX-7 wegen zahlreichen Top40 Bands die Chicago, Toto und ähnliche Westküsten Musi nachspielen wollten.
Ganz kann ich dir nicht zustimmen: Einerseits war der DX7 natürlich für die breite Masse bestimmt, trotzdem kaufte sich fast jeder Keyboarder (auch die, die sich zig fairlights leisten konnten) einen- quer durch Rock, Pop, Elektro usw. Und stimmt - der sound des DX7 war stilprägend für die 80ger Jahre.
Ich glaube auch nicht , dass "digital=besser" so das grosse Argument war. Schliesslich hatten die damals auch schon Ohren. Es war halt neu und eröffnete völlig neue Klangperspektiven.
Für mich , der ich damals ja auch schon einige Analoge hatte, war der DX7 das 1. elektronische Gerät, das akustische! Eigenschaften im Klangverhalten zeigte. Das war und ist auch heute noch für mich faszinierend.
Ein wenig lese ich zwischen deinen Zeilen eine gewisse Geringschätzung der damaligen Musik und Bands.
Ist halt wie immer eine Geschmacksfrage aber für eine "historische" Betrachtung vielleicht nicht ganz geeignet.
Gruss, Jag
 
@Elektro_Lurch

Schon klar, genau das wollte ich damit auch sagen, in der Beziehung hat jeder seinen eigenes eher beschraenktes Blickfeld. Ich hab' z.B. in den 80ern einmal in dem Laden am Elefanten-Klo 'nen DX7 angespielt und bin den Mitarbeitern moeglichst aus dem Weg gegangen, um nicht irgendwas vorgespielt zu bekommen ;-)
 
Hier mein Eintrag in das Gästebuch der DX-Seite von Klaus-Peter Rausch.

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2002-05-30 16:27:40

Lieber Klaus,

herzlichen Glückwunsch von ganzem Herzen zu Deiner DX-7 Website.
Hervorragende Recherche, ausführliches Text- und Bildmaterial und interessante Links informieren den Besucher über den erfolgreichsten Synthesizer aller Zeiten.

Du hast mich gefragt, ob ich ein Statement zum Yamaha DX-7 abgeben würde. Diese Anfrage macht mich stolz, nach Jahren immer noch als Synthesizer-Autorität von Freunden und Kunden gesehen zu werden. Danke.

Nun muss ich sagen, dass ich zum Yamaha DX-7 von Anfang an ein eindeutiges kritisches Verhältnis gehabt habe. Damit der Leser das auch nachvollziehen kann, hier nun ein kleiner Abriss meiner Geschichte, die auch die Geschichte meiner Firma Synthesizerstudio Bonn ist.

Leser meiner Homepage http://www.elektropolis.de lesen unter der Rubrik "The Early Years" meinen Werdegang: Interesse für elektronische Musik mit kleinem und großen E, und wie ich quasi als Elektronik-Avantgardist in die Funktion eines Ladenbesitzers geraten bin.

Geld hat mich nie so richtig interessiert, wichtiger war der musikalische Gedankenansatz und die technische Realisation, das Verkaufen war darüber hinaus auch noch eine zusätzliche künstlerische Performance.

Und so traf man sich in den 70er Jahren als Eingeweihter der Elektronischen Musik im Synthesizerstudio Bonn, um hier Seinesgleichen zu suchen und zu finden.

Die Entwicklung des Punk und des New Wave habe ich genossen - die Suche nach neuen Ausdrucksformen, weg vom Mainstream - oder nennen wir es ruhig "Mittelmaß" - einhergehend mit einem Kunstverständnis: völlig neuartig in der populären Musik.

Ich lese gerade das Buch "Verschwende Deine Jugend" von Jürgen Teipel, und plötzlich ist sie wieder da, die Zeit, die Gedanken, alles ...

Aus einer avantgardistischen Grundhaltung des "Nicht können wollens" entstand eine neue Popkultur, und "normale" Musiker war einfach nur doof.

Vielleicht kann man nachvollziehen, dass der Grundgedanke des Ur-Synthesizers" (Was ist ein Synthesizer, Heinz Funk - nachzulesen unter:http://www.elektropolis.de/ssb_story_heinz_funk.htm) mit dem Selbstverständnis des Antimusikers, des kreativen "Technikus" und "Macher" so zu einer neuen Qualität im Synthesizerstudio Bonn führte. Hier war man richtig, starke Polarisierung!

Mit dem Erfolg des Rock-Jazz und der Fusion-Musik besuchten mich immer mehr Leute, die, von ihrer Ausbildung und ihrem Verständnis her, richtig spielen konnten, den Synthesizer als exotische Klangmaschine sahen, um ihrer Musik einen modischen Anstrich zu geben.

Das tat weh, und gegenseitiges Verständnis war ausgeschlossen. Man musste einen OberNheim haben, sonst lief nichts. Mich hat das immer an Helmut Kohl erinnert, der sich vor Jahren mal die abstehenden Ohren hat korrigieren lassen und sich eine schnelle Brille gekauft hat. Total hip sah er aus. Transferleistung?

Na ja, auf jeden Fall hatte ich noch mit Synthesizern zu tun, obwohl diese in ihren Funktionen stark reduziert und tatsächlich auf eine musikalische Stilrichtung hin schon konzipiert waren. Abstieg? Na ja, wir konnten uns immer noch über Filtersteilheiten und Modulationen unterhalten.

Und dann der Yamaha DX-7.

Ich war eingeladen. Nach Rellingen, das ist ein Vorort von Hamburg. Yamaha hatte die 50 umsatzstärksten Synthi-Dealer eingeladen - zur "Vormesse", Hotel, Essen, Trinken, alles umsonst, und man konnte vordisponieren, vor allen anderen Yamaha-Händlern und sich so seine Kontingente sichern. Das Synthesizerstudio Bonn gehörte mit Sicherheit nicht zu den Yamaha Topdealern, doch ich hatte eine Einladung, wollte man doch auch die technische Pole-Position besetzten.

Zwischen all' den konservativen Professional Dealern fühlte ich mich doch sehr fehl am Platz - eigentlich habe ich die ganze Musikhändlerszene immer gehasst - aber ein paar flotte Sprüche und Matten's typisches arrogantes Auftreten verfehlten ihre Wirkung nicht.

Dann kam die Vorstellung des Gerätes, und ich habe mich gefragt, warum zum Teufel da nun "Synthesizer" drauf stand. Eigentlich war es von der Anwendung her ein ganz gewöhnliches Musikinstrument, 16-stimmig, programmierbar, unkaputtbar, von der Größe her gut auf was anderes draufzustellen; und bei einem Ladenpreis von DM 3.660,00 für jeden Musiker finanziell erreichbar.

Faszination? Affektive Bindung? Nein. Pragmatismus! Und kein Filter ... Das tat weh.

Und dann die ganzen vorprogrammierten Klänge, die genau das waren, das die Käufer wollten, die ich nicht wollte.

Musikalisches Mittelmaß durchweg und kleinbürgerliche Spießer, das waren die DX-7 Käufer. Ich habe mitgemacht, habe disponiert und verkauft, viel, sehr viel Geld verdient, das ich zum Trösten meiner angeschossenen Seele gleich wieder mit unsinnigen Investitionen verprasst habe.

Ich glaube, mit Erscheinen des Yamaha DX-7 ist das Synthesizerstudio Bonn zum ersten Mal gestorben - na sagen wir mindestens mal ernsthaft „mental angeschossen" worden.

Ich habe mich geweigert, auf meine Rechnungen "Synthesizer" zu schreiben. Dort hieß es dann : 1 Stück Yamaha Keyboard, Typ DX-7.
Das war meine Rache im Kleinen. Im Großen kam meine Abrechnung dann in den Kundengesprächen, und wer mich kennt weiß auch, dass Demagogie nicht unbedingt meine Schwäche ist.

Das wusste bald auch Yamaha. Eines Morgens stieg ich aus meinem Auto und wollte den Laden aufschließen. Dieter Weiske, Yamaha Außendienstarbeiter und mein Ansprechpartner, wartete schon auf der Straße auf mich. Mit hochrotem Kopf schrie er mich an, warum ich „so ’ne Scheiße erzählen würde“ und wollte mich fast noch verhauen.
Da habe ich gemerkt, dass ich eigentlich ganz richtig lag, habe zwar weiterhin Yamaha Sachen verkauft, aber mit meinem Mitarbeiter Wieland Samolak die Idee entwickelt, eine Persiflage auf die Milestones-Anzeige zu machen: Derselbe dunkle Hintergrund, dann als Objekte "Die Keule", den "Reißverschluß" abbilden - und den DX-7 Titanic-mäßig mit Rumpf nach oben im Morast verschwinden lassen.

Wir haben's nie gemacht, tun hätten wir es sollen.

So ist das, wenn man nicht dazugehören will.

Viele Grüße

Dirk Matten
 
Naja, was soll man auf deine Zitate gross Antworten, 1000x geposted und es zeigt einfach nur "wes Geistes Kind er ist" ;-) Ein Filter macht noch keinen Synthesizer, siehe Kaffeemaschine... ;-) Eine aus meiner Sicht komplett verpeilte Sichtweise auf eine Entwicklung die massgeblich zur Demokratisierung von Synthesizern beigetragen hat...
 
Tja - man muss allerdings anerkennen, dass es danach noch viel schlimmer kam. Von dem DX-7 wurde meine Laden-Philosophie noch nicht angeschossen. Höchstens vielleicht von dem Publikum für dieses Gerät. Ich habe damals sehr viel mit dem DX-7 gemacht - vor allem aber dieser Werkssounds eliminiert. Man konnte ja nach einer gewissen Einarbeitungszeit wirklich interessante und neue Klänge damit basteln - und sowas hat mich immer interessiert. Im Laufe der Zeit liebte ich dieses Gerät sogar. Hätte ich aber die Wahl gehabt nur einen DX-7 oder nur einen subtraktiven Synthesizer zu besitzen, hätte ich den DX-7 wieder weggegeben.

Nein mein Dolchstoß kam mit den Workstations. Ich habe den M1 abgrundtief gehasst und konnte ihn auch nicht verkaufen, weil mein Gewissen da nicht mehr mitspielte. Ich habe die Leute regelrecht davon abgehalten. Dementsprechend ging auch mein Umsatz bei Synthesizern zurück. Damals wurde ja fast nichts anderes mehr gekauft. Der M1 war ziemlich genau das Gegenteil dessen, warum ich mal in einer Synthesizerabteilung mein Brot verdienen wollte. Konnte ich vorher wenigstens noch die ganzen Hochzeitmusiker erfolgreich aus meiner Abteilung fernhalten, wurden diese Leute nun mein Hauptpublikum. Ich wusste plötzlich, hier muss ich weg...
 
Elektro_Lurch schrieb:
Nein mein Dolchstoß kam mit den Workstations. Ich habe den M1 abgrundtief gehasst und konnte ihn auch nicht verkaufen, ...

Ja, der M1 war ein Schock. Filter ohne Resonanz. Den habe ich deshalb ausgelassen. Mit Fortschritt hatte das nichts mehr zu tun.
 
Auch schön und frei nach dem Motto: Noch keine Haare am Sack, aber im Puff schon drängeln.

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Summa (http://mp3.com/AToF/)

2002-06-06 00:56:41

Mein Leben mit der FM

Hallo,

als ich 1984 mit der Musik begann hatte ich noch keinen eigenen Synthesizer sondern steuerte Mischpult, Tapedeck, ein wenig später den ATARI 520 ST zu Tapedeck und Poly 800 eines Kumpels bei. Natürlich musste ein eigener Synthesiter her. Wie vor jeder größeren Anschaffung und weil ich am Anfang halbwegs mittellos war kaufte ich erst mal Unmengen von Fachzeitschriften (unter anderem auch Keyboards und Fachblatt), schliesslich musste man ja nachts von irgendwas träumen, besuchte Freunde und nervte die zwei Musik – Läden in der näheren Umgebung. Die waren beide nicht sonderlich gut ausgestattet und zum Glück war ich nicht motorisiert, sonst hätte ich mir unter Umständen ein Hausverbot eingehandelt

Den DX7 bekam ich erst zu Gesicht als ich einen Freund in der nächsten Großstadt besuchte, keine Ahnung wer sich an dem Gerät vergangen hatte, aber das Teil war voller seltsam metallischer Klänge, also Sounds zu denen der Poly 800 kaum in der Lage war. Ich war total fasziniert, erinnerte es mich doch sehr an die Sounds die ich von Depeche – Mode kannte. Trotzdem ist es erst mal ein Casio CZ-1 geworden, denn ich hatte den CZ5000 (der mit dem eingebauten Sequenzer) bei einem Freund gesehen hatte und mir klar wurde dass ich erst mal ein multitimbrales Gerät brauchen würde, schon weil ich kein Stück Klavier spielen konnte und immer noch nicht richtig kann.

Das war mein Glück, denn ansonsten wäre ich wohl an der Sounderzeugung verzweifelt. Ich hatte zwar schon einige Erfahrung durch den Poly 800, den ich hier und da auch mal bei mir Übernachten durfte, aber als ich mir dann 1 1/2 Jahre später einen TX81z kaufte machte mir das Teil dann doch deutlich mehr Probleme als der im Vergleich sehr viel intuitiver zu programmierenden CZ. Ich tippte also am Anfang mehr und am Ende etwas weniger planlos auf den paar Tasten am TX81z rum bis ich mir wieder ein Jahr später einen weiteren Expander zulegte von dem der TX erst mal ein wenig in den Hintergrund gedrängt wurde. Es vergingen die Jahre, die große Zeit der PCM – Synths begann und Sampler waren immer noch viel zu teuer. Ich hatte zwar gelegentlich den FZ-1 eines anderen Kumpels, aber hier und da und immer nur für ein paar Tage.

Anfang der 90er arbeitete ich gelegentlich als Aushilfe bei einem Musik – Verlag und nach der Berieselung mit Jingles und verwöhnt von tollem Equipment brauchte ich erst mal 'ne Pause von der Musik. Zwar hab' ich immer mich immer noch sehr oft (meist an meinen CZ) zur Entspannung Sounds programmiert (nicht wundern, wenn ich ein Gerät gut genug kenne geht mir das mit der Entspannung wirklich so), aber erst 1995 mit dem Kauf eines PCs und einer AWE32 als Sampler – Ersatz fing ich wieder so richtig mit der Musik an. Zur Erstellung eigener Samples setzte ich aber hier und da mal ganz gerne irgendwelche Software ein die mir offline FM als Wave – Files berechnete.

Das Interesse and er Musik wuchs wieder und nachdem ich die VAs klanglich relativ langweilig fand folgte etwa drei Jahre später der K5000, einer der Synthesizer an dem ich mich fast geschlagen geben wollte, aber nach einem halben Jahr ging es so langsam Berg auf und als Yamaha Ende 1999 die Preise für ihren FS1R senkte musste ich das Gerät haben und ich wusste dass es nach dem Kawai nichts mehr gab das mich noch schrecken konnte. Ich hatte Peter Gorges Artikel doch recht aufmerksam gelesen, die Anleitung als PDF – File aus dem Netz geladen so war mir nach meinen Erfahrungen mit dem TX81z klar dass ein Editor Programm her musste. Zu Sounddiver gab es zu diesem Zeitpunkt noch keine richtige Alternative, aber das SD - FS1R – Modul legte einem noch 'ne Menge Steine in den Weg. Vielleicht hätte der Programmierer die Parameter nachzählen sollen, aber auf jeden Fall hatte er ein paar der Wichtigsten so mir nichts die nichts einfach unterschlagen.

Trotzdem war und ist die Freude ungetrübt und durch die sehr eigene Implementation der Operator Wellenformen und der im FM – Kontext wirklich gut einzusetzenden und sehr flexiblen Formant - Wellenformen kann dem FS1R meiner Meinung nach immer noch keiner der FM – Softsynths das Wasser reichen. Bei der Programmierung des FS1R kamen so langsam die Erinnerungen an Techniken die ich auch am TX81z eingesetzt hatte und die Analyse meiner damals eher intuitiv programmierten alten Sounds half mir auch ein ganzes Stück weiter. Einige Wochen nach dem ich den FS1R mein eigen nennen durfte sah ich ein günstiges Angebot für einen gebrauchten Casio VZ-1. Ich hatte das Gerät schon mal in den 80ern in den Fingern. Ein Arbeitskollege meines Vaters hatte sich das Gerät zugelegt und da er nicht all zu viel damit anfangen konnte durfte ich mich einen Nachmittag mit der Kiste beschäftigen. Damals war ich ziemlich begeistert nur leisten konnte ich mir das Teil natürlich nicht.

Etwa 10 Jahre später war nur leider aber wirklich viel früh für einen weiteren Synth, so fristete die Kiste lange Zeit ein Schattendasein als Masterkeyboard. Als ich ein wenig Zeit hatte stellte ich fest das mir mit meinem "Traumsynth" einen weiteren FM - Synth in's Haus geholt hatte und mein erste eigener Synth dann auch ein FM – Synth sein musste. Während in diversen FM – Foren vom FM Revival geträumt wurde hatte das bei mir also schon längst statt gefunden und als ich mir wieder ein Jahr später einen Microwave PC holte musste ich feststellen dass viele meiner neuen Sound eine Kombination aus Wavetable - Synthese und schon wieder FM waren.

Ein knappes Jahr später stellte Native Instruments den FM7 auf der Musikmesse 2001 vor und von dem was mir da gezeigt wurde war ich erst mal maßlos enttäuscht, denn auf den ersten Blick sah es nur nach einem DX7 mit freier Operator Zuordnung aus. Ein halbes Jahr später wurde ich durch Moogulator, den ich ein Jahr zuvor in der Waldorf – Mailingliste kennen gelernt hatte auf den FMHeaven aufmerksam gemacht. Die Bedienung war arg Gewöhnungsbedürftig und ohne die Möglichkeit Hüllkurven zu kopieren fand wollte bei mir keine richtige Freunde an dem Programm aufkommen. Da ich wusste dass der Programmierer zusätzliche Wellenformen implementieren wollte setzte ich mich mit ihm in Verbindung und fragte ihn ob er nicht Samples von den TX81z und FS1R Wellenformen brauchen könne. Cesare sagte zu kaufte sich aber ein wenig später einen eigenen TX, da sich der Import von TX - Sounds doch deutlich einfacher programmieren lässt wenn man das Original zum Vergleich hat.

Nachdem es endlich eine Funktion zum kopieren der EGs gab programmierte ich die ersten Sounds für FMHeaven die mehr als nur importierte DX oder TX - Presets waren. Ein wenig später wurde ich durch einen glücklichen Zufall (hallo Steffen!) FM7 - Beta – Tester und Preset – Programmierer. Ich nehme fast an dass man mich trotz meines kommerziellen Soundsets für den K5000 am Anfang nicht so ganz ernst genommen hatte, trotzdem fanden am Ende zehn meiner Sounds ihren Weg in die beiden mitgelieferten Sets mit neuen Sounds. Bevor ich die erste Beta in die Finger bekam war ich natürlich neugierig was sich nach der Messe getan hatte und musste feststellen das N.I. seine Hausaufgaben gemacht hatte. Das Programm war deutlich besser geworden. Zwar war der Klang für meine Ohren nicht so direkt und Rabiat wie meine beiden Yamahas, dafür aber so breit und HIFI wie man es von manchem VA – Hardware - Synth kennt, also sowohl durch Klang als auch mit seinen Modulationsmöglichkeiten für mich eine der ersten echten Alternativen zur Hardware.

Aber auch FMHeaven hat sich weiterentwickelt, Cesare hat jemand für das Design der Grafik gefunden und ich hab‘ einige Operator – Wellenformen und die 15 nicht DX - Presets beigesteuert. In der aktuellen Version gibt's pro Operator 'ne Pitch EG und man kann per Aftertouch oder Mod – Wheel zwischen je zwei verschiedenen Frequenz- und FM – Modulationsmatrix - Einstellungen morphen, Womit man Genialerweise auch das Feedback
modulieren kann Trotzdem, auch er klingt nicht wie meine beiden Yamahas, aber auch nicht nach FM7. Dafür kann man ihn aber auch wunderbar für Noise und aliased Sounds einsetzen, die er neben dem typischen FM - Kram meistert und mit etwas Glück bekommt FMHeaven mit der nächsten Version sogar Filter...
Übrigens, die beiden Softsynths wirken sehr entspannend auf mich

Hmmm... mein Eintrag ist doch etwas laenger geworden...

Frequenzmodulierte Grueße!!!

Summa
 
Elektrokamerad schrieb:
Auch schön und frei nach dem Motto: Noch keine Haare am Sack, aber im Puff schon drängeln.

Als BWLer solltest du besser rechnen koennen...
 
Soweit mir bekannt hat Summa den Text erst- und einmalig in meinem früheren dx7heaven.com guestbook gepostet und dessen Einträge habe ich dann, nach Schließung des guestbook, in die FAQ Page des Forums importiert, hier http://8110.goodboard.de/deine-dx-story-t92088.php

Man muss solch freimütige und sehr persönliche Informationen, und ich danke Summa sowie den anderen Musikern inklusive Dirk, die das ebenso gemacht haben, sehr dafür und möchte auch ausdrücklich darauf hinweisen, dass der Text genau wie die anderen dort in einem untrennbaren Zusammenhang steht: Der persönlichen DX-Story, wovon es weltweit so etwa 250.000 gibt.

Das nur als Hintergrundinfo und damit kurzen Einwurf in diesen sehr interessanten Thread.
 
also ich fibnde das zitierte von summa interessant - was gibt es denn daran auszusetzten?

bzw. was soll eigentlich immer wieder dieses postulat der "altersweishiet" ?

ich assoziiere mir alter auch gern demenz und inkontinenz - all den vermeintlich grauen eminenzen hier sei mal gesagt daß im endeffekt die lorberen der vergangenheit oder die stilbegründer oder ähnliches ziemlich überbewertet sind - denn heute gibt es junge leute die mit solchen damaligen innovationen so aufwachsen daß sie um dimensionen besser sind als die damals ach so freshen opis...

mir isses auch volkommen egal ob herr xy im jahre schnee als erster auf die idee kam ein audiosignal durch ne filterbank zu jagen oder ähnliches - entwicklung findet immer statt - und hätte es nicht herr xy fgemacht dann halt wer anderer...

wird doch keiner im ernst glauben EINEER hätte das feuer gezähmt - oder das telefon erfunden ;-)

das philistertum ist doch nur der abtanz auf "früher war alles besser" und "mann was waren wir für geile typen"


heute kanns aber passieren daß kalle kloss aus der rue de gack mit nem laptop nen fetteren sound produced als schulze jarre und elp zusammen - hah !!!


also was solls ...ich frag emich immer wieder warum die synth produktionen in den 80er meistesn sooo scheisee klingen - da waren ja die rocker 20 jahre vorher schon weiter -- und die geilen sounds die die leute heute aus den alten kisten zaubern - davon ist damals auch nix zu hören ...big innovators :mrgreen:
 
Crabman schrieb:
Nachdem ich gestern mal bei Bluesynth die comments zum JX3P gelesen habe war ich sehr überrascht das die meisten dort den Kasten als"agressiv"bezeichnen. :shock:

Zumindest aber wohl deutlich agressiver als nen Juno.

Ich frage mich grade ob ich mit dem umschreiben eines Sounds (oder Synth) immer SO komplett falsch lag??

Das erste was mir zum 3P in den Sinn kommt ist aufjedenfall "weich".Und nicht agressiv.

Als "weich"empfinde ich den wahrscheinlich weil die (Saw)Wellenformen auch bei aufgedrehtem Filter alles andere als "klar,strahlend,durch Butter schneidend"sind sondern eher etwas"dumpf"und irgendwie ist der Grundklang (dadurch?) eher "soft".Die schöne aber eher zahme Resonanz spielt sicher auch noch mit rein.

Ich besass zwar mal nen Juno 6 und 60 aber das ist schon ewig her...woran ich mich aber erinnere ist das ich sie als "bassig,knallig(wuchtig) und punchy" empfand.Und das wiederum verbinde ich dann eher mit"agressiv".Ich dachte immer das wäre logisch :)

Damit meine ich nicht das der eine oder andere wärmer klingt (warm und weich sind für mich 2 unterschiedliche Sachen),der JX kann in manchen Einstellungen ohne Chorus sogar regelrecht dünn/flach und billig klingen,seine Sweetspots sind etwas rarer als bei den Junos...


Okay,genug Verwirrung gestiftet.


Ich muss den hier leider nochmal pushen weil mich das wirklich sehr interessieren würde ob ich der einzige bin,der nen 3P als weich empfindet und alle anderen eher"agressiv"

Ich wollte ursprünglich nen eigenen Thread dafür auf machen weil ich mir schon dachte das es in dieser sehr weit gefassten Debatte hier schnell untergeht.Aber Mic hat schon genug "Eintagsfliegenthreads"in seinem Forum :)
 
Ich hatte den Beitrag für das Gästebuch verfasst, um die damalige Stimmung und Denkweise zu beschreiben. Nicht mehr und nicht weniger, und ich hoffe, dass mir das einigermaßen geglückt ist. Mit Freude lese ich die Beschreibungen anderer Teilnehmer, was ja offensichtlich die Unterschiedlichkeit von Erfahrung und Lebenseinstellung und gewonnenen Sichtweisen deutlich macht. Da lassen sich dann Parallelen und auch Unterschiede erkennen. Bin mit mir in der Retrospektive aber im Grunde ganz zufrieden. War nicht alles schlecht.
 
Elektrokamerad schrieb:
Ich hatte den Beitrag für das Gästebuch verfasst, um die damalige Stimmung und Denkweise zu beschreiben. Nicht mehr und nicht weniger, und ich hoffe, dass mir das einigermaßen geglückt ist. Mit Freude lese ich die Beschreibungen anderer Teilnehmer, was ja offensichtlich die Unterschiedlichkeit von Erfahrung und Lebenseinstellung und gewonnenen Sichtweisen deutlich macht. Da lassen sich dann Parallelen und auch Unterschiede erkennen. Bin mit mir in der Retrospektive aber im Grunde ganz zufrieden. War nicht alles schlecht.

Aus dem Grund sind mir klare Aussagen lieber als undokumentierte Zitate, man weiss nie genau was du einem damit sagen willst, von daher bekommt man sowas schnell in den falschen Hals...
 
Elektro_Lurch schrieb:
Der M1 war ziemlich genau das Gegenteil dessen, warum ich mal in einer Synthesizerabteilung mein Brot verdienen wollte. Konnte ich vorher wenigstens noch die ganzen Hochzeitmusiker erfolgreich aus meiner Abteilung fernhalten, wurden diese Leute nun mein Hauptpublikum. Ich wusste plötzlich, hier muss ich weg...

M1 war aber auch bei genau den Leuten zu finden, die "ein Klavier, Ne Orgel oder…" brauchten und quasi eine transportable Musik-CDU brauchten. Allerdings kenn ich Jungs, die mit diesem Ding ganz andere Musik zu machen. Das SCHICHTEN von Klängen begann. Die 90er brachten die Racks und man hatte das an Racks, was heute die Leute lt. Fachmagazinen heute an Outboard Gear haben zu müssen, damit es klingt. Heute brauchen weniger "ein Klavier und eine Orgel" - Hmm, den Erfolg und Umschwung Clavias von G2 auf Pianos und Orgeln scheint dem Recht zu geben. Die Orgel ist nur heute Moogemulation oder sowas, wie in den 70ern.

diese Hochzeitsmentalität fand man auch unter Leuten, die eigentlich nach vorn hätten denken "wollen". Es gab auch diese "Synthesizermusik", wo auch so gedacht wurde. Stand auch meist irgendwie Synthesizer drauf. Einmal richtig MIDIkönig sein. Aber man darfs kaum glauben: auch aus einer 303 wurde was gemacht, was weit über die Möglichkeiten des Dingens hinaus ging. Ich meine meine Sachen übrigens NICHT aus Verkaufssicht. War mir immer egal, wie viel was und warum verkauft wurde. Aber erkennen konnte man schon, wer wie denkt.
 


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